
Ein Betonfundament gießen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Michel, Hobby-Schweißer, Nürnberg
Wichtige Eigenschaften
- Untergrund stabilisieren und verdichten
- Schalung der Bodenplatte erstellen
- Plane und Stahlmatte einsetzen
- Beton vorbereiten und einfüllen
- Dehnungs- bzw. Bewegungsfugen einarbeiten
Wozu dient eine Bodenplatte aus Beton?
Bei der Gestaltung des Grundstücks kommt oft der Moment, an dem sich stolze Hausbesitzer ein Gartenhaus oder eine Terrasse wünschen. Hier stehen Gartenpavillon, Gartenmöbel, der Grill oder die Plancha stabil und sicher. Damit Sie auch lange Freude an Ihrem Gartenhäuschen oder der Terrasse haben, ist es von Vorteil, sie auf einer festen Bodenplatte zu errichten.
Gartenhaus und Schuppen werden ohne Fundament oft durch aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit angegriffen und beschädigt. Auch für eine Terrasse aus Fliesen ist ein Betonfundament unbedingt notwendig. Es ist möglich, zusammen mit einem Helfer selbst eine Betonplatte zu gießen. Denken Sie dabei allerdings daran, die Bauarbeiten genau zu planen, sich das richtige Werkzeug zuzulegen und die hier aufgeführten Tipps zu befolgen.
Arbeitsschritte
Untergrund stabilisieren und verdichten
Schalung der Bodenplatte erstellen
Plane und Stahlmatte einsetzen
Beton vorbereiten und einfüllen
Dehnungs- bzw. Bewegungsfugen einarbeiten
Know-how
Um eine Bodenplatte aus Beton zu gießen, sollten Sie dazu in der Lage sein, Schaufel, Rechen und Richtlatte zu verwenden, Bretter für die Schalung zusammenzubauen und eine zuvor berechnete Betonmenge anzumischen oder zu bestellen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Sie sich in einer guten körperlichen Verfassung befinden, da Sie bei diesem Projekt oft in der Hocke arbeiten müssen. Zudem haben Sie nur einen Versuch, deshalb ist es wichtig, genau den Anweisungen zu folgen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Benötigte Zeit
Etwa 8 Stunden, je nach Fläche der zu gießenden Bodenplatte.
Personenanzahl
2 Personen
Werkzeuge und Verbrauchsstoffe
Metermaß oder Bandmaß, Maurerschnur
Holzsäge, Hammer, Bolzenschneider
Stampfer oder Rüttelplatte
Schotter und Sand, Baubretter oder Schalbretter
Bewehrungsgitter und Betonstahl
Zement + Kies + Sand oder Transportbeton
Betonabzieher, Schleifmaschine (230 mm mit Diamantscheibe)
Persönliche Schutzausrüstung
Sicherheitsschuhe und Gummistiefel
Arbeitskleidung
Diese Liste ist nicht vollständig. Die persönliche Schutzausrüstung muss immer an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.
Zement
Ein Betonfundament gießen im Video-Tutorial
1. Untergrund stabilisieren und verdichten
Möchten Sie eine Bodenplatte aus Beton gießen, müssen Sie den Untergrund etwa 15 cm tief ausheben. Beträgt die Fläche nicht mehr als 10 m², genügen hierfür eine Schubkarre und eine Schaufel, um Erde und Steine zu entfernen. Bei größeren Flächen ist es sinnvoll, einen Minibagger tageweise anzumieten, um den Graben nicht von Hand ausheben zu müssen.
Übertragen Sie mit dem Metermaß die gewünschten Abmessungen des Fundaments auf den Boden und setzen Sie Pflöcke so, dass sie ungefähr in den Ecken des Umrisses stehen.
Überprüfen Sie die Rechtwinkligkeit und setzen Sie die Pflöcke nun so, dass Ihr Umriss perfekt ist (überprüfen Sie die Rechtwinkligkeit mithilfe des Satzes des Pythagoras durch Messen der Diagonalen des Vierecks). Orientieren Sie sich an diesen Maßen, um die Bretter für die Schalung vor oder hinter der Maurerschnur anzubringen, die die vier Pflöcke miteinander verbindet.
