Zum Hauptinhalt springen
Eine Kelleraußenwand abdichten: So geht's

Eine Kelleraußenwand abdichten: So geht's

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

7 Min. Lesezeit
Feuchte Wände im Keller können zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz führen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt eine Kellerwand abdichten, welche Werkzeuge und Materialien Sie benötigen.

Warum sollte man eine Kellerwand abdichten?

Mit einer dichten Kellerwand vermeiden Sie feuchte Kellerwände, die zum Abblättern von Putz, zu Stockflecken durch Ausblühungen sowie zu Schimmelbildung mit einhergehendem muffigen Geruch im Keller führen. Wo immer es möglich ist, sollten Sie eine Kellerabdichtung am besten von außen vornehmen. Das Mauerwerk wird dabei gegen das Erdreich vor seitlich eindringendem Wasser geschützt. Wenn Sie bei dieser nachträglichen Außenabdichtung gleich die Kellerwand ringsum dämmen, wird die Kondensation von Feuchtigkeit aus der Raumluft an den sonst kühlen Keller-Innenwänden verhindert. Dadurch wird eine höherwertige Nutzung der Kellerräume möglich, die über das Lagern von Lebensmitteln und das Abstellen von Gegenständen hinausgeht: Etwa als Fitnessraum, Hobbykeller, Werkstatt, Partykeller oder dergleichen.

Bevor Sie sich daran machen, Ihre Kelleraußenwand abdichten, sollten Sie sich ein genaues Bild von den Ursachen für die Feuchtigkeit machen. Verschiedene Gründe kommen in Frage, weshalb eine fachmännische Beurteilung der Bausubstanz der Wand ratsam ist. Über die Art der Durchfeuchtung gibt der sogenannte Lastfall Auskunft. Folgende Lastfälle können auftreten:

  • Bodenfeuchtigkeit,

  • seitlich eindringendes, nicht stauendes Sickerwasser,

  • aufstauendes Sickerwasser,

  • drückendes Wasser,

  • hygroskopische Feuchte (durch Salze im Mauerwerk),

  • kapillarisch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Grundwasser.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Fitnessraum

Eine Kelleraußenwand in 4 Schritten selbst abdichten

Einige wichtige Tipps: 

  • Liegt hygroskopische Feuchtigkeitsbelastung vor, sind oft Salzausblühungen an den Wänden bemerkbar. Das Erkennen von hygroskopischen Feuchteschäden mit bloßem Auge ist jedoch nicht ganz einfach. Sie sind nicht zu verwechseln mit Durchfeuchtung durch Kondensatbelastung oder durch kapillar aufsteigendes Wasser, dem mit einer Horizontalsperre in der Mauer bzw. mit kapillarbrechenden Schicht im Boden begegnet wird.

  • Das Abdichten von Kelleraußenwänden sollten Sie nur bei trockenem Wetter vornehmen. Aus der freigelegten Wand muss zuerst möglichst viel Feuchte entweichen können, bevor Sie die verschiedenen Schichten aufbringen.

  • Der Putz sollte am besten schwungvoll - mit einer Bewegung aus dem Unterarm heraus - aufgetragen werden. Maurer nennen diese Technik das „Anwerfen“. Sie darf natürlich auch von Heimwerkern ausprobiert werden, bedarf aber einiger Übung. Das „Anwerfen“ hat den Effekt, dass der Putz besser hält und sich leichter auf der Wand verteilen lässt.

  • Beachten Sie bei der Verwendung von bituminösen Baustoffen die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter.

1. Vorbereitende Arbeiten

Ausheben eines Grabens zum Freilegen der Wand

Zunächst müssen Sie bis hinunter zur Oberkante des Fundaments einen 80 cm breiten Graben entlang der Außenwand graben. Um die Gebäudestatik nicht zu gefährden, darf nicht mehr als 30 cm unter die Sohlplatte des Kellerbodens ausgeschachtet werden. Etwa 20 bis 30 cm unter Fundamentoberkante müssten für das zusätzliche Anlegen einer Drainage ausreichen. Der Graben muss eine Böschung mit einer gewissen Schräge haben, damit das Erdreich nicht hineinbröckelt. Das Freilegen von Hand ist eine langwierige und mühsame Arbeit. Der Einsatz eines Minibaggers ist für diese Erdarbeiten deshalb sehr vorteilhaft. Sie können damit ein Unternehmen beauftragen oder, falls Sie sich es zutrauen, das Ausheben mit einem geliehenen Gerät selbst vornehmen. Den Erdaushub möglichst in der Nähe lagern und mit einer Plane oder einem Netz abdecken.

