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Asbest sicher entfernen: So geht's

Asbest sicher entfernen: So geht's

Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden

5 Min. Lesezeit
Asbest wurde lange Zeit in Baustoffen verwendet. Erst im Jahr 1993 wurde es endgültig in Deutschland verboten. Unser Ratgeber erklärt Ihnen, welche Bauprodukte asbesthaltig sein können und welche Risiken für die Gesundheit bestehen. Zudem erfahren Sie, wie Sie sich vor Asbest schützen und es sicher entfernen. Zu guter Letzt klären wir Sie über finanzielle Hilfen für eine Asbestentfernung auf.

Was ist Asbest?

Asbest wurde früher auch als Bergflachs oder Amiant bezeichnet. Der Begriff Asbest kommt vom griechischen asbestos und bedeutet "unauslöschlich". Es handelt sich um einen Sammelbegriff für feuerfeste Minerale. Es gibt verschiedene Arten von Asbest. Man unterschiedet zwei Gruppen: Serpentin- und Amphibolgruppe.

Serpentingruppe

Die Serpentingruppe besitzt gebogene, lange Fasern. Zu ihr zählt Chrysotil (Weißasbest), aus dem 95 % des in der Industrie verwendeten Asbests besteht.

Amphibolgruppe

Die Amphibolgruppe weist gerade und starre Fasern auf. Zu ihr gehören Blauasbest (Krokydolith), Amosit (Braunasbest, Grunerit), Aktinolith, Anthophyllit und Tremolit.

Asbesthaltige Baustoffe

Asbest ist, genau wie Bleifarbe, extrem gesundheitsschädlich und wird heutzutage nicht mehr verwendet. Seit dem 31. Oktober 1993 sind die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von Asbest und asbesthaltigen Produkten in Deutschland streng untersagt. Asbest wurde jedoch seit den 1930er Jahren in unzähligen Baustoffen und -produkten verwendet. Es ist daher auch heute noch in vielen Altbauten zu finden. Zu den betroffenen Bauprodukten zählen:

Asbestgewebe

  • Filter für Luft, Gase und Flüssigkeiten.

  • Türen von Backöfen, Holzöfen und Heizkesseln, industrielle Wärmedämmung.

  • Leitungsumwicklungen.

  • Stopfbuchsen.

  • Dichtungen und Dämmschläuche von Heizrohren oder Auspuffen ...

  • Hitzeschutzkleidung: Handschuhe, Stiefel, Schürzen, Schutzanzüge ...

  • Feuerlöschdecken, Brandschutzvorhänge.

Asbestpappe und asbesthaltige Platten

  • Platten von abgehängten Decken, feuerfeste Wandverkleidungen, Brandschutztüren und -klappen.

  • Asbestpapier oder Asbestpappe zur Abdichtung von Kaminen, Backöfen, Heizgeräten, Elektrogeräten, zum Schutz von Oberflächen beim Schweißen und Löten oder von Arbeitsplatten.

Asbestfasern

  • Beflockung auf Metall, Mauern oder Decken zum Brandschutz.

  • Asbestfüllung zur Dämmung von Heizkesseln, Backöfen, Warmwasserbereitern, verschiedener Industrieausrüstung, Rohrleitungen, Kabelkanälen...

  • Als Pulver vermischt mit Putz, Mörtel, Gips, Kleber ...

Asbestzement

  • Schornsteine, Lüftungskanäle, Fallrohre.

  • Brandschutzklappen und feuerfeste Platten.

  • Innenwände und abgehängte Decken.

  • Wasserrohre und -leitungen.

  • Dachplatten, Dachwellplatten oder Dachpfannen.

  • Fensterbänke und Fassadenverkleidungen.

  • Blumenkästen und Gartenobjekte.

Asbest in Bindemitteln

  • Bodenplatten, Dekoschindeln ...

  • Unterseite von Teppichböden und Bodenbelägen.

  • Dachabdichtung aus Folie.

  • Brems- und Kupplungssätze.

  • Straßenbeläge.

  • Rohr-, Heizungs- und Motordichtungen.

  • Kleber und Spachtel.

  • Farben.

  • Isolationsprodukte für Strom auf Harzbasis.

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So schädlich ist Asbest für die Gesundheit

Asbestfasern sind sehr dünn, bis zu 2000-mal dünner als ein Haar. Werden sie eingeatmet, haben sie schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie setzen sich in der Lunge ab und lösen schwere Krankheiten aus: Krebs, Pleuraplaques, Fibrosen usw.

Diese Risiken werden durch bestimmte Faktoren beeinflusst:

  • Größe der Fasern. Je kleiner sie sind, desto tiefer dringen sie in die Lunge ein.

