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Apfelbäume richtig schneiden

Apfelbäume richtig schneiden

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

4 Min. Lesezeit
Ein Apfelbaum muss, abgesehen von hochstämmigen Bäumen, geschnitten werden, damit er jedes Jahr viele Früchte von guter Qualität produzieren kann. Man braucht aber kein versierter Obstbauer zu sein, um gute Resultate zu erzielen. Es gilt nur, einige Grundregeln beim Pflege- und beim Fruchtschnitt zu beachten.

Wichtige Eigenschaften

  • Entfernen unerwünschter Zweige
  • Die richtige Zeit für den Schnitt
  • Fruchtschnitt
  • Wundverschluss und Entsorgung des Schnittguts

Apfelbäume schneiden – warum und wann?

Bei kleinförmigen Apfelbäumen (Spindel, Trichter) und Spalierbäumen ist der Schnitt aus mehreren Gründen notwendig:

  • Sicherstellen einer regelmäßigen Fruchtbildung;

  • Erhalten der künstlichen Baumform und Erleichtern der Ernte, indem man die Höhe durch wiederholtes Schneiden begrenzt;

  • durch Auflockern der Baummitte begünstigt man das Eindringen des Sonnenlichts und somit den Reifeprozess der Früchte;

  • durch Auslichten der Krone lässt sich die Ausbreitung von bestimmten Krankheiten begrenzen.

Der Schnitt erfolgt während der Vegetationsruhe, möglichst im späten Winter von Mitte Februar bis Ende März, sofern es nicht friert.

So geht's

Beim Schneiden eines Apfelbaums sollte man idealerweise die wichtigsten Knospenarten (Holzknospen, Blütenknospen, Stachelknospen) und wenn möglich die Hauptastarten (Fruchttrieb, Fruchtspieß, Langtrieb, Buketttrieb) kennen. Vor allem, wenn es darum geht, die Fruchtbildung anzuregen, ist es wichtig, die Blütenknospen richtig zu erkennen.

Benötigte Zeit

Etwa 1 Std. pro Baum.

Personenanzahl 

Eine Person

Arbeitsschritte

  1. Entfernen unerwünschter Zweige im Inneren der Baumkrone

  2. Fruchtschnitt

  3. Wundverschluss und Entsorgung des Schnittguts

Werkzeuge und Verbrauchsmaterial 

  • Trittleiter (falls erforderlich, je nach Baumgröße)

  • Gartenschere

  • Astschere (oder Baumschere)

  • Astsäge

  • Alkohol zum Sterilisieren der Werkzeuge

  • Wundverschlusskitt

  • Handschuhe (optional)

Einen Apfelbaum schneiden

1. Entfernen unerwünschter Zweige im Inneren der Baumkrone

Entfernen Sie Zweige, die nach innen zur Baumkrone wachsen.

Wenn sich Zweige kreuzen, behalten Sie jene, die nach außen gerichtet sind, und entfernen Sie die anderen.

Schneiden Sie an der Basis alle Zweige ab, die vertikal wachsen: Es sind „Wasserschosse“,, kräftige Zweige, die nur Holz und keine Früchte hervorbringen.

Entfernen Sie tote Zweige und auch solche, die beschädigt oder geschwächt sind. Bewahren Sie bevorzugt kurze und kräftige Zweige. Die Früchte profitieren mehr vom Pflanzensaft, wenn sie nahe an den Hauptästen wachsen. Dadurch werden sie größer und schmackhafter als die Früchte, die sich am Ende eines langen Zweigs befinden.

2. Der Fruchtschnitt

Hierbei arbeitet man sich durch die gesamte Krone und schneidet alleeinjährigen Triebe (diejenigen, die im letzten Jahr gewachsen sind) oberhalb der dritten Knospe, von der Zweigbasis aus gezählt, ab. Zählen Sie nur die deutlich sichtbaren Knospen.

Falls die dritte Knospe nicht nach außen zeigt, schneiden Sie den Zweig oberhalb der zweiten oder der vierten Knospe. Diese Maßnahme verhindert, dass in den nächsten Jahren Zweige ins Innere des Baumes wachsen und früher oder später entfernt werden müssen.

Der Schnitt erfolgt etwa 0,5 cm oberhalb der Knospe, und zwar schrägvon der Knospe weg gerichtet.

Die Baumkrone sollte am Ende eine gleichmäßige, ausgewogene Form mit einer regelmäßigen Verteilung der Äste haben.

Sonderfall hochstämmige Bäume

Bei den großen hochstämmigen Baumformen (Hoch- oder Halbstamm) ist ein Schnitt nicht unbedingt nötig, um Früchte zu erhalten. Zudem ist er schwierig durchzuführen. Er wird höchstens alle vier bis fünf Jahre vorgenommen, um die Krone zu lichtenDabei werden kranke oder schlecht gewachsene Äste entfernt.

Bei diesen Bäumen erfolgt die Fruchtbildung häufig an Ästen, die sich auf natürliche Weise biegen, wodurch der Saftfluss verlangsamt wird, was wiederum zur Bildung von Blütenknospen an der Biegung führt.

3. Wundverschluss und Entsorgung des Schnittguts

Wenn Sie Äste mit einem Durchmesser von über 4 cm schneiden, sollten Sie anschließend ein Wundverschlussmittel auf die Schnittfläche geben, um das Eindringen von Krankheitserregern, insbesondere Pilzen, zu verhindern.

Wundverschlussmittel sind im Handel erhältlich, aber Sie können auch selbst eines herstellen, indem Sie Wasser, tonhaltige Erde und einige Löffel Speiseöl miteinander vermischen. Sie können auch ein Fungizid wie Kupferkalkbrühe dazugeben.

Wenn Sie mit den Schnittarbeiten fertig sind, lassen Sie die abgeschnittenen Zweige nicht am Baum liegen. Sie tragen oft überwinternde Formen von Krankheitserregern oder Schädlingsinsekten in sich, die in der folgenden Saison wieder auftauchen. Verbrennen Sie die Zweige, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.

Tipp für den Schnitt

Prinzipiell können Apfelbäume von Dezember bis Märzaußerhalb der Frostperiode geschnitten werden.

Bei einem späten Schnitt im März kurz vor Beginn der Vegetationsphase haben sich die Knospen bereits zu Holzknospen, Blütenknospen oder Stachelknospen ausdifferenziert, was die Arbeit für den Hobbygärtner erheblich erleichtert. Zudem heilen Schnittwunden besser, wenn man erst schneidet, sobald der Pflanzensaft wieder steigt.

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, müssen Sie die Klingen aller verwendeten Werkzeuge mit Alkohol sterilisieren. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bevor Sie zu einem anderen Baum wechseln, um keine Krankheiten zu übertragen. Vergessen Sie nicht, anschließend Ihr Werkzeug mit einem Lappen abzuwischen.

 

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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