Vorbereiten der Wand

Eine neue Beschichtung kann nur auf einem festen Untergrund gut haften. Alten abbröckelnden Putz entfernen Sie deshalb mit dem Hammer ebenso wie mögliche Reste von früheren Bitumenanstrichen oder Dämmstoffen. Wenn Sie beschädigte Mörtelfugen entdecken, sollten Sie diese ausschaben und mit Bürste oder Handfeger säubern. Eventuelle Risse im Mauerwerk sind zu verspachteln.

Die gesäuberte Außenwand gut trocknen lassen. Dann muss das Mauerwerk sorgfältig untersucht werden, um die Ursache für die Wandfeuchtigkeit zu ermitteln, falls Sie sie nicht schon kennen. Wenn Sie sich unsicher sind, ziehen Sie besser einen Fachmann zu Rate.

Falls die Kelleraußenwand überhaupt keine Abdichtung aufweist, grundieren Sie zuerst das Mauerwerk, bevor Sie den Sockelputz und dann die Bitumendickschicht aufbringen. Hierfür können Sie mineralische Dichtungsschlämme als Hilfsmittel einsetzen. Sie schützt auch vor drückendem Wasser und versiegelt im Gegensatz zu anderen Abdichtungsmethoden die Wände nicht, sondern lässt den Wasserdampf diffundieren. Mit Dichtungsschlämme können Sie die Wände effektiv vor Feuchte schützen. Sie besteht aus einer etwa 3 Millimeter dünnen Mischung aus Quarzsand, Zement und chemischen Zusätzen.

Sockelputz aufbringen

Sobald die Kelleraußenwand getrocknet ist, können Sie mit dem Verputzen beginnen. Zuvor sollten Sie aber eine Grundierung auftragen. Verwenden Sie einen Zementmörtel der Mörtelgruppe MG III (Wassersperrputz). Der Mörtel wird zunächst mit Wasser angerührt und dann mit einer Maurerkelle an die Kellerwand geworfen. Der Sockelputz wird mindestens 30 cm über der Geländeoberkante als Schutz vor Spritzwasser durch Schlagregen angebracht. Nachdem der Putz aufgetragen und glattgestrichen ist, muss er vollständig trocknen. Je nach Putzstärke kann dies bis zu zwei Tage dauern. Beachten Sie dabei die Herstellerangaben.

2. Abdichten mit Bitumen

Die Abdichtung der Kelleraußenwand besteht meist aus einem mehrschichtigen Bitumen-Dichtanstrich, einer sogenannten schwarzen Wanne. Sie können hierfür auch Bitumen-Schweißbahnen oder eine Kombination von flüssigem Bitumen und Bahnen verwenden. Sie sollten den Bitumenanstrich so tief wie möglich unter den Sockel ziehen.

Am Sockel muss mit einer Hohlkehle für einen sanften Übergang der Bitumenbeschichtung zur Horizontalsperre gesorgt werden. 

Anstreichen mit Bitumen

Falls noch eine intakte Putzschicht mit völlig dichtem Bitumenanstrich vorhanden ist, können Sie auf die vorgenannten Schritte verzichten. Aber meistens sind ältere Bitumenschichten beschädigt, weil früher keine schützenden Noppenbahnen verlegt wurden. Deswegen schadet es ganz und gar nicht, den alten Anstrich mit neuen Bitumenschichten zu versehen.

Für das Auftragen der Abdichtmasse eignet sich eine alte Tapezierbürste, eine bitumenbeständige Rolle oder eine Kelle. Die Dichtungsmasse wird mehrere Millimeter dick aufgetragen. Diese Schicht kann zwischen 3 und 6 Millimeter dick sein – je nachdem, wie stark das Wasser drückt. Ein Voranstrich und drei Deckanstriche sind erforderlich. Der Anstrich mit Bitumendickbeschichtung muss das Geländeniveau (auch Geländeoberkante genannt) um mindestens 15 cm überragen. Beim Abdichten mit Bitumen müssen Sie in jedem Fall die Herstellerangaben beachten. Die Bitumenmasse sollte nun ebenfalls etwa 2 bis 3 Tage trocknen.

3. Zusätzliche Maßnahmen

Im nächsten Schritt werden spezielle Dämmplatten und danach eine Noppenbahn verbaut. Damit ist Ihr Keller besser gedämmt und Sie können Energiekosten sparen.

