
Eine geklebte Mauer bauen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Monika, erfahrene Heimwerkerin, Schongau
Die Vor- und Nachteile einer geklebten Gartenmauer
Das Errichten einer geklebten Mauer ist nicht nur einfach, sondern sorgt ebenfalls für einen „natürlichen" Look in Ihrem Garten, da die Steine enger aufeinandergelegt werden können, als mit herkömmlichem Mörtel. Auch Fugen sind keine Pflicht. Diese Bauweise eignet sich vor allem für romantische Gärten, in denen Mörtel oder Beton unerwünscht sind. Der einzige Nachteil dieser Art Mauer ist die geringere Festigkeit. Daher sollte sie nicht höher als ein Meter sein, damit die Mauer stabil steht. Sie eignet sich zudem nicht dafür, große Erdmengen zurückzuhalten. Höhere Mauern sollten mit Mörtel angefertigt werden.
Steinkleber für Gartenmauern
Der für den Bau nötige Steinkleber ist im Allgemeinen als Kartusche oder in Pulverform erhältlich und kann nach Bedarf ausgewählt werden.
Die praktische Kartusche wird mit einer speziellen Pistole direkt auf den Stein aufgetragen. Hierbei handelt es sich um eine schnelle, aber auch kostenintensive Methode, da Sie mehrere Kartuschen benötigen, bis Ihre Steinwand die erwünschte Höhe erreicht hat.
Steinkleber ist ebenfalls in Pulverform erhältlich. Das Pulver muss in einem bestimmten Mischverhältnis mit Wasser angerührt werden und wird dann mit einer Kelle aufgetragen. Dieses Gemisch kommt dem herkömmlichen Fliesenkleber sehr nahe und ist etwas zeitaufwendiger. Je nach Größe der Steine und Abmessungen der Mauer ist Steinkleber zum Anmischen jedoch günstiger und ergiebiger.
Mörtel
Bauen einer geklebten Mauer – Schritt für Schritt
Abstecken und Ausheben des Fundaments
Verdichten und Gießen des Fundaments
Verlegen der ersten Reihe in Mörtel
Verlegen der restlichen Reihen mit Steinkleber
Verlegen von Abdeckplatten (optional)
1. Abstecken und Ausheben des Fundaments
Bevor Sie die erste Reihe Steine verlegen können, müssen Sie selbstverständlich genau wissen, wo die Mauer in Ihrem Garten angelegt werden soll. Am besten legen Sie hierfür einen genauen Plan Ihres Gartens auf Papier oder auf dem Computer an und zeichnen die zukünftige Fundamentlinie mit etwas Schnur oder einem Markierungsspray auf dem Rasen an. Stecken Sie die Fläche des Fundaments ab und heben Sie dieses mit einem Spaten bis in eine Tiefe von etwa 80 cm und in Mauerbreite aus.
2. Verdichten, Füllen und Gießen des Fundaments
Sollten Sie keine Rüttelplatte besitzen und möchten Sie sich das Mieten eines solchen Gerätes vermeiden, können Sie den Boden auch mit einem Handstampfer oder Stampffuß verdichten. Dieser Arbeitsschritt sorgt für die nötige Stabilität der Konstruktion und verhindert, dass die fertige Mauer mit den Jahren in den Boden sinkt und sich Risse bilden. Die flache Unterseite dieses Handwerkzeugs sorgt ebenfalls für einen ebenen Untergrund.
Geben Sie anschließend eine etwa 50 cm dicke Schicht Kies in 20 cm Schichten auf die verdichtete Erde, ziehen Sie diese gerade mit Richtlatte und Wasserwaage ab und verdichten Sie alles erneut, bis das Mineralgemisch restlos aufgefüllt wurde.
Auf diese Kiesschicht muss jetzt das Fundament gegossen werden, das auch bei einer geklebten Mauer aus Beton besteht.
Je nach Länge der Mauer können Sie den Beton in der Schubkarre mit einer Schaufel anmischen oder einen Betonmischer verwenden.
Geben Sie den frisch angemischten Beton anschließend in einer 20 bis 30 cm dicken Schicht auf das Kiesbett und lassen Sie dieses etwa 48 Stunden trocknen, bevor Sie fortfahren.
Vergessen Sie nicht, den Beton mit einer Richtlatte und Wasserwaage glattzustreichen.
