
Ein Hochbeet aus Stein bauen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan
Vorteile und Nachteile von Stein-Hochbeeten
Ein Hochbeet aus Stein bietet viele Vorteile:
Es ermöglicht rückenschonendes Gärtnern dank der bequemen Arbeitshöhe
Ein Hochbeet kann auf nährstoffarmen Böden errichtet werden oder sogar auf betonierten Flächen.
Weniger Schneckenfraß und Wühlmausbefall vor, weil das Beet von unten und der Seite geschützt ist.
Sie müssen nicht so oft Unkraut jäten, denn aufgrund der Höhe weht der Wind weniger Samen hinein.
Längere Wachstums- und Erntezeiten sind möglich, weil die Steine tagsüber Sonnenwärme speichern und sie nachts abgeben.
Ein Hochbeet braucht nicht jährlich umgegraben zu werden.
Als Nachteil kann gelten, dass die Befüllung eines Hochbeets nach fünf bis sechs Jahren komplett ausgetauscht werden sollte. Der Verrottungsprozess ist dann abgeschlossen und die Nährstoffe des Bodens nehmen immer mehr ab. Dies stellt einen erheblichen Aufwand dar, weil der ganze Inhalt des Hochbeets ausgeschaufelt und das Beet von Neuem befüllt werden muss. Die humushaltige Erde aus dem Hochbeet brauchen Sie aber nicht zu entsorgen. Verwenden Sie diese zur Verbesserung des Bodens Ihrer Gemüsebeete oder Ihrer Blumenrabatte.
Zu den Beeteinfassungen
Ein Hochbeet aus Stein selber bauen in 7 Schritten
1. Den richtigen Standort für Ihr Stein-Hochbeet wählen
Bevor Sie ein Stein-Hochbeet anlegen, sollten Sie genau überlegen, wo es stehen soll. Denn einmal errichtet, kann es nicht so leicht abgebaut werden. Es ist also eine langfristige Planung nötig. Der Untergrund muss sehr stabil und verdichtet sein, damit die Mauern des Beets später nicht absacken können. Auf lockerem Boden sollten Sie deshalb zuerst ein Fundament anlegen. Ein sonniger Standort in Nord-Süd-Ausrichtung ist empfehlenswert, auch wenn dies bedeutet, dass Sie Ihr Beet ausgiebig und oft bewässern müssen - besonders an heißen Sommertagen.
2. Den Grundriss Ihres Stein-Hochbeets abstecken
Mit Holzpfählen oder Eisenstangen und einer Schnur markieren Sie den Grundriss des Beets.
Es sollte nicht zu breit sein (100 bis maximal 120 cm), damit Sie es später von beiden Seiten gut bearbeiten können.
3. Das Fundament für ein Hochbeet aus Stein anlegen
Zunächst müssen Sie einen Graben für das betonierte Fundament ausheben. Seine Tiefe beträgt je nach Mauerhöhe und Bodenbeschaffenheit zwischen 20 und 80 cm; seine Breite 20 bis 30 cm, je nach Format der Steine. Leihen Sie sich für die Erdarbeiten am besten einen Minibagger aus oder beauftragen Sie eine Firma.
Im Mischer bereiten Sie den Beton zu und füllen ihn mit der Schubkarre oder mit dem Eimer in den Graben. Dann müssen Sie einige Tage warten, bis der Beton ausgehärtet ist.
Alternativ kann der Graben mit Schotter aufgefüllt und mit dem Stampfer verdichtet werden. Als Abschluss kommt eine 10 cm dicke Sandschicht darüber, die ebenfalls verdichtet wird.
4. Die Hochbeet-Einfassung mauern
Sie benötigen als Baumaterial vor allem Mörtel und genügend Steine. Es können maßhaltige Formsteine oder gebrauchte Mauersteine zum Einsatz kommen. Das Errichten geht dann schneller und ist einfacher. Rustikaler sieht das Ergebnis aus, wenn Sie Bruchsteine oder Feldsteine nehmen. Damit fällt das Mauern jedoch schwerer und die Arbeit ist zeitaufwändiger.
Sie können auf dem gesamten Boden des Beets zwei Lagen Kaninchendraht als Schutz gegen Wühlmäuse verlegen. Bei einem Betonfundament betonieren Sie den Draht am besten mit ein. Die erste Steinreihe setzen Sie ohne Mörtel, damit sich kein Wasser anstauen kann. Klopfen Sie die Steine der ersten Reihe mit dem Gummihammer im Sand fest und überprüfen Sie die waagerechte Lage der Reihe mit der Wasserwaage.
