
Einen japanischen Garten anlegen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Elemente des japanischen Gartens
- Wasserelemente oder Zen-Garten
- Kurven und Asymmetrie
- So finden Sie die richtigen Pflanzen
- Deko-Elemente
Ein Ort der Ruhe und Gelassenheit
Original japanische Gärten gehen auf eine alte fernöstliche Tradition zurück und sind vom Menschen bis ins kleinste Detail gestaltete Orte. In Japan findet man sie häufig in öffentlichen Gärten, in den Anlagen buddhistischer Tempel und an historischen Stätten. Es sind Orte der Ruhe, Entspannung und Meditation mit einer stark religiösen oder spirituellen Dimension.
Japanische Gärten beruhen auf der Nachbildung der natürlichen Elemente: Meere, Berge, Flüsse und Wälder. Diese Landschaften werden in Miniaturform dargestellt. Und da der Platz meistens begrenzt ist, werden sie oft nur symbolisch angedeutet.
Drei Elementen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu:
Mineralien: Sand, Kies, Steine, Kiesel, Felsbrocken.
Pflanzen: Bäume, Sträucher, Farne, Moose.
Wasser: Becken, Springbrunnen, Wasserfälle.
Sand, Kies & Dekosteine
Japanischer Garten oder Zen-Garten?
Man unterscheidet verschiedene Arten des japanischen Gartens: Garten der Meditation, der Besinnung oder Wandelgarten. Ein Zen-Garten ist eine leicht abgewandelte Form. Oft wird auf kleiner Fläche, die manchmal nur einige Quadratmeter beträgt, in stilvoller Weise eine Landschaft mit verschiedenen Elementen nachgebildet:
eine Gebirgsinsel: ein Stein;
ein Wald: etwas Moos
das Meer: wellenförmig geharkter Sand oder Kies zur Darstellung des Elements Wasser.
Im Gegensatz zu den anderen Formen von Gärten im japanischen Stil wird hier auf Wasser und Grünpflanzen verzichtet, weshalb man ihn auch „Trockengarten“ bezeichnet. Ein Zen-Garten ist ein wunderbarer Ort der Ruhe und Besinnung.
Die wichtigsten Grundsätze der japanischen Gartenkunst
In einem japanischen Garten findet man keine geraden Linien, geometrischen Figuren oder Winkel, sondern nur Kurven und Asymmetrie. Deshalb gibt es an diesem Ort auch keine geraden Wege. Steine und Pflanzen werden immer in ungerader Anzahl gruppiert, meistens sind es 3, aber auch mal 5, 7 oder mehr. Einfachheit und Schlichtheit lauten die Grundprinzipien eines japanischen Gartens, weshalb dekorative Elemente nur sparsam verwendet werden.
Die einzelnen Elemente des Gartens – Gegenstände und Pflanzen – werden in einem bestimmten Abstand zueinander angeordnet, damit sie richtig zur Geltung kommen. Um ein wildes Durcheinander zu vermeiden, wird auf größere Sträucher- oder Blumenflächen verzichtet, wie man sie aus westlichen Gärten kennt. Es werden bevorzugt natürliche oder edle Materialien eingesetzt (Holz, Stein, sogar Bronze).
Mit japanischen Stufen verzierte Wege laden den Spaziergänger ein, den Garten zu entdecken, ohne dass er auf die bodendeckenden Pflanzen treten muss. Auf den freien Flächen wächst kein Gras, wie es in unseren Gärten üblich ist. Diese sind stattdessen mit Kies oder Sand bedeckt, in die mit einer speziellen Harke geometrische Muster wie z. B. Wellen gezeichnet werden.
Japanische Wegplatten
Die Elemente des japanischen Gartens
Bevor Sie loslegen, zeichnen Sie sich einen Plan Ihres künftigen Gartens. Unterteilen Sie die Fläche in ungleiche Teile und zeichnen Sie die Wege ein. Kennzeichnen Sie die Orte der Hauptelemente: großer Baum, Felsbrocken, Wasserbecken, Brücke, Springbrunnen usw. Ein japanischer Garten enthält zahlreiche und vielfältige Elemente, die so in die Umgebung integriert werden müssen, dass Harmonie entsteht. Bei der Anordnung sind ästhetischen Grundsätze zu berücksichtigen.
