
Gemüse im Gewächshaus anbauen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Vorteile
- Nachteile
- Gemüse je nach Jahreszeit
- Einschränkungen
- Optimale Raumnutzung
Vor- und Nachteile vom Gemüseanbau im Gewächshaus
Vorteile | Nachteile |
Die Pflanzen werden früher angebaut, daher ist eine frühere Ernte möglich. Verlängerung der Anbauzeit bis in die Spätsaison, weshalb auch länger Gemüse geerntet werden kann. Schutz vor Unwetter: starke oder übermäßige Regenfälle, Hagel, Wind. Anbau von Gemüsesorten, die in kalten Regionen oder Gegenden mit kaltem Frühling nur schlecht im Freien wachsen. Man erhält Gemüse, das besser aussieht, größer ist und manchmal auch besser schmeckt. | Erfordert höheren Zeitaufwand und mehr Aufmerksamkeit. Gefahr extremer Temperaturen im Sommer. Die Bewässerung muss sorgfältig überwacht werden. In einem geschlossenen Gewächshaus herrscht eine warme und feuchte Atmosphäre, was die Entwicklung von Pilzkrankheiten begünstigt: Falscher Mehltau, Echter Mehltau, Graufäule usw. Auftreten von Schädlingen: Blattläuse, Rote Spinnen, Schildläuse, Mottenschildläuse, Nacktschnecken. In einem Gewächshaus gibt es weniger bestäubende Insekten. |
Um bestäubende Insekten anzulocken, sollten Sie in Ihrem Gewächshaus zwischen den Gemüsesorten oder in Töpfen einige Blumen pflanzen, wie z. B. Ringelblumen, Chrysanthemen oder Studentenblumen.
Da fast alle Gemüsesorten in einem Gewächshaus angebaut werden können (vorausgesetzt die Temperatur wird im Sommer kontrolliert), müssen wir mit Blick auf den beschränkten Platz eine Auswahl treffen.
Gewächshaus
Welches Frühlingsgemüse sollte im Winter an einem geschützten Ort gezogen werden?
Ein Gewächshaus (oder ein Mini-Gewächshaus) ist zu Beginn der Saison besonders interessant, wenn Sie Frühgemüse ernten möchten.
Je nach Ihrer Region ist von Februar bis März der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Blattsalaten, Karotten, Radieschen, Kohlrabi, Blumenkohl, Rüben, Cardy, Erbsen und Bohnen. Sie können sich sogar an Kartoffeln versuchen, wenn Sie Frühgemüse ernten möchten (bedecken Sie den Boden nach der Pflanzung mit Stroh).
Sollten Sie im Februar säen wollen, muss kälteempfindliches Gemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen und Melonen jedoch im Warmen gezogen werden (im Gewächshaus ist es noch nicht warm genug).
Setzen Sie Ende März Ihre Zucchinisamen einzeln in kleine Mulden und schützen Sie diese mit einer Haube oder etwas Anderem.
Beginnen Sie ab April mit der Aussaat von Bohnen. In warmen Regionen können Sie die Aussaat im April vornehmen. In anderen Gegenden warten Sie besser bis zum Monatsende damit. Bereits zwei Monate späterkönnen Sie ernten. Das Pikieren (Auspflanzen) Ihrer Tomatensetzlinge ist ab der zweitenAprilhälfte möglich.
Im Mai ist die Zeit gekommen, um Gurken zu säen. Jetzt können Sie auch das Gemüse der ersten Aussaat des Jahres ernten: beispielsweise Blattsalate und Radieschen.
Es gibt aber auch Gemüsesorten, die in der Baumschule im Gewächshaus gesät und anschließend ins Freie ausgepflanzt werden. Dies geschieht aus zwei Gründen:
Welche Gemüsepflanzen man im Sommer im Gewächshaus zieht
Diese Pflanzen benötigen sehr viel Wärme. Es handelt sich hauptsächlich um Fruchtgemüse wie Tomaten, Melonen, Auberginen, Paprika oder auch Kürbisse.
