
Terrassenfliesen verlegen in 7 Schritten
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Eine geflieste Terrasse für Ihr Heim
Der Sommer naht mit großen Schritten und damit auch die Vorstellung vom Cocktail an der Gartenbar oder Grillabend auf der hauseigenen Terrasse. Blöd natürlich, wenn man noch keine Terrasse hat. Grundsätzlich gibt es hier mehrere Wege, um ans Ziel zu gelangen. Sie können zum Beispiel Terrassenplatten lose auf Splitt verlegen, eine Holzterrasse bauen oder aber Fliesen verlegen, was wir Ihnen in diesem Ratgeber Schritt für Schritt zeigen.
Schritt 1: Fliesen auswählen und Anzahl berechnen
Zuerst müssen Sie die richtigen Fliesen auswählen. Diese sollten auf jeden Fall frostsicher sein, da sie sonst bei größeren Temperaturschwankungen Gefahr laufen zu reißen oder aufzuplatzen. Ansonsten muss die Optik selbstverständlich gefallen. Man möchte sich ja schließlich lange an der neuen Terrasse erfreuen.
Zur Berechnung der richtigen Menge an Fliesen müssen Sie im Grunde nur wissen, wie groß die Terrassenfläche ist. Um doppelte Fahrten zum örtlichen Fliesenhandel zu vermeiden, sollten Sie gleich einen Aufschlag von 10 % für eventuellen Verschnitt oder Fehler mit einplanen.
Terrassenfliesen
Schritt 2: Voraussetzungen zum Terrassenfliesen verlegen prüfen
Bevor Sie mit dem Verlegen beginnen, müssen Sie den Untergrund entsprechend vorbereiten. Die gesamte Fläche muss eben und frei von Rissen oder Löchern sein. Ein leichtes Gefälle von 1 bis 2 % hilft dabei, dass Regenwasser besser von der zukünftigen Terrasse abfließen kann.
Weiterhin muss sichergestellt sein, dass der komplette Bereich nicht unterspült werden kann und anschließender Frost die Fliesen beschädigt. Aus diesem Grund müssen Sie die gesamte Fläche zusätzlich abdichten. Dazu gibt es verschiedene Strategien. Am praktikabelsten ist die Abdichtung mit einer Flüssigfolie für den Außenbereich. Dies ist eine flüssige Masse, die nach der Trocknung eine gummiartige, wasserdichte Schicht bildet. Das Auftragen funktioniert am besten mit einem großen Pinsel oder einem Farbroller.
Um sicherzugehen, dass alles gut abgedichtet ist, ist es ratsam zwei bis drei Schichten aufzutragen. Sofern Hausanschlüsse oder Abläufe im Weg sind, müssen Sie diese zusätzlich mit einem Dichtband schützen. Das Dichtband können Sie einfach mit der Flüssigfolie überstreichen.
Schritt 3: Erste Reihe anzeichnen
Nachdem alles sauber abgedichtet und getrocknet ist, geht es an die Planung der ersten Reihe. Die Ausrichtung erfolgt am Ende der Terrasse - gegenüber der Hauswand. Diese haben Sie ja im Vorfeld ordentlich angelegt, sodass sie gerade und rechtwinklig zu den Außenkanten ist. Das muss bei einer Hauswand nicht unbedingt der Fall sein.
Weiterhin wirkt es vom optischen Gesichtspunkt her ein wenig ruhiger, wenn die Terrasse mit einer ganzen Fliese abschließt. Daher fangen Sie am besten am Ende an und arbeiten sich bis nach vorn zur Hauswand vor.
Um zu gewährleisten, dass Sie im weiteren Verlauf nicht aus dem vorbereiteten Terrassenbereich herauslaufen, muss die erste Reihe Fliesen absolut gerade und in einer Flucht liegen. Fehler in der ersten Reihe beeinflussen alle weiteren Reihen und können die schöne Fliesenoptik ruinieren. Mit einem Richtscheit können Sie die Flucht der ersten Reihe überprüfen und ggf. korrigieren. Verwenden Sie Klebeband oder Markierungsspray, um die Flucht anzuzeichnen.