Perimeterdämmung

Eine zusätzliche Wärmedämmung kann mit speziellen Dämmplatten für den erdberührten Bereich erfolgen, sogenannten Perimeterdämmplatten. Zum Ankleben verwenden Sie entweder restliche Bitumenabdichtmasse oder Bitumen-Dämmplattenkleber. Wenn Sie besonders hohe Dämmeigenschaften haben wollen, können Sie die Platten in doppelter Reihe und mit versetzten Fugen anbringen.

Noppenbahn anbringen

Sie sollten die Perimeterdämmung vor Beschädigung durch Steine oder Wurzeln mit einer Noppenbahn schützen. Für den Grundmauerschutz gibt es auch spezielle Noppenbahnen mit Drainagevlies und Gleitfolie. Die Bahnen werden mit der Noppenseite gegen die Kelleraußenwand befestigt und sorgen dafür, dass das Wasser schneller abfließt. Überstehendes Material können Sie einfach nach dem Verfüllen abschneiden.

Anlegen einer Drainage

Bevor Sie die Arbeiten komplett abschließen, können Sie durch Verlegen einer Drainage späteren Problemen vorbeugen. Diese verhindert, dass sich einsickerndes Regenwasser an der Bodenplatte, falls vorhanden, anstaut. Beim Anlegen der Drainage ist es äußerst wichtig, dass das Rohr 20 – 25 cm tiefer als die Fundamentoberkante liegt. Die Drainage muss in eine Kiesschicht eingebettet sein. Diese sorgt dafür, dass das Wasser ideal abläuft und es nicht zu Verstopfungen kommt.

4. Abschließende Arbeiten

Verfüllen Sie abschließend die Baugrube sorgsam mit dem bereitliegenden Erdreich und verdichten Sie das Füllmaterial nach jeder aufgefüllten Schicht ein wenig. Auch für das Verfüllen ist der Einsatz eines Minibaggers sehr nützlich. Falls an einigen Stellen Teile der Noppenbahn überstehen, schneiden Sie diese einfach mit einem Cutter oder einem scharfen Messer ab.

Benötigte Werkzeuge und Materialien:

  • Maschinen/Geräte für Baugrubenaushub und Bodenbewegung,

  • Plane oder Netz zum Abdecken des Erdaushubs,

  • Spaten und Schaufel, 

  • Hammer, 

  • Handfeger, 

  • Flachmeißel, 

  • Glättkelle und Putzkelle,

  • Handsäge, 

  • Messer oder Cutter,

  • Mörtelkübel und Malereimer, 

  • Maßband oder Meterstab,

  • bitumenbeständige Auftragsrolle,

  • Zementmörtel,

  • Dichtungsschlämme,

  • Bitumen-Dickbeschichtung,

  • Bitumen-Dämmplattenkleber,

  • Perimeterdämmplatten, 

  • Drainagerohre, 

  • Kies für Drainage

Know-how

Für alle diese Arbeiten müssen Sie etwas handwerkliches Geschick mitbringen und vor allem in guter körperlicher Verfassung sein.

Den Katalog von ManoMano entdecken
Cutter
 

Ratgeber verfasst von:

Wolfram, erfahrener Heimwerker und Garten-Fan

Ich habe mich schon immer fürs Heimwerken und Gärtnern interessiert. Der Bau unseres Energiesparhauses vor einigen Jahren durch eine Baufirma hat mir die Augen für "Pfusch am Bau" geöffnet. So habe ich mich über die häufigsten Baumethoden und Baumängel kundig gemacht und will dieses Wissen gerne weitergeben. Klempnerarbeiten, Dachabdichtung, Bodenbeläge, Dämmung, kontrollierte Wohnraumlüftung und Heizung sind einige der Gebiete, auf denen ich mich auskenne. Auch in Sachen Gartenarbeit bin ich versiert und ich verbringe sehr gerne Zeit im Grünen.

Der Spezialist für Heimwerk, Haus und Garten

Der Spezialist für Heimwerk, Haus und Garten

100 Tage kostenlose Lieferung und Rücksendung mit ManoExpress. ,[object Object]

100 Tage kostenlose Lieferung und Rücksendung mit ManoExpress. Mehr erfahren

Jetzt einkaufen und in 30 Tagen bezahlen

Jetzt einkaufen und in 30 Tagen bezahlen

Mehr als 7 Millionen professionelle und private Kunden

Mehr als 7 Millionen professionelle und private Kunden