
Mulchen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Mulchen: Vorteile
- Mulchmaterial
- Wann und wo sich Mulchen lohnt
- Mulchanleitung
Mulchen: Vorteile
Gartenboden mit oder ohne Bepflanzung wird oft mit einer Schicht aus verschiedenen Materialien abgedeckt. Handelt es sich dabei um pflanzliche oder mineralische Materialien, wird diese als Mulchschicht bezeichnet. Auch die Bodenabdeckung mit Kunststoffvlies kann im weitesten Sinne als Mulch bezeichnet werden. Mulchen wirkt sich positiv auf den Boden aus und hat viele Vorteile.
Schutz vor Austrocknen des Bodens
Das Abdecken des Bodens verhindert Wasserverluste durch Verdunsten. Hierdurch sparen Gärtner Wasser und Zeit.
Schutz vor Unkraut
Eine Mulchschicht oder ein Bodenvlies schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Hierdurch keimen im Boden liegende Samen nicht auf und Unkraut-Sämlinge verkümmern. Eine Mulchschicht ist die effizienteste, günstigste und natürliche Technik, um das Wachstum unerwünschter Pflanzen einzudämmen. So sparen Sie sich das Jäten von Unkraut.
Schutz vor der Witterung
Eine Abdeckung verhindert, dass sich ein lehmiger oder schluffiger Boden verdichtet oder eine Kruste an der Oberfläche bildet, wenn es regnet (Verschlämmung). Zudem schützt eine Mulchschicht im Winter Wurzeln und Boden gegen Kälte und Frost. Im Sommer verhindert sie eine Überhitzung.
Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
Wenn Sie mit organischem Material mulchen, verbessern Sie zudem die Fruchtbarkeit des Bodens. Mulch verbessert die physischen Eigenschaften des Bodens und reichert ihn mit wertvollen Mineralien und Humus an. Dies führt zu einem fruchtbareren Boden.
Förderung des Bodenlebens
Mulch und Unkrautvlies gewährleisten eine gemäßigte Bodentemperatur und halten somit ein Mikroklima aufrecht, das den im Boden lebenden Mikroorganismen sowie anderen kleinen Tieren zugutekommt. All diese Lebewesen sind wichtig, um organische Materialien in Nährstoffe umzuwandeln, die dann von Ihren Pflanzen aufgenommen werden können.
Abwehr von Schnecken
Holzasche wird schon lange zur Schneckenabwehr eingesetzt. Aber auch fein gemahlene organische Materialien wie Hanfschäben und mineralischer Mulch, insbesondere Puzzolan, sind wirksame Mittel gegen Schneckenbefall.
Schutz vor bestimmten Krankheiten
Die Schicht oder die Folie, die den Boden abdeckt, schützt die Pflanzen vor Verschmutzungen durch feuchte Erde. So bleiben Gemüse und Früchte (z. B. Erdbeeren) sauberer.
Mulch oder Vlies: Material zur Bodenabdeckung
Sie können Ihren Gartenboden mit drei Materialien bedecken:
organisches Material;
mineralisches Material;
synthetisches Material.
Organisches Mulchmaterial
Organischer Mulch wird am häufigsten verwendet und besteht aus Pflanzen oder Pflanzenresten. Die Geschwindigkeit seines Abbaus hat einen direkten Einfluss auf seine Einbindung in den Boden. Sie hängt vom Verhältnis zwischen frischen, stickstoffreichen und holzigen, kohlenstoffreicheren Bestandteilen ab.
Mulch, der sich schnell zersetzt
Mulch mit kurzer Zersetzungsdauer kann schon nach wenigen Wochen von Pflanzen und Lebewesen verwertet werden. Er ist stickstoffreich und sorgt für einen nahrhaften Humus, der schnell vom Boden aufgenommen wird. Diese Art Mulch findet hauptsächlich im Gemüsegarten oder bei einjährigen Pflanzen Verwendung.
Zu den organischen Materialien zählen:
zarte Laubblätter (Linde, Haselnussstrauch, Esche, Birke, Hainbuche, Scheinakazie ...);
Rasenschnitt;
Farne;
Brennnesseln ...
