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Energetische Sanierung: ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz

Energetische Sanierung: ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

7 Min. Lesezeit
Die energetische Sanierung oder Modernisierung umfasst Arbeiten, die die Energieeffizienz von Wohnungen und Wohngebäuden verbessern. Eine energetische Modernisierung, bzw. Sanierung Ihres Zuhauses hilft Ihnen, Geld zu sparen, verbessert Ihren Wohnkomfort, wertet Ihre Immobilie auf und reduziert Ihren CO₂-Fußabdruck, indem Sie Ihren Energieverbrauch senkt.

Alles über energetische Sanierung

Bau und Nutzung von Gebäuden sind in Deutschland für rund 30 % des CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Die energetische Sanierung ist eine hervorragende Maßnahme, um Energie zu sparen und die CO₂-Bilanz einer Immobilie zu reduzieren. Ganz zu schweigen vom Austausch energieintensiver Heizungs- und Warmwasseranlagen, die ca. 85 % des Energieverbrauchs in deutschen Privathaushalten ausmachen und für ein Drittel der CO₂-Emissionen verantwortlich sind.

Angesichts der Dringlichkeit der drohenden Klimakatastrophe, werden weltweit Gesetze erlassen, um den Anstieg der Temperatur auf unter 2° C zu begrenzen. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt zu reduzieren. Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein wichtiger Faktor für grünes Wachstum. Aktuelle Zahlen aus der Wissenschaft sind alarmierend und erfordern ein unmittelbares Handeln von Regierung, Industrie und Bevölkerung. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit beträgt der durchschnittliche Temperaturanstieg 1.1° C und der durchschnittliche Meeresspiegel ist um 9 cm gestiegen.

Schlüsselzahlen zur energetischen Sanierung und Energiewende

Was versteht man unter energetischer Sanierung?

Energetische Sanierung bedeutet bauliche Verbesserungen an einem Gebäude oder einer Wohnung vorzunehmen, um den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu verringern. Sie konzentriert sich auf die größten energetischen Schwachstellen oder Energieverbraucher in Gebäuden. Gängige energetische Maßnahmen sind die Wärmedämmung von Dach und Wänden, Fensterwechsel, Installation einer Wärmepumpe und/ oder Warmwasser-Wärmepumpe und anderen Modernisierungen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Wohnraums.

Ein energieeffizientes Haus nutzt idealerweise auch erneuerbare Energien, um den fossilen Energieverbrauch und die CO₂-Bilanz zu auf ein Minimum zu senken.

Was sind die Vorteile einer energetischen Sanierung?

Die energetische Sanierung ist ein wichtiger Baustein für ein klimaneutrales Deutschland, denn Gebäude sind für rund 30 % der Treibhausgasemission verantwortlich. Neben der ökologischen Notwendigkeit hat die energetische Sanierung des Wohnraums vier weitere Vorteile:

  1. Reduzierung des Energieverbrauchs: ein gut isoliertes Haus benötigt weniger Heizung, da die Wärmeverluste minimal sind.

  2. Finanzielle Einsparungen: weniger und effizienter heizen bedeutet konkret weniger hohe Rechnungen.

  3. Verbesserung des Wohnkomforts: gesündere Luft und eine gleichmäßigere Temperatur in der Wohnung verbessern das Wohlbefinden der Bewohner.

  4. Aufwertung der Immobilie: eine Wohnung mit einem guten Energieausweis gewinnt an Wert.

Energetische Sanierung und Energiewende

Die energetische Sanierung ist eine von vielen Maßnahmen, die Teil eines größeren Projekts sind: der Energiewende.

Die Energiewende baut auf Energieeffizienz, Energieeinsparungen und den Einsatz von erneuerbaren Energien auf.

