
Holz schleifen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Holz richtig schleifen
Beim Schleifen von Holz geht es darum, die obere Schicht eines Werkstücks abzutragen. Ob es sich dabei nun um eine Schicht Lack, Öl, Farbe oder sonstige Oberflächenbehandlungen handelt, spielt dabei keine Rolle. Auch von der Sonne ausgeblichenes oder abgestumpftes Holz sieht geschliffen wieder wie neu aus. Dabei ist das grundsätzliche Vorgehen immer das Gleiche.
Lack
Das wichtigste Werkzeug
Werkzeug zum Holz schleifen gibt es wie Sand am Meer. Das wichtigste Werkzeug sind selbstverständlich die eigenen Hände. Da es sich mit diesen aber nicht sonderlich gut schleifen lässt, kann man sich mit einem Schleifklotz behelfen.
Der große Vorteil bei vielen modernen Schleifklötzen: Sie haben eine Klettauflage und können mit runden Schleifscheiben verwendet werden. Diese runden Schleifscheiben benötigt man auch gleichzeitig für den sogenannten Exzenterschleifer. Somit hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und muss nicht zusätzliches Schleifpapier besorgen.
Mit einem Exzenterschleifer lassen sich größere Flächen wunderbar bearbeiten. Der Schleifteller des Exzenterschleifers, der auch das Schleifpapier hält, rotiert im Kreis und macht gleichzeitig exzentrische Bewegungen - er vibriert quasi. Durch die Auflage des Schleiftellers auf das Werkstück wird die Oberfläche nun geschliffen. Zurück bleibt eine sehr feine Schleifqualität bei einer relativ hohen Abtragungsleistung.
Eine größere Abtragung - wenn nicht sogar die Größte unter den Schleifgeräten - erreicht man mit dem Bandschleifer. Dieser vibriert nicht, sondern beherbergt ein Endlosband, welches auf zwei Rollen über eine Platte geführt wird. Durch die extrem hohe Drehgeschwindigkeit der Rollen wird eine sehr hohe Abtragungsleistung erreicht. Mit der Wahl eines Schleifbandes mit grober Körnung (bspw. Korn 40 oder 60) kann die Abtragung sogar noch erhöht werden.
Für den letztendlichen Feinschliff ist das Gerät jedoch ungeeignet. Da ist man mit dem Exzenterschleifer oder eben mit dem Schleifen von Hand besser beraten.
Zu guter Letzt sei noch der Deltaschleifer erwähnt. Diesen gibt es schon sehr günstig in guter Qualität zu kaufen. Der Deltaschleifer hat eine dreieckige Schleifauflage und ist damit ideal für den Einsatz in schwer zugängliche Stellen. Seine Schleifabtragung erreicht der Deltaschleifer durch Vibration des Schleiftellers. Durch seine Bauform eignet sich das Gerät nur bedingt für große Oberflächen und kann auch nicht mit der Abtragung eines Exzenterschleifers mithalten.
Deltaschleifer
Das richtige Schleifmittel zum Schleifen von Holz
Bevor es richtig losgeht, muss das richtige Schleifmittel ausgewählt werden. Schleifpapiere werden in verschiedenen Größen angeboten. Achten Sie darauf, die richtige Größe für Ihre Schleifmaschine zu verwenden. Beispiel: bei einem Schleiftellerdurchmesser von 125 mm wäre das entsprechende Schleifpapier ebenfalls der Durchmesser 125 mm.
Das zentrale Kriterium für einen guten Schliff und eine glatte Oberfläche ist jedoch die Körnung. Der Schleifvorgang an sich erfolgt in drei Stufen:
Grobschliff: dieser erste Schliff erfolgt typischerweise mit Schleifpapier der Körnungen 40 bis 80. Zum Entfernen von altem Lack auf einem Möbelstück, tiefen Kratzern in Treppenstufen oder zum Ausgleichen von Unebenheiten ist ein guter Grobschliff wichtig. Das grobe Schleifpapier hat eine hohe Abtragungsleistung und entfernt das Material sehr viel effizienter als feines Papier.
Zwischenschliff: der Grobschliff hinterlässt durch das grobkörnige Schleifpapier kleinere Riefen und Kratzer auf der Oberfläche des Werkstücks. Um diese zu kaschieren, setzt man feineres Schleifpapier ein. Typischerweise sind das Körnungen zwischen 120 und 180. Diese sind ideal, um die durch den Grobschliff aufgeraute Fläche wieder zu glätten.