Mulch, der sich langsam zersetzt
Mulchmaterial, das langsam verrottet, ist reich an Lignin. Seine Zersetzung dauert mehrere Monate bis mehrere Jahre. Es besitzt nur wenige Nährstoffe, verbessert jedoch nachhaltig die physischen Eigenschaften des Bodens und verleiht ihm mehr Struktur.
Diese Art Mulch wird häufig bei mehrjährigen Pflanzen, Bäumen und Sträuchern sowie Stauden verwendet. Zum Mulchmaterial, das sich langsam zersetzt, zählen:
zähes Laub: Platane, Eiche, Buche, Ahorn, Lorbeer ...;
Kiefernrinde;
Holzspäne;
Stroh;
Heckenschnitt;
Kakaobohnenschalen;
Flachsflocken oder Hanfschäben;
verschiedene lokal verfügbare Abfallprodukte, wie Walnussschalen oder Olivenkerne.
Kiefernnadeln und Zweige von Nadelhölzern (Thujen, Zypressen usw.) zersetzen sich nur schwer und tragen zur Bodenversauerung bei. Verwenden Sie sie daher vorrangig bei Sträuchern und mehrjährigen Blumenbeeten sowie in Heidegärten. Mulchmatten aus Kokosfaser, Jute oder Hanf können als Rolle oder zugeschnittene Scheiben gekauft werden. Sie eignen sich insbesondere zum Bedecken großer Flächen oder bei Hecken.
Mineralisches Mulchmaterial
Mineralisches Mulchmaterial ist nicht biologisch abbaubar und daher sehr lange haltbar. Zu diesem Material zählen Sand, Splitt, Kies, Tonkugeln, zerkleinerter Schiefer, Puzzolan usw. Es wird häufig in Ziergärten verwendet, da es Farbe in Blumenbeete und -töpfe bringt und sie somit optisch aufwertet.
Wenn Sie zwei unterschiedliche mineralische Materialien nebeneinander verwenden, erzeugt dies hübsche Effekte. Verwenden Sie dabei allerdings unterschiedliche Körnungen, damit sich die Materialien nicht vermischen. Da sie verhindern, dass Wärme aus dem Boden entweicht, eignen sie sich auch ideal für Steingärten und Kakteengärten. Durch seine wabenförmige Struktur sorgt das vulkanische Gestein Puzzolan für eine gute Wärmedämmung. Schalen von Krustentieren (zerstoßene Muscheln, Austern usw.) können mineralischem Mulchmaterial beigemischt werden. Sie geben viele Mineralstoffe in den Boden ab.
Synthetisches Mulchvlies
Mulchvlies, also Kunststoff- oder Gewebefolien für den Boden, sind optisch nicht sehr ansprechend. Sie eigenen sich insbesondere für sehr abschüssiges Gelände und sichern den Boden.
Mulchen für wenig Geld
Wenn Sie Ihren Geldbeutel schonen möchten, sollten Sie mit dem Material mulchen, das Ihnen zur Verfügung steht. Organisches Mulchmaterial ist kostenlos und überall zu finden. Hierzu zählen:
zerkleinerte Pflanzen und Äste;
Rasenschnitt;
trockenes Laub;
ausgerissenes Unkraut;
Reste von Gemüsepflanzen (Tomaten, Zucchini, Bohnen, Karottengrün ...);
Farn, insbesondere Adlerfarn (dieser ist oft am Straßenrand zu finden).