Je nach Art des Gewächshauses ist die Helligkeit etwas geringer als im Freien. Damit Ihr Gemüse soviel Licht wie nur möglich erhält, beschneiden Sie regelmäßig die Pflanzen, die beschnitten werden können oder müssen (Tomaten, Gurken, Auberginen usw.).
Entfernen Sie ebenfalls regelmäßig die Blätter am Stielansatz, vertrocknete Blätter und die Triebe bei Tomaten, da diese die Fruchtentwicklung hemmen. Befestigen Sie Ihre Paprika an kleinen Stützen, damit sie nicht flach auf dem Boden liegen oder Zweige abbrechen.
Eine der wesentlichen Einschränkungen eines Gewächshauses ist der Platzmangel. Deshalb ist es ratsam, in die Höhe wachsende Gemüsesorten anzubauen (Tomaten, aber auch Gurken usw.) und diese an einer Stütze oder einer vom Dach senkrecht herabhängenden Schnur zu befestigen. Den dadurch frei gewordenen Platz am Boden können Sie für den Anbau niedrig wachsender Pflanzen nutzen.
Vergessen Sie nicht, das Gewächshaus im Sommer offen stehen zu lassen.Öffnen Sie es bei gutem Wetter weit, um bestäubenden Insektenden Zugang zu ermöglichen.
Herbstgemüse
Säen Sie im September die letzten Wintersalate, Blumenkohl und Spinat. Möglich ist auch die Aussaat von Lauch, damit Sie im April Lauchstangen ernten können.
Im Oktober und November, nachdem Sie die letzten Tomaten geerntet haben, ist die Zeit für die Aussaat von Rucola, Spinat, Feldsalat und Wintersalaten gekommen.
Im November und Dezember können Sie Saubohnen und Erbsen säen. In warmen Regionen ist die Aussaat von Karotten möglich, um im Frühjahr die ersten Karotten ernten zu können.
Sämlinge und Plantagen sollten Sie mit einer Winterschutzhaubeabdecken.
Was lässt sich im Winter im Gewächshaus anbauen?
Wenn Sie im Spätsommer oder Herbst Gemüse in Ihrem Gewächshaus gepflanzt haben, wachsen diese den Winter über dort geschützt und versorgen Sie die kalte Jahreszeit über: Lauch, Kohl, Bete, Rüben und Spinat.
Oftmals ist eine Bodenabdeckung sehr sinnvoll, um den Boden vor Frost zu schützen.
Die folgende Tabelle gilt nur für den Anbau im Gewächshaus. Für die Aussaat oder Pflanzung im Freien können andere Zeiten gelten.
Gemüsesorte | Jan | Feb | März | Apr | Mai | Juni | Juli | Aug | Sept | Okt | Nov | Dez |
Aubergine | P | P | E | E | E | |||||||
Mangold | A | A | E | E | ||||||||
Sellerie | A | A | ||||||||||
Karotte | A | A | E | E | ||||||||
Endivie | A | A | P | E | E | |||||||
Brokkoli | A | A | A | E | E | |||||||
Blumenkohl | A | A | A/P | A/P | P | E | E | |||||
Kopfkohl | A | A | ||||||||||
Kohlrabi | A | A | E | E | ||||||||
Spinat | A | E | ||||||||||
Saubohne | E | E | A | A | ||||||||
Zucchini | A | A | E | E | E | |||||||
Gurke | A | A | A | E | E | E | ||||||
Bohnen | A | A | E | E | ||||||||
Blattsalat | A/E | A/P/E | P | E | E | A | A | P | ||||
Melone | P | P | E | E | ||||||||
Rübe | A | A | E | J | ||||||||
Lauch | A | A | ||||||||||
Erbsen | A | A | E | E | A | A | ||||||
Paprika | P | P | E | E | E | |||||||
Kartoffel | P | P | E | E | ||||||||
Radieschen | A | A | E | E | ||||||||
Tomate | P | P | E | E | E | E |
Legende: A = Aussaat; P = Pflanzung; E = Ernte
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Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.