
Bitumenschindeln verlegen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Monika, erfahrene Heimwerkerin, Schongau
Wichtige Eigenschaften
- Definition
- Formen
- Vorteile
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
Bitumenschindeln: Definition
Eine Bitumenschindel ähnelt Dachpappe aus Bitumen. Bitumenschindeln sind jedoch im Kern mit einer Glasfaser- oder Metallschicht verstärkt, die diese langlebiger machen. Sie sind in unterschiedlichen Farben und Formen erhältlich, um sich der jeweiligen Umgebung anzupassen und für kleinere Dächer gedacht. Die Oberfläche der Schindeln ist mit einem UV-beständigen Granulat eingedeckt, das die Lebensdauer der Schindeln weiterhin erhöht. Die Lebensdauer von Bitumenschindeln im Vergleich zu herkömmlichen Dacheindeckungen können Sie in der nachstehenden Tabelle ablesen:
Dacheindeckung | Lebensdauer |
Bitumendachschindeln | 25 bis 35 Jahre |
Wellbleche | 30 bis 50 Jahre |
Ziegelsteine | Bis zu 50 Jahre |
Schieferschindeln | Bis zu 100 Jahre |
Hinweis: Diese Größenordnungen sind Maximalwerte, die je nach Pflege und Neigung abweichen können.
Glasfasergewebe
Bitumenschindeln: Form
Wie bei so vielen Dingen ist die Form der einzelnen Schindeln vor allem Geschmackssache. Bei Bitumenschindeln haben Sie die Wahl zwischen zwei weitverbreiteten Formen.
Biberschwanzschindeln
Der Name der Biberschwanzschindeln ist auf ihre Form zurückzuführen, die dem Schwanz eines Bibers ähneln. Diese Form stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde vor allem für Burgen oder Stadtmauern verwendet. Auf der Gartenlaube oder auch auf dem Dach Ihres Hauses, sorgt diese Form für einen Hauch Romantik sowie für mehr Charakter. Diese Variante der Bitumenschindeln ist aufgrund ihrer aufwendigen Form etwas teurer als herkömmliche Schindeln.
Rechteckschindeln
Die klassische rechteckige Schindel ist am weitesten verbreitet und daher günstiger als das zuvor beschriebene Biberschwanzmodell. Diese Schindeln werden versetzt verlegt, damit Regenwasser optimal ablaufen kann und sich keine Lecks bilden. Sie sind meist in 1-m-Stücken erhältlich, die auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden können.
Vorteile
Bitumenschindeln haben den Vorteil, recht günstig in der Anschaffung zu sein. Sie im Vergleich zu solideren Dacheindeckungen erheblich günstiger. Da diese Eindeckung größtenteils Gartenhäusern, Gartenlauben und Pergolen vorbehalten ist, rentiert es sich keinesfalls, in langlebigere Materialien zu investieren, die die Lebensdauer dieser Gartenkonstruktionen überschreiten würden.
Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Verarbeitung dieser Schindeln, da hierfür keine spezifischen oder teuren Werkzeuge nötig sind und diese lediglich mit einem Hakenmesser und einem Hammer verlegt werden können. Eine allen Heimwerkern zugängliche Arbeit.
Hämmer und Schonhämmer
Unterschied zur Dachpappe
Viele verwechseln die altbekannte Dachpappe mit Bitumenschindeln, obwohl diese beiden Produkte nicht viel miteinander gemeinsam haben, mal abgesehen vom Werkstoff. Bitumenschindeln sind sehr viel langlebiger als die dünnere Dachpappe. Diese sollte daher nur als Unterdeckbahn verwendet werden, auf der die Bitumenschindeln anschließend befestigt werden. Die Dachpappe spielt also eine wichtige Rolle bei der Eindeckung einer Gartenlaube, sollte jedoch nicht als einzige Eindeckung verwendet werden, da ihre Lebensdauer erheblich unter der von Bitumenschindeln liegt.
Im Gegensatz dazu unterscheidet sich speziell auf Flachdächern verwendete Dachpappe jedoch erheblich von der dünnen Dachpappe, die meist mit den fertig gekauften Gartenlauben mitgeliefert wird. Flachdachpappe ist mit einer Metallfolie im Kern verstärkt und besonders dick, um der Witterung über lange Jahre standzuhalten. Sie ist sozusagen eine riesige Bitumenschindel in Meterware.
Verlegen von Bitumenschindeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung
In der folgenden Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Bitumenschindeln verlegt werden.
Entfernen der alten Eindeckung (falls nötig)
Verlegen der Dachbleche und Dachpappe
Verlegen der Bitumenschindeln
Vorkenntnisse
Die Arbeitsschritte sind jedem Heimwerker zugänglich: Das Entfernen der alten Eindeckung, das Reinigen des Untergrundes und das Verlegen der neuen Schindeln setzen nur wenige Grundkenntnisse voraus. Sie müssen lediglich wissen, wie man Maß nimmt, mit dem Hammer umgeht und die Schindeln versetzt verlegt, um die Dichtigkeit des Daches zu gewährleisten.
Benötigte Zeit
Je nach Fläche sind 2 bis 3 Tage nötig. Rechnen Sie mit etwa einem Tag Arbeit je 10 m².
Empfohlene Personenzahl
1 bis 2 Personen.
Werkzeug und Material
Die nachstehend aufgeführten Werkzeuge und Materialien helfen Ihnen, Ihr Projekt erfolgreich umzusetzen.