Beginnen Sie damit, den Graben auszuheben. Nutzen Sie hierfür je nach Fläche eine Schaufel oder einen Minibagger.
Sobald der Graben für die zukünftige Bodenplatte fertig ist, ebnen Sie den Untergrund mithilfe eines Rechens.
Fügen Sie nun die Mischung aus Schotter und Sand hinzu. Diese Mischungen werden oft von Händlern gebrauchsfertig angeboten. Sie können auch zuerst Schotter in einer Höhe von 10 oder 12 cm und dann Sand in einer Höhe von 5 oder 3 cm (je nach benutzter Schottermenge) in die Grube geben. Diese Schicht ermöglicht das Abfließen von Wasser.
Ihre Höhe beträgt insgesamt 15 cm.
Verdichten Sie die Oberfläche mithilfe eines Bodenstampfers oder einer Rüttelplatte.
Achten Sie darauf, dass der Untergrund in etwa waagerecht ist und ebnen Sie ihn dort, wo es nötig ist.
Rüttelplatten
2. Schalung der Bodenplatte erstellen
Benutzen Sie Schalbretter oder dicke Baubretter für die Schalung (27 mm).
Setzen Sie die Bretter je nach Art der Messung vor oder hinter die Richtschnüre. Hier müssen Sie genau aufpassen, sonst könnte es passieren, dass Ihr Plattenfundament auf einer Seite 5 cm größer oder kleiner ist als geplant.
Nutzen Sie Schnureisen oder Holzpflöcke, um die Schnur zu halten.
Achten Sie unbedingt darauf, dass die Holzbretter vollkommen waagerecht sind und die Abmessungen Ihres Fundaments genau stimmen, bevor Sie Ihre Schalung endgültig mit Betonstahl fixieren. Sie können die Schalbretter für einen besseren Halt zusammennageln, schlagen Sie die Nägel jedoch nicht ganz in das Holz, damit Sie sie später einfacher entfernen können.
Verwenden Sie eine Maurerschnur und eine Richtlatte und markieren Sie die endgültige Höhe Ihrer Bodenplatte auf den Schalbrettern.
Richtlatten
3. Plane und Stahlmatte einsetzen
Bedecken Sie die Schotterschicht des Fundaments zur Abdichtung mit einer Kunststoffplane oder einer Baufolie, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern. Wird die Folie in mehreren Bahnen angebracht, achten Sie darauf, dass sich diese auf jeder Seite um 10 bis 15 cm überlappen. Bedecken Sie so den gesamten Untergrund der zukünftigen Bodenplatte.
Wenn Sie mit Strukturfasern angereicherten Transportbeton benutzen, ist es nicht nötig, Ihr Plattenfundament zusätzlich zu bewehren. Wenn Sie herkömmlichen Beton nutzen, müssen Sie ein Stahlgitter zur Bewehrung einsetzen. Dieses Stahlgitter sollte idealerweise vollkommen vom Betonfundament ummantelt werden. Daher wird es mithilfe von Steinen erhöht auf den Untergrund gesetzt. Schneiden Sie es bei Bedarf mit einem Bolzenschneider zu und legen Sie es in etwa 5 cm Abstand zum Rand in das Erdloch. Müssen mehrere Stahlmatten verlegt werden, sollten diese sich um etwa 10 bis 15 cm überlappen. Sie müssen zudem miteinander verbunden werden.
Wollen Sie Stromleitungen oder Rohre verlegen, halten Sie sie mit kleinen Eisenstäben an ihrem Platz.
Bolzenschneider
4. Beton vorbereiten und einfüllen
Die benötigte Betonmenge hängt von der Fläche und dem Volumen der Bodenplatte ab. Die Stärke der Bodenplatte hängt vom Gewicht des Objekts ab, das sie tragen soll:
Fundamentstärke von 8 bis 10 cm für eine Terrasse oder ein Gartenhaus;
Fundamentstärke von 15 cm für einen Fußboden;
Fundamentstärke von 15 bis 20 cm für eine Garage.
Betonfundament berechnen: Wie viel Zement, Kies und Sand braucht man?
