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Pflanzenwände und vertikale Gärten: ein Überblick

Pflanzenwände und vertikale Gärten: ein Überblick

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

8 Min. Lesezeit
Eine Pflanzenwand ist eine Anordnung von Pflanzen, die an einer flachen, vertikalen Halterung wachsen, die wiederum häufig an einer Wand befestigt ist. Diese vertikalen Gärten sind sowohl im Außenbereich als Fassadenbegrünung, wie auch im Innenbereich als Raumbegrünung eine tolle Idee. Sie können sie selbst bauen, einen Fachmann beauftragen oder die einzelnen Elemente als Bausatz kaufen.

Wichtige Eigenschaften

  • Typen von Pflanzenwänden
  • Substratkategorien
  • Geeignete Pflanzen
  • Pflege

Grüne Dekoration - Ein lebendes Kunstwerk für Ihr Zuhause

Ein einzigartiges Pflanzenbild

Ein vertikaler Garten, auch Pflanzenwand genannt, macht eine Innen- oder Außenwand zu einem einzigartigen Hingucker. Vielseitiger als Topfpflanzen, wirken einige wie ein raffiniertes Gemälde, während andere eine üppige Vegetation bilden.

Ein lebendiges Naturkunstwerk

Ein Wandgarten ist ein lebendiges Schauspiel. Es ist kein starres Dekorationsstück, sondern verändert sich ständig. Wenn die Wandbegrünung mit Sorgfalt gestaltet und gepflegt wird, kann sie viele Jahre lang halten. Ein vertikaler Garten bildet natürliche hängende Vegetation nach, wie man sie in der Natur findet. Denken Sie an feuchte Felswände, die mit Pflanzen, Moosen, Farnen und Orchideen bewachsen sind.

Wandbegrünung auf geotextilem Filz

Erfunden wurde die vertikale Pflanzenwand von Patrick Blanc, Botaniker am französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung. Sein Konzept war ein voller Erfolg und trat bald seinen Siegeszug an.

Das Prinzip ist einfach: Eine Filzschicht, z. B. AquaNappe, wird an einer PVC-Platte oder einer wasserfesten Holzplatte befestigt. Letztere werden mit Holzleisten oder Metallprofilen an eine Wand angebracht.

Die Pflanzenwurzeln werden in Filztaschen oder zwischen zwei Lagen des fäulnisbeständigen Gartenfilzes eingesetzt.

Dabei fungiert der Filz als Pflanzensubstrat und ist mit einer Nährlösung aus Wasser und Mineralsalzen (Hydroponik) getränkt. Die Lösung wird in einem Behälter am unteren Ende der Mauer aufgefangen und zum oberen Ende der Mauer zurückgepumpt. Es handelt sich also um ein geschlossenes System.

Pflanzenwände an Gabionen oder Drahtgittern

Diese Pflanzenbehälter sind den Metallgittern bzw. Gabionen nachempfunden, die gewöhnlich mit Steinen befüllt als Stützmauern verwendet werden. Wenn Sie eine grüne Wand im Garten anlegen wollen, sollten die Gabione aus verzinktem Stahl oder Edelstahl bestehen und etwa 40 x 40 cm oder 50 x 50 cm bei einer Tiefe von 10 bis 20 cm messen. Streben Sie eine Maschengröße von ca. 10 cm.

Nebeneinander und übereinander platziert, bilden diese Gabionen eine Wand in der gewünschten Größe. Die Gabionen werden an einem stabilen Metallrahmen befestigt. Bewässerung und Düngung können integriert und automatisiert werden. Die Bewässerung erfolgt häufig über Tröpfchenbewässerung in einem offenen Kreislauf.

Die Gabione wird ganz oder teilweise mit einem Substrat befüllt, beispielsweise mit Torfmoos oder einem herkömmlichen Kultursubstrat wie Muttererde. In dem Fall benötigt man ein Pflanzenvlies, das die Erde hält.

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Modulare vertikale Gärten

Modulare hängende Gärten sind der neueste Trend und eine Art verbesserte Gabionen. Es handelt sich hierbei um Module aus Kunststoff mit vorgeformten Pflanzschalen.

Das Ganze ist sehr einfach aufzubauen, da die Module wie Blumenkästen nebeneinander angeordnet sind. Meistens sind sie mit einem integrierten Dünge- und Bewässerungssystem ausgestattet.

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Vergleichende Tabelle der drei Haupttypen von Pflanzenwänden

Pflanzenvlies

Drahtgitterbehälter

Kunststoffmodule

Vorteile

Leicht.

Einfacher Aufbau.

Die günstigste der drei Varianten.

