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Eine Trockenmauer bauen: So geht's

Eine Trockenmauer bauen: So geht's

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

7 Min. Lesezeit
Eine Trockenmauer ist eine Zierde für jeden Garten und hat auch manche praktische Verwendung. Mit ihr kann z. B. ein Hochbeet umgrenzt werden oder ein Steingarten abgeschlossen werden. Für das Errichten einer solchen Mauer ist viel Muskelkraft, genügend Zeit und Geduld erforderlich. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt eine Trockenmauer bauen und worauf Sie dabei achten sollten.

Was ist eine Trockenmauer?

Anders als bei einer Mauer aus Ziegel- oder anderen Steinen werden bei einer Trockenmauer die Steine ohne Mörtel einfach aufeinander geschichtet. Trockenmauern sind stabil und können viele Jahrzehnte halten. Sie werden gerne in Terrassengärten als Stützmauern zur Hangbefestigung verwendet, damit das Erdreich nicht abrutscht. Aber auch zur Abtrennung von Grundstücken und Weiden werden sie eingesetzt. Die Trockenmauer besteht hauptsächlich aus Naturstein: Feldsteine, Bruchsteine oder als formhaltige Steine (Quader). Damit die Mauer stabil steht, sind ganz bestimmte Methoden erforderlich.

Vorteile einer Trockenmauer im Garten

Eine Trockenmauer kann als Stützmauer gegen einen Hang gebaut werden oder frei stehend errichtet werden, um zwei Bereiche im Garten abzutrennen. Als dekoratives Element im Garten bietet sie einen schönen Blickfang. Außerdem stellt sie für Insekten, Eidechsen, Blindschleichen und Kleinsäuger einen geeigneten Lebensraum dar. Die zahlreichen Ritzen und Fugen der Mauern sind wichtige Biotope für viele wärmeliebende Tiere und Pflanzen

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Pflanzen

Eine Trockenmauer errichten - das Video-Tutorial:

1. Vorbereitungsarbeiten

Ob Sie ein Fundament für Ihre Trockenmauer brauchen, hängt von der Beschaffenheit des Bodens, der gewünschten Mauerhöhe und Mauerstärke ab. Wenn die Mauer auf einen verdichteten Untergrund gesetzt wird und nicht höher als 90 cm ist, können Sie auf einen Aushub für ein Fundament verzichten. Bei unverdichtetem Boden und bis zu einer Bauhöhe von etwa einem Meter sollte die Mauerbasis mindestens folgende Stärke haben: 40 cm (gegen Erdreich geneigte Stützmauer) und 50 cm (frei stehend). Als Faustregel gilt, dass die Mauer oben um ein Fünftel schlanker ist.

Die Mauerdicke an ihrer Basis sollte ein Drittel der Höhe betragen und bei weniger günstigen Verhältnissen sogar der Hälfte der vorgesehenen Mauerhöhe entsprechen.

Der erste Schritt zum eigentlichen Bauen ist das Abstecken des Mauergrundrisses nach dem üblichen Verfahren: Markieren Sie die Eckpunkte mit Pflöcken und spannen dann eine Schnur. Feld- oder Bruchsteine sollten Sie vorab nach Größe und Form sortieren.

2. Fundament erstellen

Heben Sie mit Spaten, Schaufel und Hacke auf der gesamten Mauerlänge einen entsprechend breiten und 30 bis 40 cm tiefen Graben aus. 

Anschließend füllen Sie den Graben bis ca. 10 cm unter den Rand mit Kies oder Schotter auf. Verdichten Sie das Fundament entweder mit einem Rüttelstampfer oder manuell mit einem Stampffuß.

