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Welches Fundament fürs Gartenhaus

Welches Fundament fürs Gartenhaus

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

7 Min. Lesezeit
Um ein Gartenhaus aufzustellen, ist ein ebener und fester Untergrund notwendig. Eine stabile Unterkonstruktion erreichen Sie mit einem Fundament. Fundamente und die Art und Weise, wie sie aufgebaut sind, können dabei sehr unterschiedlich sein. Für einen einfachen Schuppen reicht ein verdichteter Boden schon aus, wohingegen ein großes Gartenhaus mindestens auf einem Punktfundament aufgebaut sein sollte. In diesem Artikel stellen wir die gängigsten Fundamenttypen vor und verraten Ihnen, welches Fundament Sie fürs Gartenhaus nutzen können.

Wichtige Eigenschaften

  • Gründe für ein Fundament
  • Fundament für Gartenhaus planen
  • Das richtige Fundament wählen
  • Vorschriften

Warum ein Fundament für ein Gartenhaus wichtig ist

Bevor wir das richtige Fundament fürs Gartenhaus aussuchen, klären wir erstmal die Frage nach dem "Warum". Ist es überhaupt notwendig, ein Fundament zu setzen? Die Antwort ist recht kurz: Ja! Ein stabiles Fundament wird benötigt, um einen tragfähigen Untergrund zu schaffen, auf dem das schwere Gartenhaus oder der Geräteschuppen steht. Ohne Fundament könnte sich das Gartenhaus leicht verziehen, wodurch sich Türen und Fenster nicht mehr richtig schließen lassen. Mit Fundament wird das Gewicht der Gesamtkonstruktion massiv erhöht. Das Gartenhaus bzw. der Geräteschuppen steht wesentlich stabiler und kann starkem Wind und Sturm besser trotzen.

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Wann braucht es kein Fundament?

Streng genommen benötigt jedes Gartenhaus ein Fundament. Jedoch muss es nicht immer ein gegossenes, solides Fundament aus Beton sein. Ausschlaggebend sind hier Größe und Gewicht des Gartenhauses.

  • Bei leichten Geräteschuppen zum Beispiel ist ein verdichteter Boden als Fundament vollkommen ausreichend. Dieser sollte mit Kies ausgelegt werden, sodass bei Feuchtigkeit kein Schlamm entsteht.

  • Für kleine und leichte Gartenhäuser in Ständer- oder Rahmenbauweise ist ebenfalls kein richtiges Fundament vonnöten. Diese können Sie mithilfe von sogenannten Bodenhülsen im Boden verankern. Dazu werden die Bodenhülsen ca. 50 bis 75 cm tief in den Boden gehämmert und die Trägerpfosten des Gartenhauses darin befestigt. Durch die weiteren Verstrebungen, Wände und das Dach stabilisiert sich das Gartenhaus von allein.

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Trägerpfosten

So planen Sie ein Fundament für Ihr Gartenhaus

Die Planung eines Fundaments für Ihr Gartenhaus ist keine Raketenwissenschaft. Die notwendigen Maschinen – beispielsweise ein Zementmischer oder eine Rüttelplatte – können Sie im Baumarkt um die Ecke leihen. Weiterhin brauchen Sie als Hauptbestandteile Beton oder Platten. Dazu aber später mehr.

1. Schritt: Bestimmung der Fundamentgröße

Die Größe des Fundaments für Ihr Gartenhaus ist grundsätzlich vom Gartenhaus selbst vorgegeben. Bei den meisten Gartenhäusern ist ein sogenannter Fundamentplan enthalten. In diesem werden die Mindestmaße sowie Mindestanforderungen an das Fundament beschrieben.

Sollte kein Fundament enthalten sein, können Sie sich an den Außenmaßen des Gartenhauses orientieren. Stecken Sie den entsprechenden Bereich mit einer Richtschnur ab, sodass Sie einen Eindruck davon erhalten, welchen Platz das Fundament für Ihr Gartenhaus im Garten einnehmen wird.

2. Schritt: Prüfung des Untergrundes

Bevor es losgeht und Sie das Fundament fürs Gartenhaus tatsächlich setzen können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört eine sorgfältige Prüfung des Untergrunds.

Ein sandiger sowie steiniger Boden oder auch ein Mutterboden benötigt im Vorfeld eine Verdichtung. Dies machen Sie optimalerweise mit einer Rüttelplatte.

Ist der Boden stark verwurzelt, sollten Sie ihn umgraben und dabei das Wurzelwerk so gut es geht entfernen. Auch hier ist die anschließende Verdichtung mit einer Rüttelplatte ratsam.

Tipp: Sollten Sie eine Wasser- und Stromleitung in Ihrem Gartenhaus installieren wollen, so planen Sie in diesem Schritt bereits die entsprechenden Leerrohre ein. Die Rohre vergraben Sie optimalerweise in einem 60 bis 80 cm tiefen Graben.

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PVC-Ableitungsrohre

Welches Fundament sollten Sie für Ihr Gartenhaus nutzen?

Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Damit Sie das richtige Fundament auswählen, ist hier ein kleiner Überblick der gängigsten Fundamente:

Schraubfundament

Dies ist das mitunter am einfachsten zu erstellende Fundament. Das Gießen eines Betonfundaments kann eine herausfordernde und anstrengende Arbeit sein. Schraubfundamente sind im Grunde große Schrauben, die durch Eintreiben fest im Boden verankert sind. Der Boden muss dazu gut verdichtet, plan und in Waage sein. Ein Fundamentrahmen (z. B. aus Holzlatten) verbindet alle Schraubfundamente miteinander, sodass ein stabiles und sicheres Fundament entsteht.

Sie können Schraubfundamente in jedem festen und verdichteten Boden installieren. Ist der Boden sandig, locker und mit vielen Steinen versehen, sollten Sie von Schraubfundamenten absehen, da das die Stabilität des Gartenhauses gefährden könnte.

Die Vorteile von einem Schraubfundament liegen auf der Hand: Es ist schnell aufgebaut und falls erforderlich auch ebenso schnell wieder zurückgebaut. Sie müssen kein Beton gießen und es ist das ökologischste aller hier aufgeführten Fundamente.

Plattenfundament

Das Plattenfundament (oder auch: Fundamentplatte) ist ein Fundament aus Gehwegplatten. Dieses Fundament ist das bei Gartenhäusern wohl beliebteste Fundament. Es ist einfacher realisierbar als ein Streifen- oder Punktfundament und hat einen vergleichsweise geringen Arbeitsaufwand.

  1. Um ein Plattenfundament zu setzen, heben Sie im ersten Schritt eine ca. 20 bis 30 cm tiefe Grube aus. Diese sollte umlaufend etwa 15 cm breiter sein als die Grundfläche des Gartenhauses.

  2. Legen Sie nun die sogenannte Randschalung ein. Das sind im einfachsten Fall stabile Bretter, die als Grenze zwischen Erde und Fundament dienen. Sie können hier auch Kellerwandsteine oder ein Streifenfundament nutzen.

  3. In die nun abgegrenzte Grube wird eine etwa 10 bis 15 cm dicke Schicht Kies eingelassen und verdichtet. Das Kies kann mit einer Unkrautfolie aus Polyethylen bedeckt werden, sodass keine Frostschäden enstehen.

  4. Legen Sie anschließend die Gehwegplatten gleichmäßig und sorgfältig auf der Folie aus. Eine Schicht aus Sand verhindert ein Verrutschen der Platten.

Das Plattenfundament ist stabil und vergleichsweise schnell sowie kostengünstig gesetzt.

Punktfundament

Das Punktfundament ist – wie der Name bereits sagt – ein Fundament, das aus mehreren Punkten besteht. Es erfordert weit weniger Materialeinsatz als eine massive, dicke Betonplatte, ist dabei aber dennoch tragfähig und stabil. Verwenden Sie ein Punktfundament nur auf festen Böden. So gehen Sie sicher, dass das Gartenhaus mit der Zeit nicht absackt.

  1. Zur Anfertigung des Punktfundamentes heben Sie im ersten Schritt ca. 80 cm tiefe Löcher in gleichmäßigen Abständen aus.

  2. In diese kommen nun sogenannte KG-Rohre mit dem Durchmesser DN 200. Passen Sie alles so an, dass die Rohre eine gleiche Höhe haben. Eine Richtschnur ist dabei eine große Hilfe.

  3. Die Rohre werden anschließend mit Beton aufgefüllt und müssen trocknen.

  4. Ist alles getrocknet, können Sie die Trägerbalken auf dem einzelnen Punktfundament befestigen. Dies erfolgt genau wie beim Schraubfundament als Rahmenkonstruktion, die alle Fundamentpunkte miteinander verbindet.

Betonplatte

Die Betonplatte ist die "Mutter aller Fundamente" – wenn man es denn so nennen darf. Es handelt sich um eine massiv gegossene Betonplatte, die sich unter der gesamten Grundfläche des Gartenhauses befindet. Der Arbeitsaufwand ist um ein Vielfaches höher als bei den bisher vorgestellten Fundamenten und ist weiterhin die kostspieligste Variante. Aus diesen Gründen ist die Betonplatte als Fundament nur dann zu wählen, wenn es nicht anders geht. Oder anders gesagt: Wenn der Boden instabil oder locker ist und nicht richtig verdichtet werden kann. Dies ist typischerweise in sumpfigem Gelände der Fall.

  1. Heben Sie zum Gießen der Betonplatte eine 30 cm tiefe Grube aus und stützen Sie den Rand mit stabilen Schalbrettern.

  2. Füllen Sie die Grube mit einer Kiesschicht von etwa 10 cm und verdichten diese. 

  3. Anschließend kommt, wie beim Plattenfundament auch, eine stabile PE-Folie als Frostschutz darauf.

  4. Gießen Sie nun eine Schicht Beton und bestücken diesen mit einer Armierung (das sind gitterförmige Stahlmatten). Diese dient der Stabilisierung nachdem der Beton durchgetrocknet ist.

  5. Gießen Sie anschließend eine weitere Schicht und glätten diese mit einem Abzieher.

Dies ist das mit Abstand aufwändigste Fundament und es ist ratsam, die Betonplatte nur auf instabilem Boden zu verbauen. Der Arbeitsaufwand ist sehr hoch, es werden viele Maschinen benötigt, um es richtig zu machen, und die Kosten sind verglichen mit den anderen Fundamenten ebenfalls sehr hoch.

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Vorschriften: Was ist vor dem Aufstellen des Gartenhauses zu beachten?

Bevor Sie entscheiden, welches Fundament fürs Gartenhaus Sie setzen möchten, ist es wichtig, die geltenden Rahmenbedingungen und Vorschriften zu kennen. Sie sollten sich vorab bereits für ein Gartenhaus entschieden haben. Bei Ihrem zuständigen Bauamt bringen Sie dann in Erfahrung, ob eine Baugenehmigung notwendig ist und wenn ja, welche Daten dafür vorliegen müssen. Da die Richtlinien und Regelungen hierbei von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, gibt es leider keine einheitliche Vorgehensweise. Sollten Sie das Gartenhaus widerrechtlich aufstellen, drohen Bußgelder von bis zu 50.000 € und das zuständige Bauamt kann einen Rückbau fordern.

 

Ratgeber verfasst von:

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!

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