
Unkrautbekämpfung mit Chlor: eine aus Umweltschutzgründen verbotene Geste
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Keimtötend
- Umweltschädlich
- Alternativen
- Andere Einsatzgebiete
- Vorsichtsmaßnahmen
Natronbleichlauge: Ein für den Menschen und die Umwelt schädliches Mittel
Anfangs als Bleichmittel eingesetzt (z. B. zum Bleichen von Leintüchern), erlangte es im 19. Jahrhundert Berühmtheit als Desinfektionsmittel, da es alle Bakterien, Viren, Pilze usw. abtötet.
Natronbleichlauge ist stark giftig und ätzend. Vor allem in unverdünntem Zustand verursacht sie Verätzungen der Haut und der Schleimhäute (insbesondere der Augen).
Das Mittel sollte niemals mit anderen Produkten, insbesondere mit säurehaltigen Substanzen, gemischt werden. Wenn Sie also meinen, dass Sie die Wirkung von Natronbleichlauge oder Javelwasser durch die Kombination mit weißem Essig verstärken könnten, sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie einen noch giftigeren Cocktail herstellen, der Gase entwickelt, die sehr reizend auf Augen und Atemwege sind.
Desinfektions- und Bleichmittel sind für viele der Vergiftungen durch Haushaltsreiniger verantwortlich.
Warum davon abgeraten wird, Natronbleichlauge als Unkrautvernichtungsmittel zu benutzen
Fast überall findet man Tipps oder gute Ratschläge, die aber sehr schlechte Ideen sind. Sicherlich werden Sie mit solch einem Mittel, das alle Lebensformen vernichtet, Ihr Unkraut loswerden. Aber zu welchem Preis für die Umwelt?
Natronbleichlauge ist ein gefährliches Biozid, das sich im Grundwasser verteilt. Es zersetzt sich relativ schnell und setzt dabei Salz, aber auch Chlor frei, das sich mit anderen Elementen zu schädlichen Substanzen verbindet, sowohl im Boden als auch im Wasser und in der Luft.
Umweltfreundliche Alternativen für die Unkrautbekämpfung
Wenn möglich sollten Sie auf weniger schädliche Methoden der Unkrautbekämpfung zurückgreifen. Einige davon sind sogar völlig ungefährlich für die Umwelt.
Jäten oder von Hand ausreißen
Dies ist die einzige Methode, die infrage kommt, wenn nur wenig Platz zwischen den Pflanzen vorhanden ist. Nur durch das Jäten mit den richtigen Werkzeugen kann sichergestellt werden, dass das ausgerissene Unkraut nicht wieder nachwächst.
Diese Art der Unkrautbekämpfung ist selektiv und völlig unschädlich für den Boden und seine Mikroorganismen. Am einfachsten geht es, wenn der Boden ausreichend feucht ist. Verwenden Sie ein Messer oder ein Hohleisen, um tief wurzelnde Gräser zu entfernen. Die Verwendung einer Hacke kann die Arbeit erleichtern.
Mit Hitze das Unkraut vernichten
Auf diese Art können Sie auf kleinen Flächen oder an den Rändern Gartenwegen vorgehen. Benzin- oder Elektro-Unkrautbrenner üben große Hitze auf die störenden Pflanzen aus. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, dass die oberste Schicht des Bodens stark erhitzt wird. Keine gute Idee, wenn im gleichen Bereich auch Ihre Pflanzen keimen.
Abdecken des Bodens mit einer Plane oder ausgebreiteten Pappkartons
Durch den verursachten Lichtmangel verhindert diese natürliche Methode die Photosynthese der unerwünschten Pflanzen und vernichtet sie auf diese Weise. Sie können Mulchgewebe dauerhaft auf einer Stelle auslegen, an der Unkraut in Hülle und Fülle wächst, wie z. B. an einem Hang oder zwischen Zierpflanzen in einem Blumenbeet. Aufgrund des Lichtmangels wird das Unkraut nicht wachsen. Gewebe aus Kokosfasern, eine Plane oder sogar eine schwarze Kunststofffolie liefert hervorragende Ergebnisse, wenn Sie eine Stelle vollständig von Unkraut befreien möchten, um sie für die nächste Aussaat oder für die Begrünung vorzubereiten.
Neu auf dem Markt erhältliche Unkrautbekämpfungsmittel verwenden
Auf der Basis von Pelargonsäure oder Essigsäure, d. h. Essig (allerdings in sehr niedriger Dosierung), wirken diese Herbizide durch Kontakt. Sie sind nicht selektiv, aber töten nur die Pflanzen, die mit dem Produkt in Berührung kommen. Ihre Wirkung wird als blatt-systemisch bezeichnet.
Benzin- und Elektro-Unkrautbrenner
Natriumhypochlorit: Ein sinnvoller und gezielter Einsatz im Garten
Javelwasser oder Natriumhypochlorit findet durchaus andere Verwendungen im Garten. Sie sollten das Produkt nur für gezielte Aktionen anwenden, da Javelwasser, auch wenn es schwach dosiert ist, nach der Anwendung in der Natur auftaucht.
Werkzeuge und Geräte desinfizieren
Sie können wiederverwendete Töpfe und Pflanzgefäße desinfizieren. Verdünnen Sie das Mittel auf 10 % mit kaltem Wasser. Lassen Sie die Sachen 30 Minuten einweichen, dann gründlich abspülen.
Vor der Überwinterung können die Tomaten-Rankhilfen mit einem in einer 10%-igen Javelwasserlösung getränkten Schwamm gegen Pilzkrankheiten abgerieben werden.
Klingen von Schneidwerkzeugen (Rebschere, Astschere, Veredelungsmesser, Sichel, Gartenmesser usw.) sollten Sie nach Schnitt desinfizieren, um die Übertragung von Krankheiten zwischen zwei Pflanzen zu verhindern. Als Ersatz für Alkohol unverdünnt anzuwenden.
Behandlung von Krankheiten und Bekämpfung bestimmter Schädlinge
Einige Leute verwenden Natronbleichlauge, wiederum aufgrund ihrer keimtötenden Eigenschaften, gegen kryptogamische Krankheiten. Eine stark verdünnte Javellösung (2 Esslöffel auf 2 Liter Wasser) wird auf das Laub der betroffenen Pflanzen gesprüht. Manche Gärtner tunken junge Lauchpflanzen vor dem Umpflanzen in einer Lösung aus 1 Liter Wasser, mit 50 ml Eau de Javel um soe vor der Lauchmotte.
Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung
Wofür auch immer Sie es verwenden, beachten Sie die Vorsichtsmaßnahmen für den Umgang mit Natronbleichlauge: Verwenden Sie geeignete Schutzhandschuhe, tragen Sie eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille. Denn der Schutz der Haut, der Atemwege und der Augen ist unerlässlich, um jeden Kontakt mit diesem Produkt zu vermeiden.
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Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.