
Wie man einen Parkettboden ölt
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Wichtige Eigenschaften
- Vorbereiten eines alten Parkettbodens
- Schleifen
- Entstauben und Entfetten
- Einölen
- Tipps für danach
Warum einen Parkettboden ölen
Wenn man die wenigen Schritte und die notwendige Trocknungszeit einhält, lässt das Ölen Ihren Boden wiederaufleben und schützt ihn gleichzeitig vor den täglichen Aggressionen, sein Aussehen ist dann sehr matt. Andererseits ist (unter bestimmten Bedingungen) - im Gegensatz zu lackiertem Parkett -eine stellenweise Reparatur möglich.
So geht's
Das Ölen eines Parkettbodens ist eine Arbeit, die für alle möglich ist. Wenn sie in guter gesundheitlicher Verfassung sind, können Sie die Ärmel hochkrempeln!
Benötigte Zeit
Für einen Raum von 20 m²: Einschließlich der zu beachtenden Einwirkzeit sollten Sie einen ganzen Tag einplanen.
Empfohlene Personenzahl
Eine Person.
Arbeitsschritte
Vorbereiten des alten Parkett- bzw. Holzbodens
Schleifen des Bodens
Entstauben und Entfetten
Auftragen des Öls
Tipps für danach
Werkzeuge und Verbrauchsmaterial
Ein Schwingschleifer und Schleifpapier mit der Körnung 220
Ein Besen oder (besser) ein Staubsauger
Ein weicher Lappen und ein Entfettungsmittel
Ein Rührspatel und eine Farbschale
Ein Werkzeug zum Öffnen der Dosen mit Pakett öl
Ein breiter Pinsel zum Auftragen des Öls
Ein weicher Lappen und Parkettöl
Parkettöl
Auftragen von Öl auf einen Parkettboden:
1. Vorbereiten des alten Parkettbodens
Dieser Schritt muss bei jeder Renovierung eines alten Parkettbodens durchgeführt werden. Bevor Sie Öl auftragen, mit dem das Holz gesättigt wird, muss der Untergrund vorbereitet sein. Es ist genau wie beim Streichen einer Wand. Wenn Sie eine unregelmäßige Wand mit all ihren Defekten neu streichen, werden diese unweigerlich hervortreten. Dasselbe gilt für Parkett.
Dies ist genau der richtige Moment, vor dem Schleifender gesamten Fläche, wo alle Reparaturen erfolgen müssen. Wenn Sie also Löcher und andere Schadstellen ausbessern müssen, können Sie dafür bequem Holzspachtelmasse verwenden, und eventuelle Grate werden beim Schleifen verschwinden.
Achtung: Falls Sie einen rohen Parkettboden neu kaufen, der vor Ort geölt werden muss, dürfen Sie diesen Vorbereitungen keinesfalls auslassen!
Die Astknoten eines roh gekauften Parketts werden nämlich nicht immer in der Fabrik ausgefüllt, und so müssen Sie diese vor dem Schleifen an Ort und Stelle kitten.
Holzspachtelmasse
2. Schleifen des Parketts
Wenn alle Ausbesserungen gemacht sind, muss der Holzboden vor dem Auftragen von Öl gründlich abgeschliffen werden. Dieses Schleifen beseitigt nicht nur überschüssigen Holzkitt, sondern macht den Parkettboden auch vollkommen eben.
Mit einem Schwingschleifer und Schleifpapier der Körnung 220 die gesamte Parkettfläche gleichmäßig abschleifen.
Benutzen Sie Papier mit der Körnung 280, um eine eventuelle alte Schicht aus Öl oder Lack zu entfernen.
Achten Sie darauf, dass von einer alten Schicht nichts mehr übrig bleibt.
Wichtiger Hinweis: Man schleift immer in Faserrichtung des Holzes, um das Schlimmste zu verhindern!
Lack
3. Entstauben und Entfetten
Nach dem Schleifen ist der Staub zu entfernen. Hierfür nimmt man am Besten einen Staubsauger. Mit einem Besen ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Teil des Staubes nicht erfasst wird oder wieder auf den Boden fällt!