3. Die erste Reihe einer Trockenmauer verlegen

Für eine solide Basis sollten Sie stets die größten und schwersten Steine für die unterste Reihe nehmen. Diese können sehr unregelmäßig geformt sein. Graben Sie diese ersten Steine so in den Boden ein, dass eine flache Seite nach oben zeigt. Diese Flächen müssen nicht genau waagerecht sein, aber mit einem leichten Gefälle zum Mauerinneren liegen, damit sich die Last aller darüber liegenden Steinreihen zum Mauerkern hinrichtet. Zwischen den untersten Reihen sollten Sie immer etwas Platz lassen und die Zwischenräume zur Entwässerung mit kleinen Steinen und Kies ausfüllen.

4. Weitere Steinreihen setzen

Für die zweite Reihe benutzen Sie ebenfalls die großen Steine, die Sie aussortiert haben. So müssen Sie sie nicht so hoch heben. Von nun an muss ein Grundprinzip des Trockenmauerbaus angewendet werden: Kreuzfugen sind unbedingt zu vermeiden. Setzen Sie jeweils einen Stein über die Stoßfuge der unteren Reihe und zwar so, dass die vertikalen Fugen übereinander liegender Reihen nie in einer Linie verlaufen.

Achten Sie darauf, die Steine mit einer möglichst flachen Seite nach unten und oben, sowie mit einer schönen Seite zum sichtbaren Bereich hin auszurichten. Für eine gute Stabilität sollten Sie die Steine möglichst nicht hochkant einbauen.

Nach jeder neuen Schicht prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob sie ungefähr horizontal ist. Falls ein Stein wackelt, sollten Sie versuchen, ihn so auszurichten, dass er fest sitzt. Falls nötig, bearbeiten Sie ihn mit dem Hammer. Oder Sie verkeilen ihn mit kleineren Bruchsteinen (Zwickeln genannt) im Mauerinnern. Die Spitze dieser kleinen Steine soll dabei nach außen zeigen, damit sie sich nicht so leicht herausarbeiten können.

Falls Sie viele unregelmäßige oder rundliche Steine haben, legen Sie in jeder Schicht zuerst die schlechtesten Steine in die Mitte der Mauer und verkeilen sie so, dass sie nicht wackeln. Dann setzen Sie Steine mit mindestens einer flachen Seite entlang der Mauerseiten. Wenn Sie nicht genügend Steine für den Kern haben, können Sie ihn auch mit Schotter auffüllen.

5. Bindersteine für mehr Stabilität

In jeder Mauer müssen in gewissen Abständen längere Steine eingefügt werden, die mit der längsten Seite rechtwinklig zur Mauerkante, d. h. quer zur Mauer liegen. Sie heißen Binder, weil sie die beiden Mauerseiten miteinander verbinden und so erheblich zur Stabilität der Trockenmauer beitragen.

Achten Sie beim Bau einer freistehenden Trockenmauer auf einen beidseitigen Anlauf, d. h. die Steine neigen sich leicht zum Inneren der Mauer und stützen sich gegenseitig.

6. Ecken und Kanten der Trockenmauer

Besondere Aufmerksamkeit ist an Kanten und Ecken der Mauer gefordert. Dafür werden die besten Steine gebraucht. Nehmen Sie nur die flachsten, größten Steine und solche mit rechtwinkligen Ecken. Die Mauerkante sollte mit so vielen langen Steinen wie möglich (am besten in jede zweite Schicht ein Binderstein) gebaut werden.

Ecken sind noch schwieriger zu gestalten, weil hier unterschiedliche Reihen der beiden Mauerseiten zusammentreffen. Hier sind besonders viele Bindersteine nötig und Sie müssen darauf achten, dass keine Kreuzfugen entstehen. Jeder Stein sollte möglichst viele Stoßfugen überdecken. Die Ecke muss in beide Mauerseiten eingebunden sein. Idealerweise verlaufen in jeder Schicht die Binder der Ecke in beide Seiten. Falls Sie nicht genügend Steine dafür haben, wechseln Sie die Richtung des Binders in jeder Schicht.