3. Verlegen der ersten Reihe in Mörtel
Auch bei der Verwendung von Steinkleber muss die erste Reihe Steine im Mörtelbett verlegt werden, denn die Mauer benötigt ein stabiles Fundament.
Mischen Sie hierfür Mörtel gemäß den Herstellerangaben an, geben Sie diesen in einer etwa 3 cm dicken Schicht auf das ausgehärtete Fundament und setzen Sie die Steine der ersten Reihe darauf. Denken Sie daran, diese mit der Wasserwaage genau in alle Richtungen auszurichten, um eine gerade Mauer bauen zu können.
Kratzen Sie den überschüssigen Mörtel anschließend mit einer Kelle ab, um eine saubere Linie zu erhalten. Eventuelle Mörtelrückstände können mit einem Schwamm und einem Eimer Wasser entfernt werden.
Lassen Sie auch diese erste Reihe gut aushärten, bevor Sie fortfahren.
4. Verlegen der restlichen Reihen mit Steinkleber
Die weiteren Reihen können Sie nun, je nach Länge und Höhe der Mauer, mit Kleber aus der Kartusche oder in Pulverform verlegen.
Sollten Sie Ihre Gartenmauer aus Naturstein bauen, empfehlen wir Ihnen Steinkleber in Pulverform zu verwenden, da Sie hierbei die unregelmäßigen Steine einfacher ausrichten können als mit Kartuschenkleber, der sich eher für ebene oder zugeschnittene Steine eignet.
In beiden Fällen geben Sie etwas Kleber auf den unteren Stein und legen den nächsten etwas versetzt und im Wasser darauf, bis Sie die gewünschte Höhe der Mauer erreicht haben. Wir empfehlen Ihnen, pro Tag maximal 3 Reihen Steine hochzuziehen und diese über Nacht aushärten zu lassen, um die Stabilität der folgenden Reihen nicht zu gefährden.
5. Verlegen von Abdeckplatten
Besonders bei gerade zugeschnittenen Steinen machen sich Abdeckplatten besonders gut, um für ein sauberes Ergebnis zu sorgen. Diese können mit demselben Kleber (Kartusche oder Pulverform) befestigt werden. Eine geklebte Mauer kann ebenfalls mit herkömmlicher Fugenmasse verfugt werden, je nachdem, welche Optik Sie in Ihrem Garten erzielen möchten. Nun ist Ihre geklebte Gartenmauer fertig!
Kartuschenpressen
Was Sie für den Bau einer geklebten Mauer benötigen
Vorkenntnisse
Der Bau einer geklebten Mauer ist erheblich einfacher als die herkömmliche Verbindung mit klassischem Mörtel. Sie sollten dennoch wissen, wie man mit Betonmischer und Kelle umgeht, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten.
Benötigte Zeit
Je nach Länge und Höhe der Mauer sind 2 bis 3 Tage Arbeit nötig.
Personenanzahl
1 Person, zu zweit geht es schneller.
Werkzeuge und Material
Schnur oder Markierungsspray
Handstampfer
Maurerkelle
Schwamm
Kartuschenpresse
eventuell Fugenmasse
Persönliche Schutzausrüstung
Diese Liste ist nicht vollständig. Die persönliche Schutzausrüstung muss an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.
Schutzbrillen
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Monika, erfahrene Heimwerkerin, Schongau
Ich bin Monika, komme aus Schongau und bin eigentlich seit ich denken kann, am Heimwerken und Basteln interessiert. Da ging es mir ebenso wie Obelix: Ich bin da mehr oder weniger reingefallen, als ich noch ein Kind war. Schuld an allem ist mein Papa, der immer alles selbst gebaut und gebastelt hat. Das ging bei Surfbrettern los und endete mit dem Bau seines Hauses. Heute schwinge ich den Hammer und habe schon zahlreiche Projekte in und um unser Haus auf dem Zähler. Das fängt beim Nähen der eigenen Kleider an, geht mit dem kompletten Ausbau unseres Hauses weiter und endet schließlich in unserem Garten, wo ich derzeit einen in die Terrasse eingelassenen Aufstell-Pool plane. Mein Motto: Mit etwas Gefühl geht alles, man muss sich nur etwas schlaumachen!