Zum Hauptinhalt springen
Einen Weg anlegen: So geht's

Einen Weg anlegen: So geht's

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

8 Min. Lesezeit
Ein angelegter Weg ist ein beliebtes Gestaltungselement im Garten und hilft, ungewollte Trampelpfade zu vermeiden. Weiterhin kann der Gartenweg dazu dienen, verschiedene Bereiche des Gartens miteinander zu verbinden und optisch für eine gewisse Struktur auf Ihrem Grundstück zu sorgen. Wie Sie einen langlebigen Weg anlegen und worauf Sie dabei achten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Planung ist der halbe Gartenweg

Bevor es ans Eingemachte geht, sollte man sich ein paar Gedanken zum künftigen Aufbau machen. Welcher Weg wird am häufigsten genutzt? Wie sollen mögliche weitere Wege verlaufen? Welcher Weg soll wie beschaffen sein? Welches Material soll verwendet werden? Haben Sie ein Gartenhaus, einen Carport oder einen Komposthaufen im Garten stehen, zu denen Sie den Gartenweg verlegen möchten? Schließlich sollen die Wege praktisch und gut durchdacht sein.

Häufig genutzte Strecken können unschöne Trampelpfade auf dem Rasen hinterlassen. Gerade bei Regen ist das äußerst unpraktisch, da hier schnell Matsch entsteht. Dann besteht Rutschgefahr und damit einhergehend auch ein Verletzungsrisiko.

Der erste Griff sollte demnach zu Stift und Papier gehen. Fertigen Sie eine maßstabsgetreue Zeichnung des Gartens an. Berücksichtigen Sie dabei und Position von Beeten, Bäumen, Gartenlauben, Teichen und weiteren Hindernissen. Zeichnen Sie als Letztes die künftigen Wege ein, wie Sie durch den Garten verlaufen sollen. 

Gerade Wege bringen Sie schnell von A nach B, während geschwungene Gartenwege natürlich und harmonisch wirken. 

Durch die Zeichnung haben Sie gleich mehrere Vorteile: Sie haben eine konkrete Vorstellung des künftigen Gartenbildes und Sie können sich ausrechnen, wie viel Material Sie benötigen, wenn Sie den Weg anlegen.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Bäume und Sträucher

Weg anlegen: was ist generell zu beachten?

Bei der Planung eines Gartenwegs gilt es noch einige weitere Faktoren zu berücksichtigen. Für einen schönen Weg im Garten braucht es (leider) etwas mehr, als nur Steine lose auf einen Rasen zu legen.

1. Fundament: damit die Steine mit der Zeit nicht absacken, ist ein stabiles Fundament notwendig. Dieses kann aus einem (mehrfach) verdichteten Kiesbett bestehen. Sofern Sie einen weichen oder moorigen Boden haben, sollten Sie ein Betonfundament gießen. Beide Varianten sollten optimalerweise ca. 30 cm tief sein.

2. Randeinfassung: damit der Weg nicht innerhalb kürzester Zeit zuwuchert, ist eine Randeinfassung sinnvoll. Dies kann bspw. mit Randsteinen, die in einem Mörtelbett liegen, geschehen. Eine weitere und einfachere Möglichkeit ist die Einfassung mit einer Rasenkante. Diese besteht aus einem dünnen Blech und kann einfach neben dem Weg in die Erde gesteckt werden.

3. Breite: die Breite des Wegs können Sie nach Belieben frei wählen. In der Regel beträgt die Breite eines Gartenwegs ca. 60 cm. Sollte diese Breite in Ihrem Garten jedoch zu wuchtig wirken oder zu viel Grünfläche wegnehmen, können Sie diese selbstverständlich anpassen.

4. Gefälle: ein Gefälle vermeidet Pfützen und Staunässe. Nun hängt das Gefälle maßgeblich an der Beschaffenheit und Lage des Gartens, sodass es ggf. Wege geben wird, die kein durchgehendes Gefälle haben können. Hier ist es ratsam den Weg so anzulegen, dass sich kein Wasser am Haus stauen und Regenwasser am Rand des Wegs ablaufen kann.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Rasenkanten und Beeteinfassungen

Weg anlegen: Vorbereitung des Untergrundes

Um zu verhindern, dass Teile des Wegs mit der Zeit absinken oder verrutschen, ist es wichtig den Untergrund entsprechend vorzubereiten und ein solides Fundament anzulegen. Das Fundament besteht aus verschiedenen Schichten. Damit der Untergrund tragfähig und fest wird, sollten Sie diese Schichten mehrfach verdichten.

