
Eine Sägekette schärfen: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Wichtige Eigenschaften
- Blockieren der Kettensäge und Reinigen der Kette
- Feilen der Schneidzähne
- Überprüfen und/oder Feilen der Tiefenbegrenzer
- Spannen der Kette
Eine stumpfe Sägekette im richtigen Abstand schleifen
Eine stumpfe Sägekette erkennen
Sollte Ihre Kettensäge ein oder mehrere der folgenden Symptome aufweisen, muss die Kette geschärft werden.
Sie müssen erhebliche Kraft aufwenden, um die Motorsäge durch das Holz zu treiben (eine scharfe Kette sägt Holz mühelos)
Beim Sägen entsteht feines Sägemehl und keine Sägespäne.
Der Schnitt ist nicht gerade und weicht seitlich ab. Diese Anzeichen sind auf Schneidzähne zurückzuführen, die unregelmäßig abgenutzt sind.
Die Kettensäge „springt“ auf dem Holz. In diesem Fall müssen die Tiefenbegrenzer meist nachgeschliffen werden.
Rauch steigt aus dem Schnitt auf, was ein Anzeichen der Überhitzung ist.
Eine Sägekette in den richtigen Abständen schärfen
Je nach Verwendung der Motorsäge und gesägtem Holz muss die Sägekette in unterschiedlichen Abständen geschärft werden. Hierbei sollten Sie nicht warten, bis die Kette überhaupt nicht mehr durch das Holz dringt und die Sägekette alle 3 bis 4 Tankfüllungen mit einer Feile schärfen.
Die Vorteile einer scharfen Sägekette
Die Sägekette sollte aus mehreren Gründen regelmäßig geschärft werden.
Für die optimale Leistung Ihrer Kettensäge und um Benzin zu sparen.
Für präzisere Schnitte.
Für einen geringeren Kraftaufwand.
Um das „Springen“ der Kette zu verhindern.
Für mehr Sicherheit des Anwenders.
Für eine längere Lebensdauer der Motorsäge (Führungsschiene, Kette und Umlenkstern).
Arbeitsschritte
Blockieren der Kettensäge und Reinigen der Kette
Feilen der Schneidzähne
Überprüfen und/oder Feilen der Tiefenbegrenzer
Spannen der Kette
Kettensäge
Eine Sägekette schärfen: das Video-Tutorial
1. Blockieren der Kettensäge und Reinigen der Kette
Bevor Sie mit dem Schärfen der Kette beginnen, müssen Sie unbedingt die Motorsäge blockieren, damit diese sich nicht mehr bewegen kann.
Sollten Sie diese Arbeit daheim vornehmen, können Sie die Führungsschiene in einen Schraubstock spannen. Es könnte aber auch nötig sein, dass die Kette unterwegs geschliffen werden muss. In diesem Fall können Sie die Kettensäge in einen kleinen tragbaren Schraubstock spannen, der auf einem Baumstumpf oder einem sonstigen stabilen Untergrund befestigt werden kann.
In allen Fällen muss die Kette sich jedoch weiterhin frei auf der Führungsschiene bewegen können. Reinigen Sie anschließend die Kette, um diese von Öl oder Harz zu befreien.
Akku-Kettensägen
2. Schärfen der Schneidzähne mit einer geeigneten Feile
So finden Sie die passende Feile zum Schärfen Ihrer Motorsäge
Mehrere Feilen sind in unterschiedlichen Durchmessern erhältlich, die je nach Kette – und vor allem je nach Kettenteilung – ausgewählt werden müssen.
Die Kettenteilung ist manchmal auf der Führungsschiene markiert. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie den Abstand zwischen 3 aufeinanderfolgenden Nieten der Kettenglieder messen und das Ergebnis durch zwei teilen, um die Teilung zu ermitteln.
Kettenteilung | Feilendurchmesser |
6,35 mm | 4 mm |
8,25 mm | 4,8 mm |
9,32 mm | 5,2 mm |
10,26 mm | 5,5 mm |
Ermittlung des ersten zu schärfenden Schneidzahns
Machen Sie den kürzesten – am meisten abgenutzten – Schneidzahn ausfindig. Markieren Sie diesen eindeutig mit einem Marker. Das Schärfen sollte an diesem Punkt begonnen werden.
Alle anderen Schneidzähne müssen auf diese Form geschliffen werden. Nach dem Schärfen sollten alle Schneidzähne dieselbe Länge aufweisen. Somit kann mit der frisch geschärften Kette wieder gleichmäßig und sauber gesägt werden. Sollten die Schneidzähne gleichmäßig abgenutzt sein, können Sie an einer beliebigen Stelle mit dem Schärfen beginnen.
