
Einfahrt pflastern: So geht’s
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Wichtige Eigenschaften
- Gebunden oder ungebunden
- Bodenbelag wählen
- Vorschriften und Genehmigungen
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
Einfahrt pflastern: gebunden oder ungebunden?
Die Vorgehensweise beim Einfahrtpflastern lässt grundsätzlich zwei Methoden zu: eine gebundene und eine ungebundene Verlegeweise.
Bei der gebundenen Variante verlegen Sie die einzelnen Pflastersteine in ein Bett aus Flexmörtel. Diese werden damit am Boden sowie auch aneinander fixiert.
Bei der ungebundenen Variante werden die Steine "lose" aneinandergelegt und verfugt. Das Ausfüllen der Fuge bringt die notwendige Stabilität. Sie benötigen hier zwingend eine Bahn aus Randsteinen, an denen Sie die anderen Steine ausrichten und anlehnen können.
Grundsätzlich ist die gebundene Variante stabiler, jedoch auch (unverhältnismäßig) material- sowie kostenintensiver im Vergleich zur ungebundenen Variante. Bei der Langlebigkeit sind beide Verlegemethoden in etwa gleich auf, sodass wir in diesem Ratgeber lediglich auf die ungebundene Variante eingehen.
Rasenkanten
Wählen Sie den passenden Bodenbelag
Grundsätzlich sind die Möglichkeiten hier unbegrenzt. Sofern Ihr lokales Bauamt keine Beschränkungen oder Auflagen vorgeschrieben hat, können Sie frei wählen. Sinnvoll sind Pflastersteine aus Naturstein oder Pflastersteine aus Beton. Bei der Betonvariante gibt es unterschiedliche Farben und Formen, sodass Sie hier Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.
Ein besonders stabiler Stein ist der sogenannte Rasengitterstein. Dieser Stein hat zudem Hohlkammern, durch die Wasser ungehindert abfließen kann. Der Stein an sich hält starken Belastungen stand und trägt problemlos (natürlich abhängig von der oberen Tragschicht) auch das Gewicht eines 7,5-Tonnen-Lkws.
Beton
Baugenehmigung einholen
Bevor Sie irgendeine Aktivität starten, ist es sinnvoll, sich über die Einholung einer Baugenehmigung zu informieren. Die Regelungen dazu sind von Bundesland zu Bundesland bzw. von Kommune zu Kommune unterschiedlich und es kann durchaus passieren, dass Sie im Falle des Falles Ihre mühsam gepflasterte Einfahrt wieder zurückbauen müssen.
Informieren Sie sich im Vorfeld daher bei Ihrem zuständigen Bauamt. Sollten weitere Schritte notwendig sein, können Sie diese ebenfalls mit dem Bauamt besprechen und Unklarheiten aus dem Weg räumen.
Los geht's: Einfahrt pflastern Schritt-für-Schritt
1. Fläche festlegen und Material berechnen
Eine maßstabsgetreue Skizze der Einfahrt ist mehr oder weniger Pflicht zur Ermittlung der Materialmenge. Dazu benötigen Sie das Maß der Steine, für die Sie sich entschieden haben. Fertigen Sie die Zeichnung der gepflasterten Fläche so präzise wie möglich an. Platzieren Sie die Randsteine auf dem Papier dabei so, dass die übrigen Steine möglichst nicht zugeschnitten werden müssen. Gute Planung erspart hier viel Zeit und Arbeit. Sie können nun anhand der Skizze die Anzahl der benötigten Steine ermitteln.
Die Skizze hat einen weiteren Vorteil: Sie erhalten bereits jetzt schon einen ersten Eindruck vom Verlegemuster und können gegebenenfalls noch einmal umplanen.
2. Vorbereitung des Untergrunds zum Pflastern der Einfahrt
Bevor der eigentliche Teil beginnt, müssen wie so oft Vorbereitungen getroffen werden. In diesem Fall müssen Sie den Untergrund vorbereiten.
