
Ein Hochbeet bepflanzen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan
Vorteile eines Hochbeets
Hochbeete sind eine interessante Alternative zu klassischen, ebenerdigen Beeten. Ein Hochbeet bietet zahlreiche Vorteile:
Ein Hochbeet nimmt nicht viel Platz in Anspruch. Es eignet sich für einen kleinen Garten und kann sogar auf einem Balkon angelegt werden, wenn kein eigener Garten vorhanden ist.
Es ermöglicht das Gärtnern im Stehen oder im Sitzen (praktisch für Personen mit eingeschränkter Mobilität). Ständiges Bücken entfällt!
Durch seine Höhe ist es für Schädlinge wie Schnecken schwerer erreichbar.
Die dichte Bepflanzung verhindert das Auftreten von Unkraut.
Seine Füllung aus mehreren Schichten Erde, Kompost und Pflanzenschnitt sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung und eine reiche Ernte.
Das Hochbeet wärmt sich im Frühjahr schneller auf als der Boden. So kann schon ab März mit dem Anbau mancher Pflanzen begonnen werden. Im Haus vorgezogene Pflanzen werden nach den Eisheiligen ins Hochbeet gesetzt.
Ein Hochbeet ist für eine Vielzahl von Pflanzen geeignet. Bei der Bepflanzung müssen jedoch einige Regeln beachtet werden.
Schädlingsvertreiber
Hochbeet bepflanzen: 3 wichtige Regeln
Besonders beim Bepflanzen des Hochbeets mit Nutzpflanzen wie Gemüse müssen für ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte einige Regeln befolgt werden.
Regel 1: Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer beachten
Ob Blumen, Kräuter oder Gemüse – die goldene Regel bei der Bepflanzung Ihres Hochbeets lautet: Achten Sie auf den Nährstoffbedarf der Pflanze! Bei der Planung eines Hochbeets tauchen oft die Begriffe Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer auf. Doch was bedeuten sie eigentlich? Diese Begriffe sagen etwas darüber aus, wie viele Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, eine Pflanze benötigt.
Starkzehrer sind Pflanzen, die schnell wachsen und oft große Früchte tragen. Sie benötigen besonders viele Nährstoffe aus dem Boden, um sich prächtig zu entwickeln. Die Erde des Hochbeets muss einen hohen Stickstoffgehalt aufweisen. Zu den Starkzehrern zählen Pflanzen wie Kartoffel, Tomate, Kürbis oder Gurke.
Mittelzehrer benötigen keinen so hohen Nährstoffbedarf wie Starkzehrer, haben jedoch höhere Ansprüche an die Bodenqualität als Schwachzehrer. Zu den Mittelzehrern gehören Pflanzen wie Fenchel, Chicorée und Spinat.
Schwachzehrer geben sich mit sehr wenig Nährstoffen zufrieden. Hierzu zählen Bohnen, Radieschen, Kresse, Feldsalat.
Gut zu wissen: Die Grenze zwischen den einzelnen Begriffen ist oft fließend. Petersilie wird beispielsweise manchmal zu den Mittel- und manchmal zu den Schwachzehrern gezählt. Für Gärtner lautet das Motto: Probieren geht über Studieren!
Regel 2: Fruchtfolge beachten
Bei der Planung Ihres Hochbeets ist es wichtig, Stark-, Mittel- und Schwachzehrer nacheinander zu pflanzen, um den Nährstoffgehalt im Boden optimal auszunutzen und eine ertragreiche Ernte zu erhalten. Eine solche Bepflanzung wird als Fruchtfolge bezeichnet.
In einem neu angelegten Hochbeet ist der Nährstoffgehalt aufgrund der besonderen Mischung der Erdschichten im ersten Jahr besonders hoch. Daher wird empfohlen, das Beet zuerst mit Starkzehrern zu bepflanzen.
Im zweiten oder dritten Jahr sind weniger Nährstoffe vorhanden. Nun ist der richtige Zeitpunkt für den Anbau von Mittelzehrern.