Ab der zweiten Reihe werden die Steine jeweils mit einer Schicht Mörtel verarbeitet. Befolgen Sie beim Anrühren des Mörtels die Herstellerhinweise. Wenn Sie die Steine setzen, achten Sie darauf, dass zwischen den Reihen keine durchgehenden vertikalen Fugen, sogenannte Kreuzfugen, entstehen. Mauern Sie so Reihe für Reihe weiter, bis die gewünschte Höhe erreicht ist, meist zwischen 60 und 80 cm. Als Abschluss können Sie flache und längere Steine aufsetzen.
Alternativ können Sie Steine als Einfassung auch ohne Verwendung von Mörtel zu Trockenmauern aufschichten. Hierfür ist ebenfalls ein Fundament anzulegen, wenn das Hochbeet nicht auf sehr festem Untergrund steht. Falls Sie diese Methode wählen, finden Sie in unserem Ratgeber "Eine Trockenmauer errichten: So geht's" viele nützliche Hinweise.
5. Das Hochbeet mit Folie auskleiden
Nach dem Errichten der Mauern sollten die Innenseiten mit geeigneter Folie (Teich- oder Noppenfolie) versehen werden. So wird ein direkter Kontakt zwischen Befüllung und Steinwand vermieden. Damit sich keine Staunässe bilden kann, sollte der Boden nicht mit Folie bedeckt sein.
6. Ein Stein-Hochbeet befüllen
Sobald das Hochbeet steht und der Mörtel getrocknet ist, kann es befüllt werden. Kompost- und Blumenerde wird nur für die oberste Schicht verwendet. Zuerst schütten Sie mehrere Schichten Gartenabfälle wie Häckselgut, trockenes Laub und Rasenschnitt hinein. Steigen Sie dann in das Beet und treten Sie alles gut fest, um die Schichten zusammenzupressen. Beim Verrotten des eingefüllten Materials entsteht später - wie beim Komposthaufen - Wärme, mit der das Pflanzenwachstum beschleunigt und eine frühere Ernte ermöglicht.
7. Ein Hochbeet aus Stein bepflanzen
Die Anbau-Reihenfolge richtet sich nach dem Nährstoffbedarf der einzelnen Pflanzen.
Im ersten und zweiten Jahr sollten nur Starkzehrer angepflanzt werden. Dazu gehören alle großen Kohlarten, Kartoffeln, Gurken, Lauch, Kürbis, Zucchini, Tomaten und Sellerie. Im dritten und vierten Jahr bauen Sie dann Mittelzehrer an wie etwa Salate, Zwiebeln, Knoblauch, Kohlrabi, Paprika, Rettich, Rote Beete, Fenchel, Mangold oder Mohrrüben. Erst danach sind die sogenannten Schwachzehrer Bohnen, Erbsen, Kräuter und Rauke, Radieschen, Feldsalat sowie Erdbeeren an der Reihe.
Auch bei den Zierpflanzen gibt es welche, die mehr oder weniger Nährstoff brauchen. Tulpen und Chrysanthemen etwa zählen zu den Starkzehrern, Löwenmäulchen und Dahlien zu den Mittelzehrern, sowie Stiefmütterchen, Azaleen, Primeln und Begonien zu den Schwachzehrern.
Benötigtes Werkzeug und Material für den Bau eines Stein-Hochbeets
Maßband oder Meterstab
Maurerhammer
Gummihammer
Stampfer
Betonzutaten (Kies, Zement, Wasser)
Mörtel
Kelle
Betonmischer
Eimer
verzinkter Kaninchendraht
Noppenfolie oder Teichfolie
Erforderliche Vorkenntnisse
Sie sollten grundlegende Maurerkenntnisse haben und wissen, wie man Beton mischt und Mörtel zubereitet. Auch müssen Sie genügend körperliche Kraft haben, um die Steine und Verbrauchsstoffe zu bewegen.
Zeitaufwand und Personenzahl
Je nach Größe des Projekts und den daran beteiligten Personen kann der Bau eines Hochbeets aus Stein wenige Tage bis zu einigen Wochen in Anspruch nehmen.
Bleistifte, Marker & Kreide
Mehr zum Thema Hochbeet
Weitere Informationen und Tipps rund um Hochbeete finden Sie in folgenden Ratgebern:
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Ratgeber verfasst von:
Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan
Ich habe mich schon immer fürs Heimwerken und Gärtnern interessiert. Der Bau unseres Energiesparhauses vor einigen Jahren durch eine Baufirma hat mir die Augen für "Pfusch am Bau" geöffnet. So habe ich mich über die häufigsten Baumethoden und Baumängel kundig gemacht und will dieses Wissen gerne weitergeben. Klempnerarbeiten, Dachabdichtung, Bodenbeläge, Dämmung, kontrollierte Wohnraumlüftung und Heizung sind einige der Gebiete, auf denen ich mich auskenne. Auch in Sachen Gartenarbeit bin ich versiert und ich verbringe sehr gerne Zeit im Grünen.