
So finden Sie richtige Oberfräse
Ratgeber verfasst am 14. Februar 2024 von:
Jens, Heimwerker & Informatiker, Hamburg
Wichtige Eigenschaften
- Leistung
- Drehzahlregler
- Absaugsystem
- Führung
Was ist eine Oberfräse?
Eine Oberfräse ist ein Elektrowerkzeug, das gerne bei der Holzbearbeitung zum Einsatz kommt. Sie können aber auch andere Materialien, wie Kunststoff damit bearbeiten.
Der leistungsstarke Motor treibt einen Fräskopf, auch Fräser genannt, an, dessen Form und Schaftdurchmesser zum entsprechenden Ergebnis führen. Das Gerät ermöglicht es somit geschwungene Profile an Kanten, Schwalbenschwänze, Nuten sowie kleinere Zapfenlöcher zu fräsen.
Das kleine und handliche Werkzeug ist ideal für Hobby-Heimwerker, die gerade mit Tischlerarbeiten beginnen, ohne sofort in größere Geräte investieren zu wollen.
Oberfräse
Welche Oberfräse ist die richtige?
Um das passende Gerät für Ihren Bedarf zu finden, sollten Sie folgende Kriterien beim Kauf beachten:
Häufigkeit der Anwendung;
Präzision;
Leistung;
Durchmesser der Spannzange;
Enthaltenes Zubehör;
Budget.
Die Maschine besteht aus mehreren Teilen:
der Motor, der die Leistung festlegt;
die Grundplatte, die für die nötige Stabilität sorgt und auf das Holz gesetzt wird;
die Drehzahl, die mit einem Drehzahlregler dem Werkstoff angepasst werden kann;
der Tiefenanschlag, um die Höhe der Fräse am Holzstück anpassen zu können;
der Führungsanschlag sorgt für einen geraden Schnitt.
Die Leistung der Oberfräse je nach Arbeit
Alles hängt von der Art Ihrer Arbeiten ab! Um es kurz zu machen, je mehr Material der Fräser wegnehmen soll, desto leistungsstärker muss die Maschine sein.
Mit über 1400 Watt geht alles und dank eines Drehzahlreglers können Sie die Anzahl der Umdrehungen pro Minute (U/min) Ihrer Arbeit anpassen. Umfassende Arbeiten wie der Einbau von Schlössern in hartes Holz erfordert eine Leistung von 1200 Watt. Für kleinere Schnitte reicht eine Oberfräse mit 1000 Watt aus. Geräte mit weniger als 1000 W sind für die Endbearbeitung von Kanten und Präzisionsarbeiten vorbehalten.
Oberfräse
Der Drehzahlregler
Für die Nutzung von großen Fräsen ist der Drehzahlregler unentbehrlich.
Warum? Ein kleiner Fräser muss sich sehr schnell bewegen – 20 000 Umdrehungen pro Minute – wogegen sich große Fräser viel langsamer zwischen 10 000 und 15 000 U/min drehen.
Wird dieses Übersetzungsverhältnis nicht beachtet, kann es passieren, dass das Werkstück bricht.
Fräser
Mit oder ohne Absaugsystem
Egal aus welchem Material Ihr Werkstück besteht, das Fräsen produziert viel Staub und viele Späne. Um Ihre Atemluft rein und den Arbeitsbereich sauber zu halten, verfügen viele Modelle über eine Absaugvorrichtung.
Sie können Sie zum Beispiel für ein Gerät mit transparenter Abdeckung und einem Staubsaugeranschluss. Für eine noch bequemere Nutzung wählen Sie eine Absaugsystem an der Grundplatte oder durch einen Absaugstutzen – dann ist der Schlauch außerhalb Ihres Blick- und Arbeitsfeldes.
Die Form der Grundplatte Ihrer Oberfräse
Die Maschine wird auf der sogenannten Grundplatte fixiert, während Sie arbeiten. Es gibt runde und halbrunde Grundplatten, die platzsparender sind. Je nach Nutzung der Maschine können die Grundplatten ausgetauscht werden.
Die unterschiedlichen Fräserhalter oder Spannzangen
Der Fräserhalter wird im Tischler-Jargon auch Spannzange genannt.
Der Durchmesser der Spannzange entspricht dem des Schaftes des Fräsers. Um sie richtig auszuwählen, muss man zwei Sachen berücksichtigen: die Größe der Spannzange und den maximalen Durchmesser, den sie aufnehmen kann. Jede Spannzange kann nur bestimmte Durchmesser aufnehmen. Die Fräser können einen Durchmesser von 6, 8 oder 12 mm haben, wobei ein Schaft mit 8 mm am häufigsten zu finden ist. Ein Fräser mit 12 mm ist am stabilsten ist.
Es gibt auch englische Größen: 1/4'' (6,35 mm) und 1/2'' (12,7 mm), wodurch sich neue Möglichkeiten eröffnen. Große Durchmesser werden für große Fräsen empfohlen (Länge oder Durchmesser). Bei kleineren Spannzangen können Sie ein Reduzierstück verwenden, um Fräser mit einem Schaftdurchmesser, der niedriger als der der Spannzange ist, einzusetzen. Diese Lösung ist allerdings eine Notlösung, die eine sichere Fixierung des Fräsers nicht garantiert.
Der Führungsanschlag
Einen Parallelanschlag wird serienmäßig mitgeliefert und führt die Maschine parallel an einer Kante entlang.
Bei Fräsarbeiten in der Mitte einer Platte drücken Sie einfach die Grundplatte der Oberfräse gegen eine Führungsschiene, die von Schraubzwingen gehalten wird.