Feilen der Schneidzähne auf beiden Laufseiten
Eine Kette zählt zwei Typen von Schneidzähnen: eine Reihe, mit der Schneidkante rechts und eine Reihe mit der Schneidkante links. Beide Typen sind abwechselnd angeordnet.
Legen Sie die Rundfeile im Zahnkehl des Schneidzahns an und halten Sie diese in einem 30°-Winkel zur Führungsschiene.
Manche Schneidzähne verfügen über eine spezielle Markierung, die den richtigen Winkel anzeigt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie ebenfalls eine Lehre verwenden, die im Handel erhältlich ist. Je nach Modell kann der Schärfwinkel abweichen und auch 35° oder sogar 25° entsprechen (dies ist den Herstellerangaben Ihrer Kette zu entnehmen).
Halten Sie den Feilengriff mit der einen, das Feilenende mit der anderen Hand und führen Sie diese über die Kette. Lassen Sie die Feile nach vorne durch den Zahnkehl der einzelnen Schneidzähne gleiten und üben Sie hierbei etwas Druck auf den Schneidzahn aus. Der Zahnkehl darf hierbei keinesfalls vergrößert werden. Die Feile schärft nur während der Vorwärtsbewegung, weshalb sie am Ende angehoben und neu angesetzt werden muss.
Drehen Sie die Kette etwas, sobald Sie einen Schneidzahn geschärft haben, um den nächsten Schneidzahn zu feilen. Bei einer gleichmäßigen Abnutzung der Schneidzähne muss die Kette auch gleichmäßig gefeilt werden. Ziehen Sie deshalb die Feile 2- oder 3-mal durch den Zahnkehl, um eine optimal geschärfte Kette zu erhalten.
Schärfen der zweiten Schneidzahnreihe
Wenn Sie alle Schneidzähne einer Reihe geschärft haben, wenden Sie die Kettensäge, um auch die gegenüber liegenden Schneidzähne identisch schärfen zu können.
Spezielles Zubehör wie Schärfgitter, die magnetisch an der Führungsschiene haften, sowie Feilenlehren, Feilenhalter oder Rollenfeilgeräte können Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen, um den perfekten Winkel anzuwenden.
Schärfgeräte
3. Überprüfung der Schnitttiefe
Eine spezielle Tiefenlehre ist besonders nützlich, um zu überprüfen, ob die Tiefenbegrenzer auf der richtigen Höhe liegen. Eine falsche Schnitttiefe kann dazu führen, dass die Sägekette springt und nicht nur sich selbst, sondern auch die Kettensäge beschädigt. Dieses Problem ist auch für den Anwender gefährlich.
Setzen Sie die Lehre auf den Schneidzahn. Sollte ein Metallteil des Tiefenbegrenzers über die Lehre stehen, muss diese Stelle mit einer Flachfeile geschliffen werden, bis nichts mehr übersteht.
Gehen Sie ebenso für alle anderen Tiefenbegrenzer vor. Alternativ können Sie die Feile auch genauso viele Male wie beim ersten Tiefenbegrenzer durchziehen, um eine einheitliche Höhe zu erhalten.
4. Überprüfung der Kettenspannung
Eine richtig gespannte Kette liegt gleichmäßig auf der gesamten Führungsschiene auf und gleitet frei in der Schienennut.
Der Teil der Kette, der sich unterhalb der Führungsschiene befindet, darf nicht schlaff hängen.
Ketten & Schwerter für Kettensägen
Anwendungshinweise
Eine Kette kann schnell von Hand geschärft werden und führt zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, sofern das richtige Werkzeug verwendet wird. Selbstverständlich sind auch elektrische Schärfgeräte in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich.
Solche Geräte müssen sorgfältig eingestellt und die Kette demontiert werden, um diese schärfen zu können.
Was Sie zum Schärfen einer Sägekette benötigen
Know-how
Das Schärfen einer Sägekette ist eine minuziöse Arbeit, die viel Feingefühl und Präzision abverlangt.
Die Arbeit selbst ist nicht kompliziert, setzt jedoch eine gewisse Fingerfertigkeit und den Einsatz des richtigen Werkzeugs voraus.
Benötigte Zeit
15 Minuten
Empfohlene Personenzahl
1 Person
Werkzeuge und Materialien
Schraubstock (fest installiert oder tragbar)
Rundfeile
Flachfeile
Schraubenschlüssel oder Schraubendreher für die Führungsschiene
Lappen und gegebenenfalls ein Reinigungsmittel
Lehre (optional)
Persönliche Schutzausrüstung
Arbeitskleidung
Diese Liste ist nicht vollständig und die persönliche Schutzausrüstung muss an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.
Persönliche Schutzausrüstung
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.