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Fliesen außen verlegen: So geht's

Fliesen außen verlegen: So geht's

Katharina, Bodenlegerin, Dortmund

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Katharina, Bodenlegerin, Dortmund

6 Min. Lesezeit
Fliesen sind langlebig, pflegeleicht und bieten sich als einfacher Bodenbelag für die Terrasse oder den Balkon an. Das Verlegen erfolgt in mehreren Schritten: Vom Anmischen des Estrichs bis zum Entfernen des Zementschleiers – hier sind unsere Tipps zum Verlegen von Fliesen im Außenbereich.

Wichtige Eigenschaften

  • Vorbereitung der Bodenplatte
  • Verlegen der Fliesen
  • Verfugen der Fliesen
  • Entfernen des Zementschleiers

Die wichtigsten Schritte beim Fliesenverlegen im Außenbereich

In diesem Ratgeber finden Sie eine Anleitung zur gängigsten Methode: das Fliesenverlegen durch Kleben auf einem bereits bestehenden Betonfundament. Um jeglichen Unfällen bei nassem Boden vorzubeugen, sollten Sie möglichst rutschfeste Fliesen wählen. Sofern Ihre Terrasse nicht überdacht ist, ist sie Wind und Wetter ausgesetzt, weshalb der Untergrund gründlich vorbereitet werden muss. Dazu zählt unter anderem das Abdichten der Bodenplatte. Auch das Entfernen des Zementschleiers nach dem Verfugen der Fliesen und vor dem Trocknen der Fugen darf nicht vergessen werden.

Hinweis: Schauen Sie sich die Wettervorhersage an, bevor Sie mit der Arbeit beginnen.

Arbeitsschritte

  1. Vorbereitung der Bodenplatte

  2. Verlegen der Fliesen

  3. Verfugen der Fliesen

  4. Entfernen des Zementschleiers

Fliesen im Außenbereich verlegen: das Video-Tutorial

1. Vorbereitung der Bodenplatte

Um zu verhindern, dass Wasser in den Bodenbelag eindringt und sich die Fliesen dadurch ablösen, sollte die Bodenplatte ein Gefälle von mindestens 1,5 % für den Wasserabfluss aufweisen. Sofern dies bei dem bereits vorhandenen Betonfundament nicht der Fall ist, muss eine neue Schicht Estrich aufgetragen werden.

  • Bereiten Sie die Schalung mit einem Gefälle von 1,5 cm pro Meter vor. Dazu benötigen Sie: Bretter, Pflöcke, Hammer, Nägel, eine Abziehlatte, eine Wasserwaage und ein Maßband. Allerdings wird eine Schalung nur bei entsprechender Verlegefläche benötigt. Auf kleinen Flächen lässt sich der Estrich auch einfach mithilfe von Abziehlatte und Wasserwaage auftragen.

  • Verlegen Sie zwischen Estrichfläche und angrenzenden Wänden einen Randdämmstreifen, der es dem Estrich ermöglicht, sich bei Wärme auszudehnen.

  • Verdünnen Sie Ihre Haftgrundierung in dem vom Hersteller angegebenen Mischverhältnis mit Wasser.

  • Mischen Sie gleichzeitig den Estrichmörtel in einem Betonmischer an. Die beiden Mischungen werden zeitgleich verwendet und müssen daher bereitstehen. Falls Sie keinen Betonmischer besitzen, können Sie den Mörtel alternativ auch mithilfe einer Schaufel in einem Mörtelkübel anmischen.

  • Tragen Sie die Haftgrundierung gleichmäßig mit einer Kleisterbürste auf den Untergrund auf.

  • Geben Sie den Estrichmörtel direkt im Anschluss auf die frische Haftgrundierung und vermischen Sie beides zu einer Schlämme, wobei sich der Mörtel mit der Haftgrundierung verbindet und diese aufsaugt. Geben Sie den Estrichmörtel direkt im Anschluss auf die frische Haftgrundierung und vermischen Sie beides zu einer Schlämme, wobei sich der Mörtel mit der Haftgrundierung verbindet und diese aufsaugt.

  • Verteilen Sie darauf mit einer Schaufel den restlichen Estrichmörtel.

  • Ziehen Sie mithilfe von Abziehlatte und Wasserwaage – gegebenenfalls an den Brettern der Schalung entlang – das gewünschte Gefälle.

  • Glätten Sie den Mörtel zum Schluss mithilfe einer Traufel.

Abdichten des Untergrunds

Die im Freien befindliche Bodenfläche muss unbedingt abgedichtet werden. Auf diese Weise erhöhen Sie die Widerstandsfähigkeit Ihrer Terrasse und verringern das Ablösungsrisiko der Fliesen.

  • Rühren Sie die Dichtschlämme mit der angegebenen Wassermenge an.

  • Verteilen Sie die erste Schicht mit einer geeigneten Bürste.

  • Warten Sie einige Stunden (je nach Herstellerangaben), bevor Sie die zweite Schicht auftragen.

  • Lassen Sie das Ganze 24 Stunden trocknen, bevor Sie die Fliesen verlegen.

Hinweis: Tragen Sie die Dichtschlämme auch auf die Estrichschicht auf.

2. Verlegen der Fliesen

Sobald der Untergrund fertig vorbereitet ist, können die Fliesen darauf geklebt werden. Das Verfahren unterscheidet sich nicht vom Verlegen von Bodenfliesen im Innenbereich. Der Fliesenkleber sollte jedoch für den Gebrauch im Außenbereich geeignet sein. Verlegen Sie die Fliesen zunächst versuchsweise, ohne sie gleich festzukleben. So können Sie schauen, ob Ihnen das Ergebnis gefällt und wie die Randfliesen am besten zugeschnitten werden sollten.