Die Bundesregierung plant, den Primärenergieverbrauch bis 2050 zu halbieren (im Vergleich zu 2008). Dazu gilt es

  • das Energieeinsparpotenzial in Wirtschaft und Gesellschaft voll auszuschöpfen,

  • die Energieeffizienz zu verbessern

  • und die Energieversorgung von Wirtschaft und Gesellschaft aus regenerativen Energiequellen zu stemmen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.

Was sind die Ziele der Energiewende?

Die Energiewende soll einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. In Übereinstimmung mit dem Pariser Abkommen hat Deutschland im November 2016 den Klimaschutzplan 2050 ins Leben gerufen und dieses im September 2019 durch das Klimaschutzprogramm 2030 ergänzt. Mit dem im Dezember 2019 verabschiedeten Bundes-Klimaschutzgesetz wurde die Verringerung der gesamten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 % (im Vergleich zu 1990) gesetzlich festgeschrieben. Die Einsparung ergibt sich aus der Senkung der Emissionen verschiedener Sektoren:

  1. Verringerung der Treibhausgasemissionen in der fossilen Energieversorgung um 61 bis 62 %.

  2. Die Industrie soll ihre Emissionen um 49 bis 51 % senken.

  3. Im Gebäudebereich soll die Minderung bis zum Jahr 2030 sogar 66 bis 67 % betragen.

  4. Und im Verkehrsbereich sollen die Emissionen um 40 bis 42 % gesenkt werden.

  5. In der Landwirtschaft werden 31 bis 34 % Senkung angestrebt.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).

Wie energetische Sanierung die Erderwärmung begrenzen kann

Auf dem Weg zur CO₂-Neutralität...

Energieeffiziente Gebäude spielen eine zentrale Rolle für das Ziel der CO₂-Neutralität bis 2050, da sie rund ein Drittel des CO₂-Ausstoßes von Deutschland ausmachen. Der Bau und die Nutzung von Gebäuden verursachen:

  • rund 30 % der CO₂-Emissionen ;

  • rund 25 % des Endenergieverbrauchs (Stand 2018).

Fokus auf die Energiebilanz von Gebäuden

Energie­beratung für Wohn­gebäude

Eine Energieberatung für Wohngebäude zielt darauf ab, den energetischen Ist-Zustand einer Immobilie zu ermitteln. So können Schwachstellen eines Hauses oder einer Wohnung erkannt und mögliche Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen geplant werden, die zu einer Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes beitragen. Die Energieberatung ermöglicht Ihnen also, sich einen Überblick über die aktuelle Energiebilanz Ihrer Immobilie, die Entwicklungsmöglichkeiten, die Kosten notwendiger Sanierungen und die dadurch zu erwarteten Einsparungen zu machen.

Eine professionelle Energieeffizienzberatung ermöglicht die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans, in dem festgehalten wird, wie Sie Ihr Zuhause Schritt für Schritt oder durch eine Komplettsanierung energieeffizienter machen.

Wer kann eine Energieberatung durchführen?

Qualifizierter Energieeffizienz-Berater haben das notwendige Know-how, um Sie bei Ihrem energetischen Sanierungsprojekt zu unterstützen, das heißt ein Sanierungs­konzept mit Ihnen zu erstellen und Sie über das gesamte Projekt hinweg zu begleiten. Zudem wird die Dienstleistung staatlich gefördert.

Gut zu wissen: Nur die Energieeffizienz-Experten, die auf der Seite der dena (Deutsche Energie-Agentur) gelistet sind, werden vom Staat gefördert: https://www.energie-effizienz-experten.de/

Wann sollte eine Energiebilanz durchgeführt werden?

Die Energiebilanz sollte im Vorfeld eines energetischen Sanierungsprojekts durchgeführt werden. Neben der Ermittlung von Schwachstellen und Energieverlusten des Gebäudes ermöglicht sie, Prioritäten in der Sanierung zu setzen und einen Plan für die zu ergreifenden Maßnahmen festzulegen.

Was kostet eine Energieberatung?

Für eine Privatperson liegen die Kosten einer Energieberatung zwischen 500 und 1000 €. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst Energieberatungen und energetische Sanierungen.