Wärme- und geräuschdämmende Wand.

Keine tägliche Pflege.

Hohe Wasserspeicherkapazität.

Gute Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Kälte.

Bereits bepflanzt erhältlich.

Einfacher und schneller Aufbau.

Schnelle Pflanzung mit Wurzelballen.

Keine tägliche Pflege.

Vor extremen Temperaturen geschützte Wurzeln.

Einfaches Auswechseln der Pflanzen.

Bereits bepflanzt erhältlich.

Nachteile

Überwachung der Nährlösung erforderlich (regelmäßige Kontrolle des pH- und EC-Wertes).

Geringe Wasserspeicherkapazität, daher Gefahr von Wasserknappheit.

Zeitintensiver Aufbau.

Einrichtungskosten am höchsten.

Hohes Gewicht pro m2.

Komplizierte Pflanzung.

Hohe Pflanzensterblichkeit, da:

* Substrat mit der Zeit zur Verklumpung neigt;

* waagerechter Anbau der Pflanzen (nicht natürlich) ist;

* Torfmoos, das häufig verwendet wird, eine hohe Wasserspeicherkapazität hat, was im Winter problematisch ist

Hohe Anschaffungskosten.

Hohes Gewicht pro m2.

Bis zur vollständigen Bepflanzung keine besonders ästhetische Variante.

Geeignete Substrate für einen vertikalen Garten

Es gibt zwei Arten von Substrat, die sich für vertikale Bepflanzung eignen:

  • Substrate für Hydrokulturen (Hydroponik);

  • herkömmliche Kultursubstrate;

Hydrokulturen (Hydroponik)

Bei Hydrokulturen fungiert der Filz selbst als Substrat. Er kann jedoch durch andere Arten anorganischer Substrate wie Steinwolle ersetzt werden.

Herkömmlicher Anbau

Herkömmliche Substrate sind Mischungen aus verschiedenen Stoffen: Kompost, Torf, Kokosfasern ... Sie sind weit verbreitet, neigen jedoch mit der Zeit zu Verklumpungen. Dadurch bilden sich Leerräumen im Substrat.

Für Gabionen wird häufig ein spezieller Torf verwendet, der in Chile angebaut wird. Dieser Torf hat den Vor- und Nachteil, dass er riesige Mengen Wasser aufnehmen kann und dadurch eine sehr feuchte Umgebung schafft. Im Winter kann dies jedoch zum Tod der Bepflanzung führen, wenn es zu Frost kommt.

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Vor- und Nachteile von Wandbegrünung

Vorteile von vertikalen Gärten

Abgesehen der einzigartigen Deko gibt es weitere gute Gründe für einen Wandgarten:

  • Sie sind schalldämmend. Eine Grüne Wand dämpft Außen- und Innengeräusche. In öffentlichen zugänglichen Räumen reduziert ein vertikaler Garten den Geräuschpegel um mehrere Dezibel.

  • Sie ist ein Wärmeisolator. Im Winter dringt weniger Kälte ins Haus, während die Wärme nicht so schnell nach außen gelangt. Im Sommer hingegen schützen die Begrünung vor der Hitze der Sonne.

  • Sie kühlt die Luft. Durch die Feuchtigkeit, die sie enthalten, kühlen die Pflanzen die Umgebung. Das macht sich vor allem bei großer Hitze bemerkbar.

  • Sie hat positive Auswirkungen auf die Psyche und das Wohlbefinden. Ein Wandgarten kann als Bild  aus lebenden Pflanzen oder gewissermaßen als Kunstwerk betrachtet werden. Es regt dazu an, den Geist schweifen zu lassen und fördert ein Gefühl der Gelassenheit und inneren Ruhe.

Hersteller preisen oft die Effekte ihrer vertikalen Pflanzenwand auf die Luft und Raumklima an. Sie beziehen sich auf die reinigenden Eigenschaften, die Pflanzen gerne zugeschrieben werden. Tatsächlich sind in unseren Wohnungen und Büros sogenannte VOCs (flüchtigen organischen Verbindungen) vorhanden, aber es sind nicht die Pflanzen selbst, die die Luftqualität verbessern, sondern Mikroorganismen im Substrat. Inzwischen weiß man jedoch, dass die reinigende Wirkung sehr schwach ist.

Nachteile von vertikalen Gärten

Der Kauf einer Wandbegrünung ist an eine Reihe von Anforderungen geknüpft:

  • Ausreichend Licht, weshalb die Lichtquelle in Innenräumen direkt über dem kleinen Garten angebracht sein muss;

  • ein Minimum an Aufwand: Je nach Art der Halterung erfordert der Garten etwas Zeit;

  • einen Wassereinlass und manchmal auch einen Auslass.

