
Lavendel: mediterranes Flair in Ihrem Garten
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Lavendel: Steckbrief
Gattung: Lavendel.
Lateinischer Name: Lavendula.
Wuchsform: Staude.
Pflanzort: Beet, Steingarten, Rabatte, niedrige Hecke.
Höhe: 0,30 m bis 1 m.
Blütezeit: Juni bis September, je nach Art.
Boden: trockene, steinige, kalkhaltige Böden.
Temperatur: winterhart bis -20 °C (robuste Arten).
Standort: vollsonnig.
Lavendelarten und ihre Eigenschaften
Lavendel ist eine immergrüne Pflanze, die mit der Zeit einen kleinen Strauch bildet, der über 1 Meter hoch werden kann, wenn Sie ihn nicht zurückschneiden. Lavendel kann in drei große Gruppen eingeteilt werden.
Echter Lavendel
Viele der heute kultivierten Lavendelsorten haben ihren Ursprung im Echten Lavendel (Lavandula angustifolia). Echter Lavendel wird bevorzugt für ätherische Öle verwendet, da er ein hochwertiges Ergebnis verspricht.
Lavandin
Lavandin, auch Hybrid-Lavendel genannt, ist eine Kreuzung aus zwei Lavendelarten. Er ist der am häufigsten angebaute Lavendel, da sein Ertrag an ätherischem Öl sehr hoch ist.
Schopf-Lavendel
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) wird auch Schmetterlingslavendel genannt und gehört wie Echter Lavendel zur Familie der Lippenblütler. Er blüht jedoch früher (ab April) und ist nicht frosthart. Er fühlt sich in sauren Böden wohl.
Ideale Bedingungen für Lavendel
Lavendel ist eine mediterrane Pflanze, die jedoch auch gut mit kalten Temperaturen zurechtkommt. Robuste Arten sind winterfest bis -20 °C und können daher auch in unseren Klimazonen problemlos angepflanzt werden.
Lavendel benötigt einen durchlässigen, trockenen und kalkhaltigen Boden (nur Schopf-Lavendel fühlt sich in saurem Boden wohl). Doch er passt sich auch an andere Bodenverhältnisse an.
Lehmboden ist allerdings nicht geeignet. Es sei denn, Sie mischen ihn stark mit Blumenerde und Sand. Am besten entwickelt sich Lavendel, wenn er vollsonnig steht.
Blumenerde
Lavendel pflanzen
Lavendel im Garten anpflanzen
Lavendel wird am besten im Frühjahr angepflanzt, wenn die frostigen Tage vorüber sind. Bei mildem Klima kann er auch im Herbst ausgepflanzt werden. Setzen Sie die einzelnen Pflanzen in etwa 40 bis 50 cm Abstand in den Boden. Es dauert etwa drei Jahre, bis die Pflanzen zu einem schönen, blumigen Strauch herangewachsen sind.
Lavendel passt perfekt in Blumenbeete, Rabatten und Steingärten. Auch als großer Einzelstrauch ist er ein echter Blickfang. Lavendelpflanzen werden in Beeten und Steingärten am besten in den Vordergrund gepflanzt. Dadurch kommen ihre schönen blau-violetten Blumen, die einen ganzen Monat blühen, besonders gut zur Geltung.
Lavendel im Topf anpflanzen
Kleinere Lavendelarten eignen sich ideal für eine Pflanzung im Kübel. Der Topf sollte keinen Wasserspeicher besitzen. Sein Volumen muss doppelt so groß wie der Wurzelballen der Pflanze sein.
Mischen Sie leichte Blumenerde mit 1/3 grobkörnigen Sand. Bei Schmetterlingslavendel muss 1/3 des Substrats zudem aus Moorbeeterde bestehen.