Energiekosten senken mit Energieeffizienz

Energetische Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten haben einen positiven Einfluss auf das Klima, sie reduzieren die Energiekosten des Haushalts und verbessern gleichzeitig den Wohnkomfort.

Nach einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2020 konnten 9 % der Deutschen, nach eigenen Angaben, aus finanziellen Gründen nicht angemessen heizen.

Welche Maßnahmen zählen zur energetischen Sanierung oder Modernisierung?

Sehen wir uns die 5 wichtigsten Maßnahmen in der energetischen Gebäudesanierung genauer an. Alle sind unverzichtbar, aber nicht alle haben die gleichen Auswirkungen auf die Umwelt, Ihren Komfort und Energieverbrauch.

Wärmedämmung

Die Wärmedämmung spielt eine zentrale Rolle in der energetischen Sanierung. Sie umfasst die Isolierung von Dachboden, Geschossdecke, Außenwänden und Kellerdecken. Die durchschnittlichen Wärmeverluste durch das Dach liegen bei 25 bis 30 %, durch Außenwände bei 20 bis 25 % und durch Kellerdecken bei 7 bis 10 %.

Fenster und Außentüren

Fenster und Außentüren, wie Haustüren, Terrassen- und Balkontüren, können Wärmeverluste zwischen 10 und 15 % verursachen.

Warmwasserproduktion

Die Warmwasserproduktion entsprach 2018 ganzen 15,9 % des Energieverbrauchs privater Haushalte. Warmwasseranlagen, die sich für die energetische Sanierung eignen, sind solare Warmwasserbereiter, Warmwasser-Wärmepumpen und Systeme, die an Biomasseheizungen wie Öfen und Heizkessel gekoppelt sind.

Heizungsanlagen

Das Heizsystem ist zusammen neben der Wärmedämmung ein Schlüsselelement einer erfolgreichen energetischen Sanierung. 2018 wendeten privaten Haushalte mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs zum Heizen von Räumen auf. Zu den kompatiblen Heizungen gehören Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Heizanlagen, die mit Solarthermie unterstützt werden.

Lüftungsanlagen

Eine gute Belüftung ist unentbehrlich für die Erneuerung von abgestandener Luft und die Ableitung von Feuchtigkeit. Eine falsch gewählte, falsch eingestellte oder nicht gewartete Lüftungsanlage kann bis zu 25 % Wärmeverlust verursachen. Zur kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL), die sich für die energetische Sanierung eignen, gehören Abluftanlagen und Zu- und Abluftanlagen. Letztere leiten die Wärme der Abluft in den Wohnraum zurück und sind dadurch besonders energieeffizient.

Labels für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick

Labels und Zertifizierungen dienen der Orientierung und garantieren das Qualitätsniveau eines Produkts oder einer Dienstleistung. Sie sind essenziell für die energetische Sanierung und können von öffentlichen und/oder privaten Einrichtungen ausgestellt werden.

Lesen Sie unseren Ratgeber Labels für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick

Förderungen für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick

Die Modernisierung und Sanierung von Wohngebäuden wird staatlich gefördert. Es gibt zahlreiche Förderprogramme vom Staat, Bundesländern oder Kommunen. Je nach Programm bekommen Sie einen direkten Investitionszuschuss oder einen zinsvergünstigten Kredit. Auch Steuerermäßigungen sind möglich. Gut zu wissen: Zuschüsse und Kredite müssen immer vor Beginn der Sanierungsarbeiten beantragt werden. Steuerermäßigungen sind auch nach Abschluss des Sanierungsprojekts möglich, wenn Sie sich die Arbeiten von einem Fachbetrieb oder einem qualifizierten Energieberater bescheinigen lassen.

In unseren Ratgeber Förderungen für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick erfahren Sie mehr.

 

Ratgeber verfasst von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.

Der Spezialist für Heimwerk, Haus und Garten

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