🚚 Nur in der App: Kostenlose Lieferung* bis zum 01.01.2023
Unkraut ohne Glyphosat bekämpfen: So geht's

Unkraut ohne Glyphosat bekämpfen: So geht's

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

125 Ratgeber

Um Unkraut zu bekämpfen, gibt es mehrere Produkte und Verfahren, die umweltfreundlicher sind als Glyphosat. Auch wenn vorbeugende Methoden eine gute Möglichkeit darstellen, um Unkrautwuchs zu vermeiden, sind sie leider nicht ausreichend. Aus diesem Grund kommen Sie am Unkrautjäten nicht vorbei.

Wichtige Eigenschaften

  • Vorbeugende Methoden
  • Unkraut jäten: von Hand oder mit Werkzeug
  • Nutzung neuer Herbizide
Zu den Unkrautstechern

Dank chemischer Substanzen waren wir bisher daran gewöhnt, saubere und unkrautfreieGärten zu haben. Glyphosat gehört dabei zu den am häufigsten verwendeten Wirkstoffen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass spätestens ab dem 31. Dezember 2023 alle chemischen Pestizide mit Glyphosat aus unseren Gärten verschwinden werden.

Wenn Sie ohne chemische Produkte Unkraut bekämpfen wollen, müssen Sie Ihre Gartengestaltung überdenken und sich daran gewöhnen, dass Ihre Kulturpflanzen ein paar unerwünschte Nachbarn bekommen. Unkraut hält Ihr Gemüse jedoch nicht davon ab, reiche Ernte zu tragen. Zudem stellt es eine Nahrungsquelle für unsere hiesige Fauna dar, insbesondere für Insekten. Beim biologischen Gärtnern wird Unkraut nicht vernichtet, sondern mit natürlichen Methoden im Zaum gehalten.

Vorsorge ist besser als Nachsorge: Vorbeugende Methoden verhindern, dass sich Unkraut und Wildpflanzen in Ihrem Garten ausbreiten.

Auflockern und Jäten

Regelmäßiges Auflockern des Bodens und Jäten verhindern die Keimung von unerwünschten Samen.

Bei Pflanzen, die in Reihen ausgesät wurden, sowie Einzelpflanzen sollten Sie während der Saison 2 bis 3 Mal Unkraut jäten. Das erste Jäten kann direkt nach der Keimung stattfinden.

Pflanzen mit langsamem Wuchs sollten in einen Boden gesät werden, der frei von Unkraut ist, da sie sonst von den unerwünschten Pflanzen verdrängt werden könnten. Zudem sollte das Beet direkt nach der Keimung ein weiteres Mal gejätet werden.

Mulchen

Mulchen ist einer der Grundpfeiler der Permakultur.

Das Verteilen einer Schicht Mulch in Blumenbeeten und zwischen Gemüsepflanzen hat zwei Vorteile: Unkraut wird unterdrückt und Sie müssen seltener gießen, da der Boden länger feucht bleibt. Verwenden Sie biologisch abbaubare Materialien, so oft Sie dazu die Möglichkeit haben: Farn, Stroh, Rasenschnitt, Kakaoschalen, Rinde, Hanf- oder Flachsstroh, Karton, Zeitungspapier.

Schichten Sie im Herbst eine dicke Schicht aus Laub auf, selbst auf unbepflanztem Boden. Dies verhindert den Wuchs von ungewollten Wildpflanzen.

Unkrautvlies

Unkrautvlies und Bodengewebe decken den Boden ab und verhindern somit Unkrautwuchs. Sie kommen beispielsweise beim Pflanzen von Hecken zum Einsatz. Biologisch abbaubares Unkrautvlies aus Jute oder Kokosfasern zersetzt sich mit der Zeit.

Unverrottbare Unkrautfolie wird unter Schottereinfahrten verlegt und verhindert, dass sich Pflanzen zwischen den Steinchen breit machen.

Bodendecker

Bodendecker eignen sich perfekt, um im Blumengarten Lücken zwischen den Pflanzen abzudecken: Strand-Grasnelke, Strand-Silberkraut, Kelchiges Johanniskraut, Blaukissen ... Sie schmücken jedes Beet und lassen Unkraut keinen Platz zum Wachsen.

Stechen Sie Kanten ab, um Rabatten abzugrenzen und Wurzeln in die Schranken zu weisen.

