
Rollrasen verlegen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Wichtige Eigenschaften
- Rollrasen: Vorteile
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Rasen ausbessern
Rollrasen verlegen: Vorteile
Der große Vorteil von Rollrasen gegenüber ausgesätem Rasen: Er muss nicht wachsen. Auch wenn Sie eine größere Fläche haben, lacht Sie nach dem Verlegen von Rollrasen ein frischer, grüner Rasen an. Ganz ohne Wartezeit oder viel Aufwand.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass der Rollrasen in der Regel ein dichtes Wachstum hat. Diese Dichte macht es Unkraut sehr schwer sich durchzusetzen.
Rollrasen gibt es in verschiedenen Preisklassen. Kaufen Sie einen günstigen Rollrasen, kann es sein, dass dieser noch nicht so dicht bewachsen ist und die jungen Wurzeln nicht voll ausgebildet sind. In diesem Fall hilft ein organischer Dünger für ein kräftiges Wachstum.
Zwar verursacht Rollrasen generell etwas höhere Kosten im Vergleich zu ausgesätem Rasen, jedoch macht sich der Aufwand beim Anlegen bemerkbar und ist zudem mit Wartezeit für ein gesundes Wachstum verbunden.
Rasen
Rollrasen verlegen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Einen Rollrasen zu verlegen ist kinderleicht. Es geht an sich sehr schnell, ist einfach und benötigt lediglich ein scharfes Messer als Werkzeug. Um eine große Fläche auslegen zu können, ist jedoch – wie so oft – ein wenig mehr notwendig. Es schadet also nicht, wenn Sie noch weiteres Gartenwerkzeug in der Laube haben.
Grundsätzlich sollte der frische Rollrasen gleich nach dem Kauf verlegt werden. Der Rollrasen ist sonst nach wenigen Tagen unbrauchbar und kann nicht weiterverwendet werden.
Wenn Sie die Bahnen auslegen, legen Sie diese versetzt aus. Vermeiden Sie in jedem Fall Kreuzfugen, da das zu Instabilitäten führen und die Bahn sich in den Ecken nach oben wölben kann.
Wässern Sie den Rasen. Gerade bei neuem Rollrasen sollten Sie nicht mit Wasser sparen. Zu Anfang benötigt er viel Wasser.
Das Verlegen des Rollrasens an sich dauert etwa 3 bis 4 Stunden pro 100 m². Dies ist die reine Verlegezeit. Zusätzlich kommt noch die Zeit zur Vorbereitung des Untergrunds und diese hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.
Doch beginnen wir zunächst am Anfang:
Schritt 1: Auswahl des Rollrasens
Bei neuem Rollrasen gibt es neben den verschiedenen Preisklassen selbstverständlich auch verschiedene Sorten.
Sport- und Spielrasen ist beispielsweise sehr resistent, regeneriert schnell und eignet sich daher hervorragend für Familien mit Kindern.
Ein Schattenrasen ist, wie der Name bereits vermuten lässt, eher für schattige Plätzchen geeignet. Er ist weniger anfällig für Krankheiten und kommt sehr gut mit einem feuchten Untergrund zurecht.
Der Zierrasen hat eine sehr hohe Halmdichte. Er ist weniger robust als die zuvor genannten Sorten und sollte daher nicht als Rasen im Familiengarten dienen. Er eignet sich besonders gut für Ziergärten, die schön aussehen sollen.
Schritt 2: Der richtige Zeitpunkt
Die Verlegung von Rollrasen ist in der Regel das ganze Jahr über möglich. Bei zu niedrigen Temperaturen sei jedoch davon abgeraten, da Bodenfrost den frischen Rasen zerstören kann.
Der optimale Zeitpunkt ist im Frühjahr, sobald dauerhaft Temperaturen von 5 Grad Celsius oder mehr erreicht werden. So kann der Rasen sich an seine neue Umgebung gewöhnen und Sie können ihn ausreichend wässern, ohne Angst vor Bodenfrost haben zu müssen.
Schritt 3: Vorbereitung des Untergrunds
Rollrasen ist in zusammengerollter Form nur wenige Tage frisch und haltbar. Danach ist er Kompost und nicht mehr brauchbar. Die Vorbereitung des Untergrunds sollte demnach noch vor dem Liefertermin abgeschlossen sein. Hier kann es zu leichtem Zeitdruck kommen. Lassen Sie sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen.
Entfernen Sie den alten Rasen. Die Grasnarbe muss komplett entfernt werden. Dies geht beispielsweise mit einem Spaten recht gut, ist jedoch auf einer größeren Fläche recht anstrengend. Planen Sie genug Zeit ein.
Haben Sie einen sehr lehmigen Boden im Garten, können Sie den Boden mit Sand auflockern. Ist der Boden hingegen sandig, müssen Sie Mutterboden hineingeben.
Streuen Sie die Fläche anschließend mit Kalk ein. Kalk dient als Aktivator und hilft dem Rasen für ein gesundes und kräftiges Wachstum.