Schritt 4: Fliesenkleber anrühren
Bevor mit dem Verlegen begonnen werden kann, müssen Sie Fliesenkleber anrühren. Als Fliesenkleber im Außenbereich ist Flexmörtel sehr empfehlenswert. Flexmörtel hat eine stärkere Klebekraft als herkömmlicher Fliesenkleber und auch eine deutlich bessere Haftung auf Untergründen im Außenbereich. Der Name kommt durch seine hohe Elastizität im Vergleich zu herkömmlichem Fliesenkleber. Flexmörtel ist deutlich besser verformbar und trotzt damit Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.
Das Anmischen erfolgt hierbei nach Herstellerangaben in einem Kübel oder Eimer. Geben Sie die entsprechende Menge des Klebers in den Eimer und verrühren ihn langsam mit einem Quirl unter Hinzugabe von Wasser.
Wichtig: mischen Sie nicht zu viel Fliesenkleber auf einmal an, denn Fliesenkleber beginnt bereits nach etwa einer halben Stunde mit der Trocknung. Mischen Sie also nur soviel an, wie Sie in der entsprechenden Zeit verarbeiten können. Man bekommt recht schnell ein Gefühl dafür, was die richtige Menge ist. Es hilft also, wenn Sie beim ersten Mal etwas weniger Kleber anrühren als Sie glauben, verarbeiten zu können.
Schritt 5: Terrassenfliesen richtig verlegen
Dann kann es ja jetzt endlich losgehen! Terrassenfliesen verlegen! Die beste Strategie ist hierbei die Verlegung nach dem sogenannten Buttering-Floating-Verfahren. Dieses Verfahren garantiert einen satten Kleberauftrag. Es ist zwar im Vergleich zu konventioneller Verlegung zeit- und materialaufwändiger, vermeidet jedoch Hohlräume unter den Fliesen weitestgehend, sodass sich dort kein Wasser sammeln kann. Es entsteht also kein Frost- bzw. Schaden bei Tauwechseln.
Tragen Sie hierzu den Fliesenkleber satt auf dem zuvor vorbereiteten Untergrund auf und verteilen ihn sorgfältig und großflächig mit einem Zahnspachtel, sodass Sie anschließend ca. 6 bis 8 Fliesen darauf legen können.
Auf der Fliese selbst ist der Flexmörtel in gleicher Weise aufzutragen: zuerst einen dicken Klecks auf die Fliese aufbringen und anschließend gleichmäßig mit einem Zahnspachtel auf der Fliese verteilen. Der Auftrag auf die Fliese bzw. den Untergrund nennt sich "Buttering".
Als Nächstes bringen Sie die Fliese auf den Untergrund. Dabei legen Sie die Fliese auf, drücken sie ein wenig mit einer leicht kreisenden Bewegung an, sodass die Terrassenfliese im Mörtelbett schwimmt. Dadurch müssen Sie beim Andrücken weniger Kraft aufwenden und der Flexmörtel verteilt sich besser. Dieser Schritt nennt sich "Floating".
Kontrollieren Sie, ob sich die erste Reihe exakt an Ihrer zuvor gesetzten Markierung ausrichtet und justieren ggf. nach. Weiterhin ist es sinnvoll, die Ausrichtung der Fliesen ständig mit einer Wasserwaage zu überprüfen. Jede Terrassenfliese muss gerade im Mörtelbett liegen und sollte sich zusätzlich auf einer Höhe mit den angrenzenden Fliesen befinden. Justieren Sie mit leichtem Druck auf die zu hoch stehenden Ecken und Kanten der entsprechenden Fliese nach, sollte dies nicht der Fall sein.
Die Fliesen sollten einen gleichmäßigen Abstand von 3 bis 5 mm zueinander haben (Fuge). Fliesenkreuze helfen Ihnen dabei, die Abstände gleichmäßig zu halten.
Schritt 6: Fugenmörtel aufbringen
Fugenmörtel ist die Masse, die in die Fuge gefüllt wird. Auch hier gibt es eine Flex-Variante, die sich gut für den Außenbereich eignet. Dies ist wichtig, denn der Fugenmörtel ist eine potentielle Schwachstelle gegen eindringendes Wasser. Es ist grobporiger und bildet schneller Risse als die Fliese selbst, sodass Sie darauf achten sollten, ein Produkt speziell für den Außenbereich zu nehmen.