Gründüngung

Liegt Ihr Gemüsebeet mindestens 2 Monate brach, hilft die Aussaat einer schnellwachsenden Gründüngung gegen Unkraut bzw. verdrängt dieses. Pflanzen Sie hierzu Roggen, Luzerne, Bienenfreund, Buchweizen, Raps oder Weißen Senf an. Mähen Sie diese Pflanzen vor ihrer Blüte ab, zerkleinern Sie sie und vermischen Sie sie zur Düngung mit dem Boden. Gründüngung verhindert im Winter auch das Auswaschen von Pflanzennährstoffen aus dem Boden.

Pflanzen an der Samenbildung hindern

Wenn trotz all Ihrer Bemühungen Unkraut den Weg in Ihren Garten gefunden hat, sollten Sie es daran hindern, Samen zu bilden, damit es im nächsten Jahr nicht noch mehr Platz einnimmt. Schneiden Sie es zurück oder reißen Sie es aus, bevor es Samen produziert.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Unkrautvlies

Ausreißen von Hand

Wenn zwischen Ihren Kulturpflanzen nicht viel Platz liegt, ist das manuelle Ausreißen des Unkrauts die beste Lösung. Diese Methode eignet sich insbesondere bei einjährigen Wildpflanzen wie Gewöhnlichem Hirtentäschel, Ehrenpreis, Erdrauch und Acker-Gauchheil.

Diese Art des Unkrautjätens ist präzise, sehr selektiv und vollkommen unschädlich für den Boden und seine Mikroorganismen. Das Ausreißen einer Pflanze ist die einzige Methode, um diese endgültig loszuwerden.

Sie ist einfach umzusetzen, wenn der Boden feucht genug ist. Sie können ein Messer oder einen Unkrautstecher zu Hilfe nehmen, um tief verwurzelte Pflanzen zu entfernen.

Disteln lassen sich einfacher herausziehen, wenn ihre Wurzeln noch klein sind. Entfernen Sie sie unbedingt vor der Blüte, um die Ausbreitung der Samen zu verhindern.

Quecken sind besonders schwierig zu bekämpfen. Wenn auch nur ein kleiner Teil der Wurzel in der Erde verbleibt, wächst die gesamte Pflanze nach. Lassen Sie den Spaten und motorisierte Geräte im Schuppen stehen und verwenden Sie einen Krail oder eine Doppelgrabegabel (auch Grelinette genannt). Jedes Stück Rhizom, das Sie im Boden finden, muss entfernt werden.

Auflockern und Jäten

Mit einer Jät- oder Gartenhacke können Sie um einzelne Pflanzen herum oder an Pflanzenreihen entlang Unkraut mit der Wurzel entfernen oder im unteren Stängelbereich abschneiden.

Jäten Sie an einem sonnigen Tag. So trocknet das entfernte Unkraut im Laufe des Tages aus und bildet keine neuen Wurzeln. Die Jäthacke eignet sich ideal, um noch junges Unkraut zu entfernen. Hierbei wird der Boden oberflächlich abgeschabt.

Ist die Erde trocken und hat sich an der Oberfläche eine Kruste gebildet, sollten Sie den Boden besser auflockern. Diese Technik hat den Vorteil, dass mehr Unkraut ausgerissen und die trockene Kruste entfernt wird. Die ausgerissenen und abgeschnittenen Pflanzen können Sie liegen lassen oder kompostieren.

Werkzeug zum manuellen Unkrautjäten

Es gibt verschiedene Utensilien, die die Gartenarbeit erleichtern. Gartenwerkzeuge zum Unkrautjäten per Hand sind so konzipiert, dass sie die Pflanzen mit ihren Wurzeln entfernen und dabei Ihren Rücken und Ihre Knie schonen. Doch ein einfacher Unkrautstecher oder ein Gärtnermesser eignen sich genauso gut.

Der Unkrautstecher ist das Mittel der Wahl für Pflanzen mit Pfahlwurzel wie Löwenzahn, Distel und Ampfer. Achten Sie auf seine Qualität und Robustheit: Manche Pflanzen haben sehr tiefe Wurzeln.

Rasen mähen

Unsere Rasen werden häufig von Unkraut heimgesucht: Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen, Habichtskraut, Moos ...

