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Eine Bodenart bestimmen: So geht's

Eine Bodenart bestimmen: So geht's

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

7 Min. Lesezeit
Wie ist der Boden beschaffen und über welche physikalischen Eigenschaften verfügt er? Wie finden Sie heraus, ob Ihr Boden sauer oder alkalisch ist? In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen unsere Tipps zur Bestimmung der Bodenbeschaffenheit auf Ihrer Anbaufläche – von einfachen Tests bis hin zur Analyse der dort wachsenden Zeigerpflanzen.

Wichtige Eigenschaften

  • Bodenzusammensetzung
  • Bodenarten
  • Eigenschaften
  • Zeigerpflanzen

Warum Sie Ihre Bodenart kennen sollten

Zu wissen, ob es sich um einen tonigen, sandigen, humosen, sauren oder neutralen Boden handelt, ist wichtig, um:

  • Ihre Anbaumethoden optimal an den jeweiligen Boden anzupassen;

  • Ihrem Boden die richtigen Düngemittel und Bodenverbesserer zuzuführen;

  • geeignete, an die Beschaffenheit des Bodens angepasste Pflanzen auszuwählen.

Bodenbestandteile

Böden setzen sich aus verschiedenen Mineralpartikeln zusammen, die nach ihrer Korngröße klassifiziert werden. Diese bestimmt die Bodentextur. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie einige Richtwerte.

Korngrößentabelle

Klassifizierung

Bezeichnungen der Mineralpartikel

Größe

Grobboden

Steine

20 bis 50 mm

Kies

2 bis 20 mm

Feinboden

Grober Sand

0,2 bis 2 mm

Feiner Sand

0,02 mm bis 0,2 mm

Schluff

0,002 bis 0,02 mm

Ton

weniger als 0,002 mm

Zwei andere wichtige Bestandteile, Kalk und Humus, zählen zwar nicht zur Textur, liefern allerdings weitere Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Bodens.

Physikalische Eigenschaften von Böden

Tonböden

Ein sogenannter Tonboden, bzw. schwerer Boden besteht zu mehr als 25 % aus Ton und verfügt über folgende Eigenschaften:

  • undurchlässig und schlecht durchlüftet;

  • schwer zu bearbeiten;

  • im Frühling sehr feucht;

  • langsame Erwärmung im Frühling;

  • sehr gute Wasserhaltekraft;

  • reich an im Ton gespeicherten Mineralien.

Sandböden

Sandböden enthalten mehr als 50 % Sand und ihre wesentlichen Eigenschaften bilden das genaue Gegenteil zu Tonböden:

  • sehr durchlässig;

  • leicht zu bearbeiten;

  • schnelle Erwärmung im Frühling.

Lehmböden

Mit einem Schluffanteil von mehr als 35 %, handelt es sich hierbei um sehr reiche Böden, die jedoch über schlechte physikalische Eigenschaften verfügen:

  • erstickend, da nur gering durchlässig;

  • instabile Bodenstruktur durch lose Partikel;

  • gute Wasserhaltekraft, allerdings trocknen sie aufgrund der hohen Oberflächenverdunstung schnell aus.

Kalkböden

Böden mit einem Kalkanteil von mehr als 30 % werden als Kalkböden bezeichnet. Sie sind an ihrer hellen Farbe zu erkennen und verfügen über folgende Eigenschaften:

  • die gut durchlüfteten und durchlässigen Kalkböden erwärmen sich schnell im Frühling, wodurch sie sich für den Frühanbau eignen;

  • die im Boden enthaltenen Nährstoffe werden durch die hohe Durchlässigkeit allerdings leicht in die Tiefe gezogen;

  • sie sind leicht zu bearbeiten;

  • ihre Wasserhaltekraft ist gering, wodurch es den angebauten Pflanzen in Trockenzeiten schnell an Wasser fehlt;

  • der Kalküberschuss kann die Pflanzen daran hindern, andere Mineralstoffe aufzunehmen.