Nachdem der Fliesenkleber trocknen ist, können Sie den Fugenmörtel anmischen. Gehen Sie dabei, wie zuvor beim Flexmörtel, nach den Angaben des Herstellers vor.
Die dünnflüssige Masse wird im Anschluss in die Fugen gegossen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn etwas daneben geht. Fugenmörtel kann im Nachhinein mit einem Lappen leicht von der Fliese entfernt werden. Mit einem sogenannten Fugengummi ziehen Sie die Fugen glatt. Fahren Sie die Fugen dabei immer diagonal zur Fliese ab. Nachdem der Fugenmörtel angetrocknet ist, wischen Sie die Fliesen und Fugen mit einem feuchten Schwamm ab. So ergibt sich ein gleichmäßiges und ruhiges Fugenbild.
Schritt 7: Kanten und Übergänge mit Silikon abdichten
Ist der Fugenmörtel getrocknet, können die Kanten zu angrenzenden Bereichen (bspw. zur Hauswand) abgedichtet werden. Das wird typischerweise mit Silikon gemacht. Auch hier gibt es wieder Produkte, die speziell für den Außenbereich konzipiert sind.
Zur Abdichtung öffnen Sie die Silikonkartusche und spannen Sie sie in eine Kartuschenpresse ein. Die Spitze der Silikonkartusche wird mit einem scharfen Cuttermesser schräg abgeschnitten. Fahren Sie nun die abzudichtende Kante ab und drücken dabei das Silikon möglichst gleichmäßig aus der Kartusche heraus.
Sprühen Sie den Bereich um die Silikonnaht herum reichlich mit einer Sprühfalsche (gefüllt mit Spülmittel und Wasser) ein. Das Spüliwasser dient hierbei als Trennmittel und sorgt dafür, dass das Silikon nicht an den Stellen haftet, an denen es nicht haften soll. Fahren Sie die Silikonnaht anschließend mit einem Silikonabzieher oder mit dem Finger ab, um die Naht zu glätten.
Trocknungszeiten einhalten
Besonders wichtig ist es bei den Schritten 5, 6 und 7 die Trocknungszeiten einzuhalten. Geben Sie dem Flexmörtel, dem Fugenmörtel und auch dem Silikon jeweils ca. 24 Stunden Zeit gut durchzutrocknen und sich zu verfestigen. Ein Blick auf die Wetterprognose für die nächsten 3-4 Tage ist unbedingt notwendig. Es darf nicht regnen und die Sonne darf nicht zu stark auf die Terrasse scheinen.
Bonustipp: Imprägnieren
So gut die Terrasse auch angelegt ist: mit der Zeit wird sie dennoch stark beansprucht durch Witterung und Menschen, die die Terrasse natürlich benutzen möchten. Es bilden sich haarfeine Risse, in die Wasser eindringen könnte. Das kann zu Schimmelbildung und zum Aufplatzen der Fuge durch Frost führen. Behandeln Sie Ihre Terrasse regelmäßig mit einer Fliesenimprägnierung. So haben Sie noch lange viel Freude mit Ihrer neuen Terrasse!
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Ratgeber verfasst von:
Vitali, Heimwerker, Hobbyschreiner, Leverkusen
Hi, ich bin Vitali und bin aktuell 36 Jahre alt (Tendenz: steigend). Ich bin absolut passionierter Holz- und Heimwerker. Alles, was man im Haushalt selbst erledigen kann, wird in unserem Haushalt auch selbst gemacht. Das beginnt mit dem Verlegen verschiedener Böden, erstreckt sich über die Installation von Duschkabinen und geht bis zum kompletten Eigenbau der eigenen Möbel. Der Großteil meiner Projekte wird mittlerweile in meiner Werkstatt - der Spanfabrik - umgesetzt. Hier zeige ich auf Instagram, was man mit einfachen Mitteln an Möbeln und anderen Kleinigkeiten basteln kann. Das ist nicht nur nachhaltig und lehrreich, sondern macht auch richtig Laune. Und wenn man Bock hat etwas umzusetzen, dann geht einfach alles!