Art der Bodenbedeckung | Vorteile | Nachteile | Dicke und Haltbarkeit | Pflanzen |
Hanfschäben und Flachsflocken | Hält die Feuchtigkeit und sorgt für guten Humus | Kann vom Wind weggeweht werden | 3 bis 5 cm (nach dem Verteilen gut wässern) 1 bis 2 Jahre | Erdbeeren, Blattsalat, Karotten, Rüben, Rosenstrauch |
Kakaobohnenschalen | Stickstoffreich, nährstoffreich, guter Halt, auch auf abschüssigem Boden | Recht teuer, importiertes Produkt, daher schlechte Umweltbilanz Kakaoduft | 5 cm 1 Jahr | Ausdauernde Zierpflanzen |
Frischer Rasenschnitt | Stickstoffreich Kostenlos und nachwachsend | Eine zu dicke Schicht erstickt den Boden und führt zu Verfaulen | 1 cm Muss regelmäßig erneuert werden | Schnell wachsendes Gemüse (Salat, Bohnen, Erbsen ...) |
Trockener Rasenschnitt | Kostenlos und nachwachsend | Gras anhäufen und dann mehrere Tage unter regelmäßigem Wenden trocknen lassen | 2 bis 5 cm, muss regelmäßig erneuert werden Mehrere Wochen | Alle einjährigen Pflanzen |
Getrocknetes Laub, zart oder zäh | Produziert reichlich Humus Bietet guten Schutz im Winter | Wird leicht vom Wind weggeweht Kann Krankheiten übertragen | 10 bis 20 cm 6 Monate bis über einem Jahr | Einjährige und ausdauernde Blumen, Sträucher und Rosensträucher |
Zerkleinerte Zweige von laubtragenden Sträuchern | Reich an Stickstoff und Mineralien | Kann fermentieren, wenn die Schicht zu dick ist | 5 cm | Hecken, Sträucher, Stauden, Erdbeerpflanzen, Himbeersträucher, verschiedene Gemüsesorten |
Kompost + Stroh | Stroh gehört zu den besten Mulchmaterialien, es wird über einer dünnen Kompostschicht verteilt | Kann Reste von Pestiziden enthalten, wenn es nicht aus biologischem Anbau stammt | 5 bis 10 cm | Gemüse, das bestäubt werden muss: Tomate, Sellerie, Aubergine, Lauch, Kürbis und Gurke |
Farne | Kostenlos, schützt den Boden vor Kälte, giftig für Schnecken | In manchen Regionen nur schwer erhältlich | 10 cm 3 bis 6 Monate | Kohl, Tomate, Lauch, Kürbis und Zucchini |
Kiefernrinde | Dekorativ | Bodenversauerung bei langfristiger Anwendung | 5 cm | Heidegärten, nicht bepflanzte Flächen |
Karton (ohne Aufdruck und Farbe) | Kostenlos, einfach verwendbar, sehr effizient gegen Unkraut | Klebeband muss vor der Benutzung entfernt werden | Dicke des Kartons 8 Monate bis 1 Jahr | Sträucher, Erdbeerpflanzen, Hecken, verschiedene Gemüsesorten |
Schutzmatten aus Kokos, Jute oder Hanf (als Rolle oder Scheibe) | Einfach verwendbar, in wenigen Jahren biologisch abbaubar | Hoher Preis | Dicke der Matten 2 bis 4 Jahre | Für große Flächen, Hecken, Sträucher und Stauden |
Unkraut | Nachwachsend, vor Ort erhältlich, reich an Nährstoffen | Ausbreitungsrisiko durch Samen | 5 bis 10 cm 4 bis 8 Monate | Alle Gemüsesorten |
Mineralische Materialien: Splitt, Schieferstücke, Puzzolan, Tonkugeln, flache Steine ... | Manchmal kostenlos erhältlich Erwärmen den Boden im Frühjahr schnell, geben nachts Wärme ab | Hoher Preis, keine Nährstoffabgabe und keine Verbesserung der Bodenstruktur | 3 bis 5 cm Jahrelang verwendbar | Zierpflanzenreihen, Kübelpflanzen: Palmen, Bambus, Sukkulenten und Sträucher |
Bio-Kunststoff | Biologisch abbaubar Schnelle Erwärmung des Bodens Auch für Hanglagen geeignet | Recht umständliche Anwendung, sorgfältige Bodenvorbereitung notwendig, hoher Preis, nach einiger Zeit unansehnlich | Dicke des Materials 3 bis 6 Monate | Verschiedene Gemüsesorten: Kohl, Auberginen, Tomaten, Paprika, Melonen ... |
Polyethylen (Kunststoff) | Verhindert Unkrautwuchs, schnelle Erwärmung des Bodens | Schlechte Umweltbilanz | Materialstärke, mehrere Jahre haltbar | Bei Pflanzung von Hecken, mehrjährigen Blumenbeeten |
Der richtige Zeitpunkt zum Mulchen
Sie können den Boden theoretisch zu jeder Jahreszeit mulchen. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:
Im Winter und wenn der Boden kalt ist, sollten Sie auf das Mulchen verzichten. Legen Sie keine Mulchschicht auf gefrorenen Boden. Durch die Bodenabdeckung kann die Kälte nicht entweichen und der Boden braucht im Frühjahr länger, um sich zu erwärmen. Mulchen Sie daher besser im Herbst, vor den kalten Tagen, und lassen Sie den Boden den gesamten Winter über abgedeckt.