Schritt 1: Weg abstecken

Stecken Sie im ersten Schritt den Verlauf des Wegs ab, den Sie anlegen möchten. Das geht prima mit Holzpflöcken oder Bambusstäben, die Sie später auch zum Gärtnern benutzen können. Spannen Sie Richtschnüre zwischen den Stäben.

Schritt 2: Grube ausheben

Heben Sie nun eine ca. 30 cm tiefe Grube aus. Hierzu sei gesagt: je nach Länge und Breite des Wegs bietet es sich an, einen Minibagger zu mieten. Diesen können Sie im örtlichen Baumaschinenverleih ausleihen. Der Minibagger kann jedoch schöne Rasenfläche beschädigen. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie diesen  verwenden möchten. Sollten Sie Ihr Gartenprojekt ohne Minibagger bewältigen wollen, benötigen Sie einen Spaten und eine Schaufel.

Bedenken Sie dabei, dass Sie ein Gefälle von ca. 2 % einarbeiten sollten. Falls das nicht möglich ist, müssten Sie den Weg so gestalten, dass sich unter keinen Umständen Staunässe an einer Hauswand bildet.

Schritt 3: Randsteine setzen

Sollten Sie eine Wegeinfassung mit Randsteinen planen, müssen Sie Mörtel am Rand der zuvor ausgehobenen Grube verteilen. Sofern alles bereit liegt, rühren Sie Flexmörtel für den Außenbereich nach Herstellerangaben an. Dieser ist minimal flexibel und dadurch temperaturbeständig. Verteilen Sie anschließend den Mörtel am Rand Ihres Wegs entlang. Legen Sie nun die Randsteine in das Mörtelbett und pressen sie leicht an den Boden an. Achten Sie beim Verlegen darauf, dass die Steine alle in einer Flucht verlaufen. Dies können Sie sehr einfach mit einer langen Wasserwaage oder einem Richtscheit kontrollieren. Sollte ein Stein nicht in einer Flucht liegen, können Sie diesen mit einem Gummihammer und leichten Schlägen in die gewollte Position bringen.

Sofern Sie eine Randeinfassung ohne Randsteine, sondern mit einer Rasenkante oder Kunststoff- bzw. Holzpalisaden planen, können Sie diesen Schritt überspringen. In diesem Fall müssen Sie die Rasenkante nach Fertigstellung des Weges am Rand des Wegs entlang lose in die Erde einstecken.

Schritt 4: Grube füllen

Nachdem der Mörtel für die Randsteine durchgetrocknet ist, füllen Sie den Rest der Grube etwa 20 cm tief mit Kies oder Schotter auf und verdichten diesen in mehreren Durchgängen mit einer Rüttelplatte.

Anschließend füllen Sie den Rest ca. 10 cm hoch mit Splitt auf. Mit einer Abziehlatte oder einem Richtscheit können Sie die Schicht abziehen und begradigen. Füllen Sie eventuell entstandene Löcher wieder auf und ziehen die Fläche erneut glatt.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Mörtel

Weg anlegen

Nachdem die Vorarbeiten soweit abgeschlossen sind, geht es ans Eingemachte. Nun können Sie endlich den Weg anlegen! Sollten Sie einen Kiesweg bevorzugen, müssten Sie in diesem Schritt nur noch Kies aufbringen und sind fertig. Wenn Sie hingegen Pflaster bevorzugen, liegt noch etwas Arbeit vor Ihnen.

Schritt 1: Weg pflastern

Die zuvor angestellten und in der Zeichnung skizzierten Überlegungen werden nun in die Tat umgesetzt. Legen Sie die von Ihnen ausgesuchten Steine nach Ihrem Verlegemuster ins Splittbett und drücken diese mit der Hand fest. Starten Sie damit am besten an einer geraden Kante entlang der Randsteine.

Wenn Sie Beton-basierte Steine verwenden, lassen Sie einige Millimeter Abstand zwischen den Steinen. Diese müssen im Anschluss noch verfugt werden.

Kontrollieren Sie die Ausrichtung der Steine in regelmäßigen Abständen und korrigieren Sie Ungenauigkeiten, sobald Sie diese bemerken. Helfen Sie hierbei ggf. mit einem Gummihammer und einer Wasserwaage oder einem Richtscheit nach.

Schritt 2: Weg verfugen

Aktuell liegen die Steine nur lose auf dem Splittbett auf. Damit diese an Stabilität gewinnen, müssen die Fugen aufgefüllt werden. Bei der Fugenmasse kommt es auf die Art der Steine und auf die Fugenbreite an. Haben Sie sich für schmale Fugen entschieden, so bietet sich Sand als Fugenmasse an. Bei breiteren Fugen eignet sich Splitt besser.

Schütten Sie den Splitt oder alternativ Sand auf die Steine und verteilen Sie ihn  gleichmäßig, diagonal zur Fuge mit einem Straßenbesen. Die feinen Steine gleiten dadurch in die Fugen hinein und sorgen dafür, dass das Pflaster sich nicht weiter bewegen kann.

Wässern Sie die Fläche. Dadurch verdichtet sich das Fugenmaterial nochmal und Sie können mehr einfüllen. Das sorgt für mehr Stabilität. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die Fugen komplett gefüllt sind. Das überschüssige Material können Sie einfach mit dem Besen wegkehren.

Schritt 3: Weg verdichten

Die Steine sind gelegt und verfugt. Nun geht es darum, den Weg zu verdichten. Schnappen Sie sich hierzu die Rüttelplatte. Diesmal ist es wichtig, dass Sie eine Gummiauflage verwenden um die schönen Pflastersteine nicht zu beschädigen.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Rüttelplatten

Gartenwege gestalten - Deko, Beleuchtung und Co

Ihr Gartenweg ist nun angelegt. Erfreuen Sie sich des Anblicks und seien Sie stolz auf Ihre Leistung, denn auch für einen Profi ist ein Weg nicht "mal eben so" angelegt. Wie Sie wahrscheinlich bemerkt haben, erfordert es viel Planung und schweißtreibende Arbeit, die nur teilweise von Maschinen erledigt werden kann.

Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind, können Sie noch ein paar zusätzliche Eyecatcher integrieren. Keine Angst, das Dekorieren Ihres Gartenwegs ist weniger aufwändig als das Anlegen.

Gartenweg-Beleuchtung

Mit der richtigen Wegbeleuchtung, verlaufen Sie sich im Dunkeln nicht. Wenn Sie im Vorfeld keine Stromleitungen eingebaut haben, können Sie einfach Solarlampen verwenden. Diese können Sie lose auf den Boden stellen oder mit Bodenankern befestigen.

Zierelemente entlang des Wegs

Legen Sie Zierelemente entlang des Wegs an. Dies können zum Beispiel Gartenstatuen oder Ziersteine sein. Sie können den Weg aber auch wunderschön mit Blumenbeeten oder Ziergräsern entlang des Randes verzieren. Eine Sitzgelegenheit, wie eine Gartenbank lädt zum verweilen am Wegsrand ein.

Brücken

Sollten Sie einen Bachlauf im Garten haben, können Sie eine Zierbrücke in den Weg einbauen. Sie ist ein Dekoelement, dass besonders in japanischen Gärten eingesetzt wird. Eine Brücke punktet mich Charme, lockert die Optik nochmals auf und ist recht einfach nachrüstbar.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Zierbrücken

Mehr zum Thema Gartengestaltung erfahren

 

Ratgeber verfasst von:

Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen

Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!

Der Spezialist für Heimwerk, Haus und Garten

Der Spezialist für Heimwerk, Haus und Garten

100 Tage kostenlose Lieferung und Rücksendung mit ManoExpress. ,[object Object]

100 Tage kostenlose Lieferung und Rücksendung mit ManoExpress. Mehr erfahren

Jetzt einkaufen und in 30 Tagen bezahlen

Jetzt einkaufen und in 30 Tagen bezahlen

Mehr als 7 Millionen professionelle und private Kunden

Mehr als 7 Millionen professionelle und private Kunden