Mit einem weichen Lappen wenden Sie dann auf der ganzen Parkettfläche ein Entfettungsmittel an und lassen es gut abtrocknen.
Danach können Sie damit beginnen, die verschiedenen Winkel und Kanten zwischen der Wand und Ihrem Parkettboden mit dem Abdeckband zu schützen, um ein Ablaufen von Öl zu verhindern.
Sie sind nun bereit, Ihren Parkett zu ölen und ihm neues Leben einzuhauchen!
Entfettungsmittel
4. Auftragen und Verteilen des Öls
Sobald Sie den Ölkanister geöffnet haben, mischen Sie den Inhalt gut mit dem Rührspatel. Gießen Sie dann eine kleine Menge davon in die Farbschale.
Beginnen Sie mit der Anwendung in einer Ecke des Raumes und benutzen Sie den dafür vorgesehenen breiten Pinsel zum Auftragen des Öls auf einer Breite von 3 Parkettstreifen.
Wie schon beim Schleifen wird das Öl in Holzfaserrichtung aufgetragen.
Warten Sie 15 bis 20 Minuten (vergleichen Sie die Empfehlungen des Ölherstellers), bis das Öl in das Holz eingedrungen ist.
Wischen Sie nach dieser Zeit das überschüssige Öl mit einem weichen Tuch ab.
Wiederholen Sie den Vorgang auf kleinen identischen Flächen, unter Einhaltung der Einwirkzeit, bis Ihr Parkettboden vollständig behandelt ist.
Hinweis: Achten Sie gut darauf, in welcher Ecke Sie beginnen, damit Sie am Ende nicht über behandelte Flächen gehen müssen!
Eine einzige Schicht Öl sollte ausreichen, aber vor allem sollten die Herstellerempfehlungen befolgt werden. Nicht alle Öle haben die gleiche Ergiebigkeit, deshalb müssen Sie darauf achten.
Parkettboden
5. Tipps für danach
Für die richtige Pflege und die bestmögliche Konservierung Ihres Parkettbodens, sollten Sie ein spezielles Reinigungsmittel für geölte Parketts verwenden. Tragen Sie regelmäßig ein Pflegeöl auf, um die von Ihnen geleistete Arbeit zu schützen.
Es handelt sich keineswegs um die gleiche Art von Öl wie das zuvor verwendete. Wir sprechen hier wirklich von einem Pflegeöl. Die Poren des Holzes sind ja durch das erste Ölen bereits gesättigt.
Die Vorgehensweise ist einfach: Pflegeöle werden mit einem weichen Tuch oder einem Mikrofasermopp aufgetragen. Es gibt keinen wirklichen Zeitplan für diese Pflegemaßnahme. In einem Schlafzimmer zum Beispiel genügt eine jährliche Anwendung, während man Böden von Korridoren und Wohnzimmern öfter pflegen muss.
Mopp
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
Ratgeber verfasst von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Von Laminat und Parkett über Linoleum und PVC bis zu Teppichböden und Fliesen - ich kenne alle Bodenbeläge in- und auswendig. Wie sie hergestellt werden, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften, wie man sie richtig verlegt und pflegt. Im Laufe der Zeit sind mir auf Baustellen viele Fehler aufgefallen, die entweder aus Mangel an Informationen oder fehlendem Verständnis für das Produkt entstanden sind. Bodenbeläge werden ständig weiterentwickelt, sodass selbst Profis ihre Schwierigkeiten haben können, auf dem Laufenden zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen an alle weitergeben. Die Hersteller sind in ihren Angaben oft sehr fachbezogen, nicht jeder versteht ihre Informationen. Verkäufer wiederum wollen oft einfach nur verkaufen und verhalten sich dementsprechend. Mir geht es vor allem darum, ein Produkt verständlich zu machen. Ich möchte es erklären, weil ich es gern tue, und zwar auf unkomplizierte, einfache Art.