Im dritten oder vierten Jahr ist der Stickstoffgehalt im Hochbeet fast aufgebraucht. Das Pflanzen von Schwachzehrern ermöglicht es, den Boden bis zum Schluss auszunutzen.
Im vierten oder fünften Jahr wird das Hochbeet mit frischer Erde befüllt und bietet somit erneut einen hohen Nährstoffgehalt.
Wird die Fruchtfolge nicht eingehalten, sind die Pflanzen aufgrund des Nährstoffmangels schwach und somit anfällig für Krankheiten und Schädlinge.
Regel 3: Gute Nachbarschaft beachten
Sie können in Ihrem Hochbeet natürlich immer nur eine Pflanzenart pro Jahr anlegen. Interessanter ist es jedoch, mehrere verschiedene Nutzpflanzen miteinander zu kombinieren. Diese Art der Bepflanzung wird Mischkultur genannt. Bei einer Mischkultur werden verschiedene Pflanzen, die sich gut vertragen, zusammen im Hochbeet angebaut. Man spricht von „guten Nachbarn“. Diese Pflanzen haben in der Regel unterschiedlich lange Wurzeln und beziehen ihre Nährstoffe aus verschiedenen Bodenschichten. Tomaten zählen beispielsweise zu den Tiefwurzlern und entnehmen ihre Nährstoffe aus den unteren Schichten des Beets. Salate sind hingegen Flachwurzler, die ihre Nährstoffe aus oberen Bodenschichten beziehen. So kommt es nicht zu Konkurrenz und es kann dichter gepflanzt werden. Besonders gute Nachbarn schützen sich sogar gegenseitig vor Krankheiten und Schädlingen.
Starkzehrer | Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
Tomate | Basilikum, Salat, Spargel, Kohl, Knoblauch | Erbsen, Gurken, Kartoffeln |
Gurke | Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Mais, Spinat | Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Zucchini |
Zucchini | Kopfsalat, Rote Beete, Radieschen, Spinat, Zwiebel | Kartoffeln, Aubergine, Gurken, Melonen |
Kartoffel | Bohnen, Brokkoli, Erdbeeren, Spinat, Zwiebeln | Auberginen, Erbsen, Tomaten |
Mittelzehrer | Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
Rote Beete | Salat, Zucchini, Gurken, Buschbohnen | Mangold, Kartoffeln, Spinat |
Chicorée | Tomaten, Salat, Karotten, Fenchel | Kartoffeln, Endivien |
Spinat | Erdbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Radieschen | Rote Beete, Mangold |
Zwiebeln | Rote Beete, Karotten, Erdbeeren, Kopfsalat | Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kohl |
Schwachzehrer | Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
Bohnen | Mais, Blumenkohl, Tomaten, Erdbeeren | Lauch, Knoblauch, Zwiebeln |
Erdbeeren | Spinat, Knoblauch, Radieschen, Zwiebeln | Kohl, Kartoffeln |
Radieschen | Bohnen, Karotten, Kohl, Erbsen, Erdbeeren, Tomaten | Gurken |
Feldsalat | Zwiebeln, Erdbeeren, Radieschen, Fenchel | Kohl |
Gemüsesamen
Gemüsehochbeet bepflanzen: Beispiel
Wenn Sie sich mit den wichtigsten Regeln für die Bepflanzung eines Hochbeets vertraut gemacht haben, können Sie einen konkreten Anbauplan erstellen. Welches Gemüse Sie anpflanzen, hängt von Ihrem Geschmack ab. Im folgenden Beispiel finden Sie einen Pflanzplan und weitere Tipps.
Erstes Jahr: Hauptsächlich Starkzehrer
Tomaten gehören zu den Starkzehrern, daher eignen sie sich für ein frisch angelegtes Hochbeet mit nährstoffreicher Erde. Sie vertragen sich besonders gut mit Bohnen, da diese dem Boden Stickstoff zuführen und die gleichen Ansprüche an den Standort haben wie Tomaten. Tomaten schützen Bohnen wiederum durch ihren Geruch vor Blattläusen. Achten Sie jedoch darauf, dass sich die Pflanzen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen. Neben Bohnen ist auch der Starkzehrer Zucchini ein geeigneter Nachbar für Tomaten. Da beide Pflanzen viel Wasser benötigen, müssen Sie jedoch häufig gießen.
