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Ein Hühnerstall im Garten: Vorschriften, Normen und Nachbarschaftsrecht

Ein Hühnerstall im Garten: Vorschriften, Normen und Nachbarschaftsrecht

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

124 Ratgeber

Die Gesetzgebung für die private Hühnerhaltung umfasst verschiedene Bereiche wie Nachbarschaftsrecht, Bauvorschriften und Gesundheitsmaßnahmen. Hühner gelten als Haus- oder sogenannte Hobbytiere, auch wenn sie in einem Hühnerstall außerhalb des Hauses gehalten werden. Hier erfahren Sie, was Sie beim Hühnerstall im eigenen Garten beachten sollten.

Wichtige Eigenschaften

  • Erlaubte Anzahl der Hühner
  • Anmeldung und Genehmigung eines Hühnerstalls
  • Belästigung und Nachbarn
  • Schädlinge
  • Gesundheit und Hygiene
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Die Bestimmungen für feststehende Hühnerställe sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Wer einen Hühnerstall, egal wie klein, anlegen möchte, sollte sich bei der zuständigen Behörde, in der Regel beim örtlichen Bauamt, über bestehende Vorschriften informieren. Die Regelungen für Dorfgebiete sind oft lockerer als jene für Wohngebiete, wobei nach deutschem Gesetz allgemein eine Obergrenze von zwanzig Tieren noch unter die private Haltung fällt. Die zulässige Höchstgrenze kann jedoch von Ort zu Ort niedriger liegen.

Fragen Sie beim zuständigen Bauamt nach, welche Regelungen für den Bau eines Hühnerstalls an Ihrem Wohnort gelten. Die Hühnerhaltung in der Stadt ist strenger geregelt als die Haltung auf dem Land und kann sogar untersagt werden. In Kleingartenanlagen ist die Tierhaltung nämlich grundsätzlich erst einmal verboten. Es können aber Ausnahmen bestehen oder vereinbart werden. Ein Blick in interne Vorschriften ist sinnvoll. Diese können beispielsweise eine Höchstanzahl an Hühnern festlegen.

Bedenken Sie auch, dass Privatpersonen der Verkauf von Produkten aus eigener Tierhaltung untersagt ist (Eier oder Fleisch).

Hühner können für Ärger mit den Nachbarn sorgen, wenn diese sich durch unangenehme Gerüche oder Tiergeräusche belästigt fühlen - ein Huhn gackert, ein Hahn kräht. Sie sollten deshalb zwischen dem Hühnerstall und Ihren Nachbarn für ausreichenden Abstand sorgen. Bei der Errichtung eines Hühnerstalls sind gesunder Menschenverstand, der Respekt gegenüber den Mitmenschen und gute Manieren Vorrang ebenso wichtig wie Gesetzen oder Verordnungen.

Im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses könnten Sie Ihren Nachbarn von Zeit zu Zeit frische Eier schenken. Darüber freut sich jeder und Ihre Hühner werden schneller akzeptiert.

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Hühnerställe

Die Vorschriften über den Mindestabstand zum Nachbarn unterscheiden sich in den verschiedenen Bundesländern.

  • Neben dem Mindestabstand spielt auch die Größe des Hühnerstalls eine Rolle.
  • Zu beachten ist auch die Höhe: Wie weit überragt der Stall den Zaun zum Nachbarn?
  • Im Idealfall sollten Sie den Stall aufrecht betreten können, um bequem die Eier entnehmen zu können.

Auch hier sollten Sie sich im Zweifelsfall bei der zuständigen Behörde informieren.

  • Es gelten wie bei den vorangegangenen Punkten die Vorschriften der Gemeinde, des Kreises oder der Stadt.
  • Bei einer artgerechten Haltung ist zudem wichtig, dass alle Hühner Sitzstangen zur Verfügung haben.

Rufe, Krähen und Geräusche von Tieren gelten in der Regel als normale Nachbarschaftsgeräusche, auch das allmorgendliche Krähen des Hahns!

Doch gegen laute, sich wiederholende und dauerhafte Geräusche können Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel schallisolierte Ställe. Wie oft gibt es Streit wegen eines krähenden Hahns! Was auf dem Land als normales annehmbares Geräusch gilt, stößt in urbanen Gebieten oft auf weniger Akzeptanz.

Die Tiere müssen sich jederzeit auf Ihrem Grundstück aufhalten und dürfen sich nicht auf öffentlichen Straßen, Gemeindeflächen oder gar auf dem Grundstück Ihres Nachbarn bewegen. Wer freilaufende Hühner halten möchte, kann auf einen speziellen elektrischen Zaun oder einen einfachen Drahtzaun zurückgreifen.

Reinigen Sie den Hühnerstall regelmäßig, um unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Dadurch begrenzen Sie gesundheitliche Risiken und die Geruchsbelastung Ihrer Nachbarn.

Mit dem Bau des Hühnerstalls werden sich Ihre Nachbarn über den Einzug von Ratten und Mäusen beschweren, was tatsächlich häufig vorkommt. Dabei sind es nicht die Hühner selbst, die die Nager anziehen, sondern das Getreide und das Hühnerfutter.

Mit der Gewissheit, das ganze Jahr über ordentlich gefüttert zu werden, lassen sich die Schädlinge für lange Zeit dort nieder!  Und um für etwas Abwechslung auf dem Speiseplan zu sorgen, fressen Ratten sogar Eier und greifen Küken an. Darüber hinaus sind sie Überträger zahlreicher Krankheiten.

Dass sich diese unerwünschten Tiere einnisten, verhindern Sie am besten, indem Sie das Hühnerfutter an einem Ort oder in einem sicheren Behälter außerhalb ihrer Reichweite aufbewahren (z. B. in einem dicken Plastikbehälter) und darauf achten, dass nicht mehr Futter gegeben wird, als die Hühner täglich fressen können.

Es gibt 2 Arten von Hühnerställen:

Ein mobiler Hühnerstall ist ein kleines Gehege in Leichtbauweise. Er bietet etwa 10 Hühnern Platz. Ein solcher Hühnerstall kann frei aufgestellt werden und erfordert keine besondere Genehmigung, da die Vorschriften hier noch nicht besonders ausgereift sind. Natürlich sind stets die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes (TierSchNutztV) einzuhalten.

Bei der Errichtung feststehender Hühnerställe gelten die Maßgaben des öffentlichen Baurechts. Sie sollten vor dem Bau immer einen Blick in den Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan der Gemeinde, des Kreises oder der Stadt werfen. Welche Vorschriften gelten in Bezug auf die Größe eines Hühnerstalls?

  • Erkundigen Sie sich beim örtlichen Bauamt, ab welchem Umfang (m2) die Errichtung genehmigt werden muss.
  • Dasselbe gilt auch für die Abstandsregelungen zum Nachbargrundstück.
  • Überdies ist ein Blick in die bundesweit geltende Baunutzungsverordnung äußerst sinnvoll.

Die im Zuge der Vogelgrippe eingeführte„Geflügelpestverordnung“ gegen die Freilandhaltung wurde 2013 wieder aufgehoben. Jedes Huhn muss jedoch beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Darüber hinaus müssen Sie, nach § 14 des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG), die Geflügelhaltung bei der Tierseuchenkasse anmelden.

Die hier genannten Vorschriften und Regelungen gelten nur für das Halten von Hühnern. Wenn Sie anderes Geflügel, beispielsweise Gänse oder Tauben, halten möchten, sollten Sie sich gesondert informieren. Erkundigen Sie sich in jedem Fall bei der zuständigen Behörde, was tatsächlich erlaubt ist.

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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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