Ein 1 m² großes Betonfundament mit einer Stärke von 10 cm (wobei 7 cm unterirdisch und 3 cm überirdisch liegen) benötigt ein Betonvolumen von 0,1 m3 (1 x 1 x 0,1), also 1 m3 Beton pro 10 m².
Berechnung der Menge für 1 m3
Beton | Zement | Kies | Sand | Wasser |
Unbewehrter Beton | 300 kg | 1100 kg | 830 kg | 155 l |
Stahlbeton | 400 kg | 980 kg | 720 kg | 195 l |
Berechnung der Menge für eine 1 m² große, unbewehrte Beton-Bodenplatte
Für die Herstellung von 1 m3 unbewehrtem Beton werden 300 kg Zement, 830 kg Sand, 1100 kg Kies und 155 l Wasser benötigt. Für eine Bodenplatte mit einer Fläche von 1 m² und 10 cm Stärke benötigen Sie demnach:
30 kg Zement;
83 kg Sand;
110 kg Kies;
15,5 l Wasser.
Berechnung der Menge für eine 1 m² große, bewehrte Beton-Bodenplatte
Für die Herstellung von 1 m3 Stahlbeton werden 400 kg Zement, 720 kg Sand, 980 kg Kies und 195 l Wasser benötigt. Für eine Bodenplatte mit einer Fläche von 1 m² und 10 cm Stärke benötigen Sie demnach:
40 kg Zement;
72 kg Sand;
98 kg Kies;
19,5 l Wasser.
Beton kann auch fertig von einem Betonmischfahrzeug geliefert werden. Diese Möglichkeit spart Ihnen viel Zeit. Damit sich dies auszahlt, ist jedoch eine bestimmte Mindestmenge an Transportbeton erforderlich.
Verteilen Sie den Beton gleichmäßig in der Schalung. Bewegen Sie sich hierbei immer weiter nach hinten.
Ist das Fundament ganz aufgefüllt, müssen Sie es unverzüglich verdichten, um es von Lufteinschlüssen zu befreien. Danach wird der Beton mit einem Betonabzieher geglättet.
Achten Sie hierbei darauf, nicht zu viel Druck auszuüben und die gesamte Oberfläche zu bearbeiten.
Reinigung der Werkzeuge
Reinigen Sie folgende Geräte nach der Nutzung mit Wasser:
Betonabzieher;
Betonmischer;
Kübel;
Stiefel.
Betonabzieher
5. Dehnungs- bzw. Bewegungsfugen einarbeiten
36 bis 48 Stunden später ist das Betonfundament trocken.
Überprüfen Sie, ob die Fläche eben ist und schneiden Sie mit dem Winkelschleifer Bewegungsfugen, die die Dehnung der Bodenplatte ermöglichen (ungefähr eine Bewegungsfuge alle 15 m²).
Spannen Sie Richtschnur über die zu schneidende Fuge, statten Sie den Winkelschleifer mit einer Diamanttrennscheibe aus und schneiden Sie das Fundament 5 cm tief ein.
Entfernen Sie nun die Schalung. Achten Sie darauf, dass die Bodenplatte keine Luftbläschen aufweist.
Diamanttrennscheiben
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Michel, Hobby-Schweißer, Nürnberg
Ich habe eine Ausbildung zur Blechbearbeitung, Rohrleger/Schweißer, und nachdem ich 35 Jahre auf Baustellen gearbeitet habe, wurde ich Projektingenieur und schließlich Leiter der Abteilung Engineering. Jetzt im Ruhestand, habe ich eine Werkstatt eingerichtet und ausgestattet, wo ich Skulpturen aus Metall fertige: Mein kleines Paradies, wo ich meiner Phantasie freien Lauf lassen kann. Auf Trödelmärkten finde ich ungewöhnliche Objekte und alte Werkzeuge, die ich sammle, oder die ich in Kunstobjekte verwandle. Außerdem liebe ich Gartenarbeit. Meine Leidenschaft zu teilen und andere bei der Auswahl ihrer Ausstattung zu beraten, ist mir ein wahres Vergnügen.