  • Asbestart.

  • Asbestfaserkonzentration in der Luft.

  • Menge der eingeatmeten Fasern.

  • Dauer der Exposition.

  • Häufigkeit der Exposition.

Die schädlichen Auswirkungen des Asbests treten oft erst nach einer langen Latenzzeit auf. Diese kann mehrere Jahre dauern. Viele Berufskrankheiten lassen sich auf die Arbeit mit Asbest zurückführen.

Asbest erkennen

Asbest kann verschiedene Formen besitzen:

  • Fasern;

  • Pappe oder Platten;

  • geflochten oder gewebt;

  • mit Zement oder Bindemitteln vermischt.

Mit bloßem Auge ist es unmöglich herauszufinden, ob ein Material asbesthaltig ist. Aus welchem Jahr es stammt, ist ein erster Hinweis, denn Asbest wurde 1993 verboten.

Eine Liste mit asbesthaltigen Bauprodukten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Asbestentfernung: gesetzliche Regelungen und Richtlinien

Der Umgang mit Asbest wird insbesondere von der Technischen Regel für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geregelt. Sie besagt, dass nur Personen mit Sachkundenachweis eine Asbestsanierung durchführen dürfen. Zudem legt die TRGS 519 unter anderem Folgendes fest:

  • Organisatorische, sicherheitstechnische und Hygienemaßnahmen.

  • Regelungen für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.

  • Fachgerechte Asbestentsorgung.

Die Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten in und an älteren Gebäuden der Regierung gibt Laien und Hobbyhandwerkern wichtige Tipps im Umgang mit Asbest.

Schutz vor Asbest: die passende Schutzausrüstung

Beim Umgang mit Asbest ist es notwendig, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die zur Art der Baustelle, der Fläche und der Gebäudeart passen. Zudem dürfen etwaige Bewohner und Nutzer anderer Räume des Gebäudes nicht in Gefahr gebracht werden.

Das Tragen von geeigneter Schutzkleidung ist Pflicht. Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zählen:

  • Schutzanzug vom Typ 5 mit Kapuze;

  • Atemmaske (Halbmasken mit Filter oder Vollmasken mit Gebläseeinheit);

  • Schutzbrille;

  • Schutzhandschuhe und Stiefel.

Der Schutzanzug muss am Hals, an den Knöcheln und an den Handgelenken geschlossen sein. Nach Gebrauch müssen Masken, Filter und Einwegkleidung fachgemäß entsorgt werden.

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Asbest entsorgen

Asbesthaltiger Abfall gehört zum Sondermüll. Er muss in staubdichte Big Bags oder in reißfeste Spezialfolien verpackt und gekennzeichnet werden. Er darf nicht über längere Zeit zwischengelagert werden.

Asbestprodukte werden in der Regel von speziellen Unternehmen entsorgt. Diese benötigen eine Transportgenehmigung sowie einen Abfallbegleitschein. Sobald der Asbest auf die Mülldeponie gebracht wurde, muss ein Entsorgungsnachweis erbracht werden.

Gut zu wissen: Privatpersonen dürfen eine sehr geringe Asbestmenge selbst zur Mülldeponie bringen. Abfallbegleitschein und Transportgenehmigung entfallen. Es ist jedoch ratsam, sich einen Entsorgungsnachweis einzuholen. Denken Sie bei der Arbeit mit Asbest immer an die richtige Schutzkleidung.

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Asbest entfernen: Kosten und finanzielle Hilfen

Eine Asbestsanierung kann schnell ins Geld gehen. Leider gibt es keine direkten staatlichen Zuschüsse für die Entsorgung von Asbestprodukten.

Wird die Entfernung des Asbests jedoch im Rahmen einer energetischen Sanierung durchgeführt (z. B. Wärmedämmung), haben Sie Anspruch auf eine staatliche Förderung der Arbeiten. Zudem haben Sie die Möglichkeit, die Asbestentsorgung als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend zu machen und die Lohnkosten der Handwerker von der Steuer abzusetzen (20 %).

 

Ratgeber verfasst von:

Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden

Nach meiner Zeit bei mehreren Fernsehsendern entschied ich mich, als freischaffende Journalistin und Herausgeberin zu arbeiten. Meine Interessen und auch meine Texte gehen in die verschiedensten Richtungen: Ich liebe das Dekorieren und das Heimwerken genauso sehr wie historische oder wissenschaftliche Themen. Meine Artikel für ManoMano sind voller Tipps aus dem Bereich Deko und DIY, die ich in meinem alten Haus, das ich eigenhändig saniere, ausprobiert habe.

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