
Alles über energieeffiziente Lüftungsanlagen
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden
Lüftungsanlage im Haus: Funktion
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist bei Neubauten und im Zuge von energetischen Sanierungen unerlässlich. Sie leitet nicht nur Feuchtigkeit ab, sondern sorgt für Luftaustausch. Dies ist wichtig, da abgestandene Luft auf verschiedene Weise verschmutzt sein kann: beispielsweise durch Schimmel, Tierhaare, Schadstoffe (VOC) oder Feinpartikel aus Küche und Kamin. Eine zentrale Lüftungsanlage trägt somit zur Gesundheit der Bewohner des Hauses bei und schützt die Bausubstanz. Sie verbessert die Energiebilanz des Hauses und verhindert Wärmeverluste.
Für den Luftaustausch ist es unerlässlich, den Wohnraum täglich zu lüften. Leider reicht diese Maßnahme jedoch nicht immer, besonders, wenn es sehr kalt ist oder der Raum keine Fenster besitzt.
Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) sorgt für ein gesundes Raumklima. Frischluft wird zugeführt und Abluft mit den oben aufgeführten schädlichen Substanzen, die durch unsere täglichen Aktivitäten entstehen, abgeleitet. Eine KWL verhindert auch schlechte Luft im Wohnraum sowie die Entstehung von Schimmel, da sie die Luftfeuchtigkeit reguliert. Und das alles, ohne, dass der Raum abkühlt.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung garantiert, dass das Haus atmen kann. Für Neubauten und bestimmte renovierte Altbauten sind eine KWL und das Erstellen eines Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6 Pflicht.
Welche Arten von KWL gibt es?
Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung stechen zwei Systeme besonders hervor: zentrale Abluftanlagen und zentrale Zu- und Abluftanlagen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über ihre technischen Merkmale und ihre Funktionsweisen.
Zentrale Abluftanlage
Zentrale Abluftanlagen sind der Mindeststandard. Sie sind in zwei Ausführungen erhältlich:
Einfache Abluftanlagen. Sie laufen konstant, verbrauchen viel Energie und führen zu Wärmeverlusten.
Feuchtegeregelte Abluftanlagen. Ihr Betrieb wird anhand einer Führungsgröße, der Luftfeuchtigkeit, geregelt. Sie verbrauchen weniger Energie.
Zentrale Zu- und Abluftanlagen
Zentrale kombinierte Zu- und Abluftanlagen sind leistungsfähiger als klassische Abluftanlagen. Sie sind in drei Ausführungen erhältlich:
Einfache zentrale Zu- und Abluftanlagen. Sie saugen Abluft ab und führen Frischluft zu. Dabei arbeiten sie durchgängig. Sie sind recht günstig, verbrauchen aber viel Energie.
Feuchtegeregelte zentrale Zu- und Abluftanlagen. Je nach Luftfeuchtigkeit saugen sie Abluft ab und führen Frischluft zu. Daher laufen sie nicht permanent und sind sparsamer.
Wärmepumpen mit Lüftungsanlage. Sie saugen Abluft ab und führen gleichzeitig Luft zu, die dank einer Wärmepumpe auf 25 °C erwärmt wurde. Sie kosten dreimal mehr als die anderen Modelle, sind jedoch auch hochwertiger.
Es wird empfohlen, mindestens eine zentrale feuchtegeregelte Abluftanlagen zu installieren.
Abluftanlagen: der Mindeststandard
Eine einfache Abluftanlage saugt permanent Abluft im Innenbereich an und leitet sie nach außen. Dank eines Motors mit Ventilator oder Propeller saugt das Lüftungsgerät die Abluft über Abluftdurchlässe in Räumen des Hauses an, in denen hohe Luftfeuchtigkeit herrscht (Küche, Badezimmer, WC, Waschküche). Diese wird über ein Kanalnetz nach außen geführt. Die Frischluft strömt ganz einfach durch Zuluftdurchlässe über den Fenstern oder Türen nach.
Um den Mindestluftvolumenstrom Ihrer Anlage zu bestimmen, reicht es, das Gesamtvolumen Ihres Hauses zu berechnen und diesen Wert durch 24 zu teilen. So erfahren Sie, wie viel Luft innerhalb von 24 Stunden ausgetauscht werden muss.
Einfache Abluftanlage
Eine einfache Abluftanlage ohne Feuchteregelung ermöglicht einen permanenten Luftaustausch mit konstantem Luftvolumenstrom. Ihr Aufbau ist sehr einfach und sie kostet nicht viel. Sie weist eine lange Lebensdauer auf und muss nur wenig gewartet werden. Da der Ventilator ohne Rücksicht auf die Luftfeuchtigkeit konstant läuft, verbraucht diese Anlage viel Strom.
Es ist möglich, dass es zu Zugluft kommt.
