
Ein Gewächshaus befestigen: So geht's
Ratgeber verfasst am 14. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Boden
- Befestigungsart
- Windbeständigkeit
Die Grundlagen für die Verankerung eines Gewächshauses
Windbeständigkeit
Wind ist die größte Gefahr für die Stabilität eines Gewächshauses. Er kann die Abdeckung beschädigen, aber auch das ganze Haus mit sich reißen, wenn er durch Öffnungen, wie das Dachfenster eindringt. Schon leichter Windstöße genügen, um die Struktur zu beschädigen oder zu zerstören.
Es gibt nur eine zuverlässige Lösung, um dies zu verhindern und Ihre Pflanzen zu schützen: ein solides Fundament. Selbstverständlich sind für ein Gewächshaus, das einige Tomaten- und Erdbeerpflanzen beherbergen soll, nicht dieselben Vorkehrungen zu treffen, wie für ein semiprofessionell genutztes Haus. Dennoch ist eine ordnungsgemäße Verankerung von großer Bedeutung, um eine Beschädigung des Gewächshauses und Ihrer Pflanzen zu verhindern.
Eingraben der Folie: verminderte Windanfälligkeit
Manche Hersteller raten dazu, beim Anbringen der Folie Ihres Gewächshauses darauf zu achten, dass diese etwas übersteht, damit Sie sie etwa 20 cm tief eingraben können. Dadurch kann die Wirkung von Windstößen reduziert werden. Es handelt sich hierbei jedoch nur um eine zusätzliche Maßnahme, die keine wirksame Verankerung der Gewächshausstruktur ersetzen kann! Diese Lösung ist nur bei kleinen, an windgeschützten Orten aufgebauten Gewächshäusern sinnvoll.
Befestigung von Gewächshäusern: Endstation für Heringe!
Viele Einstiegsmodelle nutzen ein Befestigungssystem unter Zuhilfenahme von Heringen, ähnlich wie bei einem Zelt! Beachten Sie, dass sich Heringe überwiegend zur Befestigung kleinerer Gewächshäuser eignen, besonders wenn diese sehr niedrig sind. Sie gehen jedoch ein Risiko ein, wenn Sie diese für größere Modelle verwenden. Zögern Sie also nicht, es mit einer robusteren Befestigungsvorrichtung zu ergänzen.
Gewächshäuser
Welches sind die besten Methoden zur Verankerung eines Gewächshauses?
Wie wir bereits gesehen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Befestigung eines Gewächshauses, beispielsweise mit Heringen oder durch Eingraben der Abdeckplanen. Diese beiden Methoden sind jedoch nicht ausreichend, wenn Sie das Aufstellen eines größeren Gewächshauses in Betracht ziehen oder dieses an einem weniger windgeschützten Ort aufgebaut werden soll. Optimal ist eine Befestigung mit mehreren Pfosten, ein sogenanntes Punktfundament. Dabei handelt es sich um Befestigungselemente, die an den Ecken des Gewächshausrahmens angebracht werden und dessen Standsicherheit und Widerstandsfähigkeit, insbesondere bei starkem Wind, gewährleisten.
Fußplatte
Eine Fußplatte ist ideal für größere Gewächshäuser, da sie die Konstruktion von Betonständern oder Fundamenten unnötig macht. Eine Basisplatte wird in die Erde eingegraben und durch das Gewicht der aufgefüllten Erde stabilisiert, wodurch jegliches Abheben Ihres Gewächshauses verhindert wird. Sie wird bei lockeren Böden eingesetzt.
Pfostenträger mit Dolle
Der Pfostenträger mit Dolle eignet sich sowohl für weichen als auch für harten Boden. Er ist mit einem Bodenanker und mit zwei Befestigungslaschen für verbesserten Halt ausgestattet. Diese Befestigungsart ist ideal für mittelgroße Gewächshäuser.
Fundamentfuß
Der Fundamentfuß ist ideal zur Verankerung auf einem Ring- oder Streifenfundament aus Beton. Der Fuß wird mit Dübeln oder Ankerbolzen am Untergrund befestigt.
Ankerbolzen
Welches Gewächshaus-Fundament für welchen Bodentyp?
Weicher Boden
Verankerung des Gewächshausfundaments
Das Fundament sorgt für Stabilität und guten Halt. Die Anschaffungskosten eines neuen Gewächshauses mit Fundament sind etwas höher, die Verankerung wird damit jedoch um ein Vielfaches erleichtert. Der Fundamentfuß besteht aus einer Betonplatte, die in den Boden eingesetzt und festbetoniert wird. Anschließend wird das Gerüst des Gewächshauses darauf montiert, welches meist aus Aluminium besteht. Für eine stabile Befestigung dürfen Sie den Maurer spielen! Markieren Sie auf Ihrem Boden die Stellen für Ihre Pfosten und heben Sie für jeden ein Loch aus - dieses sollte mindestens 60 cm tief sein. Setzen Sie PVC-Rohre mit einem Durchmesser von 10 bis 15 cm hinein. Nachdem Sie sichergestellt haben, dass sich die Löcher in der für die Pfostenträger vorgesehenen Position befinden, vergessen Sie nicht die Überprüfung der Rechtwinkligkeit durch Messung der Diagonalen. Mischen Sie den Mörtel, schütten Sie diesen ins Loch, lassen Sie ihn trocknen und bringen Sie das Fundament an. Das ist einfach, effizient und schnell! Je nachdem wie stabil die Befestigung sein muss, können die Pfosten oder die Befestigungselemente auch einbetoniert werden. Sobald Ihr Fundament komplett getrocknet ist, müssen Sie nur noch Ihr Gewächshaus aufbauen.
Befestigung ohne Fundament
Falls Ihr Gewächshaus keine Fundamentfüße besitzt, müssen Sie es direkt im Boden befestigen. Die Hersteller bieten dafür mehrere Lösungen an. Vertrauen Sie dabei auf Ihren gesunden Menschenverstand und wählen Sie eine solide Lösung:
Fußplatten eignen sich hervorragend für großflächige Gewächshäuser. Diese können einbetoniert werden.
Pfostenträger mit Dolle werden für mittelgroße bis kleine Häuser verwendet. Spezielle Verankerungsstifte werden in den Boden gesteckt, um den Halt des Gewächshauses zu verbessern.
Harter Boden
Die Verankerung des Gewächshauses auf hartem Untergrund ist die beste Methode, um einen dauerhaften und sicheren Halt zu garantieren - Sie können so die Bodenplatte nutzen, um das Gerüst Ihres Gewächshauses mit oder ohne Fundamentfüße darin zu verankern. Wenn Sie ein Fundament haben, können Sie dieses mithilfe von Ankerbolzen oder Dübeln mit einem Mindestdurchmesser von 8 mm befestigen. Ein kleiner Tipp, falls Ihr Gewächshaus keine Befestigungspunkte für harte Böden besitzt: Besorgen Sie sich verzinkte Stahlpfostenträger. Diese verfügen im Idealfall über eine Befestigungsplatte. Verteilen Sie diese - normalerweise 3 pro Längs- bzw. Querseite Ihres Gewächshauses – und setzen Sie das Gerüst Ihres Gewächshauses darauf. Fügen Sie eine Gewindestange und einen Bolzen auf jeder Seite des Pfostenträgers ein, um das Gerüst zu befestigen und schon haben Sie es geschafft!
Gewindestange
6 Lösungen für die Befestigung von Gewächshäusern
Ringfundament aus in die Erde eingegrabenen Betonsteinen, unter Berücksichtigung des Gewächshausumfangs. Das Gewächshaus wird an mehreren Punkten auf dem Fundament befestigt.
Erdanker, die unter Berücksichtigung des Bodentyps zu wählen sind, ermöglichen die Verankerung des Gewächshauses im Boden. Der Durchmesser und die Länge der Erdanker variieren je nach Größe des Gewächshauses und Bodenbeschaffenheit.
Einschlagbodenhülsen werden bei harten Böden verwendet. Die Hülse mit Widerhaken verankert sich während des Einschlagens.
Die Befestigungselemente können mit Stahlseilen miteinander verspannt werden, wodurch eine zusätzliche Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegen Windbelastungen erreicht wird.
Gießen Sie ein Beton-Fundament in Ring- oder Streifenform und befestigen Sie das Gewächshaus mit Ankerbolzen. Betonieren Sie Halterungen wie Fußplatten oder H-Pfostenträger ein.
Besorgen Sie sich stumpfe Rundpfosten, beschichten Sie diese mit Teer und drücken Sie sie in die Befestigungspunkte. Ökologischer geht es mit Akazienholz, welches keine Beschichtung benötigt(Akazie ist das Holz, das am langsamsten morsch wird). Drücken Sie auch diese in die Befestigungspunkte und befestigen Sie dann die Füße mithilfe von Holzschrauben.
Lesen Sie folgende Ratgeber um mehr zum Thema Garten und Gewächshaus zu erfahren:
Stahlseile
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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.