Vermehrung durch Lavendel-Stecklinge
Die Vermehrung des Lavendels durch Stecklinge ist einfach und unproblematisch. Ältere Pflanzen können auf diese Weise ersetzt werden. Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
Entfernen Sie am Ende eines blattreichen Stängels einen Ausläufer von 10 bis 15 cm Länge.
Entfernen Sie die Blätter am unteren Ende des Ausläufers.
Stecken Sie nun den blattlosen Teil des Ausläufers in einen Topf (mit einem Substrat aus 2/3 Blumenerde und 1/3 Sand oder Puzzolan).
Das Substrat muss feucht bleiben und der Topf an einem schattigen Ort stehen.
Lavendel: Pflegetipps
Lavendel ist sehr anspruchslos. Ein regelmäßiger Rückschnitt trägt allerdings zu einer kompakteren, gleichmäßigeren Wuchsform bei.
Wenn Sie Lavendel schneiden, hilft das dabei:
die Kugelform der Pflanze beizubehalten;
die Entwicklung junger Triebe zu fördern;
eine üppige Blüte zu gewährleisten.
Lavendel, der nicht geschnitten wird, verholzt. Außerdem wird er unten kahl, da keine Triebe auf altem Holz wachsen. Ab dem ersten Jahr nach der Pflanzung sollten Sie Ihren Lavendel schneiden.
Erster Rückschnitt
Im Mai des ersten Pflanzjahrs schneiden Sie die blütenlosen Stängel etwa auf die Hälfte ihrer Länge ab, um neues Wachstum zu fördern und den Wuchs zu verdichten.
Pflegeschnitt
Sie sollten regelmäßig nach der Blüte Ihren Lavendel zurückschneiden, also sobald die Blumen verwelkt sind. Die Blütenstiele werden kurz über den letzten Blättern abgeschnitten. Eine kleine Gartenschere reicht bei Einzelpflanzen. Bei mehreren Pflanzen ist eine Heckenschere praktischer.
Neben den Blütenstielen sollten auch die Enden der Jahrestriebe beschnitten werden. Kürzen Sie diese um 5 bis 10 cm.
Düngen
Dünger ist in Böden mit durchschnittlichem Nährstoffgehalt nicht erforderlich, und eine Bewässerung sollte nur dann erfolgen, wenn die Erde sehr trocken ist.
Lavendel überwintern
Ist der Lavendel schon fest verwurzelt, benötigt er keinen besonderen Schutz vor den kalten Tagen. Nur Schopf-Lavendel ist frostempfindlich und verträgt Temperaturen unter -5 °C schlecht. Hybride vertragen zum größten Teil Temperaturen bis zu -15 °C und die robustesten Arten halten auch Minusgrade bis zu -20 °C aus.
Topfpflanzen sind immer kälteempfindlich. Denken Sie daran, auch den Kübel vor Frost zu schützen.
Lavendel: Krankheiten und Schädlinge
Wird Lavendel unter guten Bedingungen, an einem sonnigen Standort und in trockenen und nährstoffarmen Boden gepflanzt, brauchen Sie sich keine Sorgen um Krankheiten zu machen. Schädliche Pilze breiten sich nur dann aus, wenn die Pflanze keine idealen Bedingungen vorfindet.
Einen großen Feind hat Lavendel jedoch: Zikaden können Stolbur-Phytoplasmen auf die Pflanze übertragen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die fatale Auswirkungen haben. Befallende Pflanzen werden immer schwächer und sterben schließlich ab. Biologische Schutzmaßnahmen durch Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen können in Betracht gezogen werden, aber wenn die einzelnen Pflanzenteile zu stark befallen sind, sollten sie abgeschnitten werden. Zu den widerstandsfähigsten Lavendelsorten zählen "Diva" und "Rapido".
Lavendel kann auch diversen Insekten und anderen Schädlingen zum Opfer fallen, wie Gallmücken und Blattkäfern. Sie werden am besten durch Abschneiden der betroffenen Pflanzenteile bekämpft.
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Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.