Heben Sie dazu den Boden etwa 40 cm tief aus und verdichten die offene Schicht Erde.
Füllen Sie die ausgehobene Fläche nun mit ca. 20 cm grobem Schotter auf. Der Schotter dient als Frostschutz, sodass die Pflastersteine lange erhalten bleiben.
Auf den groben Schotter kommt anschließend eine etwa 15 cm hohe Schicht aus feinem Schotter.
Verdichten Sie die einzelnen Lagen in mehreren Durchgängen am besten mit einer Rüttelplatte, um maximale Stabilität bei der Tragfläche zu erreichen.
Um Schimmel und Staunässe zu vermeiden, sollten Sie anschließend angrenzende Gebäude oder Wege mit einer Noppenbahn auskleiden.
Überprüfen Sie mittels Wasserwaage, ob alles soweit passt und das notwendige Gefälle vorhanden ist, sodass Wasser ablaufen kann.
3. Randsteine setzen
Die Randsteine werden – wie der Name vermuten lässt – an den Rand gesetzt und müssen stabil in einer Vertiefung sitzen.
Heben Sie dazu einen Graben aus, etwa 5-10 cm tief und 15 cm dick.
Füllen Sie den Graben mit Beton und platzieren Sie die Randsteine darauf.
Überprüfen Sie die Höhe aller Randsteine und sorgen Sie dafür, dass sie alle auf einer Höhe sind. Helfen Sie hier gegebenenfalls. mit einem Gummihammer und sanften Hieben nach.
Arbeiten Sie sich Stein für Stein vor und richten alles anhand einer Wasserwaage oder eines Richtscheits aus. Zu große Steine können Sie mithilfe eines Winkelschleifers kürzen.
Sind alle Steine an den Rand gesetzt, bringen Sie eine Rückenstütze aus Beton an, um die Randsteine zusätzlich zu stabilisieren.
Der Beton muss nun trocknen. Lassen Sie ihm hierzu 1-2 Tage Zeit.
4. Splittbett anlegen
Sind die Randsteine gesetzt, legen Sie ein Splittbett an. Dieses sollten Sie ca. 5 cm hoch auffüllen und mit einer Abziehlatte oder einem Richtscheit abziehen. Füllen Sie eventuell entstandene Löcher wieder auf und ziehen die Fläche erneut glatt.
5. Verlegen von Pflastersteinen
Die zuvor angestellten und in Ihrer Zeichnung skizzierten Überlegungen werden nun in die Tat umgesetzt. Legen Sie die Steine nach Ihrem Verlegemuster ins Splittbett und drücken diese mit der Hand fest. Starten Sie damit an einer geraden Kante – am besten entlang der Randsteine.
Kontrollieren Sie die Ausrichtung der Steine in regelmäßigen Abständen und korrigieren Sie Ungenauigkeiten, sobald Sie diese bemerken. Helfen Sie hierbei bei Bedarf mit einem Gummihammer und einer Wasserwaage oder einem Richtscheit nach.
6. Pflaster verfugen
Momentan liegen die Steine nur lose auf dem Splittbett auf. Damit diese an Stabilität gewinnen, müssen die Fugen aufgefüllt werden. Schütten Sie dazu den Splitt oder alternativ Sand auf die Steine und verteilen das Material gleichmäßig diagonal zur Fuge. Benutzen Sie hierzu einen regulären Besen. Die feinen Steine gleiten dadurch in die Fugen hinein und sorgen dafür, dass das Pflaster sich nicht weiter bewegen kann. Das überschüssige Material können Sie einfach mit dem Besen wegkehren.
Besen
7. Abschlussarbeiten
Wässern Sie die gesamte Fläche. Dadurch setzt sich der Sand bzw. Splitt in den Fugen. Sie können anschließend erneut Material auffüllen und dieses in die Fugen einarbeiten. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis die Fugen vollständig gefüllt sind.
Fertig! Sie haben erfolgreich eine Einfahrt gepflastert.
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Ratgeber verfasst von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!