Zu Beginn des Frühlings, wenn der Boden noch kalt ist, ist ebenso kein guter Zeitpunkt zum Mulchen. Lassen Sie der Sonne genug Zeit, um den Boden zu erwärmen. Bedecken Sie den Boden erst Ende April / Anfang Mai.
Es ist auch möglich, den Boden erst dann abzudecken, wenn Sie das Gemüse bereits gepflanzt haben. Verteilen Sie die Mulchschicht zwischen Lauch-, Kohl, Spinat- oder Erdbeerreihen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Pflanzen schon kräftig genug sind, damit sie nicht durch den Mulch abgedeckt werden.
Mulchen kommt so gut wie allen Pflanzen zugute: Gemüsepflanzen, Blumen, Hecken, Bäumen oder Sträuchern, Rosen, Kübelpflanzen oder Pflanzen in Blumenkästen. Pflanzen, die keine Feuchtigkeit vertragen, sollten Sie allerdings nicht mulchen. Hierzu gehören Knoblauch, Zwiebeln und Schalotten. In Steingärten wird in der Regel kein organisches Mulchmaterial verwendet. Hier eignet sich mineralisches Material.
Gartenboden abdecken: Anleitung
Bevor Sie Ihren Gartenboden mulchen oder mit Mulchvlies bedecken, müssen Sie Unkraut jäten (vor allem ausdauernde Pflanzen wie Quecke, Acker-Weide, Ampfer). Entfernen Sie so viel von ihren Wurzeln und Rhizomen wie möglich. Verteilen Sie dann den Mulch. Die Schicht sollte, je nach Material, bis zu 10 cm dick sein. Soll die Abdeckung den gesamten Winter überdauern, müssen Sie eine dickere Schicht auftragen.
Bei einer Hecke sollte die Bodenabdeckung auf jeder Seite 80 cm breit sein. Bei einem Strauch müssen Sie einen Durchmesser von 1,5 Meter um den Stamm herum einplanen. Lassen Sie direkt um die Pflanze jedoch einige Zentimeter frei. So kann der Wurzelhals (die Verbindung zwischen Wurzeln und Stängel) atmen. Zudem werden Gesundheitsprobleme durch zu viel Feuchtigkeit vermieden. Bewässern Sie den Boden, sobald dieser fertig abgedeckt ist.
Graben Sie den Mulch nicht ein, sondern lassen Sie der Natur freien Lauf. Durch die Zersetzung des Mulchs werden automatisch natürliche Prozesse in Gang gesetzt. Wenn Ihr Mulch sehr kohlenstoffreich ist (beispielsweise Stroh), werden diese Abbauprozesse erschwert. Für seine Zersetzung benötigen die im Boden lebenden Mikroorganismen nämlich Stickstoff. Ist ihr Stickstoffverbrauch zu hoch, kann dies dazu führen, dass nicht mehr genug Stickstoff für die Pflanzen selbst vorhanden ist (Stickstoffmangel). In diesem Fall ist es ratsam, die Erde mit einem stickstoffhaltigen Dünger anzureichern.
Was nach dem Mulchen beachtet werden muss
Fügen Sie von Zeit zu Zeit neues Mulchmaterial hinzu, um die Dicke der Mulchschicht zu erhalten. Wenn sich die Mulchschicht nicht von selbst zersetzt hat, sollten Sie sie zu Beginn des Frühlings aus dem Gemüsebeet entfernen. So stellen Sie sicher, dass die Wärme der Sonne bis zum Erdboden dringt und diesen erwärmt. Zudem wird so auch die Vermehrung von Schädlingen unterdrückt.
Wenn Sie neue Samen ausstreuen möchten, sollten Sie die Mulchschicht erst zu einem kleinen Haufen zusammenrechen. Sobald sich nach dem Säen die Pflanzen entwickelt haben, können Sie den Mulch wieder verteilen. Möchten Sie Ihre Pflanzen direkt in den Boden setzen, brauchen Sie die Mulchschicht nicht zu entfernen: Schieben Sie das Material dort, wo Sie die Pflanze eingraben möchten, einfach zur Seite.
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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.