
So finden Sie den richtigen Elektrozaun
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Leistung
- Spannung
- Leitfähigkeit
- Einzuzäunende Tiere
4 Bestandteile eines Elektrozauns
Ein elektrischer Weidezaun setzt sich aus vier für seine Funktionsweise grundlegenden Elementen zusammen:
Ein Elektrozaungerät, das die elektrischen Impulse erzeugt.
Ein elektrischer Leiter (Draht, Band, Netz), der die Weide umspannt und begrenzt.
Pfähle und Isolatoren, die verhindern, dass der Strom direkt in den Boden entweicht.
Ein Erdungssystem.
Diese Bestandteile sind einzeln oder als Weidezaun-Set erhältlich. In jedem Fall müssen vor der Auswahl eine Reihe wichtiger Parameter berücksichtigt werden.
Weidezaun-Sets
Das Elektrozaungerät: das Schlüsselelement
Das Elektrozaungerät ist der wichtigste Bestandteil eines elektrischen Weidezauns. Es verwandelt eine Niederspannung (220, 12 oder 9 Volt) in eine Hochspannung mit sehr geringer Stromstärke.
Die Auswahl muss sehr gut durchdacht werden. Ein Elektrozaungerät lässt sich anhand von zwei Parametern charakterisieren:
die Leistung;
die Ausgangsspannung.
Die Leistung in Joule (J)
Seine Leistung, sprich seine Impulsenergie, ist die maximale Energie des Impulses, den das Gerät an den Leiter des Zauns sendet. Sie wird in Joule (J) ausgedrückt. Je höher die Impulsenergie, desto größer der Elektroschock, der bei Berührung an das Tier abgegeben wird.
Richten Sie sich beim Kauf eines Weidezaungeräts nicht nach den Daten zur unter Strom gesetzten Zaunlänge, sondern nach der Energie pro Impuls in Joule, die das Gerät liefern kann.
Die Ausgangsspannung in Volt (V)
Sie wird in Volt (V) angegeben. Das Elektrozaungerät erzeugt Impulse von kurzer Dauer, aber mit sehr hoher Spannung. In der Regel sollte ein Elektrozaun eine Spannung von mindestens 2.500 Volt aufweisen. In der Praxis wird eine Spannung von 4.000 Volt empfohlen.
Elektrozaungeräte
4 Tipps zur Auswahl eines Elektrozaungeräts
Ein Elektrozaungerät wird anhand von vier entscheidenden Kriterien ausgewählt, die sorgfältig bestimmt werden müssen.
1. Welche Leistung für welches Tier
Bestimmte Tiere (Pferde, Vieh, Hunde, Katzen) sind leichter auf einer umzäunten Fläche zu halten als andere (Schafe, Ziegen, Hühner, wilde Tiere).
Schwacher Impuls: für leicht einzuzäunende Tiere
Geräte mit schwacher Impulsenergie (weniger als 0,5 Joule) eignen sich für leicht einzuzäunende Tiere und Weiden von geringem Umfang, ohne oder mit wenig Vegetation.
Mittlerer Impuls: für schwierig einzuzäunende Tiere
Geräte mit mittlerer Impulsenergie (1 bis 5 Joule) eignen sich für schwer einzuzäunende Tiere sowie für Weiden mit mittlerem Umfang und mittelstarker Vegetation.
Starker Impuls: für Tiere auf einem großen Terrain
Geräte mit hoher Impulsenergie (über 5 Joule) sind vor allem für Umzäunungen sehr großer Weideflächen gedacht.
2. Die Länge des Zauns
Sie entspricht der einfachen Länge der Installation und nicht der Gesamtlänge des Drahts. Systeme mit mehreren Drähten leiten den Strom bei gleicher Länge besser, vorausgesetzt, die Drähte werden in regelmäßigen Abständen (mindestens alle 200 m) miteinander verbunden.
Die Energie muss 1 Joule pro Kilometer Zaun und die Spannung von einem Ende des Zauns zum anderen mindestens 3.000 Volt betragen.
