
So finden Sie den richtigen Laminat-Fußboden
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Wichtige Eigenschaften
- Klassifizierung
- Maße und Formate
- Nutzung
- Verlegung und Pflege
- Designs für Laminat
Laminat-Fußboden: Definition
Laminat-Fußböden kamen vor mehr als 20 Jahren auf den Markt und haben seitdem die Welt der Bodenbeläge revolutioniert. Grund dafür ist ihr Verlegungssystem, das inzwischen gang und gäbe ist: die schwimmende Verlegung ohne Kleber.
Heutzutage existieren unzählige Modelle. Das Angebot weitet sich immer weiter aus – dank neuer Drucktechnologien. Das Laminat sieht hochwertigen Materialien wie Holz, Beton, Zementfliesen usw. immer ähnlicher. Bei all den unterschiedlichen Ausführungen und ihren Eigenschaften ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten.
Denken Sie daran, dass Laminat-Fußboden nicht mit Parkett gleichzusetzen ist, auch wenn sie sich manchmal zum Verwechseln ähnlich sehen. Laminatboden besteht nicht aus Edelholz, sondern aus Holzfasern und einer Dekorschicht.
Laminatboden
Beanspruchungsklasse und Abriebklasse
Wie fast alle Bodenbeläge wird auch Laminat-Fußboden in Beanspruchungs- bzw. Nutzungsklassen unterteilt. Diese Klassifizierung gibt eindeutig an, ob der gewählte Bodenbelag zu dem Raum passt, in dem er verlegt werden soll.
Bodenbeläge sind je nach Verschleißschicht, die bei der Herstellung aufgetragen wird, mehr oder weniger widerstandsfähig. Sie halten Abrieb (Abnutzung) durch Kratzer, Schläge (Absätze und Stöße) usw. unterschiedlich gut stand. Je höher die Beanspruchungsklasse ist, desto widerstandsfähiger ist der Bodenbelag.
Gut zu wissen: Die Stärke eines Laminat-Fußbodens hat keinen Einfluss auf seine Abriebfestigkeit. Ein Laminatboden mit hoher Stärke ist nicht automatisch widerstandsfähiger.
Welche Beanspruchungsklasse für welchen Boden?
Klasse | Bodennutzung | Verwendungsbereich |
21 | Geringe Beanspruchung im privaten Bereich – seltene oder zeitweise Nutzung | Schlafzimmer, Innenflure |
22 | Mäßige Beanspruchung im privaten Bereich – normale Nutzung | Wohnzimmer ohne Zugang zum Außenbereich |
23 | Starke Beanspruchung im privaten Bereich – intensive Nutzung | Wohnzimmer mit Zugang zum Außenbereich, Hotelzimmer |
31 | Mäßige Beanspruchung im öffentlichen oder gewerblichen Bereich – seltene oder zeitweise Nutzung | Kleinbüro |
32 | Normale Beanspruchung im öffentlichen oder gewerblichen Bereich – mittlere Nutzung | Bibliothek, Konferenzraum |
33 | Starke Beanspruchung im öffentlichen oder gewerblichen Bereich – intensive Nutzung | Großraumbüro, Treppenhaus, Klassenzimmer, kleines Geschäft |
34 | Sehr starke Beanspruchung im öffentlichen oder gewerblichen Bereich – sehr intensive Nutzung | Mehrzweckhalle, Museum, Apotheke |
41 | Sehr starke Beanspruchung im Industriebereich – sehr intensive Nutzung | Kaufhaus, Geschäft, Cafeteria |
Die Zehnerstelle steht für die Art des Raumes, in dem der Laminat-Fußboden verlegt werden soll:
2 für den privaten Bereich;
3 für den gewerblichen und öffentlichen Bereich;
4 für den industriellen Bereich;
Die zweite Zahl steht für die Beanspruchung, der der Fußboden ausgesetzt ist:
1 für eine mäßige Beanspruchung;
2 für eine normale Beanspruchung;
3 für eine starke Beanspruchung;
4 für eine sehr starke Beanspruchung.
Die häufigsten Beanspruchungsklassen
Die häufigsten Beanspruchungsklassen für Laminat-Fußböden sind die folgenden:
Klasse 23: privater Bereich, intensive Nutzung,
Klasse 31: öffentlicher und gewerblicher Bereich, seltene oder zeitweise Nutzung,
Klasse 33: öffentlicher oder gewerblicher Bereich, intensive Nutzung.
Kurz gesagt reichen für ein Schlafzimmer die Klassen 23/31 vollkommen aus, besonders, weil Sie Ihr Zimmer höchstwahrscheinlich meistens mit Strümpfen statt mit High Heels betreten. In Wohnbereichen sollten Sie auf eine Beanspruchungsklasse von mindestens 23/33 zurückgreifen. Sie haben Haustiere mit Krallen? Wählen Sie die Beanspruchungsklassen 23/33.
Abriebklasse
Die Abriebklasse gibt Auskunft über die Beständigkeit eines Laminatbodens. Hierzu wird dieser über eine Vorrichtung mit Reibrädern bearbeitet. Die Räder schmirgeln das Laminat mit jeder Umdrehung ab. Der Moment, an dem sichtbarer Abrieb am Bodenbelag festgestellt werden kann, wird als Anfangsabriebpunkt (Initialpunkt) bezeichnet und über den IP-Wert ausgedrückt.
Je mehr Umdrehungen bis zum Anfangsabriebpunkt nötig sind, desto höher ist der IP-Wert und desto robuster ist das Laminat.
Die Höhe des IP-Werts bestimmt somit die Abriebklasse.
Abriebklasse | IP-Wert |
AC1 | ≥ 900 Umdrehungen |
AC2 | ≥ 1.500 Umdrehungen |
AC3 | ≥ 2.000 Umdrehungen |
AC4 | ≥ 1.500 Umdrehungen |
Laminat-Fußböden
Maße und Formen von Laminat-Fußböden
Laminat-Bodenbeläge besitzen immer eine festgelegte Länge, im Gegensatz zu Parkett aus Massivholz oder Fertigparkett.
In den meisten Fällen sind die Dielen etwa 190 mm breit und ungefähr 1200 mm lang. Es handelt sich um Standardmaße für diesen Produkttyp. Schmalere Dielen sind zwar auch zu finden, sie werden jedoch immer seltener, da breite Dielen weiterhin im Trend liegen.
Zurzeit kommen immer breitere und längere Dielen auf den Markt. Breiten von 240 mm und Längen von 2 m setzen sich immer mehr durch. Für kleine Räume sind diese Maße allerdings nicht geeignet, da sie diese optisch noch mehr verkleinern würden. Zudem müssen sie oftmals zugeschnitten werden, was zu Materialverlust führt. Große Dielen sind daher eher für große Räume geeignet. Sie bringen ein Zimmer richtig zur Geltung.
Laminat wird meistens mit "Dielen" in Verbindung gebracht, da es sich hierbei um das häufigste Format handelt. Es existiert allerdings auch als Fliese, im quadratischen Format von 600 x 600 mm. In dieser Form ahmt es mineralische Materialien (Beton), Tafelparkett aus Holz (im Versailles-Stil) und sogar Stoff nach
Bodenbeläge
Laminat-Fußboden und seine Muster
Die Auswahl ist endlos, sodass Sie garantiert ein Muster finden werden, das Ihrem Geschmack entspricht! Wie oben schon erwähnt, hat Laminat eine Dekorschicht. Die Hersteller können daher jedes beliebige Muster ausdrucken und für ihren Bodenbelag verwenden. Hier kennt die Fantasie keine Grenzen.
Laminat gibt es in allen möglichen Farben. Einfarbige Modelle liegen nicht mehr im Trend. Sie werden, außer für Kinderzimmer, kaum noch verwendet. Holzimitationen stellen den größten Teil des Angebots dar. Besonders Eichenimitationen in all seinen Varianten sind sehr gefragt: hellgraue oder dunkle Eiche, natürliche Optik, mit oder ohne Knoten, mit Farbunterschieden zwischen einzelnen Dielen, Schwarz oder Weiß, Taupe oder Schokolade – alles ist möglich.