7. Abschließende Arbeiten

Bei einer Stützmauer nehmen Sie für die oberste Reihe möglichst große, flache und schöne Steine. Denn sie sind sowohl von oben als auch von vorne sichtbar. Bei niedrigeren Mauern können lange und möglichst flache Steine in der obersten Reihe gut als Sitzgelegenheit dienen.

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Hammer

Alternative Bauweise: die Trockenmauer als Stützmauer am Hang

Wenn Ihre Mauer einen Hang abstützt, legen Sie hangseitig eine Sickerschicht mit Drainagegraben an. Dieser sollte parallel zur Mauerrückseite liegen und etwas Gefälle zur Seite haben. Zusätzlich können Sie Drainagerohre durch die Mauerbasis verlegen, damit Regenwasser direkt nach außen abgeleitet wird. In diesem Fall können Sie die Fugen der untersten Reihe mit lehmigem Sand füllen, bevor Sie mit der zweiten Steinschicht beginnen.

Sehr wichtig bei der Ausführung ist es, dass durch eine Neigung der Mauer von etwa 10 %  nach hinten (sogenannter Anlauf) ihre Stabilität gewährleistet wird. Die Steine lehnen gegen den Hang und können nicht nach vorne fallen.

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Drainagerohre

Welche Pflanzen eignen sich für eine Trockenmauer?

Zur Bepflanzung sind einheimische, an trockene Standorte angepasste Pflanzen, sogenannte Trockenpflanzen, empfehlenswert. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Hauswurz,

  • Steinrose, 

  • Goldlack, 

  • Mauerpfeffer oder Fetthenne, 

  • Löwenmäulchen, 

  • Günsel, 

  • Sandnelke, 

  • Katzenminze,

  • Edelgamander…

Wenn die Pflanzen die Mauer seitlich bedecken sollen, werden sie direkt beim Bau eingesetzt. Ein späteres Bepflanzen ist schwieriger, da die Pflanzen häufig nicht genügend Halt finden. Nach Abschluss jeder Reihe geben Sie in die Fugen und Ritzen, die Sie bepflanzen möchten, etwas Sand und angefeuchtete Komposterde. Setzen Sie dann die Pflanzen waagerecht ein. Nach einiger Zeit siedeln sich auch wilde Pflanzenarten in den Mauerspalten an.

Baumaterial

Ja nach Länge und Höhe der Mauer brauchen Sie mehr oder weniger Material. Folgende Steine eignen sich für eine Trockenmauer: Feld- oder Lesesteine, Bruchsteine, kleinere Brocken von Felsgestein, Schotter, Kies. Wenn Sie Ihre Trockenmauer bepflanzen möchten, benötigen Sie auch Sand, Komposterde und Steingartenpflanzen.

Werkzeug und Ausrüstung

Erforderliche Vorkenntnisse und Zeitaufwand

Für das Anlegen von Trockenmauern ist etwas Erfahrung und ein gewisses handwerkliches Geschick erforderlich, außerdem muss das Gewicht der Steine beim Heben berücksichtigt werden. Je nach Größe des Projekts und den beteiligten Personen kann der Bau einer Trockenmauer einige Tage bis zu mehreren Wochen dauern.

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Sackkarre
 

Ratgeber verfasst von:

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

Ich habe mich schon immer fürs Heimwerken und Gärtnern interessiert. Der Bau unseres Energiesparhauses vor einigen Jahren durch eine Baufirma hat mir die Augen für "Pfusch am Bau" geöffnet. So habe ich mich über die häufigsten Baumethoden und Baumängel kundig gemacht und will dieses Wissen gerne weitergeben. Klempnerarbeiten, Dachabdichtung, Bodenbeläge, Dämmung, kontrollierte Wohnraumlüftung und Heizung sind einige der Gebiete, auf denen ich mich auskenne. Auch in Sachen Gartenarbeit bin ich versiert und ich verbringe sehr gerne Zeit im Grünen.

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