Die Mineralien: Steine und Kies
Die Steine werden nach ihrer Form, Oberfläche, Farbe und Größe ausgewählt. Sie werden in der Regel in 3er-, 5er- oder 7er-Grüppchen angeordnet. Während sie früher direkt aus der Natur gesammelt wurden, sind sie heute meistens geformt und zugeschnitten erhältlich. Zeichnen Sie mit einer Harke Wellenmuster auf die Kiesflächen, um Wasser, Wellen und Strömungen darzustellen. Sie sind besonders um die Felsen herum beliebt, da auf diese Weise das Bild einer kleinen Insel oder eines Gebirges entsteht. Außerdem bringt ein Wellenmuster Bewegung in den Garten und schafft einen Gegensatz zu den starren Felsen.
Pflanzen für japanische Gärten
Die Pflanzen werden eher nach ihrer Farbe als nach den Blüten ausgewählt. Ihre Blätter oder ihre Rinde kommen zu verschiedenen Zeiten des Jahres zur Geltung. Für Japaner haben sie oft auch eine symbolische Bedeutung, die religiöser oder philosophischer Art sein kann.
Bäume und Sträucher
Bäume und Bäume und Sträucher im Garten">Sträucher werden so gepflanzt und geschnitten, dass sie die Sicht nicht behindern und den Blick auf andere Flächen des Gartens ermöglichen. Bearbeiten Sie sie mit einer Heckenschere, damit sie eine besondere Silhouette erhalten. Baumstämme sind normalerweise nicht senkrecht, sondern oft geneigt oder verdreht. Der Niwakischnitt (Niwaki), der vor allem bei Kiefern angewandt wird, ist besonders typisch für den japanischen Garten. Der Niwaki ist eine Art riesiger Bonsai.
Empfohlene Baumarten:
Ahorn
Kirschen und Pflaumen (Prunus)
Magnolien
Japanischer Schnurbaum
Weiden
Ginkgo
Nadelbäume: Kiefern, Zedern, Zypressen.
Sträucher für japanische Gärten:
Himmelsbambus, Nandina domestica, der eigentlich gar kein Bambus ist.
Japanische Azaleen (Rhododendron japonicum)
Kamelie (Camellia japonica)
Spindelsträucher
Japanische Stechpalme oder alternativ Buchsbaum
Bambus
Bambus ist in jedem japanischen Garten zu finden. Seine Farbe ist sehr vielfältig und dekorativ, wie z. B. beim Goldenen oder beim Schwarzen Bambus. Die Pflanze gibt es in allen Größen: Der Zwergbambus zum Beispiel ist nicht größer als 50 cm. Um ein ungeordnetes Wachstum durch Ableger zu vermeiden, sollten Sie Bambusarten mit pachymorphen Rhizomen wie z. B. Fargesia wählen.
Stauden für japanische Gärten
Niedrige Pflanzen und Stauden werden nicht nach der Schönheit ihrer Blüten, sondern wegen ihres Blattwerks ausgewählt. Hier einige Beispiele:
Japanische Aukube;
Wellblattfunkie;
Japan-Segge;
Blauschwingel;
Farne: Schwarzer Waldfarn, Bogen-Sichelfarn, Japanischer Palmfarn
Bodendecker
Im japanischen Garten wird Moos anstelle von Gras gepflanzt. Als Moosimitat können Sie Sternmoos (Sagina subulata) oder Bubikopf (Soleirolia soleirolii) verwenden.
Das Wasser
Während Wasser in westlichen Gärten keine besondere Rolle spielt, verhält es sich beim japanischen Garten etwas anders. Wasser erscheint hier in verschiedenen Formen: als Teich, Fluss, Wasserfall oder Kaskade. Die Wasserelemente haben einen ungleichmäßigen, asymmetrischen Umriss und können von einem Wasserlauf oder von einer Rohrleitung gespeist werden. Sie sind häufig von Pflanzen wie Schwertlilien umrahmt und mit Koi-Fischen bestückt, die Bewegung und Leben in ein Becken bringen.
Häufig wird ein Teich mit einer Brücke aus Holz oder Trittsteinen dekoriert, über die man auf die andere Seite oder auf eine kleine Insel gelangen kann. Anstelle eines fließenden Gewässers kann man auch ein mit einer Pumpe betriebenes Wasserspiel aus Bambus einbauen. Wenn Sie ganz auf Wasser verzichten müssen, können Sie mithilfe eines Kiesbetts einen Fluss darstellen ... und sogar eine kleine Brücke darüber bauen!
Die Deko-Elemente
Kein japanischer Garten kommt ohne Laternen aus. Diese dienten früher dazu, den Garten bei Nacht zu beleuchten. Die ursprünglich bronzenen Laternen bestehenden heute meistens aus Stein oder aus Holz. Zu modernen Deko-Elementen zählen auch Stein- oder sogar Bronzebecken sowie Statuen: Buddha-Figuren, Drachen oder auch Pagoden, mit den typischen Dächvorsprüngen.
Gartenbrunnen
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.