Die originellsten Ausführungen imitieren bunte Zement- oder Keramikfliesen.
Sie werden schnell merken, dass die Hersteller auch aufs kleinste Detail geachtet haben. Sie werden beispielsweise den Eindruck haben, echtes Holz anzufassen, da seine Struktur haargenau nachempfunden wurde. Glatte Designs werden immer seltener. Nur bei preisgünstigem Laminat sind sie noch zu finden.
Spezielles Laminat für Feuchträume
Zu den Feuchträumen zählen die Küche und das Badezimmer. Fußboden-Hersteller haben natürlich auch hier eine Lösung gefunden und bieten spezielle Laminat-Bodenbeläge an.
Es werden immer häufiger Laminat-Fußböden angeboten, die auch für Feuchträume geeignet sind. Gut zu wissen: Sie wurden zwar speziell für Feuchträume entworfen, können aber natürlich auch in Ihrem Wohnzimmer verwendet werden!
Sie besitzen eine wasserabweisende Spezial-Schicht. Diese Schicht ist unabdingbar. Denn auch wenn Laminat nicht aus Edelholz besteht, so können sich die Holzfaserplatten doch mit Wasser vollsaugen und das Laminat verformen.
Achten Sie in der Artikelbeschreibung auf die Bezeichnungen "Feuchtraumlaminat" oder "wasserfest". Sie widerstehen der im Alltag entstehenden Feuchtigkeit in Räumen besser als klassische Laminatböden.
Laminat-Fußboden mit Klick-System
Laminat hat die Verlegungstechnik von Fußböden revolutioniert, und das dank seines einfachen Klick-Systems, das Kleber überflüssig macht. Für gute Heimwerker ist die Verlegung dieses Bodens ein Kinderspiel. Sie sollten dabei jedoch auf einige wichtige Regeln achten.
Der Untergrund sollte eben, trocken und sauber sein. Eine Trittschalldämmung ist unbedingt nötig. Wählen Sie hierbei ein hochwertiges Modell, damit Geräusche effizient abgeschwächt werden. Produkte der unteren Preisklasse sollten Sie meiden.
Sehen Sie am Rand Abstände von mindestens 8 mm vor, da sich das Laminat ausdehnt. Sitzt Ihr Bodenbelag zu nah an einem Element (Türrahmen, Wand, Fliesen usw.), kann es passieren, dass sich die Dielen anheben!
Pflege von Laminatböden: Einfacher geht's nicht
Die Pflege eines Laminat-Fußbodens ist sehr einfach: Es reicht, wenn Sie ihn regelmäßig absaugen oder mit einem Mikrofaser-Putzlappen abwischen. Wasser sollte nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Nutzen Sie in diesem Fall einen voll ausgewrungenen Wischmopp und ein mildes Reinigungsmittel.
Bodenwischer
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Ratgeber verfasst von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Von Laminat und Parkett über Linoleum und PVC bis zu Teppichböden und Fliesen - ich kenne alle Bodenbeläge in- und auswendig. Wie sie hergestellt werden, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften, wie man sie richtig verlegt und pflegt. Im Laufe der Zeit sind mir auf Baustellen viele Fehler aufgefallen, die entweder aus Mangel an Informationen oder fehlendem Verständnis für das Produkt entstanden sind. Bodenbeläge werden ständig weiterentwickelt, sodass selbst Profis ihre Schwierigkeiten haben können, auf dem Laufenden zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen an alle weitergeben. Die Hersteller sind in ihren Angaben oft sehr fachbezogen, nicht jeder versteht ihre Informationen. Verkäufer wiederum wollen oft einfach nur verkaufen und verhalten sich dementsprechend. Mir geht es vor allem darum, ein Produkt verständlich zu machen. Ich möchte es erklären, weil ich es gern tue, und zwar auf unkomplizierte, einfache Art.