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Die Gefahren von Glyphosat

Die Gefahren von Glyphosat

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

125 Ratgeber

Noch vor einigen Jahren hatte kaum ein Normalsterblicher je von Glyphosat gehört. Doch jetzt stößt man immer wieder auf dieses Wort, das sich seinen Weg bis zur höchsten politischen Ebene gebahnt hat. Dort wird man nach den vermutlichen Gesundheitsrisiken für den Menschen und den bereits festgestellten Umweltschäden über das Schicksal von Glyphosat entscheiden müssen.

Wichtige Eigenschaften

  • Gefahren und Risiken für Umwelt und Artenvielfalt
  • Gefahren und Risiken für den Menschen und seine Gesundheit
  • Gesetzgebung und wirtschaftliche Aspekte
Zu den Pflanzenpflegemitteln

Glyphosat ist der Wirkstoff eines Unkrautvernichtungsmittels.Es handelt sich um einen Hemmer der Aminosäuresynthese der Pflanzen. Das bedeutet, die Pflanze nimmt das Herbizid über die Blätter auf. Anschließend wird es über den Pflanzensaft bis zu den Wurzeln transportiert und zerstört die Pflanze von innen.

Glyphosat ist ein Breitbandherbizid: Das heißt, im Gegensatz zu selektiven Herbiziden zerstört es alle Pflanzen ohne Ausnahme.

Glyphosat wurde 1974 unter dem Handelsnamen Roundup von einem amerikanischen Unternehmen auf den Markt gebracht. Nach dem Ablauf des Patentschutzes im Jahr 2000 wurde es günstiger und wird inzwischen in über 750 Produkten vertrieben. Jedes Jahr werden weltweit 700.000 Tonnen Glyphosat verkauft, davon 4700 Tonnen in Deutschland (im Jahr 2017).

Es handelt sich um das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel weltweit. Das liegt nicht nur daran, dass es günstig und besonders wirksam ist, sondern auch an seiner sehr geringen Remanenz. Das bedeutet, schon wenige Tage nach der Anwendung können erneut Pflanzen gesät werden. Glyphosat ist in der Landwirtschaft weit verbreitet, wurde bis 2017 aber auch von Stadtverwaltungen im öffentlichen Raum eingesetzt.

Glyphosat wird in der Landwirtschaft in großem Umfang verwendet, vor allem auf Raps-, Weizen- und Maisfeldern, aber auch auf Weinbergen, Obstplantagen und Olivenhainen ...

Es wird in vielen Ländern vor der Ernte eingesetzt. Bei Kulturen wie dem Haferanbau in Kanada, dem Linsenanbau in den Vereinigten Staaten oder auch dem Anbau von Kidneybohnen in Brasilien wird Glyphosat zwei Wochen vor der Ernte auf die Felder gesprüht, um den Erntezeitpunkt vorzuziehen. Die angebauten Pflanzen und das Unkraut trocknen aus, was unter anderem den Einsatz der Erntemaschine erleichtert.

Diese Anwendung wenige Tage vor der Ernte erklärt das Glyphosat in unseren Lebensmitteln. Man findet Glyphosat beispielsweise in Brot oder Bier, weil das Getreide, aus dem diese Produkte hergestellt werden, mit dem Mittel behandelt wurde.

Die NGO Générations Futures hat 30 Proben von Massenprodukten analysieren lassen und festgestellt, dass die Hälfte davon Glyphosat enthält. Auch die Urinproben von 30 Test-Personen enthielten allesamt Spuren von Glyphosat.

In anderen EU-Ländern ist Glyphosat erlaubt und kommt in feuchten Jahren manchmal auf Weizen- oder Rapsfeldern vor der Ernte zum Einsatz. In Osteuropa ermöglicht die Anwendung auf Sonnenblumenfeldern eine frühere Ernte.

Die Auswirkungen auf die Gesundheit bei Kontakt mit Glyphosat oder Konsum von Lebensmitteln, die Spuren des Produkts enthalten, sind schwer einzuschätzen.

Verschiedene Behörden, Experten der Vereinten Nationen und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sind kürzlich zu dem Schluss gekommen, dass über den Verdauungstrakt aufgenommenes Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend ist.

Gegner des Wirkstoffes werfen dem Mittel schädliche Auswirkungen auf die Umwelt sowie Personen vor, die das Mittel einsetzen und damit in Kontakt kommen.