Humusböden

Sogenannte humose Böden enthalten mehr als 10 % Humus und finden sich sehr selten. Das macht sie so besonders:

  • Humus kann das 15- bis 20-fache seines Gewichts an Wasser halten und gibt dieses nur langsam wieder ab;

  • humose Böden sind leicht und lassen sich in trockenem Zustand gut und in feuchtem Zustand weniger einfach bearbeiten;

  • im Gegensatz zu Kalkböden sind humusreiche Böden dunkel gefärbt und häufig sauer.

Hier finden Sie einige Tests zur Bestimmung der Bodenzusammensetzung

Um Ihre Bodenart präzise bestimmen zu lassen, bedarf es einer genauen Laboranalyse anhand einer Bodenprobe von Ihrem Grundstück. Doch das ist mit erheblichen Kosten verbunden. Jeder Hobbygärtner kann sich stattdessen mit ein paar einfachen Tests einen guten Eindruck von der Zusammensetzung seines Bodens verschaffen.

Der Fühltest

Zerreiben Sie ein wenig feine und trockene Erde zwischen Ihren Fingern:

  • ist sie körnig, kratzt auf der Haut und lässt ein leises Knirschen vernehmen, enthält sie einen hohen Sandanteil;

  • fühlt sie sich jedoch weich, seidig und ein wenig mehlig an, besteht sie zu großen Teilen aus sehr feinen Elementen und ist somit schluffig bzw. tonig.

Der Sedimentationstest

Um sich ein genaueres Bild von der Beschaffenheit Ihres Bodens zu machen, können Sie den folgenden Test durchführen: Befüllen Sie ein hohes, schmales und durchsichtiges Glasgefäß etwa zur Hälfte mit Ihrer Erde. Füllen Sie das Gefäß fast vollständig mit Leitungswasser.

Schließen Sie es luftdicht mit einem Deckel und schütteln Sie es kräftig, bis alle Partikel voneinander getrennt sind und im Wasser schweben. Lassen Sie Ihr Gefäß anschließend mehrere Stunden stehen, bis sich alle nicht schwimmenden Elemente am Glasboden abgesetzt haben.

Das Ergebnis sind 3 verschiedenfarbige Schichten:

  • die unterste Schicht setzt sich aus Steinen und Sand zusammen, die nach oben hin immer feiner werden;

  • in der Mitte lagert sich der Schluff ab;

  • die oberste Schicht besteht aus Ton;

  • darüber befinden sich das Wasser und alle darin schwimmenden organischen Stoffe.

Der Knettest

Nehmen Sie eine kleine Handvoll feuchte Erde und kneten Sie sie zu einer Kugel. Zwei Ergebnisse sind möglich:

  • lässt sich die Erde nicht zu einer zusammenhaltenden Kugel formen, besteht Ihr Boden zu großen Teilen aus Sand;

  • hält die Kugel ohne auseinanderzufallen, enthält Ihr Boden größere Mengen an Ton oder Schluff (oder beides).

Versuchen Sie anschließend Ihre Kugel entweder zwischen Ihren Händen oder auf einer ebenen Oberfläche zu einer ca. 1 cm dicken „Wurst“ zu rollen:

  • wenn Sie daraus einen Halbkreis formen können, der jedoch rissig wird, ist Ihre Erde schluffig;

  • lässt sich daraus ein rissiger Ring formen, beträgt der Tonanteil in Ihrem Boden etwa 30 %;

  • bleibt der Ring schön glatt (wie Knete), ist Ihre Erde sehr tonig (mehr als 40 %).

Die perfekte Bodenzusammensetzung

Eine gute Gartenerde mit einem perfekt ausgeglichenen Verhältnis aller wichtigen Bestandteile

besteht zu 15 bis 20 % aus Ton, zu 30 bis 35 % aus Schluff und zu 45 % aus Sand. Ein guter Boden sollte außerdem 5 % Humus enthalten.

Ist Ihr Boden sauer oder alkalisch?

Diese Bodeneigenschaft wird über den pH-Wert bestimmt, welcher in der Theorie zwischen 0 und 14, in der Praxis jedoch meist zwischen 5 und 9 liegt. Bei einem pH-Wert von 7 ist der Boden neutral. Je weiter der Wert darunter liegt, desto saurer und je weiter er darüber liegt, desto alkalischer bzw.kalkigerist der Boden.

Eine gute Gartenerde zeichnet sich durch einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7 aus. Die meisten Kulturpflanzen bevorzugen einen leicht sauren Boden (mit einem pH-Wert von 6,5). Es gibt jedoch auch einige, wie beispielsweise Heidesträucher, die wirklich saure Böden vorziehen. Andere wiederum, wie z. B. Kohl, wachsen am besten auf leicht kalkigen Böden.

Für eine präzise Bestimmung des pH-Wertes müssen Sie sich an ein Labor wenden. Allerdings können Sie selbst mithilfe von einfach zu verwendenden pH-Messsets oder Indikatorpapier einen ungefähren Wert ermitteln.

Den pH-Wert im Boden messen

Um herauszufinden, ob Ihr Boden eher sauer oder kalkig ist, können Sie außerdem diese beiden Tests durchführen:

Der Essigtest

Gießen Sie ein wenig weißen Essig direkt auf den Boden oder auf eine Probe davon:

  • beginnt die Erde zu sprudeln / brodeln, handelt es sich um einen kalkigen Boden;

  • passiert nichts, ist Ihr Boden sauer;

  • reagiert die Erde nur schwach, liegt der pH-Gehalt Ihres Bodens zwischen diesen beiden Werten. 

Der Natrontest

Geben Sie ein wenig Erde in ein kleines Gefäß und mischen Sie diese mit demineralisiertem Wasser zu einem dickflüssigen Schlamm. Fügen Sie anschließend eine große Prise Natron hinzu:

  • beginnt die Erde zu sprudeln / brodeln, ist Ihr Boden sauer. Dabei gilt: je intensiver die Reaktion, desto saurer der Boden;

  • reagiert die Erde weder auf den Essig, noch auf das Natron, ist Ihr Boden entweder ganz oder zumindest so gut wie neutral (pH-Wert von 7).

Analyse des Pflanzenbewuchses: die Zeigerpflanzen

Manche Pflanzenarten wachsen nur bei bestimmten Bodengegebenheiten. Findet sich eine größere Anzahl solcher Pflanzen auf Ihrem Grundstück, ist dies ein Hinweis auf Ihre Bodenart.

Bodenarten

Zeigerpflanzen

Tonböden

Breitwegerich

Ackerdistel

Kriechender Hahnenfuß (und Hahnenfuß im Allgemeinen)

Stumpfblättriger Ampfer

Kriech-Quecke

Acker-Schachtelhalm (auch Zinnkraut genannt)

Saat-Platterbsen

Löwenzahn

Gänseblümchen

Windengewächse

Lehmböden

Wildmöhre

Weg-Rauke

Gewöhnlicher Reiherschnabel

Kriechklee

Kamille

Breitwegerich

Portulak

Acker-Senf

Sandböden

Feld-Mannstreu

Acker-Spark

Feldklee

Polei-Minze

Wilde Stiefmütterchen

Kleiner Sauerampfer

Gewöhnliches Greiskraut

Acker-Senf

Wilde Malve

Saurer Boden

Heidekraut

Adlerfarn

Besenginster

Kleiner Sauerampfer

Stechginster

Acker-Gauchheil

Wilde Stiefmütterchen

Gewöhnlicher Glatthafer

Alkalischer Boden

Gemeine Wegwarte

Acker-Senf

Esparsetten

Wiesensalbei

Blauer Gauchheil

Acker-Rettich

Weg-Rauke

 

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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