Lockern Sie den Boden etwas auf. Das machen Sie am besten indem Sie ihn etwa einen Spaten tief umgraben. Ist die Fläche etwas größer, so können Sie im örtlichen Baumarkt eine Bodenfräse ausleihen. Damit geht es schneller und einfacher. Im aufgelockerten Boden können die Wurzeln Ihres neuen Rollrasens besser Fuß fassen.
Ebnen Sie den Boden und verdichten ihn anschließend mit einer Walze.
Eine Portion Wasser zum Schluss schadet nicht. Wässern Sie den Boden, damit sich alles setzt und Sie eine ebene Fläche haben.
Schritt 4: Rollrasen aufbringen
Der Tag der Tage ist gekommen: Der Rollrasen steht vor der Tür.
Verlegen Sie den Rasen am besten noch am gleichen Tag, da der Rasen gerollt nicht lange durchhält.
Rollrasen muss zu Transportzwecken auf einer Palette in die Höhe gestapelt werden. Das heißt, es lastet viel Druck auf den unteren Rollen. Entlasten Sie diese, indem Sie damit beginnen, die Rollen gleichmäßig auf der auszulegenden Fläche zu verteilen.
Beginnen Sie mit dem Ausrollen der ersten Rolle. Starten Sie in der am weitesten entfernten Ecke des Grundstücks. Richten Sie die Rolle gerade entlang der langen Seite aus. Die Ränder des Rasens müssen gut an den Grundstücksbegrenzungen abschließen.
Verlegen Sie den Rollrasen Bahn für Bahn. Vermeiden Sie dabei sogenannte Kreuzfugen und legen Sie die Bahnen um ca. 50 cm versetzt auf den Untergrund. Das macht den Rasen resilienter gegen Austrocknung an den entsprechenden Stellen. Die Stoßkanten müssen so eng es geht aneinander liegen, denn auch hier können die Seiten austrocknen. Das ist nicht unbedingt gewünscht. Sind Ecken, Kanten oder Rundungen im Weg, können Sie diese ganz einfach mit einem Messer zuschneiden.
Um den Rollrasen an den Boden anzudrücken, fahren Sie ihn mit einer Walze ab. Sollten Sie keine Walze zur Hand haben, können Sie sich im Baumarkt um die Ecke eine ausleihen.
Schritt 5: Wässern!
Der frisch verlegte Rasen ist durstig. Wässern Sie ihn ordentlich. So geben Sie dem Rasen frisches Wasser und Nährstoffe und sorgen weiterhin dafür, dass sich alles setzt und dichter aufeinander liegt. Das Bewässern geschieht gleich im Anschluss ans Verlegen.
An heißen oder sonnigen Tagen können Sie den Rasen ruhig mehrfach (2- bis 3-mal pro Tag) wässern. Solange der Rasen nass oder feucht ist, sollte er nicht betreten werden. Gerade frisch ausgelegter Rollrasen ist hier sehr empfindlich. Sie möchten ihn sicher nicht direkt zu Beginn mit Trampelpfaden brandmarken.
Bodenfräsen
Für den kleinen Geldbeutel: Verlegten Rasen ausbessern
Die Alternative zu einem Rollrasen ist entweder einen neuen Rasen anzulegen oder den alten auszubessern.
Dazu muss der alte Rasen mit dem Rasenmäher bis auf die niedrigste mögliche Stufe gemäht werden. Fahren Sie den Rasen entsprechend mit dem Mäher Bahn für Bahn ab. Die Optik spielt hier vorerst keine Rolle.
Als nächstes brauchen Sie einen Vertikutierer. Das ist ein Gerät, welches den Boden ein wenig auflockert. Dabei wird die alte Grasnarbe aufgerissen und der Boden kann wieder atmen.
Anschließend mischen Sie ein Dünger-Saat-Gemisch mit Kalk, Rasensaat und Dünger an. Als Rasensaat können Sie dabei ganz normalen, herkömmlichen Rasen verwenden. Der Dünger kann entweder ein mineralischer Dünger oder aber ein organischer Dünger sein. Das spielt keine Rolle.
Als nächstes benötigen Sie eine Forke. Stechen Sie mit der Forke Löcher in den Boden, welche Sie anschließend mit Sand auffüllen. Der Sand verhindert, dass sich der Boden zu sehr verdichtet und sorgt weiterhin dafür, dass Regenwasser besser abfließen kann.
Verteilen Sie nun das Kalk-Dünger-Rasengemisch gleichmäßig auf dem Boden. Sie brauchen ca. 30-40 Gramm pro Quadratmeter.
Walzen Sie alles fest und sprengen den Rasen regelmäßig mit Wasser. Nach ca. 2-3 Wochen sollten Sie die ersten Grashalme wachsen sehen.
Werkzeuge für die Bodenbearbeitung
Fazit
Wie Sie sehen, ist das Verlegen des Rollrasens kein Problem. Lediglich die Vorbereitung nimmt Zeit und Mühe in Anspruch. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Ratgeber helfen konnten und wünschen Ihnen viel Spaß und maximalen Erfolg beim Verlegen Ihres Rollrasens.
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Ratgeber verfasst von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!