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Das Insektenhotel: Alles, was Sie wissen sollten

Das Insektenhotel: Alles, was Sie wissen sollten

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

4 Min. Lesezeit
Ein Insektenhotel ist ein künstlicher Unterschlupf aus verschiedenen Materialien, der vielen nützlichen Insekten während des Winters Schutz bietet. Schilfhalme, Rindenstücke, Stroh, Hohlziegel, Holzscheite – hier erfahren Sie mehr über die Vorteile und Materialien dieser besonderen Hotels.

Wichtige Eigenschaften

  • Der richtige Standort für ein Insektenhotel
  • Materialien für ein Insektenhotel
  • Nützliche Insektenarten
  • Insekten schützen

Was ist ein Insektenhotel?

Das Insektenhotel ist ein kleines, nach vorn offenes Häuschen mit geringer Tiefe (20 bis 30 cm reichen aus), das in Fächer unterteilt ist, von denen jedes einen Unterschlupf für Insekten darstellt. Insektenhotels gibt es in allen möglichen Formen und Größen.

Der Rahmen muss aus unbehandeltem, witterungsbeständigem Holz bestehen. In unseren Breitengraden eignen sich dafür Lärche, Douglasienbäume oder Kastanie. Das Hotel benötigt ein wasserfestes Dach.

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Insektenhotels

Wozu ein Insektenhotel im Garten?

Im heimischen Garten sollte die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln die Ausnahme sein, denn diese gefährden den Artenschutz und die eigene Gesundheit. Häufig gibt es nicht-chemische Alternativen, wie Insektenhotels. Damit soll das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass bestimmte Insekten im Garten sehr nützlich sind und geschützt werden müssen. Die kleinen Häuschen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind in immer öfter öffentlichen Parks und privaten Gärten zu finden.

Das Aufstellen oder Aufhängen eines Insektenhotels eine ausgezeichnete Möglichkeit, um Nutzinsekten, also Insekten, die natürliche Feinde von Schädlingen sind, Schutz zu bieten. Zudem können giftige Produkte zur Schädlingsbekämpfung vermieden werden.

Indem Sie ihnen eine Zuflucht, aber auch eine Nahrungsquelle bieten, können Sie Insektenpopulation im Garten aufnehmen und halten. Die Insekten wiederum helfen Ihnen bei der Bekämpfung von Pflanzenschädlingen. Diese „Herbergen“ werden vor allem im Winter bewohnt und dienen unseren Schützlingen als Unterschlupf während der kalten Jahreszeit, aber auch als Nistplatz im Frühjahr.

Die Insekten sind von den ersten schönen Frühlingstagen an zur Stelle, um die Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern. Zu dem rein praktischen Nutzen kommt der pädagogische Aspekt hinzu. Ein einfach zu bauendes Insektenhotel ist eine spielerische Form, Kinder für den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren. Viele Insektenhotels sind außerdem auch sehr dekorativ.

Den richtigen Standort für das Insektenhotel wählen

Platzieren Sie das Insektenhotel in einer abgelegenen Ecke des Gartens auf, um seinen Bewohnern etwas Ruhe zu gönnen. Es sollte zur Sonne ausgerichtet sein (Südost) und windgeschützt stehen. Stellen Sie es etwas erhöht auf, um es vor Bodenfeuchtigkeit zu schützen.

Es ist jedoch durchaus möglich, unter dem Insektenhotel Unterschlüpfe auf Bodenhöhe einzurichten, indem man Rinde oder Holzscheite stapelt. Man kann sogar Steine verwenden, die zu schwer sind, um im oberen Teil eingesetzt zu werden. Laufinsekten, wie der Feuerkäfer, finden darin ihr Glück.

Wie lockt man Insekten ins Hotel?

Insekten kann man nur anlocken und dazu bringen, einzuziehen, wenn sie auch genug Nahrung finden. Das bedeutet, dass sie ihre Beute, also Pflanzenschädlinge, auch bei Ihnen vorfinden. Dafür müssen Sie wohl oder übel einen kleinen Teil der Ernte unseres Gemüse- oder Obstgartens opfern.

Bestimmte Insekten sind auf andere Weise nützlich. Sie sind keine Schädlingsvernichter, sondern Bestäuber, wie beispielsweise Hummeln oder Wildbienen. Um sie anzulocken, braucht man einige Blütenpflanzen. Gezüchtete Zierblumen sind dafür nicht immer geeignet, da sie oft keinen Nektar enthalten.

Lassen Sie einige Wildblumen in der Nähe des Insektenhotels stehen. Dies ist für das Überleben der Nektar sammelnden Insekten unerlässlich.

Materialien für ein Insektenhotel

Die Tiere, die sich in einem Insektenhotel wohlfühlen, sind zahlreich und haben, was ihren Unterschlupf angeht, sehr verschiedene Vorlieben.

Daher empfiehlt es sich, jedem ein Plätzchen nach seinem Geschmack einzurichten. Ein Insektenhotel ist wie eine Herberge, in der jeder sein Zimmer nach seinen Bedürfnissen aussucht, um darin den Winter zu verbringen.

Am besten wird es aus Materialien gebaut, die aus dem Garten oder in der natürlichen Umgebung gefunden werden: hohle Stängel, Rinde, angebohrte Holzscheite, Stroh ...

Materialien

Insekten

Hohle Stängel von etwa 5 mm Durchmesser (Schilf, Bärenklau, Wilde Möhre, Gräser ...)

Solitäre Bienen und Wespen

Markhaltige Stängel (Holunder, Himbeere, Brombeere, Sommerflieder)

Verschiedene Hautflügler

Schwebfliege

Hohlziegel

Mauerbiene (Solitärbiene)

Umgedrehte und mit Stroh oder Heu gefüllte Keramikblumentöpfe

Ohrenkneifer

Holzscheite von Laubbäumen mit verschieden großen Löchern (3 bis 9 mm)

Mauerbiene und andere Solitärbienen, solitäre Wespen

Übereinandergelegte Holzbretter oder Ziegel, trockenes Laub

Marienkäfer

Holzfasern, Stroh

Florfliege

Tannenzapfen (durch ein Drahtgeflecht gehalten)

Verschiedene Insekten: Marienkäfer, Florfliege, Laufkäfer ...

Nicht alle Zimmer des Insektenhotels werden bewohnt sein. Vor allem auf dem Land können die kleinen Tiere frei wählen, ob sie sich in einem Holzstapel, unter ein paar großen flachen Steinen oder in den Ritzen einer alten Mauer verstecken wollen. In kleinen Stadtgärten hingegen können sich diese Zufluchtsorte als sehr hilfreich erweisen, da weniger natürliche Unterschlüpfe zur Verfügung stehen.

Einige Füllmaterialien der Insektenhotels müssen öfter ausgetauscht werden als andere: Stroh jedes Jahr oder alle zwei Jahre, Kiefernzapfen alle fünf Jahre. Holzscheite bekommen Risse, wenn sie trocknen, und müssen daher auch regelmäßig ausgewechselt werden.

 

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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