Häufiges Mähen schwächt diese Pflanzen und verhindert die Samenbildung.

Unkrautbrenner

Unkrautbrenner funktionieren mit Strom oder Gas und vernichten Unkraut. Diese Methode eignet sich besonders für kleine Flächen oder in der Einfahrt. Wird sie jedoch in einem Beet verwendet, beispielsweise vor der Keimung oder zwischen den Pflanzenreihen, hat sie den Nachteil, dass die Bodenoberfläche auch erhitzt wird.

Gas-Abflammgeräte werden über Gaskartuschen betrieben oder an eine herkömmliche Gasflasche angeschlossen. Die Flamme wird einfach kurz über die zu entfernende Pflanze gehalten. Hierdurch werden die Pflanzen nicht direkt verbrannt. Sie erleiden vielmehr einen Hitzeschock, den sie nicht überleben: So verwelken sie nach ein paar Stunden. Das Ergebnis ist zwar oft beeindruckend, hält aber bei ausdauernden Pflanzen nicht sehr lange an: Sie bilden schnell neue Triebe. Mehrere Durchgänge sind nötig, bis auch die Pflanzenwurzel zerstört ist.

Ein strombetriebener Unkrautbrenner ist sicherer als ein Unkrautbrenner mit Gas.

Hochdruckreiniger

Hochdruckreiniger haben den Vorteil, dass sie zusätzlich Moos und Flechten entfernen. Sie sollten jedoch nur auf Plattenbelägen benutzt werden.

Falsches Saatbeet

Beim sogenannten falschen Saatbeet wird der Boden wie für eine richtige Aussaat vorbereitet, damit die Samen des Unkrauts gute Keimungsbedingungen vorfinden. Die gekeimten Jungpflanzen werden dann beseitigt. Richten Sie das Beet 15 Tage vorher her und lassen Sie das Unkraut wachsen. Rechen Sie die Erde, um Pflanzenreste zu entfernen und den Boden zu ebnen. Säen Sie dann unverzüglich Ihr Saatgut aus. Bearbeiten Sie die Erde hierbei nur oberflächlich, damit keine neuen Unkrautsamen nach oben gebracht werden.

Unkrautvernichtung durch Abdecken des Bodens

Möchten Sie eine ganze Fläche von Unkraut befreien, um neue Kulturen anzupflanzen, eignet sich diese Methode besonders gut. Die betroffene Fläche wird hierzu mit einer dicken schwarzen Plane (oder z. B. einem alten Teppich) für mehrere Monate abgedeckt.

Die Pflanzen, die unter dieser Schutzabdeckung liegen, sterben durch das fehlende Licht und die entstehende Wärme ab. Übrig bleibt unbepflanzter Boden, der sofort zur Bepflanzung genutzt werden kann.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Vierzähne

Unter den biologischen Unkrautbekämpfungsmitteln, die neu auf dem Markt erschienen sind, stechen zwei Produktsorten besonders hervor:

  • Mittel mit Pelargonsäure.
  • Mittel mit Essigsäure.

Diese Unkrautvernichter wirken durch Kontakt und zerstören nur die Pflanzen, deren Blätter und Stängel mit ihnen in Berührung kommen.

Es gibt noch keine Langzeitbeobachtungen zu diesen Mitteln, aber erste Erfahrungen zeigen, dass sie hauptsächlich bei jungen Pflanzen wirken, besonders bei einjährigem Unkraut, und manchmal mehrere Anwendungen erforderlich sind.

Diese Produkte werden oft als biologisch angepriesen. Doch nur, weil sie auch in der Natur vorkommen, heißt das noch lange nicht, dass sie ungiftig sind. Sie sind in der biologischen Landwirtschaft nicht zugelassen. Eventuelle Nebenwirkungen auf lange Sicht sind noch nicht bekannt.

Zudem ist Pelargonsäure ätzend und ihre Auswirkungen auf die Umwelt wurden noch nicht ausreichend erforscht.

Wenn diese Produkte Alternativen für die bald verbotenen Mittel wie Glyphosat darstellen sollen, ist es wichtig, dass sich ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit in Grenzen halten.

Zu den Unkrautstechern

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn, 125 Ratgeber

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

  • Millionen von Produkten

  • Lieferungen nach Hause oder an eine Abholstation

  • Hunderte von Experten online