
So finden Sie die richtigen PVC-Dielen
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Wichtige Eigenschaften
- Nuztungsklasse
- Design
- Verlegung
Nutzungsklassen für PVC-Bodenbeläge
Zunächst müssen Sie die Nutzungsklasse der PVC-Dielen prüfen, um sicherzustellen, dass der von Ihnen gewählte Boden für den von Ihnen gewünschten Zweck geeignet ist.
Die Nutzungsklassen sind auf den Verpackungen und Produktseiten klar angegeben und in Europa nach der DIN-Norm EN ISO 10874 geregelt.
Welche Nutzungsklasse von PVC-Dielen für welchen Boden
Nutzungsklasse | Verwendung der PVC-Dielen | Verwendungsbereich |
21 | Wenig oder nur zeitweise frequentierter Bereich - Geringe Beanspruchung im privaten Bereich | Schlafzimmer, Diele ohne Außenzugang |
22 | Mäßig frequentierter Bereich - Normale Beanspruchung im privaten Bereich | Wohnzimmer ohne Zugang zum Außenbereich |
23 | Stark frequentierter Bereich - Starke Beanspruchung in Wohnungen | Wohnzimmer oder Schlafzimmer mit Zugang nach außen |
31 | Wenig oder nur zeitweise frequentierter Bereich - Mäßige Beanspruchung in öffentlichen Gebäuden | Einzelbüro, Wartezimmer |
32 | Mäßig frequentierter Bereich - Allgemeine Beanspruchung in öffentlichen und geschäftlich oder administrativ genutzten Gebäuden | Sitzungs- oder Konferenzraum, Bibliothek |
33 | Stark frequentierter Bereich - Intensive Beanspruchung in öffentlichen und geschäftlich oder administrativ genutzten Gebäuden | Klassenzimmer, Geschäft, Treppenhaus, Gemeinschaftsbüro |
34 | Sehr stark frequentierter Bereich - Sehr intensive Beanspruchung in öffentlichen und geschäftlich oder administrativ genutzten Gebäuden | Mehrzweckhalle, Apotheke, Tabakwarengeschäft, Museum |
41 | Sehr stark frequentierter Bereich - Sehr intensive Beanspruchung in öffentlichen und geschäftlich oder administrativ genutzten Gebäuden | Cafeteria, Einkaufszentrum, sonstiges Geschäft |
Die Zehnerstelle der Nutzungsklasse entspricht der Art des Raums, in dem die PVC-Dielen verlegt werden:
2 für den privaten Bereich;
3 für den gewerblichen und öffentlichen Bereich;
4 für den industriellen Bereich;
Die Einer-Stelle in der Nutzungsklasse entspricht der Beanspruchung des Raums, in dem die PVC-Diele verlegt wird:
1 für eine geringe Beanspruchung;
2 für eine normale Beanspruchung;
3 für eine starke Beanspruchung;
4 für eine sehr starke Beanspruchung.
Bei der Herstellung wird die Dielenoberfläche mit einer 0,15 mm bis 0,70 mm dicken Verschleißschicht ausgestattet. Diese bestimmt die Widerstandsfähigkeit und Klassifizierung der PVC-Dielen.
PVC-Dielen
Design und Ausführungen von PVC-Bodenbelägen
Dünne PVC-Dielen haben sich zu einer echten Alternative zu Parkett- und Laminatböden gemausert. Sie imitieren auf perfekte Weise Holz und seine Maserung. Manchmal neigt man sogar dazu, einen Vinyl-Boden Parkett zu nennen, weil sich beide optisch so sehr ähneln!
Dank der neuesten Drucktechnologien gibt es PVC-Bodenbelägen in allen möglichen Farben und Mustern. Auch Holzarten und viele andere Materialien werden imitiert! Sie können sogar Dielen finden, die wie Zementfliesen oder Beton aussehen!
Die Maße gleichen in etwa denen von Parkettböden, die Dielen mit einer Standardbreite von 15 cm und einer Länge von 120 cm haben. Sie werden bestimmt ein Design finden, das zu Ihrer Einrichtung passt!
Die verschiedenen Dielenarten und ihr Verlegesystem
Die Art der Vinyl-Dielen bestimmt, wie sie verlegt werden: geklebt, Loose-Lay, selbstklebend mit Klebestreifen oder als Klicksystem zum Zusammenstecken. Für die richtige Auswahl sollten Sie zuerst dieses wichtige Kriterium berücksichtigen. Denn es bestimmt die Besonderheiten und den Schwierigkeitsgrad der Verlegung Ihres Bodenbelags.
Klebedielen
Vinyl-Bodenbeläge gibt es zunächst in der traditionellen, verklebten Version. Für sie wird die gleiche Methode wie beim Verlegen von Rollware verwendet. Die Klebestreifen sind dünn, maximal 2 oder 2,5 mm. Sie lassen sich leicht mit einem Cutter zuschneiden.
Die Dielen sind wie ein Parkett- oder Laminatboden zu verlegen, wobei Sie in einer Ecke des Raumes beginnen. Bestreichen Sie den Unterboden mit einem für PVC-Böden geeigneten Acrylkleber und legen Sie die Diele darauf.
Bei dieser Art von Dielen muss der Unterboden gut vorbereitet werden: Er sollte eben, trocken und sauber sein. Geklebte Vinyl-Dielen vertragen keine Mängel im Unterboden.