  • Rühren Sie den Fliesenkleber in einem separaten Eimer mit der vorgegebenen Wassermenge an. Nichts hält Sie davon ab, sich körperlich zu betätigen und den Kleber von Hand zu einer homogenen Masse zu vermischen. Falls Sie jedoch nach einer bequemeren Lösung suchen, können Sie entweder ein elektrisches Rührgerät oder einen auf eine Bohrmaschine aufgesteckten Rührstab verwenden.

  • Verteilen Sie den Fliesenkleber mithilfe einer gezahnten Glättekelle auf dem Untergrund. Die Zähne helfen dabei, den Kleber richtig zu dosieren.

  • Dieser muss doppelt aufgetragen werden. Bestreichen Sie daher anschließend auch die Unterseite der ersten Fliese damit.

  • Verlegen Sie die Fliesen wie gewünscht und setzen Sie Fliesenkreuze für einheitliche Fugen ein.

  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Fliesenfläche eben verläuft.

  • Klopfen Sie die Fliesen mit einem Gummihammer leicht an.

  • Entfernen Sie die Fliesenkreuze und wischen Sie eventuelle Klebereste mit einem Schwamm ab.

  • Lassen Sie den Kleber 24 Stunden trocknen.

Fliesen zuschneiden

Normalerweise muss beim Verlegen von Fliesen im Außenbereich oder auf Terrassen nur wenig zugeschnitten werden und wenn, sind es meist nur gerade Schnitte. Dazu können Sie entweder einen manuellen oder elektrischen Fliesenschneider verwenden.

Für runde Schnitte eignen sich:

  • eine Papageienschnabelzange bzw. Fliesenlochzange zum Entfernen von kleinen runden Stücken;

  • eine Hartmetallsäge für dünne Fliesen und verschiedene Schnitte;

  • eine handliche Stichsäge mit einem speziellen Fliesensägeblatt;

  • eine Schleifmaschine mit Diamanttrennscheibe. Dieses Gerät erbringt zwar die höchste Leistung, je nach gewünschter Form muss der Schnitt jedoch mit der Papageienschnabelzange vollendet werden.

Hinweis: Je nach gewünschtem Durchmesser können Löcher in der Fliesenmitte mit einer Diamantlochsäge ausgeschnitten werden.

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Fliesenleger-Werkzeug

3. Verfugen der Fliesen

Fliesen müssen verfugt werden. Dieser Arbeitsschritt erfolgt ca. 24 Stunden nach dem Fliesenverlegen, sobald der Fliesenkleber getrocknet ist.

  • Verwenden Sie dazu ein Fugen-Set, das alle dafür benötigten Utensilien enthält.

  • Rühren Sie den Fugenmörtel mit der angegebenen Wassermenge zu einer homogenen Masse an.

  • Verteilen Sie die Fugenmasse mit einer Fugenspachtel und verschließen Sie damit alle Spalten zwischen den Fliesen. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals, damit kein Loch vergessen wird.

  • Führen Sie dabei, wie im Video-Tutorial zu sehen, diagonale Bewegungen aus.

4. Entfernen des Zementschleiers

Dieser Schritt sollte niemals übergangen werden. Der Zementschleier muss direkt nach dem Verlegen der Fliesen und vor dem Trocknen entfernt werden. Zu diesem Zeitpunkt lässt er sich noch leicht reinigen, was sich nach dem Trocknen allerdings als wesentlich schwieriger erweist.

  • Entfernen Sie mit einem Fliesenwaschbrett, das Sie währenddessen regelmäßig auswaschen, jegliche Mörtelreste.

  • Beginnen Sie zunächst mit klarem Wasser und verwenden Sie zum Schluss einen speziellen Zementschleierentferner, um auch für das bloße Auge unsichtbare Rückstände zu entfernen.

  • Lassen Sie die Bodenfläche mindestens 24 Stunden trocknen.

Was Sie für das Verlegen von Fliesen im Außenbereich planen müssen

Vorkenntnisse

Diese Arbeit kann von allen Heimwerkern ausgeführt werden. Was Sie können sollten: einen Estrich gießen, eine Wasserwaage ablesen, Maße nehmen, Anweisungen befolgen, auf den Knien arbeiten, Fliesen mit einem manuellen oder elektrischen Gerät zuschneiden.

Benötigte Zeit

Je nach Größe der Verlegefläche und notwendigen Vorbereitungen ein bis mehrere Tage.

Empfohlene Personenzahl

2 Personen

Werkzeuge und Materialien

Persönliche Schutzausrüstung

Die hier aufgeführte Liste ist nicht vollständig. Die persönliche Schutzausrüstung muss an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.

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Ratgeber verfasst von:

Katharina, Bodenlegerin, Dortmund

Von Laminat und Parkett über Linoleum und PVC bis zu Teppichböden und Fliesen - ich kenne alle Bodenbeläge in- und auswendig. Wie sie hergestellt werden, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften, wie man sie richtig verlegt und pflegt. Im Laufe der Zeit sind mir auf Baustellen viele Fehler aufgefallen, die entweder aus Mangel an Informationen oder fehlendem Verständnis für das Produkt entstanden sind. Bodenbeläge werden ständig weiterentwickelt, sodass selbst Profis ihre Schwierigkeiten haben können, auf dem Laufenden zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen an alle weitergeben. Die Hersteller sind in ihren Angaben oft sehr fachbezogen, nicht jeder versteht ihre Informationen. Verkäufer wiederum wollen oft einfach nur verkaufen und verhalten sich dementsprechend. Mir geht es vor allem darum, ein Produkt verständlich zu machen. Ich möchte es erklären, weil ich es gern tue, und zwar auf unkomplizierte, einfache Art.

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