Einige Hersteller empfehlen Führungsschienen, die mit vielen Elektrowerkzeugen kompatibel sind, darunter auch die Oberfräse.
Führungsschienen sind auch separat erhältlich.
Führungsschienen
Einstellen der Schnitttiefe
Die Schnitttiefe der Maschine kann ganz einfach über einen Tiefenanschlag eingestellt werden, der je nach Modell eine Feineinstellung für noch präziseres Arbeiten ermöglicht.
Stellen Sie den Tiefenanschlag ein, ziehen Sie die Schraube an und fräsen Sie los!
Wählen Sie eine Maschine mit einem präzisen Tiefenanschlag, denn sonst kann es passieren, dass er sich beim Arbeiten verstellt.
Zubehör für Oberfräsen
Damit sich der Fräser fröhlich drehen kann und für noch mehr Arbeitskomfort können Sie das Gerät unter einem Fräsentisch mit Untergestell montieren.
Um das Kippen der Maschine bei bestimmten Arbeiten zu vermeiden, ist eine Halterung ein praktisches Zubehör für die Oberfräse.
Für Oberfräsen gibt es eine reiche Auswahl an Zubehörteilen. Zu den wichtigsten zählen nicht nur Parallelanschläge, Spannzangen, sondern auch Fräszirkel, Kopierringe, Frästische, Zentrierstifte, Kantenfräsvorsätze und Absaugadapter sowie natürlich ein Fräsersatz.
Fräszirkel: Ein Fräszirkel ist sehr nützlich zum Herstellen von kreisförmigen Aussparungen in Holzplatten, wie sie etwa bei Waschtischen nötig sind.
Zentrierstift, Zentrierdorn: Er wird unter anderem zum Zentrieren eines Fräszirkels gebraucht.
Kopierring: Kopierringe (auch Kopierhülsen oder Anlaufringe genannt) werden an der Grundplatte der Maschine befestigt. Sie kommen zum Einsatz, wenn Sie den Fräser entlang einer Schablone oder einer Führungsschiene bewegen möchten, um eine vorgegebene Kontur auszufräsen.
Frästisch: Auf seiner Unterseite ist die Fräse befestigt und Sie können das Werkstück mit beiden Händen entlang eines Anschlags oder einer Schablone führen.
Kantenfräsvorsatz: Durch den Anbau eines Kantenfräsvorsatzes wird aus der Heimwerker-Oberfräse eine Kantenfräse.
Absaugadapter: Die Oberfräse sollte über einen Absaugstutzen für den Anschluss an den Werkstattsauger verfügen. Damit vermeiden Sie nicht nur das Einatmen der Holzstäube, sondern auch eine mögliche Brandgefahr durch Entzünden (Funkenschlag) der Stäube wird reduziert.
Es gibt die unterschiedlichsten Fräsköpfe, meist Fräser genannt, für Oberfräsen. Während Sie zum Beispiel für Nuten einen sogenannten Nutfräser benötigen, eignet sich ein Abrundfräser sehr gut, um elegante Rundungen in ein Möbelstück zu fräsen.
Nutfräser: Für Nuten und Ausfräsungen auf Flächen wird ein Fräser ohne Anlaufring (Kugellager) benötigt.
Bündigfräser: Bündigfräser eignen sich optimal, um Kanten bündig und eben zu fräsen. Wenn Sie z. B. ein Furnierholz auf eine Platte geleimt haben, können Sie danach die Kanten bündig fräsen, so dass ein sauberer Übergang entsteht.
Fasefräser: Mit Anlaufring ausgerüstet, lassen sich damit unschöne Schnittkanten mit einer gleichmäßigen Fase versehen.
Falzfräser: Er ist perfekt, um einen Falz in ein Möbelstück zu fräsen.
Fingerfräser: Fingerfräser eignen sich für das Fräsen von Teflon, Polyethylen, weichere Kunststoffe wie PVC, sowie für die Fräsbearbeitung in weicherem Aluminium.
Zubehör für Oberfräsen
Tipps für die richtige Auswahl Ihrer Oberfräse
Maschinen in hochwertiger Verarbeitung sorgen zweifellos für mehr Arbeitskomfort, bieten eine bessere Leistung und punkten mit einem geringeren Gewicht.
Die Einstellung geht schneller und der Sitz der Fräser in der Spannzange ist sicherer. Das Resultat ist eine präzise Führung auf dem Werkstück und ein optimales Ergebnis. Gleichzeitig werden Schwingungen besser kontrolliert und das Risiko einer Fehljustierung minimiert...
Alles in allem gilt auch hier: Sparen Sie nicht an Werkzeug. Günstige Oberfräsen bekommen leider schnell stumpfe Fräser und liefern ein enttäuschendes Ergebnis.
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Ratgeber verfasst von:
Jens, Heimwerker & Informatiker, Hamburg
Seit meiner Kindheit haben mich Handwerk und Technik interessiert. Ich war schon immer fasziniert vom Heimwerken und von Holzarbeiten. Mit dem Kauf meiner Wohnung hatte ich plötzlich eine lebensgroße Spielwiese. Auf dem Programm standen elektrische Installationen, natürlich unter Beachtung der Normen, neue Wände zu ziehen, aber auch die Deko. Mit der Ankunft unseres kleinen Sohnes fing ich an, Möbel für ihn und später auch für uns zu bauen! Aus Platzgründen habe ich zwar keine feste Werkstatt, aber ich habe bereits eine Menge Wissen angesammelt, das ich gerne mit Ihnen teile.