
Pflanzen schneiden: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Schnittarten
- Zweck des Schnitts
- Zeitpunkt für den Schnitt
- Schnitttechniken
Die verschiedenen Schnittarten je nach Zweck
Der Aufbauschnitt
Der Aufbauschnitt zielt darauf ab, einer Pflanze die gewünschte Form zu geben.
Zierpflanzen, die aus rein ästhetischen Gründen geschnitten werden: Heckenschnitt, Formschnittkunst.
Obstbäume, für die eine bestimmte Form gewünscht ist: Spindelkrone, Tellerkrone usw.
Außerdem lässt sich mit einem Aufbauschnitt der Höhenwuchs von Bäumen begrenzen und in einigen Fällen die Ernte der Früchte erleichtern, z. B. durch eine Trichterkrone oder eines Längskrone.
Der Erhaltungsschnitt
Mit einem Erhaltungsschnitt möchte man vor allem das gute Aussehen und die Gesundheit der Pflanze bewahren. An Bäumen wird ein solcher Schnitt hauptsächlich im Winter vorgenommen. Dabei werden tote oder kranke Teile, Äste, die sich kreuzen oder in das Innere der Kronen wachsen, sowie Wasserschosse und Jungtriebe entfernt.
Der ausgelichtete Baum erhält jetzt mehr Licht und wird nicht so schnell von Schädlingen und Krankheiten befallen. Bei blühenden Sträuchern sorgt ein Erhaltungsschnitt dafür, dass die Pflanzen ergiebig blühen können.
Das Entfernen von verwelkten Blüten fördert die Bildung neuer Blütenknospen und verlängert die Blütezeit. Die Pflanze konzentriert ihre Energie auf die Bildung neuer Blüten, anstatt sie für die Produktion von Samen zu verwenden.
Das jährliche Schneiden der Blütenstauden mehrjähriger Pflanzen nach der Blüte verhilft zu einem schöneren und dichteren Wuchs. Bestimmte Sträucher mit farbigem Laub oder Holz (Weiden, Kornelkirsche) profitieren davon, wenn sie jedes Jahr zum Winterende kurz geschnitten werden. Ihre hübschen Farben kommen im folgenden Frühling besser zur Geltung.
Der Verjüngungsschnitt oder Rückschnitt
Ein Baum oder Strauch vergreist ab einem bestimmten Alter, doch durch den Rückschnitt der Krone können Sie die gesunden Teile erhalten und sein Leben verlängern. Sie können bei einem Rückschnitt auch die alten Äste an der Basis schneiden und so das Wachstum der Jungtriebe fördern. Diese Vorgehensweise eignet sich gut für Pflanzen wie Akazie, Flieder, Olive, Magnolie, Kamelie oder Klebsamen. Laubhecken sollten ein Jahr nach ihrer Pflanzung zurückgeschnitten werden. Das regt die Sträucher an, sich an der Basis zu verzweigen und einen dichten Wuchs zu bilden.
Die Besonderheiten eines Fruchtschnitts
Der Fruchtschnitt unterscheidet sich grundlegend von den anderen Schnittarten, denn sein Zweck besteht darin, Stress im Obstbaum zu erzeugen und ihn dadurch zur Produktion vieler Früchte anzuregen. Es gibt 2 wesentliche Arten dieses Schnitts, die eine verstärkte Fruchtbildung zum Ziel haben.
Der Winterschnitt
Er erfolgt während der Vegetationsruhe der Pflanze und wird von vielen als der wichtigste Schnitt angesehen. Ein schlecht durchgeführter Schnitt, der z. B. zu intensiv ist, kann ein bis zwei Jahre lang zu einer deutlich niedrigeren Fruchtproduktion führen. Für diesen Schnitt muss man die verschiedenen Knospenarten unterscheiden können.
Der Grünschnitt oder Sommerschnitt
Im Gegensatz zum Winterschnitt wird der Grünschnitt bei voller Vegetation und aktivem Wachstum der Pflanze durchgeführt. Dabei entfernt man das Ende von blattreichen Zweigen, damit die Früchte besser mit Saft versorgt werden und mehr Sonnenlicht erhalten.
Geeignete Werkzeuge zum Schneiden von Pflanzen
Für den Schnitt blühender Pflanzen, Stauden, Bäume und Sträucher benötigen Sie das richtige Werkzeug:
Gartenschere: Verwenden Sie für saubere Schnitte gut geschärfte Schnittwerkzeuge. Desinfizieren Sie die Klingen von Zeit zu Zeit mit Brennspiritus.
Astschere, Baumschere oder Entaster: Einige Modelle verfügen über ein Kraftübersetzungssystem, sodass Sie mühelos große Ästen schneiden können.