Die der WHO angehörige Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer oder kurz IARC) hat Glyphosat am 20. März 2015 als für den Menschen "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Die IARC vermutet darüber hinaus, dass das Molekül eine bestimmte Form von Blutkrebs hervorrufen kann, das Non-Hodgkin-Lymphom. Außerdem soll es in menschlichen Zellen Chromosomschäden verursachen. Dabei gehören vor allem schwangere Frauen zur Risikogruppe.

Es wird vermutet, dass Glyphosat die Missbildungen am Fötus verursachen kann.

Auch die biologische Abbaubarkeit der von Glyphosat ist problematisch.

Während jedoch die direkten Auswirkungen von Glyphosat auf die Gesundheit des Menschen umstritten sind, ist man sich bezüglich der schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt einig.

Glyphosat sowie seine Überreste nach dem Verfall befinden sich im Boden, in Oberflächengewässern und im Grundwasser ... aber auch in der Luft und im Regenwasser!

Die unkrautvernichtende Wirkung von Glyphosat zeigt sich ausschließlich bei der Anwendung auf den Blättern. So kann direkt im Anschluss neu gesät werden, ohne giftige Wirkung auf die Folgekultur. Die Entdeckung von Glyphosat hat den Anbau von Pflanzen revolutioniert. Früher musste man nach der Anwendung eines Herbizids bis zu mehrere Wochen lang warten, bevor die Erde erneut bestellt werden konnte.

Diese Eigenschaft von Glyphosat, war ein überzeugendes Verkaufsargument. Man glaubte lange Zeit, das Produkt sei vollständig biologisch abbaubar.

Tatsächlich dauert es mehrere Tage und manchmal - je nach der Beschaffenheit des Bodens - mehrere Wochen, bis Glyphosat und seine Rückstände sich restlos abgebaut haben. Die Chemikalien wurden vor allem in Oberflächengewässern nachgewiesen. Eine Studie des Generalkommissariats für nachhaltige Entwicklung hat Werte aufgezeigt, die den festgelegten Schwellenwert überschreiten. Dies kann zu Veränderungen in Bächen und Seen führen. Zu hohe Werte wirken sich vor allem auf den Säuregehalt aus, wodurch einige Arten nicht überleben können.

Die schädliche Wirkung auf die Umwelt wurde darüber hinaus von der Europäischen Chemikalienagentur und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit anerkannt. Diese beiden Agenturen haben das krebserregende Potenzial des Moleküls jedoch nicht anerkannt.

Die Auswirkungen von Glyphosat auf die lebende Welt sind bisher nicht sehr gut erforscht. Da es sich um das am häufigsten verwendete Herbizid der Welt handelt, können die in die Umwelt abgegebenen Mengen durchaus problematisch werden. Denn die Rückstände finden sich überall, im Boden, im Wasser und in der Luft.

Glyphosat und Artenvielfalt

Es gibt noch weitere ökologische Bedenken bezüglich Glyphosat. Bestimmte Kulturen wie gentechnisch veränderte Pflanzen wurden so gezüchtet, dass ihnen Glyphosat nichts anhaben kann. Dadurch können sie von Unkraut befreit werden. Doch auch einige Unkrautarten entwickeln eine Resistenz gegenüber Glyphosat. So muss zur Unkrautvernichtung immer mehr von dem Herbizid verwendet werden. Dadurch gelangt natürlich auch mehr davon in die Umwelt.

Darüber hinaus wird durch die Förderung von resistenten Arten die natürliche Vielfalt eingeschränkt. Das betrifft nicht nur die der Pflanzen, sondern auch Insekten, die die Blüten bestäuben, Vögel, Säugetiere usw.

Die Gefahren für Gesundheit und Umwelt, auf die immer wieder hingewiesen wurde, haben Glyphosat vor Gericht gebracht.

2017 hat die Europäische Chemikalienagentur entschieden, den Status von Glyphosat als nicht krebserregende Substanz beizubehalten. Im November 2017 hat die Europäische Kommission die Verwendung des Pestizids für 5 Jahre erlaubt.

Die deutsche Regierung will die Verwendung von Glyphosat bis 2023 verbieten.

Landwirtschaftliche Organisationen wie der Deutsche Bauernverband befürchten jedoch eine Wettbewerbsverzerrung mit anderen Ländern, wenn Glyphosat in Deutschland verboten würde. Die Landwirte müssten dann teurere Pflanzenschutzmittel verwenden.

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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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