Diese PVC-Dielen sind günstig, aber die Verlegung ist aufwendig und zeitintensiv. Hinzu kommen die Kosten für den Spezialkleber und das Montagezubehör, und Sie müssen die Trockenzeit des Klebstoffs für ein perfektes Verlegen beachten.
Einmal verklebt, können die Vinyl-Dielen nicht mehr entfernt werden, ohne den Untergrund zu beschädigen.
Loose-Lay-Dielen aus Vinyl
Loose-Lay-Dielen sind eine Variante der oben erläuterten Klebedielen. Sie sind im Allgemeinen etwas dicker als Dielen, die geklebt werden, im Durchschnitt 4 mm.
Sie haben jedoch eine unbestreitbare Eigenschaft: Sie sind abnehmbar! So können Sie im Falle einer Reparatur sogar eine Diele in der Mitte des Raumes austauschen.
Diese Art von Dielen ermöglicht auch den Zugang zum Untergrund (z. B. Kabel) und vor allem seiner Erhaltung. Man trägt einen wieder lösbaren Spezialkleber auf und verlegt darauf die Dielen.
Wie bei allen PVC-Bodenbelägen muss der Untergrund eben, sauber und trocken sein. Eine Nivellierung wird vor dem Einbau immer dringend empfohlen.
Selbstklebende PVC-Dielen mit Klebestreifen
Inzwischen findet man die selbstklebende Vinyl-Diele immer öfter auf dem Markt. Sie sind bei Do-it-yourself-Heimwerkern am beliebtesten!
Der Kleber befindet sich gebrauchsfertig auf den Dielenunterseiten. Er kann entweder permanent haftend sein, wie für Klebedielen, oder wieder ablösbar, wie für Loose-Lay-Dielen üblich.
Ziehen Sie einfach den Schutzfilm ab und legen Sie die Diele auf einen ebenen und sauberen Untergrund. Das Verlegen ist wirklich sehr einfach und für jeden machbar. Die einzige Ausrüstung, die zum Verlegen dieser Dielen benötigt wird, ist ein Cutter und ein Lineal für das Zuschneiden!
Die Preise für diese Art von Dielen sind zwangsläufig höher, auch wenn es inzwischen immer mehr günstige Angebote gibt. Achten Sie aber stets auf die Nutzungsklasse dieser Dielen. Einfaches und schnelles Verlegen ist eine gute Sache – eine ganz andere ist es aber, wenn Sie mit dem Verlegen nach relativ kurzer Zeit wieder von Neuem beginnen müssen!
PVC-Dielen mit Klicksystem
Am weitesten entwickelt sind heute Vinyl-Dielen mit Steck- und Klicksystem. Diese Dielenart ähnelt Laminatfußböden, hat jedoch eine geringere Dicke.
Je nach Stärke der Verschleißschicht ist Klick-Vinyl im Allgemeinen 4 oder 5 mm dick. Sie werden ohne Klebstoff verlegt und mit einem Klicksystem zusammengesteckt. Es wird dringend empfohlen, zuvor den Untergrund zu behandeln.
Der PVC-Boden wird also schwimmend verlegt und ist vollständig entfernbar, ohne dass bei einem Wiederablösen der Untergrund beschädigt wird. Das Zuschneiden erfolgt ebenfalls mit einem Cutter oder herkömmlichen Teppichbodenmesser.
Es gibt jedoch zwei Einschränkungen bei der Verwendung dieses Bodenbelags: Erstens müssen Sie unbedingt eine Dehnungsfuge an den Rändern vorsehen. Zweitens verlegen Sie diese Art von Bodenbelag am besten nicht in Bereichen, in denen es zu starken Temperaturschwankungen kommt.
PVC ist elastisch, wodurch die Dielen sich ausdehnen und lösen können. Für eine Veranda sind diese Art von Dielen zum Beispiel überhaupt nicht als Bodenbelag geeignet!
Cutter
Kaufempfehlung und Beratung vor dem Verlegen
Natürlich fließt auch das Design der PVC-Dielen in Ihre Kaufentscheidung ein. Denken Sie aber daran, sich über die Verlegung zu informieren und zögern Sie nicht, eine Fachkraft hinzuzuziehen, wenn Sie sich Ihrer Fähigkeiten nicht ganz sicher sind.
Falls Sie sich dazu entschließen, den PVC-Boden selber zu verlegen, lesen Sie zuerst die Anleitung sorgfältig durch. Im Falle von Fehlern, die auf das Verlegen zurückzuführen sind, gilt die Herstellergarantie nämlich nie!
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Ratgeber verfasst von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Von Laminat und Parkett über Linoleum und PVC bis zu Teppichböden und Fliesen - ich kenne alle Bodenbeläge in- und auswendig. Wie sie hergestellt werden, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften, wie man sie richtig verlegt und pflegt. Im Laufe der Zeit sind mir auf Baustellen viele Fehler aufgefallen, die entweder aus Mangel an Informationen oder fehlendem Verständnis für das Produkt entstanden sind. Bodenbeläge werden ständig weiterentwickelt, sodass selbst Profis ihre Schwierigkeiten haben können, auf dem Laufenden zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen an alle weitergeben. Die Hersteller sind in ihren Angaben oft sehr fachbezogen, nicht jeder versteht ihre Informationen. Verkäufer wiederum wollen oft einfach nur verkaufen und verhalten sich dementsprechend. Mir geht es vor allem darum, ein Produkt verständlich zu machen. Ich möchte es erklären, weil ich es gern tue, und zwar auf unkomplizierte, einfache Art.