Astsäge oder Fuchsschwanz.
Heckenschere: zum Schneiden von Büschen oder kleinen Hecken.
Elektrische oder benzinbetriebene Heckenscheren: zum Schneiden größerer Hecken.
Schneiden Sie etwa 5 mm oberhalb einer Knospe oder eines Zweiges, denn dies fördert die Heilung.
Schneiden Sie senkrecht stehende Zweige schräg ab, damit das Regenwasser nicht auf die darunter wachsende Knospe läuft.
Heckenscheren
Welche Pflanzen einen Schnitt benötigen
Blühende Sträucher
Frühblühende Sträucher (Forsythien, Flieder) blühen auf dem Holz des Vorjahres. Sie werden daher erst nach der Blüte, also zum Ende des Frühlings geschnitten. Dies gibt der Pflanze Zeit, ihre Stängel auszubilden, die im folgenden Jahr blühen werden.
Sommerblühende Sträucher (Bartblumen, Desmodium) blühen auf dem Holz des aktuellen Jahres. Sie werden zum Winterende geschnitten, was das Wachstum des jungen Holzes im Frühling fördert: Auf diesem Holz entstehen die Blüten.
Heckensträucher
Der Schnitt erfolgt, wenn die Pflanzen ihr Jahreswachstum beendet haben. Heckensträucher haben jedoch zwei Wachstumsperioden im Jahr: eine im Frühjahr und eine im Spätsommer. Deshalb ist es am besten, ein erstes Mal im Mai und ein zweites Mal im September oder Anfang Oktober zu schneiden. Aber natürlich können Sie ihre Hecken auch öfter schneiden.
Stauden
Mehrjährige Pflanzen (Aster, Schafgarbe, Salbei, Flammenblume, Goldmelisse usw.) können zu zwei Zeitpunkten geschnitten werden: im zeitigen Frühjahr oder im Herbst.
Wenn man sie erst im Frühling schneidet und die trockenen Stängel an der Pflanzenbasis den Winter über belässt, schützen diese die Wurzeln vor der Kälte. Diese sind auch ein Zufluchtsort für Tiere, die im Garten nützlich sind.
Befürworter des Herbstschnitts merken jedoch an, dass die trockenen Pflanzen auch eine Zuflucht für Schädlinge, Pilze und Insekten darstellen. Zudem sorgt der Herbstschnitt für einen sauberen Garten im Winter.
Kräuterpflanzen
Mehrjährige, immergrüne Kräuterpflanzen (Rosmarin, Salbei, Thymian usw.) werden am Ende des Winters geschnitten. Ein Rückschnitt auf etwa 10 bis 20 cm über dem Boden fördert die Bildung neuer Zweige und schränkt das Wachstum von altem, weniger produktivem Holz ein. Die Pflanze ist an der Basis weniger kahl und somit schöner anzusehen.
Laubbildende mehrjährige Käuterpflanzen (Minze, Zitronenmelisse, Estragon, Schnittlauch usw.) können im Spätsommer oder nach der Blüte geschnitten werden. Auf diese Weise produzieren die Pflanzen in der folgenden Saison neue Triebe, was wiederum die Erntezeit verlängert.
Topfpflanzen
Grünpflanzen in Töpfen oder Pflanzgefäßen sollten geschnitten werden, um:
Verzweigungen zu fördern,
ihre Größe zu begrenzen,
die Stängel zu kräftigen,
ihren Wuchs kompakt zu halten.
Einige Topfpflanzen müssen regelmäßig, das heißt mehrmals im Jahr, geschnitten werden, damit sie in ihrem Wachstum gebändigt werden. Dabei schneidet man zu lange oder unverzweigte Stängel ab. Zu diesen Pflanzen gehören Buntnesseln, Silbernetzblätter, Dreimasterblumen, Kanonierblumen, Pothos usw. Bei jungen Pflanzen begünstigt ein Rückschnitt von 20 oder 30 cm von der Basis die Bildung von Trieben in den Blattachseln. Milchsaftbildende Pflanzen (Feigen, Wolfsmilch) geben beim Schneiden eine dicke, weißliche Flüssigkeit ab und verkraften einen Schnitt nur schwer, da sie nur schlecht Narben bilden. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie im Herbst zu schneiden, wenn der Pflanzensaft nach unten fließt. Einige Pflanzen sollten überhaupt nicht geschnitten werden. Dazu zählen Palmen, Farne, Cycas-Palmfarne, Bogenhanf sowie grundsätzlich Kakteen und Orchideen. Hier werden nur trockene Teile entfernt. Bei blühenden Topfpflanzen bewirkt ein Schnitt eine intensivere und regelmäßigere Blüte.
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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.