Wenn Sie Ihre grüne Wand selbst zusammenbauen möchten, sollten Sie einige Kenntnisse der Gartenarbeit und einen grünen haben. Ein Moosbild oder ein Pflanzen-Bilderrahmen ist ein schönes DIY-Projekt, um ein Stück Natur in Ihr Zuhause zu bringen.

Wenn Sie weder ein begabter Gärtner noch ein leidenschaftlicher Botaniker sind, sollten Sie sich an einen Spezialisten wenden. Es gibt viele Unternehmen, die fertige Pflanzenwände anbieten.

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Pflanzenwände

Welche Pflanzen sind für eine Pflanzenwand geeignet?

Geeignete Pflanzen sind heimische Gewächse aus gemäßigten Zonen, aber auch exotisches Grün, z. B. Moos, Farne, blühende Pflanzen, Hängepflanzen, Kletterpflanzen, Bodendecker, Küchenkräuter, Stauden ...

Die Pflanzen sollten je nach ihren Bedürfnissen in Bezug auf Temperatur und Umgebungsfeuchtigkeit ausgewählt werden. Arten mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen können nicht an einer Wand zusammenleben.

Eine grüne Pflanzenwand im Set kaufen

Wählen Sie aus den vielen möglichen Halterungen aus, die es auf dem Markt gibt und die oben beschrieben wurde:

  • Geotextilien mit Hohlräumen oder Taschen, in die die Pflanzen eingesetzt werden;

  • Module aus Kunststoff, Holz oder Metall zur Befestigung an der Wand. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und können individuell gestaltet werden. Jedes Modul kann mit einem anderen Substrat befüllt werden, zum Beispiel Torf, Steinwolle, Mutterboden ... Sie enthalten Öffnungen für Bewässerungsschläuche.

Die Bewässerung ist sehr wichtig und kann automatisiert werden. Ein automatisches Bewässerungssystem besteht oft aus einem Sammelbehälter am Boden der Wand, einer Pumpe, die das Wasser zum oberen Ende der Wand befördert, und einem Bewässerungsschlauch. Eine Alternative ist die Tröpfchenbewässerung unter jeder Pflanze.

Außerdem gibt es Rahmen aus Metall, Holz oder Kunststoff, für Töpfe, die nebeneinander angebracht werden. Einige sind zusätzlich ausgestattet und enthalten zum Beispiel neben Töpfen auch ein Tröpfchenbewässerungssystem für jeden Topf. Das darin eingesetzte Grün verdeckt die Halterung, sobald die Blätter sich voll entwickelt haben, und bieten den Augen des Betrachters ein farbenfrohes Bild.

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Mutterboden

Wie pflegt man eine Pflanzenwand?

Ein vertikaler Garten erfordert nur wenig Aufmerksamkeit. Alle zwei Wochen oder einmal im Monat muss kontrolliert werden, ob das Bewässerungssystem noch reibungslos funktioniert und die Beleuchtung in Ordnung ist, sofern sich Ihr Garten im Innenbereich befindet. Düngen Sie Ihre grünen Mitbewohner und stellen Sie sicher, dass die sie gesund sind.

Bei Substraten, die für Hydrokulturen verwendet werden, führen Puristen zwei wichtige Kontrollen durch:

  • Messung des pH-Werts des Wassers, der den Säuregehalt des Wassers anzeigt;

  • die elektrische Leitfähigkeit (EC-Wert), mit der sich eine Aussage über den Nährstoffgehalt des Wassers treffen lässt.

Mindestens einmal im Jahr sollten Sie überprüfen, ob die Blätter zurechtgestutzt werden müssen. Bei dieser Gelegenheit entfernen Sie auch abgestorbene Pflanzenteile. Prüfen Sie außerdem das Bewässerungssystem und reinigen Sie den Wassersammelbehälter.

Wandbegrünung aus konservierten Pflanzen

Inzwischen gibt es auch Pflanzenwände aus konservierten Pflanzen, die Moose, Grünpflanzen, Blumen usw. umfassen. Ein spezielles Konservierungsverfahren erhält die Pflanzen in gutem Zustand. Sie wachsen dann nicht mehr und benötigen auch kein Wasser, bewahren aber trotzdem ihre Farben. Bei der Konservierung wird dem Gewächs sein Saft entzogen und durch Glycerin, einem ungefährlichen Stoff, ersetzt. Die angegebene Lebensdauer beträgt 10 Jahre, doch muss die Luftfeuchtigkeit im Raum relativ hoch sein (70 %).

 

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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