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Stromkabel-Farben erkennen: So geht's

Stromkabel-Farben erkennen: So geht's

Bruno, Elektrotechniker, Freiburg

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Bruno, Elektrotechniker, Freiburg

4 Min. Lesezeit
Die Farbkennzeichnung der Adern von Kabeln unterliegen der Norm DIN VDE 0293. Die zurzeit gültige Version dieser Norm stammt aus dem Jahr 2003. In diesem Ratgeber erfahren Sie alle wichtigen Informationen über die Farbkennzeichnungen von Kabeln und Adern, die bei Elektroinstallationen zu finden sind.

Wichtige Eigenschaften

  • Farbkennzeichnungen von Adern und Stromkabeln
  • Farbkennzeichnungen von Adern in Altbauten
  • Leiterzuordnung in Altbauten

Kabel oder Ader – so erkennen Sie den Unterschied

Um die verschiedenen Farbkennzeichnungen besser zu verstehen, sollten Sie zuallererst den Unterschied zwischen einer einfachen Ader und einem Kabel kennen:

  • Eine Ader, auch Leiter genannt, setzt sich aus einem Draht (auch Innenleiter oder Seele genannt), der normalerweise aus Kupfer besteht, sowie einer isolierenden Ummantelung aus PVC zusammen. Die Ader wird immer durch eine zusätzliche Außenhülle geschützt (Leerrohr, Schlauch, Leiste, Kabelkanal).

  • Ein Stromkabel besitzt ebenfalls einen Leiter (aus Kupfer oder Aluminium) und eine farbige, isolierende Ummantelung, aber auch eine Hülle, die es vor Stößen schützt. Im Gegensatz zu einem einfachen Leiter kann ein Kabel ohne zusätzliche schützende Außenhülle verwendet werden. In den meisten Fällen besteht ein Kabel aus mehreren Adern. Manche Kabel besitzen jedoch nur eine Ader (ab einem Querschnitt von 25 m2).

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Kabel

Farbkennzeichnungen von Adern und Kabeln und ihre Bedeutung

Verbindliche Leiterfarben

Die Farben des Neutral- und Schutzleiters sind vorgeschrieben:

  • Neutralleiter: blau;

  • Schutzleiter: zweifarbig grün-gelb.

Empfohlene Leiterfarben

Außen- und Steuerleiter können unterschiedliche Farben besitzen:

  • Außenleiter: in der Regel braun (eventuell schwarz oder grau);

  • Steuerleiter: rosa (andere Farben möglich);

  • Korrespondierende Leiter und andere geschaltete Leiter: orange oder lila.

Gut zu wissen: Jedem Leiter einer Elektroinstallation muss eine spezifische Farbe zugewiesen werden.

Leiterkennzeichnungen bei Kabeln und ihre Bedeutung

Der Kabeltyp lässt sich anhand der Kennzeichnung auf dem Schutzmantel feststellen. Beispiel:

  • 4 G 1,5 mm2

Diese Kennzeichnung schlüsselt sich folgendermaßen auf:

  • 4: Das Kabel besitzt 4 Adern.

  • G: Eine dieser 4 Adern ist ein grün-gelber Schutzleiter. Steht ein X anstelle des G bedeutet das, dass kein grün-gelber Leiter vorhanden ist (Beispiel: 4 X 1,5 mm2).

  • 1,5 mm2: Dieser Wert bezeichnet den Querschnitt des Innenleiters der Ader.

Normierte Farben für Leiter in Kabeln

Anzahl der Leiter im Kabel

Mit grün-gelb (G)

Ohne grün-gelb (X)

1

schwarz

2

blau + braun/schwarz

3 (1,5 et 2,5 mm2)

grün-gelb + blau + braun

blau + braun + schwarz

3 (> 2,5 mm2)

grün-gelb + blau + braun

braun + schwarz + grau

4

grün-gelb + braun + schwarz + grau

blau + braun + schwarz + grau

5

grün-gelb + blau + braun + schwarz + grau

blau + braun + schwarz + grau + schwarz

> 5

schwarz mit weißer Nummerierung + 1 grün-gelb

schwarz mit weißer Nummerierung

Der Neutralleiter trägt in modernen Installationen verbindlich die Farbe Blau. Der Schutzleiter muss grün-gelb gestreift sein. In seltenen Ausnahmefällen, wenn kein Neutralleiter vorhanden ist, kann ein blauer Leiter auch als Außenleiter oder für andere Zwecke verwendet werden.