Bitumenschindeln
Traufbleche und Regenrinnen
Bleistift
Cutter mit Hakenklinge
Leiter
Persönliche Schutzausrüstung
Sicherheitsschuhe
Sicherheitsleine für Arbeiten in der Höhe
Die hier aufgeführte Liste ist nicht vollständig. Die persönliche Schutzausrüstung muss an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.
Schutzkleidung
1. Entfernen der alten Eindeckung
Falls Sie die Bitumenschindeln auf einem alten Dachstuhl verlegen, müssen Sie die alte Dacheindeckung entfernen und den Untergrund speziell vorbereiten. Entfernen Sie bei einer bereits bestehenden Gartenlaube oder Pergola die alten Bitumenschindeln und achten Sie darauf, auch die alten Nägel oder Klammern aus dem Holz zu ziehen, damit diese die neuen Schindeln nicht durchdrücken. Entfernen Sie ebenfalls die eventuell darunter befindliche Unterdeckbahn, da diese ebenfalls mit den Schindeln erneuert verlegt werden sollte.
Alle bereits vorhandenen Dachbleche (z. B. Ortgangbleche, Tropfbleche) und Regenrinnen können wiederverwendet werden, sofern diese in gutem Zustand sind. Wie diese Dachbleche auf einem neuen Dach installiert werden, erfahren Sie im nachstehenden Abschnitt.
Dachbleche
2. Verlegen der Dachbleche und Dachpappe
Sollte das Dach noch nie eingedeckt worden sein oder mussten die alten Dachbleche entfernt werden, müssen Sie diese wieder neu verlegen, um die Kanten des Daches ausreichend vor Regen und Feuchtigkeit zu schützen.
Die untere Kante des Daches (dort, wo sich später die Regenrinne befindet) muss zuerst mit einem Tropfblech eingedeckt werden. Dieses muss über die gesamte Breite des Daches auf beiden Seiten befestigt werden. Auf diese Weise leiten Sie das Regenwasser direkt vom Dach ab.
Fahren Sie anschließend mit den seitlichen Dachblechen fort und lassen Sie diese über das Tropfblech ragen.
Abschließend können Sie die Regenrinne unter dem Tropfblech befestigen. Am besten werden diese Dachbleche mit einer Blechschere nach Maß zugeschnitten, um den gesamten Dachrand lückenlos einzudecken.
Decken Sie anschließend das gesamte Dach mit Dachpappe oder einer speziellen Unterdeckbahn ein, die Sie mit Dachpappstiften oder Bitumenkleber auf dem Dach befestigen. Diese Unterdeckbahn muss horizontal in Bahnen verlegt werden, die sich von unten nach oben überlappen und über die Dachbleche reichen, um die Dichtigkeit des Belags zu gewährleisten.
Die unterschiedlichen Bleche können auf das Dach genagelt, geschraubt oder verklebt werden. Die jeweilige Befestigungsmethode ist letztlich Ihnen überlassen, da sie keinerlei Auswirkungen auf die Lebensdauer der Eindeckung hat.
Adapter für Regenrinnen
3. Verlegen der Bitumenschindeln
Jetzt können Sie damit beginnen, die erste Reihe Bitumenschindeln über dem Tropfblech zu befestigen.
Nehmen Sie einen Winkel zur Hand und legen Sie die erste Reihe im 90°-Winkel zum seitlichen Dachblech auf. Lassen Sie alle Zungen der ersten Reihe überragen und schneiden Sie diese mit dem Hakenmesser mit etwa 1 cm Überstand ab. Stellen Sie mit der Wasserwaage sicher, dass Sie die erste Reihe Schindeln absolut horizontal und Kante an Kante verlegen, um ein gerades und optimales Endergebnis sicherzustellen.
Nageln Sie die erste Bahn mit Dachpappstiften fest und achten Sie hierbei darauf, diese nicht zu tief in das darunter liegende Holz einzutreiben, um die Bitumenschindeln nicht zu beschädigen. Im Zweifelsfall können Sie die Bahnen auch mit Bitumenkleber verkleben.
Fahren Sie mit den weiteren Reihen fort und achten Sie hierbei darauf, die Reihen immer versetzt zu verlegen, damit eine Zunge stets einen Spalt abdeckt, um die Dichtigkeit des Daches zu gewährleisten. Decken Sie auf diese Weise das gesamte Dach bis zum First ein.
Schneiden Sie die Schindeln für den Dachfirst zu und verlegen Sie diese überlappend in Windrichtung, damit kein Wasser unter die Schindeln getrieben wird. Nageln Sie auch diese fest und verkleben Sie die letzte Schindel am First, damit keine Nägel mehr zu sehen sind.
Nun ist Ihr Dach vor dem nächsten Regen geschützt.
Bauholz und Zubehör
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Ratgeber verfasst von:
Monika, erfahrene Heimwerkerin, Schongau
Ich bin Monika, komme aus Schongau und bin eigentlich seit ich denken kann, am Heimwerken und Basteln interessiert. Da ging es mir ebenso wie Obelix: Ich bin da mehr oder weniger reingefallen, als ich noch ein Kind war. Schuld an allem ist mein Papa, der immer alles selbst gebaut und gebastelt hat. Das ging bei Surfbrettern los und endete mit dem Bau seines Hauses. Heute schwinge ich den Hammer und habe schon zahlreiche Projekte in und um unser Haus auf dem Zähler. Das fängt beim Nähen der eigenen Kleider an, geht mit dem kompletten Ausbau unseres Hauses weiter und endet schließlich in unserem Garten, wo ich derzeit einen in die Terrasse eingelassenen Aufstell-Pool plane. Mein Motto: Mit etwas Gefühl geht alles, man muss sich nur etwas schlaumachen!