
Roundup: das Herbizid auf Basis von Glyphosat
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Zusammensetzung des Herbizids
- Vertrieb und internationale Verwendung
- Zusammenhang mit Gentech-Pflanzen
- Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt
Was ist Roundup?
Roundup ist der Markenname eines Herbizids, das von der amerikanischen Firma Monsanto produziert und 1974 auf den Markt gebracht wurde.
Es handelt sich um ein Breitbandherbizid, das nahezu alle Pflanzen tötet. Seine Wirkung ist systemisch. Das bedeutet, wenn man das Produkt auf die Blätter sprüht, wird es anschließend über den Pflanzensaft befördert, auch wenn nicht alle Blätter mit dem Herbizid in Kontakt gekommen sind.
Der Wirkstoff von Roundup ist Glyphosat. Und Glyphosat hat für so einige Diskussionen gesorgt. Damit das Glyphosat in die Pflanze eindringen kann, fügt man der Substanz ein Tensid oder oberflächenaktives Mittel hinzu. So haftet es besser an den Blättern. Anschließend wird das Produkt durch die Pflanze bis zu den wachsenden Trieben befördert, also zu den Halmen, Blättern oder Wurzeln. Es blockiert die Synthese einiger Aminosäuren, und die Pflanze stirbt. Seit 2017 bietet die Marke Roundup auch Unkrautvernichtungsmittel auf Basis von Pelargonsäure an, die das Unkraut bei Kontakt verbrennt.
Pflanzen
Roundup: die Geschichte eines Welterfolgs
Glyphosat wurde 1950 von einem Schweizer Chemiker erfunden, doch seine Eigenschaft, Unkraut zu vernichten, wurde erst 20 Jahre später entdeckt.
Roundup wurde zunächst in Malaysia vertrieben und auf Kautschukplantagen eingesetzt. Anschließend kam es in England beim Weizenanbau zum Einsatz. In den Vereinigten Staaten wurden mit Roundup zunächst nicht-landwirtschaftliche Gebiete von Unkraut befreit, bevor das Produkt auch in der Agrarwirtschaft verwendet wurde.
Von da an erfreute sich Roundup eines beträchtlichen Erfolges. Das in großen Mengen produzierte Mittel ist relativ günstig und effizient, da nur sehr wenige Unkräuter dagegen resistent sind.
So glaubte man damals, mit diesem neuen Produkt die perfekte umweltgerechte Lösung gefunden zu haben. Die Annahme war, dass es in natürliche Substanzen zerfällt (Kohlendioxid, Phosphorsäure und Ammoniak) und für den Menschen ebenso wie für Fauna und Flora völlig ungefährlich ist. Aus ökologischer Sicht war Roundup somit das sicherste Produkt in der gesamten Geschichte der Unkrautvernichtungsmittel und machte schon bald 30 % der Verkaufsmenge von Monsanto aus.
Dank seiner einfachen Anwendung und seines breiten Wirkungsspektrums wurde es zu meist verwendeten Herbizid der Welt. Im Rahmen des "Plan Colombia" setzte Kolumbien in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten das Mittel in der Drogenbekämpfung ein, um illegale Coca-Felder zu zerstören. Das Herbizid wurde aus der Luft auf die Pflanzen gesprüht und zerstörte dabei wichtige Bereiche des Amazonas. Im Mai 2015 hatte Kolumbien allerdings einen Sinneswandel und hat den Einsatz von Produkten auf Basis von Glyphosat verboten.
Auch in Deutschland soll die Verwendung von Glyphosat ab dem 31. Dezember 2023 verboten werden. In Deutschland werden derzeit jedes Jahr ca. 4700 Tonnen verkauft. Doch das Ansehen des Herbizids hat stark gelitten Die WHO stellte im Jahr 2015 den Verdacht auf, dass Glyphosat krebserregend ist.
Roundup und Gentech-Pflanzen
Seit 1996 entwickelt Monsanto "Roundup Ready"-Kulturen. In diese Pflanzen wie Mais, Soja oder auch Raps wurde ein glyphosatresistentes Gen eingeschleust, um die Felder mit Glyphosat von Unkraut befreien zu können, ohne dabei der angebauten Kultur zu schaden.
Die Gruppe Monsanto, der Verkäufer von Roundup, vertreibt als weltweit zweitgrößter Hersteller von Saatgut auch die Samen dieser gentechnisch veränderten Pflanzen, im Rahmen eines Kopplungsvertrags. Das heißt, Monsanto liefert das Saatgut und Roundup.
In den Vereinigten Staaten enthalten 65 % der Baumwolle und 10 % des angebauten Mais das Gen "Roundup Ready". Durch die gentechnisch veränderten Kulturen ist der Verbrauch von Herbiziden in der US-amerikanischen Landwirtschaft angestiegen. Das Prinzip des Kopplungsvertrags ist in Deutschland verboten.
Nun enthalten "Roundup Ready"-Kulturen allerdings mehr Rückstände des Herbizids als ihre nicht gentechnisch veränderten Gegenstücke.
Das erklärt, warum die Behörden einiger Länder die legalen Rückstandshöchstmengen hochgesetzt haben. Die Rückstandshöchstmenge ist ein Schwellenwert, ab dem der Vertrieb des Produkts nicht mehr erlaubt ist.
So wurde 1997 in der Europäischen Union die Rückstandshöchstmenge von Glyphosat in Soja um das 200-fache erhöht, von 0,1 mg/kg auf 20 mg/kg. Daraufhin wurde der Vertrieb von gentechnisch verändertem "Roundup Ready"-Soja in Europa erlaubt.
Bei Linsen wurde die Rückstandshöchstmenge von 0,1 mg/kg auf 10 mg/kg erhöht. Der international empfohlene Wert liegt bei 5 mg/kg.
Darüber hinaus sieht die EU-Verordnung vor, dass ein Antrag auf Einfuhrtoleranz gestellt werden kann, um den Anforderungen des internationalen Handels zu entsprechen.
Glyphosat: gefährlich für Gesundheit und Umwelt
Da Roundup auf dem Wirkstoff Glyphosat basiert, kann man angesichts der Kontroverse rund um diese Substanz die Unbedenklichkeit des Herbizids in Frage stellen. Doch es enthält auch Zusatzstoffe, dessen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt bislang wenig bekannt sind. Außerdem besteht die Möglichkeit eines „Cocktail“-Effekts.
Trotz aller Beteuerungen des Herstellers Monsanto, der wiederholt und insbesondere wegen irreführender Werbung für Roundup verurteilt wurde, ist die schädliche Wirkung dieses Produkts immer wieder in Frage gestellt worden. Seit 2015 gehen die Verkäufe der von Monsanto hergestellten Herbizide zurück.
Natürliche Alternativen
Brennnesseljauche, Hacke, Unkrautbrenner, kochendes Wasser, grobes Salz: Es gibt zahlreiche Alternativen für Privatleute, Unkraut umweltschonend zu vernichten. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie Unkraut ohne chemische Produkte den Garaus machen können, lesen Sie sich unseren Ratgeber zu natürlichen Unkrautvernichtern durch!
Unkrautbrenner
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Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.