3. Die Vegetation
Je dichter die Vegetation (Äste von Bäumen oder Büschen, die mit dem Leiter in Kontakt kommen), desto höher muss die Spannung des Elektrozaungeräts sein. Pflanzen, die den Leiter berühren, leiten den Strom in den Boden ab und schwächen so die Leistung der Impulse. Die Hersteller berücksichtigen diesen Faktor nicht.
4. Die Energiequelle
Elektrozaungeräte mit Netzbetrieb sind leistungsstärker und wirtschaftlicher. Wenn keine Möglichkeit besteht, das Gerät ans Stromnetz anzuschließen, kann man einen 12-V-Akku verwenden. Dieser muss allerdings regelmäßig aufgeladen werden. Ein Solarmodul liefert an sonnigen Tagen kostenlose Energie.
Es gibt auch Modelle, die über nicht aufladbare 9-V-Batterien betrieben werden. Diese sind zwar in der Nutzung praktisch, gleichzeitig aber auch teurer und in ihrer Leistung begrenzt.
Leiter für Elektrozäune
Leiter für Elektrozäune sind in Form von Rollen mit unterschiedlicher Länge erhältlich (200 m, 400 m, 1.000 m usw.).
Eigenschaften eines guten Leiters
Wichtigster Punkt: die Leitfähigkeit
Kupferdrähte weisen die beste Leitfähigkeit auf. Edelstahldrähte sind zwar langlebiger, leiten den Strom aber weniger gut. Viele Leiter verwenden eine Kombination aus Kupfer- und Edelstahldraht.
In der Praxis sind die Leiter durch ihren elektrischen Widerstand gekennzeichnet, der in Ohm (Ω) ausgedrückt wird. Dieser sollte möglichst niedrig sein, vor allem wenn es sich um einen längeren Zaun handelt.
Sichtbarkeit: besserer Schutz für Ihre Tiere
Sind die Leiter farbig (weiß, braun, grün, gelb, orange, blau), erkennen die Tiere die Umzäunung besser. So vermeiden Sie unnötigen Stromverbrauch und ersparen Ihren Tieren Stress.
Vor- und Nachteile verschiedener Leiter
Art des Leiters | Vorteile | Nachteile |
Metalldraht (Stahl, Aluminium oder Metalllegierung mit 1,6 bis 3 mm Durchmesser) | Wirtschaftlich Sehr langlebig Gut geeignet für große Weideflächen Geringere Anzahl an Pfählen | Schlechte Sichtbarkeit Schwierige Installation Schlecht für mobile Zäune geeignet Erfordert eine solide Verankerung der Pfähle am Anfang und an den Ecken |
Kunststoffschnur mit Metalllitze | Ziemlich gute Sichtbarkeit Leichte Installation Für mobile Zäune geeignet | Schlechtere Leitfähigkeit als Metalldraht Schlechtere Sichtbarkeit als Kunststoffgewebeband |
Kunststoffgewebeband | Sehr gute Sichtbarkeit bei einer Breite von mindestens 2 cm Leichte Installation Für große Tiere geeignet (Pferde) | Schneller Verschleiß der Isolatoren Hoher Windwiderstand bei einer Breite von 4 cm Weißes Band nicht sehr UV-beständig; farbiges Band zu bevorzugen |
Netz | Bei leuchtender Farbe gute Sichtbarkeit für die Tiere Für kleine und mittelgroße Tiere geeignet (Geflügel, Kaninchen, Schafe) Schützt auch vor dem Eindringen von Raubtieren | Hoher Kaufpreis Langwierige bis schwierige Installation, Zaunpfähle mit zwei Spitzen zu bevorzugen Nur bei übersichtlichen Weideflächen effizient |
Pfähle und Isolatoren für Elektrozäune
Die Zaunpfähle, die den Leiter tragen, bestehen aus Holz, Metall oder PVC. Pfähle aus Akazienholz sind eine effiziente, umweltfreundliche, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung. Metallpfähle sind teurer in der Anschaffung. Eckpfähle müssen einen größeren Durchmesser aufweisen als die anderen.