Zweites Jahr: Hauptsächlich Stark- und Mittelzehrer
Im zweiten Jahr hat das Hochbeet noch genug Nährstoffe für einige Starkzehrer wie Gurken. Diese vertragen sich gut mit Mittelzehrern wie Rote Beete und Schwachzehrern wie Buschbohnen.
Drittes Jahr: Mittel- und Schwachzehrer
Im dritten Jahr hat das Hochbeet nicht mehr genug Nährstoffe, um Starkzehrer zu versorgen. Es sollte daher mit Mittelzehrern bepflanzt werden, beispielsweise Fenchel. Fenchel verträgt sich gut mit den Schwachzehrern Erbsen und Basilikum.
Viertes Jahr: Schwachzehrer
Spätestens im vierten Jahr sind die Nährstoffe so gut wie aufgebraucht. Nun können Sie noch Schwachzehrer wie Radieschen, Erdbeeren und Bohnen zusammen pflanzen.
Fünftes Jahr: Erneuerung des Hochbeets
Im fünften Jahr hat der Boden des Hochbeets nicht mehr genug Nährstoffe und muss daher ausgetauscht werden. Danach kann die Fruchtfolge wieder von vorne beginnen.
Erdbeerpflanzen
Kräuterhochbeet bepflanzen
Auch bei einem Kräuterhochbeet sollten Sie auf den Nährstoffbedarf der einzelnen Pflanzen achten. Einige Kräuter, wie Basilikum und Borretsch, sind Starkzehrer. Bärlauch, Dill, Petersilie, Liebstöckel, Schnittlauch und Estragon gehören zu den Mittelzehrern. Insbesondere mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Majoran und Oregano gehören zu den Schwachzehrern. Achten Sie beim Bepflanzen des Kräuterbeets auch auf den Standort und die Bewässerung. Die meisten Küchenkräuter mögen es sonnig. Manche Kräuter müssen jedoch öfter gegossen werden als andere. Es ist möglich, das Kräuterbeet in verschiedene Parzellen aufzuteilen und diese jeweils mit Erde zu füllen, die perfekt auf das jeweilige Kraut abgestimmt ist. So lassen sich Kräuter mit verschiedenen Ansprüchen auf kleinstem Raum nebeneinander anbauen.
Hochbeet bepflanzen: Zusammenfassung
Beim Bepflanzen eines Hochbeets müssen einige Regeln beachtet werden:
Bei der Auswahl der Nutzpflanzen ist es vor allem wichtig, auf den Nährstoffbedarf der einzelnen Pflanzen zu achten. Er muss zum Boden des Beets passen.
Bei der Bepflanzung des Hochbeets sollte eine Fruchtfolge eingehalten werden. Im ersten und zweiten Jahr nach Anlegen des Hochbeets werden hauptsächlich sogenannte Starkzehrer gepflanzt. Danach wird das Hochbeet mit Mittelzehrern bepflanzt. Im letzten Jahr vor der Erneuerung des Hochbeets reicht der Nährstoffgehalt nur noch für Schwachzehrer aus.
Bei Mischkulturen muss darauf geachtet werden, dass sich die Pflanzen, die miteinander kombiniert werden, gut vertragen und im besten Fall gegenseitig vor Schädlingen und Krankheiten schützen.
Kräuter
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Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan
Vom Blumenbeet über das Kinderzimmer bis hin zum Aquarium: Ich liebe es, Dinge einzurichten und umzugestalten. Dabei lege ich großen Wert auf nachhaltige Methoden und Materialien, denn der Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Mein Motto: Warum etwas neu kaufen, wenn alten Gegenständen mit ein paar Handgriffen ein zweites Leben geschenkt werden kann? Ob es um die Erneuerung alter Küchenfronten geht oder das Anlegen eines Bio-Gemüsegartens – ich bin immer auf der Suche nach kreativen Projekten, ausgefallenen Ideen und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis!