
Streifenfundament bauen: So geht’s
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Wichtige Eigenschaften
- Was ist ein Streifenfundament?
- Standort und Größe
- Fundament abstecken
- Boden ausheben
- Schotter einbringen
- Verschalung anfertigen
- Betonieren
- Trocknen lassen
- Werkzeuge und Material
Was ist ein Streifenfundament?
Ein Streifenfundament ist ein robuster Untergrund für Konstruktionen wie größere Gartenhäuser, Mauern oder Geräteschuppen. Wie der Name schon sagt, besteht es aus gegossenen Betonstreifen, die das Gewicht des sich darauf befindlichen Baus aufnehmen und tragen. Sie sorgen für ein festes Fundament. Arbeitsaufwand und Materialmenge sind vergleichsweise gering.
Metall-Gerätehäuser
Schritt 1: Standort und Größe festlegen
Legen Sie als erstes den Standort und die Größe des Fundaments fest. Möchten Sie eine Mauer errichten, reicht ein einfacher Streifen aus. Der genaue Standort ist in diesem Fall vermutlich ebenfalls klar.
Wenn Sie einen Bausatz für ein Gartenhaus, eine Garage oder eine Laube gekauft haben, erhalten Sie in der Regel einen Fundamentplan dazu. Das ist eine Zeichnung, die vorgibt, wie genau das Fundament für den entsprechenden Bausatz aussehen sollte.
Prüfen Sie weiterhin, ob der Standort, an dem Sie das Streifenfundament gießen wollen, ein Gefälle hat. Das können Sie entweder mit einer Wasserwaage oder aber mit einer Schlauchwaage machen. Das Gefälle müssen Sie im Aushub entsprechend ausgleichen.
Wasserwaagen
Schritt 2: Fundament abstecken
Ist der Standort ins Auge gefasst, das Gefälle ausgemacht und die Größe festgelegt, müssen Sie das Fundament "sichtbar" machen.
Stecken Sie in diesem Schritt den Umriss mit einer Richtschnur ab. Dazu hämmern Sie Rundstäbe oder Moniereisen in die Ecken des künftigen Fundaments und bringen eine Richtschnur an. Kontrollieren Sie nach Fertigstellung sicherheitshalber nochmal das Maß. Man weiß ja nie!
Maßbänder
Schritt 3: Streifenfundament erstellen – Boden ausheben
Nun beginnt die eigentliche Arbeit beim Streifenfundamentbau: der Aushub. Bei der Vorbereitung müssen Sie die Frosttiefe Ihrer Region in Erfahrung bringen. Diese liegt dem örtlichen Bauamt vor und kann dort erfragt werden. So wissen Sie, wie tief das Fundament sein muss.
In der Regel beträgt die Frosttiefe ca. 80 cm.
Wichtig: Sollten Sie die Frosttiefe nicht einhalten, laufen Sie Gefahr, dass das Fundament von unten nach und nach aufplatzt und brüchig wird. Damit kann die darauf liegende Konstruktion instabil werden.
Heben Sie einen Schacht in der entsprechenden Tiefe aus und füllen Sie ihn mit einer Schicht Kies auf. Bedenken Sie hier, dass der Aushub etwas mehr Platz in Anspruch nehmen muss. Um die spätere Schalung bauen zu können, sollten Sie pro Seite etwa 10 cm mehr einkalkulieren und den Aushub entsprechend größer gestalten.
Bedenken Sie, dass der Aushub des Schachtes mitunter zu einer sehr mühseligen Arbeit werden kann. Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Sie diesen per Hand oder mithilfe eines Minibaggers ausheben möchten. Der Aushub per Hand erfordert einen Spaten sowie eine Spitzhacke. Einen Minibagger können Sie sich in vielen Baumärkten tageweise ausleihen. Die Leihgebühr beträgt in der Regel um die 180 € pro Tag.
Spitzhacken
Schritt 4: Streifenfundament bauen – Schotter einbringen
Bringen Sie Schotter auf der gesamten Fläche der ausgehobenen Grube ein. Der Schotter dient als Frostschutzmaterial, sodass Sie auf der sicheren Seite sind.
Bringen Sie die Lagen ca. 12 bis 15 cm hoch ein und verdichten diese anschließend.
Wiederholen Sie den Schritt, bis Sie die Grube etwa 50 cm hoch aufgefüllt haben.
Zum Verdichten bietet sich eine motorisierte Rüttelplatte an. Fahren Sie die Strecke mit der Rüttelplatte langsam und sorgfältig ab, bis sich das Material nicht weiter verdichten lässt. Sollte die Staubentwicklung beim Rütteln zu stark werden, können Sie die Fläche mit einem Gartenschlauch und Wasser befeuchten.
Wenn Sie dies für jede aufgebrachte Schotterlage wiederholen, erhalten Sie einen tragfähigen und frostsicheren Untergrund, der sich sehr gut als Grundlage für das eigentliche Fundament eignet.