Für jede Art Pfahl und Leiter wurden spezielle Isolatoren konzipiert. Vermeiden Sie sogenannte "Universal-" oder "Multifunktionsisolatoren". Ein Isolator darf keine mehr oder weniger scharfen Kanten aufweisen, da diese zu einem vorzeitigen Verschleiß des Leiters führen können.
Die besten Isolatoren bestehen aus Polyamid. Die Farbe Schwarz bietet eine höhere Beständigkeit gegenüber UV-Strahlen.
Zubehör für Elektrozäune
Neben den wichtigsten Elementen eines Elektrozauns gibt es noch ein paar weitere unverzichtbare Zubehörteile. Letztere dienen dem einfachen Aufbau und der Absicherung des Elektrozauns. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Zubehörteile und ihre jeweilige Funktion:
Pfahlramme zum einfacheren Aufbau
Mit einer Pfahlramme lassen sich die Pfähle mühelos im Boden verankern. Sie hat die Form einer Metallkappe mit Griffen und dient dazu, die Pfähle durch Schlagen auf deren Oberseite in den Boden zu rammen.
Spanner für korrekt gespannte Leiter
Zaunspanner werden mit einem Ratschenarm bedient und ermöglichen das einfache Spannen der Leiter. Sie sind vor allem bei sehr langen Leitern von großer Hilfe, dienen auch der Verbindung zweier Leiter und der sicheren Befestigung an einem Pfahl.
Drehspanner für dünne Drähte
Der für Drähte mit geringem Durchschnitt bestimmte Drehspanner besteht aus zwei runden Scheiben, die über einen Zylinder verbunden sind. Wird er mit Hilfe eines entsprechenden Werkzeugs gedreht, spannt sich der Draht im Inneren.
Drahtabroller zum einfachen Auf- und Abrollen
Der auch Haspel genannte Abroller ermöglicht das einfache und gleichmäßige Auf- und Abrollen des Leiters ohne Bildung von Knoten und Schlaufen. Er ist in Form einer Rolle oder in Form einer Achse mit darauf montierten Metallstangen erhältlich.
Torgriff für einen einfachen Zugang
Über einen isolierten Torgriff lässt sich der Stromkreis unterbrechen, sodass man mühelos auf die andere Seite des Zauns gelangen kann. Er wird mit einer Feder installiert, die entweder mit dem Zubehörteil geliefert wird oder separat beschafft werden muss.
Zaunschalter für Arbeiten an einem Abschnitt
Dank eines Zaunschalters kann man an einem Abschnitt des Zauns Arbeiten durchführen, ohne den Strom der restlichen Installation abzuschalten.
Zaunprüfer zur Überprüfung der Spannung
Ein Zaunprüfer kann Spannungen von bis zu 6.000 V erkennen und misst die Spannung auf dem Zaun rund um das Gehege. Er benötigt in der Regel keine Batterien.
Drahtverbinder zum einfachen Verbinden der Leiter
Diese leitfähigen Metallverbinder verfügen über zwei Befestigungselemente und ermöglichen das Verbinden der elektrischen Drähte untereinander. Es genügt, die Drähte zwischen den Platten zu positionieren und diese anschließend festzuziehen.
Hinweisschild auf Hochspannung zur Vermeidung von Unfällen
Im Einklang mit den geltenden Vorschriften weist ein solches Schild darauf hin, dass der Zaun unter Strom steht. Es muss für Nachbarn und Passanten gut sichtbar aufgestellt werden.
Zubehör für Weidezäune
Erdung der Installation
Ein Erdungssystem besteht meistens aus einem oder mehreren Pfählen aus verzinktem Stahl. Diese dürfen keine Rost- oder Lackspuren aufweisen, die isolierend wirken.
Die von dem Elektrozaungerät gelieferte Hochspannung erfordert, dass die Erdungspfähle mit einem speziellen Hochspannungsdraht verbunden werden. Vor allem ist es zwingend notwendig, dass das Metall des Leiters mit dem des Erdungsstabs, an den er angeschlossen wird, identisch ist: verzinkt oder aus Aluminium.
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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.