
Aussaat vorbereiten: So geht’s
Ratgeber verfasst am 14. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Aussaattechnik
- Aussaat im Gewächshaus
- Aussaat in einem Topf
Aussaat im Freiland von Hülsenfrüchten und Gemüse mit Pfahlwurzeln
Welche Aussaattechnik Sie anwenden, hängt von der Umgebung, den Bedürfnissen der Pflanze und dem Platz, der für die Sämlinge zur Verfügung steht, ab. Diese Kriterien helfen Ihnen zu bestimmen, ob die Aussaat im Boden, im Gewächshaus oder in Töpfen erfolgen muss.
Aussaat im Freiland
Bei der Aussaat im Freiland werden die Samen genau dort ausgesät, wo die späteren Pflanzen wachsen sollen. Im Gemüsegarten werden Pflanzen mit Pfahlwurzeln (Karotten, Radieschen, Rüben usw.) und für Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen usw.) auf diese Art gesät.
Die Vorteile der Aussaat im Freiland sind:
Der geringe Arbeitsaufwand, da die Pflanze nicht mehr umgepflanzt werden muss.
Die Pflanze leidet nicht unter dem Stress der Umpflanzung, daher wird sie widerstandsfähiger und entwickelt sich früher.
Die Nachteile dieser Methode sind:
Jäten und gute Lichtverhältnisse sind ein Muss.
Die Fläche wird länger benötigt als bei der Aussaat in Töpfen.
Das Beet muss größer sein als bei anderen Techniken.
Die Aussaat ist nicht möglich, solange Frostgefahr besteht.
Pflanze
Aussaat durch Breitsaat oder Reihensaat: Auswahl der richtigen Methode
Breitsaat: für Blumenbeete
Wie der Name schon sagt, werden die Samen breit auf den Boden gestreut und mit einem Rechen vergraben. Dann wird die Erde mit der Rückseite des Rechens leicht geebnet. Diese Technik eignet sich besonders für den Anbau von einjährigen oder zweijährigen Blumenbeeten und ist nicht für den Gemüsegarten geeignet.
Reihensaat: für die optimale Keimung von Gemüsesamen
Die Samen werden in Rillen verteilt, die vorher mithilfe einer Hacke, dem Griff eines Werkzeugs und/oder einer Richtschnur gegraben wurden. Diese Technik eignet sich für die Aussaat von Feinsaat, die eine präzise und regelmäßige Bodentiefe erfordert. Sie wird im Gemüsegarten verwendet, besonders für Karotten.
Die Einzelkornsaat ist eine Variante der Reihensaat. Der einzige Unterschied ist, dass mehrere Samen in demselben Loch gesät werden. Dadurch können die Keimlinge die Erdkruste, die sich manchmal um den Samen bildet, aufbrechen und ein schneller wachsen. Diese Technik wird für Bohnen, Gurken, Kürbis usw. verwendet.
Gartenhacken
5 Vorteile und 3 Nachteile der Gewächshaussaat
Durch die Aussaat im Gewächshaus können Sie mehr Samen in einem kleinen Bereich säen.
Die Vorteile der Aussaat im Gewächshaus:
Jäten und Pikieren sind nicht notwendig.
Die verwendete Fläche ist kleiner.
Höherer Ertrag und frühere Reife.
Anbau und Ernte bis spät in den Herbst möglich.
Die Pflanzen sind vor klimatischen Gefahren geschützt.
Die Nachteile der Aussaat im Gewächshaus:
Krankheiten entwickeln sich in schlecht geführten Kulturen schnell.
Die Kosten für den Kauf des Gewächshauses können ein Nachteil sein.
Der Anbau und die Bewässerung müssen kontrolliert werden.
Aussaat in Töpfen für empfindliche Pflanzen
Im Gegensatz zur Aussaat im Freiland und der Aussaat in Gewächshäusern handelt es sich bei der Aussaat in Töpfen um einen oberirdischen Sämling.
Der Topf ist ein Behälter aus Kunststoff, der mit Blumenerde gefüllt ist, in die der Samen eingepflanzt wird. Er ist leicht, wiederverwendbar und hält den Boden schön feucht. Nach dem Säen wird der Topf mit einer transparenten Abdeckung (Glas, Kunststofffolie) versehen, die lichtdurchlässig ist. Die Pflanze bleibt dort bis der Keim sich aus der Erde hebt. Erst dann wird sie in den Boden gesetzt.
Diese Technik ist ideal für empfindliche Pflanzen, die das Pikieren nicht gut vertragen.
Die Vorteile der Aussaat in Töpfen:
Mehrere Samen können pro Topf gepflanzt werden.
Es besteht ein geringeres Risiko, dass die Erde austrocknet, da das Volumen der Blumenerde größer ist.
Der einzige Nachteil der Aussaat in Töpfen ist der Platz, den es benötigt.
Blumenerde
Aussaat im Gewächshaus oder im Mistbeet
Wird die Ernte erzwungen, kann früher im Frühling geerntet werden. Hierbei werden die Kulturen auf einem warmen Boden im Gewächshaus oder unter Treibfolie herangezogen.
Aussaat im Mistbeet
Bei allen Techniken kann die Aussaat auf einem aus Pferde-, Ziegen- oder Schafmist hergestellten Kompost erfolgen, kombiniert mit Hausmüll (Schalen) und Mähgut. Die Fermentation des Gemisches setzt Wärme frei, die die Keimung beschleunigt. Damit die Abgabe der Wärme andauert, muss man der Mischung feuchte und zertrampelte Blätter hinzufügen.
Die Temperatur des Kompostes kann 70 °C erreichen. Ein Thermometer ist unerlässlich, da die Saat nicht bei einer Temperatur von über 30 °C erfolgen sollte, um die Verbrennung des Keimlings zu verhindern.
Für viele Arten von Blumen und Gemüse können im Mistbeet bereits im Januar ausgesät werden.
Folientunnel, Frühbeet oder Treibfolien: Was ist besser?
Die Verwendung von Tunneln, Frühbeeten und Treibfolien ermöglicht es, den Treibhauseffekt zu nutzen, um die Keimung der Pflanzen zu beschleunigen. Diese Methoden eignen sich besser für Gemüsepflanzen als für Blumen.
Gewächshäuser schützen die Aussaat im Winter vor Temperaturschwankungen (Wind, Regen, Hagel, Frost). Sie bestehen aus einer transparenten Kunststofffolie, die durch Bögen gespannt ist. Der Gewächshausanbau erfordert eine erhöhte Wachsamkeit und gute Grundkenntnisse im Gemüseanbau.
Treibfolien haben den gleichen. Es handelt sich hierbei um eine transparente Plastikfolie, die an verschiedenen Stellen durchbohrt und auf die Kultur gelegt wird. Sie schützt vor Witterungseinflüssen, aber auch vor Schädlingen und Krankheiten. Zudem verhindert sie das Austrocknen des Bodens.
Mehr erfahren:
Treibfolien
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Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.