Wichtig: Überprüfen Sie am Ende mithilfe einer Wasserwaage, ob alles gerade und waagerecht ist. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie jetzt noch sehr einfach mit einer entsprechend dünnen Schotterschicht nachbessern.
Sand und Kies
Schritt 5: Streifenfundament bauen – Verschalung
Das Fundament wird aus Beton gegossen. Beton ist eine recht zähflüssige Masse, die in Form gehalten werden will. Um dies zu erreichen, müssen Sie eine Schalung für die Masse anfertigen.
Sollten Sie einen sehr sandigen Boden haben, könnte es zusätzlich notwendig sein, die Seitenwände des Schachts mit Brettern zu stützen. Dies verhindert, dass Erde in die fertige Betonmasse rutscht und die Stabilität des Streifenfundaments beeinträchtigt.
Schneiden Sie die Schalungsbretter in der entsprechend benötigten Länge zu. Dies geht am einfachsten mit einer Handkreissäge. Sollten Sie keine Handkreissäge besitzen, geht es selbstverständlich auch von Hand – ist jedoch mühsamer.
Länge und Höhe entnehmen Sie entweder Ihrem Fundamentplan oder Sie orientieren sich am Schacht, den Sie zuvor ausgekoffert haben. Achten Sie darauf, dass Verschalung und Oberkante des Schachts auf gleicher Höhe abschließen.
Gut zu wissen: Um die Schalungsbretter in der richtigen Form zu halten, können Sie diese mithilfe von Kanthölzern und Schrauben miteinander verbinden.
Richten Sie die Schalungsbretter sehr exakt und sorgfältig aus, denn die Ausrichtung der Schalungsbretter bestimmt im Anschluss die Form und Ausrichtung des Streifenfundaments. Zusätzlich sollten Sie die Schalung nach außen hin verkeilen. Dadurch wird verhindert, dass der Beton die Schalungsbretter nach außen drückt und Ihr Fundament behält die gewünschte Form.
Bretter und Kantholz
Schritt 6: Streifenfundament bauen – Betonieren
Berechnen Sie den Rauminhalt der Schalung, sodass Sie wissen, welche Menge Beton Sie benötigen. Planen Sie etwa 15 bis 20 Prozent mehr ein, da die Betonmasse noch verdichtet werden muss.
Beim Mischen haben Sie grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:
Sie können sich Fertigbeton anliefern lassen. In der Praxis sieht das dann so aus, dass ein Betonmisch-Fahrzeug bei Ihnen vorbeikommt und die Masse nach und nach abkippt. Die Bestellung von Fertigbeton lohnt sich meist nur bei größeren Fundamenten, beispielsweise beim Betonieren einer Bodenplatte.
Sie können Fertigbeton kaufen. Dieser muss nur noch unter Hinzugabe von Wasser angemischt werden. Ein kleiner, motorisierter Zementmischer kann hier durchaus praktisch sein. Er kann tageweise in den meisten Baumärkten ausgeliehen werden.
Sie mischen sich den Beton selbst an, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Hierzu benötigen Sie Kies, Zement und Wasser.
Mischen Sie den frischen Beton nach Herstellerangaben zusammen. Das Gebinde darf nicht flüssig sein, sondern es sollte eine erdfeuchte Masse ergeben, die Sie dann mit einer Schaufel in die Schalung einfüllen können.
Stechen Sie beim Einfüllen immer wieder mit der Schaufel in die Masse hinein. So können Luftblasen aufsteigen, die Masse verdichtet sich und wird insgesamt stabiler. Sofern Ihnen dies zu mühselig erscheint, können Sie auch einen sogenannten Innenrüttler verwenden. Dieser wird in die Masse eingelassen und sorgt mithilfe von Vibrationen dafür, dass die Luft entweichen kann.
Ist der obere Rand der Schalung erreicht, sind Sie soweit fertig. Ziehen Sie nun noch die Oberfläche des Betons mit einer Richtlatte oder eine Kelle ab, sodass Sie eine schöne und glatte Fläche erhalten.
Maurerkellen
Schritt 7: Beton trocknen lassen
Sie sind nun fertig. Der Beton muss lediglich noch trocknen. Oberflächenfest ist der Beton nach ca. 2 Tagen. Damit er komplett durchtrocknen kann und seine Endfestigkeit erreicht, sollten Sie ca. 30 Tage einplanen. Um weiter darauf aufbauen zu können, müssen Sie jedoch nicht so lange warten. Sie können nach ungefähr einer Woche mit dem Bau Ihrer Garage oder Ihres Gartenhauses weitermachen.
Holzgaragen
Streifenfundament erstellen: Werkzeuge und Material
Der Bau eines soliden Streifenfundaments erfordert eine genaue Planung und eine sorgfältige Durchführung. Für die Arbeiten benötigen Sie unter anderem folgendes Werkzeug und Material:
Richtschnur und Moniereisen
Spaten und Spitzhacke oder Minibagger
Rüttelplatte
Kies
Schotter
Beton
Schalungsbretter
Schrauben und Kanthölzer
Schutzkleidung
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Ratgeber verfasst von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!