Feinschliff: dieser Schritt verleiht dem Holz eine glatte Oberfläche und bereitet das Werkstück ideal für eine Oberflächenbehandlung wie Lack oder Öl vor. Der Schliff erfolgt hier in der Regel mit Körnungen zwischen 220 und 400, wobei man mit 220 ein mattes Finish und mit 400 bereits einen recht hohen Glanzgrad erreicht.
Holz schleifen in 6 einfachen Schritten
Schritt 1: die Wahl des richtigen Schleifgeräts
Hier kommt es auf die Holzoberfläche an. In den meisten Fällen ist ein Exzenterschleifer in Kombination mit einem Schliff von Hand ausreichend. Sollte die zu schleifende Oberfläche stark bearbeitet sein (bspw. bei mehreren übereinander liegenden Schichten Lack), kann der Bandschleifer Abhilfe schaffen.
Schritt 2: Fixierung des Werkstücks und Grobschliff
Der Grobschliff entfernt tiefere Kratzer, Lack und sonstige Oberflächenbehandlungen. Zu Beginn erfolgt der Schliff mit einer 80er Körnung. Sollte das nicht klappen - bspw. weil der alte Lack zu hartnäckig ist - verwenden Sie ein gröberes Schleifpapier.
Achten Sie darauf, dass das Werkstück gut fixiert ist, damit es beim Schleifen nicht wackelt oder wegrutscht. Das kann zum Beispiel mithilfe einer Schraubzwinge geschehen. Größere Möbelstücke benötigen keine Fixierung. Hier reicht das Eigengewicht zur Fixierung aus.
Geschliffen wird beim Bandschleifer immer mit der Maserung - also in Richtung des natürlichen Faserverlaufs des Holzes. Das ergibt ein feineres Schleifbild. Beim Exzenterschleifer ist die Schleifrichtung nicht wichtig, da sich der Schleifteller ohnehin im Kreis dreht.
Schritt 3: Holz befeuchten
Nach dem Grobschliff ist es sinnvoll, die Oberfläche mit einem gut befeuchteten Lappen oder Schwamm abzuwischen. Dies bewirkt einerseits, dass die geschliffene Oberfläche von Staubresten befreit wird, andererseits stellen sich beim Trocknen Holzfasern auf. Im nächsten Schritt gilt es diese zu entfernen.
Gerade bei Holz oder bei Möbeln, welche mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, ist dieser Schritt sehr wichtig (zum Beispiel: Esstisch oder Küchenarbeitsplatte). Die aufgestellten Fasern werden abgetragen und können sich dementsprechend nicht erneut aufstellen, wenn sie bei Ihrem eigentlichen Zweck wieder mit Wasser in Berührung kommen.
Schritt 4: Zwischenschliff
Der Zwischenschliff erfolgt mit Korn 120 bis Korn 180. In diesem Schritt geht es darum, die aufgestellten Holzfasern sowie die tieferen Riefen des Grobschliffs zu entfernen.
Schritt 5: Feinschliff
Der Feinschliff ist die finale Bearbeitung des Werkstücks und erfolgt in der Regel mit Korn 220 bis 400. Hierbei bestimmt man den Glanzgrad des Holzes. Mit 220er Körnung erhält man ein eher mattes Finish, wohingegen Korn 400 oder darüber ein glänzendes Finish hinterlässt. Beim Lackieren mit Klarlack oder beim Auftragen von Öl, Lasur oder Möbelpolitur macht der Glanzgrad beim Feinschliff einen sehr großen Unterschied.
Schritt 6: eventuelle Nacharbeiten
Eine Kontrolle nach den zuvor durchgeführten Schritten ist obligatorisch. Man möchte ja nach all der Mühe das bestmögliche Ergebnis erhalten. Dazu wird einfach mit der Hand über die Oberfläche gestrichen und mit dem Auge kontrolliert, ob noch irgendwo Kratzer, Riefen oder Unebenheiten zu sehen sind. Sollte das der Fall sein, können diese mit 120er Körnung entfernt werden. Anschließend erfolgt die Anpassung auf den richtigen Glanzgrad mit dem entsprechend zuvor gewählten Schleifpapier.
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Ratgeber verfasst von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!