Bei Kabeln, deren Leiter nummeriert sind, ist der Neutralleiter mit der Zahl "1" gekennzeichnet.

Bei Drehstromleitungen

  • Phase 1: braun

  • Phase 2: schwarz

  • Phase 3: grau

  • Neutralleiter: blau

  • Schutzleiter: grün-gelb

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Sonderfall: Farbkennzeichnung von Adern in Altbauten

Bevor die heute verbindliche Norm DIN VDE 0293 in Kraft trat, waren folgende Farbcodierungen gebräuchlich:

  • Außenleiter: schwarz oder braun;

  • Neutralleiter: grau oder hellblau;

  • Schutzleiter: grün-gelb oder rot.

Die grün-gelbe Kennzeichnung für Schutzleiter ist seit dem 1. Dezember 1965 vorgeschrieben und darf nicht für andere Leiter verwendet werden.

Da Sie bei diesen vielen verschiedenen Leiterfarben schnell den Durchblick verlieren können, sollten Sie hier einen erfahrenen Elektriker zu Rate ziehen.

Es ist möglich, alte Leitungen mit den heute vorgeschriebenen Farbcodes zu kennzeichnen. Benutzen Sie hierfür einfach farbiges Isolierband. Noch besser eignen sich farbige Schrumpfschläuche (achten Sie aber darauf, die isolierende Außenhülle nicht zu verbrennen).

Denken Sie vor allen Eingriffen daran, den Strom abzuschalten. Stellen Sie danach sicher, dass die Elektroinstallation spannungsfrei ist, um jegliche elektrische Gefährdungen auszuschließen.

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Leitungen

Leiterfunktionen bei Altbauten identifizieren

Um die Farbkennzeichnung der Leiter einer älteren Installation zu identifizieren, benötigen Sie ein Multimeter und müssen wie folgt vorgehen:

  1. Wählen Sie die Funktion Wechselspannung (V~) aus und einen Wert (Nennwert), der über 230 V liegt.

  2. Schließen Sie die Kabel des Multimeters an folgende Buchsen an: "COM" (schwarzes Kabel) und "VΩ" (rotes Kabel).

  3. Nutzen Sie elektrisch isolierende Schutzhandschuhe (diese sind mit zwei übereinanderliegenden Dreiecken gekennzeichnet, dem Symbol für isolierendes Material).

  4. Messen Sie an einer Steckdose nacheinander die Spannung zwischen den beiden Leitern und der Erdung (ziehen Sie einen freiliegenden Leiter von einer Erdverbindung, wenn die Steckdose keinen Schutzkontakt besitzt). Die Leiterart wird folgendermaßen festgestellt:

  • Liegt der Wert bei etwa 230 V, handelt es sich um einen Außenleiter.

  • Liegt der Wert bei etwa 0 V, handelt es sich um einen Neutralleiter (keine Potentialdifferenz, da der Neutralleiter über das Stromnetz geerdet ist). Bitte denken Sie daran, dass nur befugte Personen Arbeiten an Elektroinstallationen ausführen sollten. Bitte beachten Sie die Gesetze und Verordnungen. Am besten lassen Sie Elektroarbeiten von einer ausgebildeten Fachkraft ausführen.

 

Ratgeber verfasst von:

Bruno, Elektrotechniker, Freiburg

Ich bin seit nunmehr fast 35 Jahren als leitender Elektrotechniker tätig und war auch nie in einer anderen Branche unterwegs. Den Start machte eine Stelle als Planer, die ich 10 Jahre lang in einem Unternehmen für Elektrotechnik ausübte. Anschließend arbeitete ich in derselben Branche als Ausbilder, wo ich Ausbildungen zum Elektriker und Planzeichner entwickelt und geleitet habe. Ich kenne die gängigsten elektrischen Normen und führe auch Schulungen über elektrische Risiken durch. Mein Beruf findet sogar in meiner Freizeit Einzug. So habe ich sogar schon die Elektroinstallation einer Berghütte komplett erneuert. Deshalb ist es selbstverständlich und eine große Freude, mein Wissen zu teilen, indem ich für ManoMano technische Ratgeber schreibe.

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