Feuchtegeregelte Abluftanlage
Eine feuchtegeregelte Abluftanlage ist genauso aufgebaut wie eine einfache Anlage. Sie ist allerdings dazu in der Lage, sich an die Luftfeuchtigkeit im Innenbereich anzupassen. Die Belüftung wird automatisch ein- und ausgeschaltet und abhängig von der Luftfeuchtigkeit reguliert. Die Abluftdurchlässe öffnen sich dann mehr oder weniger weit. Eine feuchtegeregelte Abluftanlage vermindert Wärmeverluste und spart Strom. Feuchtegeregelte Abluftanlagen gliedern sich in zwei Untergruppen: Abluftanlagen mit oder ohne feuchtegeführte Zuluftelemente.
Feuchtegeregelte Abluftanlagen ohne feuchtegeregelte Zuluftelemente
Feuchtegeregelte Abluftanlagen können mit einfachen Zuluftelementen ohne Feuchteregelung funktionieren. Dieser Aufbau wird oft bei Renovierungen von Mehrfamilienhäusern sowie in Bürobauten verwendet.
Feuchtegeregelte Abluftanlagen mit feuchtegeregelten Zuluftelementen
Diese Anlagen besitzen sowohl feuchtegeführte Abluftdurchlässe als auch feuchtegeführte Zuluftelemente. Da der Luftaustausch nur dann stattfindet, wenn er nötig ist, werden Wärmeverluste vermindert und Strom gespart, was die Energierechnung insgesamt senkt.
Zu- und Abluftanlagen: Wärmeverluste vermindern
Wie der Name schon verrät, besteht eine zentrale Zu- und Abluftanlage aus zwei Kanalnetzen: ein Netz saugt die Abluft ab und leitet sie nach außen, ein zweites Netz saugt Frischluft an und erwärmt den Wohnraum. Die beiden Kanalnetze (innen, außen) kreuzen sich im Wärmetauscher der Anlage. Dort wird die Wärme der Abluft an die Frischluft von außen abgegeben. Dies hat mehrere Vorteile. Die angesaugte Zuluft erwärmt sich und erhöht den Wärmekomfort des Wohnraums erheblich. Gleichzeitig werden Heizkosten gespart (Wärmerückgewinnung). Diese Vorteile überwiegen die Tatsache, dass eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung mehr Strom verbraucht als eine einfache Abluftanlage.
Zu- und Abluftanlage mit oder ohne Feuchteregelung
Wie eine Abluftanlage kann auch eine Zu- und Abluftanlage feuchtegeführt sein oder einen konstanten Luftvolumenstrom besitzen. Eine bedarfsgeführte Lüftung hat den Vorteil, sich an die Luftfeuchtigkeit des Innenraums anzupassen. Die Vor- und Nachteile sind die gleichen: Feuchtegeregelte Wohnraumlüftungen sparen Strom und bieten höheren Komfort, kosten jedoch auch mehr.
Wärmepumpe mit Lüftungsanlage
Bei diesem System wird die Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmepumpe kombiniert. Die Wärmepumpe bezieht die Energie zum Aufwärmen der Frischluft hier nicht aus der Außenluft, sondern aus der Abluft des Wohnhauses. Dieses System wird auch als Luftheizung mit Wärmepumpe und Lüftungsanlage bezeichnet. Es gewährleistet die Lüftung, die Heizung und oft auch die Kühlung des Hauses im Sommer. Bei der Wärmepumpe mit Lüftungsanlage handelt sich daher um das Nonplusultra der kontrollierten Wohnraumlüftung. Sie eignet sich insbesondere für Passivhäuser. Dafür ist dieses System jedoch auch recht teuer.
Wärmepumpen mit Lüftungsanlagen werden in Nordeuropa schon lange verwendet. Sie sind leistungsstark und gleichzeitig sparsam.
Staatliche Förderungen für energieeffiziente Lüftungsanlagen
Energieeffiziente Lüftungsanlagen, die den Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie gerecht werden, können als Einzelmaßnahme oder im Zuge einer energetischen Komplettrenovierung gefördert werden. Um mehr über Förderprogramme für energetische Sanierungsmaßnahmen zu erfahren, lesen Sie unseren Ratgeber: Förderungen für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick
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Ratgeber verfasst von:
Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden
Nach meiner Zeit bei mehreren Fernsehsendern entschied ich mich, als freischaffende Journalistin und Herausgeberin zu arbeiten. Meine Interessen und auch meine Texte gehen in die verschiedensten Richtungen: Ich liebe das Dekorieren und das Heimwerken genauso sehr wie historische oder wissenschaftliche Themen. Meine Artikel für ManoMano sind voller Tipps aus dem Bereich Deko und DIY, die ich in meinem alten Haus, das ich eigenhändig saniere, ausprobiert habe.