
Gewelltes Parkett reparieren: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Verformung von Parkett: Ursachen
Feuchtigkeit ist der Feind jedes Parkettbodens, ob schwimmend oder verklebt. Dabei handelt es sich nicht so sehr um die Feuchtigkeit auf, sondern eher um die Feuchtigkeit unter dem Fußboden! 85 % der Verformungen in Parkettfußböden können auf feuchte Untergründe zurückgeführt werden. Es existieren unterschiedliche Feuchtigkeitsquellen und -arten. Deshalb ist es nicht immer einfach, die richtige Ursache auszumachen.
Restfeuchte
Restfeuchte ist ein Problem, das direkt nach der Verlegung von neuem Parkett auftritt (ca. 15 Tage später), wenn der Unterboden mit Estrich nachgebessert wurde. Die Vorbereitung mit Estrich sorgt dafür, dass der Unterboden eben ist, und das Parkett optimal verlegt werden kann. Bei Estrich müssen Sie jedoch die Trocknungszeit berücksichtigen, die von unterschiedlichen Bedingungen abhängt: Belüftung, Heizung des Raumes usw.
Restfeuchte kann auch erst dann auftreten, wenn schon einige Zeit seit der Verlegung verstrichen ist.
Beispiel: Sie verlegen Ihr schwimmendes Parkett im Juni bei schönstem Sommerwetter auf einem Unterboden, der einwandfrei zu sein scheint. Wenn Sie dann im Oktober die Heizung anschalten, kann es vorkommen, dass der Unterboden Restfeuchte über das Parkett ausscheidet und so Verformungen im neuen Fußboden entstehen.
Diesem Problem können Sie jedoch zuvorkommen, indem Sie den Boden vor der Verlegung mit einem Feuchtigkeitsmesser testen. Profis sind immer mit einem solchen Gerät ausgestattet und nehmen vor der Verlegung eine obligatorische Prüfung des Unterbodens vor. Der Feuchtigkeitsgehalt des Unterbodens muss unter 3 % liegen. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es nur eine Lösung: Warten!
Sie haben es eilig? In diesem Fall laufen Sie Gefahr, dass sich Ihr Parkett verformt!
Befindet sich nämlich Restfeuchte im Unterboden, wird sie in jedem Fall durch das Parkett nach außen dringen. Ihr neuer Fußboden wird darunter leiden und sich mehr oder weniger stark verbiegen.
Feuchtigkeit im Untergrund
Wie Restfeuchte betrifft Feuchtigkeit im Untergrund nicht nur neue Gebäude. Die Feuchtigkeit kann beispielsweise unbemerkt aus einem Keller aufsteigen und für andere Bodenbeläge kein Problem darstellen.
Gut zu wissen: Auf einem neuen traditionellen Untergrund wie einem Zementestrich muss mit einer Mindesttrocknungszeit von 1 mm pro Tag gerechnet werden. Haben Sie also einen Untergrund von 10 cm Stärke müssen Sie mindestens 100 Tage warten, es sei denn, Sie beschleunigen den Trocknungsprozess. Die Überprüfung mit einem Feuchtigkeitsmesser bleibt vor der Verlegung dennoch unumgänglich.
Sonst ist die Gefahr hoch, dass sich Ihr schwimmendes Parkett mit Wasser vollsaugt und schließlich verformt.
Dies zu verhindern, ist kein Hexenwerk! Sie müssen den Untergrund vor der Verlegung des Fußbodens unbedingt auf seinen Feuchtigkeitsgehalt testen. Dabei muss die Feuchtigkeit unter 3 % liegen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie besser mit der Verlegung warten.
Zudem sollten Sie den Untergrund behandeln, um permanente Feuchtigkeit einzuschließen. Hierzu müssen Sie ihn einer Grundbehandlung unterziehen.
Gut zu wissen: Parkett wird immer zusammen mit einer Dampfsperre verlegt. Doch diese schützt nicht genügend vor Feuchtigkeit. Der Untergrund muss unbedingt vor der Verlegung des Parketts gegen Feuchtigkeit abgedichtet werden.
Wasserschaden
Hierbei greift die Feuchtigkeit Ihren schwimmend verlegten Parkettboden von oben an! Bei einem Wasserschaden stagniert das Wasser in der Regel eine Zeit lang auf dem Fußboden, der sich so mit Wasser vollsaugt.
Der Boden verzieht sich nicht sofort, sondern erst, wenn er trocknet und das Wasser verdunstet.
Je kleiner die Wasserpfütze, desto geringer ist natürlich das Verformungsrisiko.
Um das Ausmaß des Schadens einschätzen zu können, müssen Sie daher warten und das Parkett vollständig trocknen lassen.
Beschränkt sich die Verformung nur auf ein paar Dielen, können diese einfach ausgetauscht werden.
Trockene und feuchte Luft
Auch zu feuchte oder zu trockene Luft kann zur Verformung Ihres Parketts führen.
Obwohl schwimmend verlegtes Parkett stabiler ist als verklebtes Parkett, kann es sich unter extremen Bedienungen durch die Luftfeuchtigkeit verbiegen.
Eine Verformung durch zu hohe Luftfeuchte ist in unseren Breitengraden allerdings sehr selten. Es ist vielmehr zu trockene Luft, mit weniger als 30 % Luftfeuchte, die unsere Fußböden aus dem Gleichgewicht bringt. Die Übeltäter sind dabei in der Regel Heizung und Klimaanlage.
Haben Sie die Ursache ausgemacht, reicht es normalerweise, die Luftfeuchtigkeit des Raums zu regulieren, damit Ihr Parkett wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Diese Maßnahme reicht allerdings nur dann aus, wenn sich Ihr Parkett nicht zu sehr verformt hat.
Die Luftfeuchtigkeit sollte für die Verlegung eines Parkettbodens zwischen 45 und 65 % liegen.
Fehlende Dehnungsfugen
Die zweite Ursache für Verformungen liegt darin, dass sich das schwimmende Parkett nicht ausreichend dehnen kann. Der Parkettboden darf kein einziges Element berühren. Er muss genug Platz haben, um sich natürlich ausdehnen zu können. Hierzu sind Abstände zur Wand ein Muss. Diese sogenannten Dehnungsfugen müssen mindestens 8 mm breit sein.
Dehnungsfugen müssen überall vorhanden sein: um die Türrahmen, an jeder Wand, um die Heizungsrohre, an der Schnittstelle zu einem anderen Bodenbelag, ... Einfach überall dort, wo es ein Hindernis gibt!
Das Fehlen von Dehnungsfugen stellt einen groben Fehler bei der Verlegung dar! In diesem Fall drückt das Parkett nämlich gegen das Hindernis und wölbt sich. Eine einzige Stelle reicht aus, damit sich das gesamte Parkett verformt. Wenn das passiert, wird Ihr Parkettboden zum Trampolin!
Parkett
Parkett reparieren
Es ist möglich, Parkett, das schwimmend verlegt wurde und sich dann verformt hat, zu reparieren. Die Reparatur ist allerdings oft aufwendig. Sie können Ihren Fußboden erst dann in neuem Glanz erstrahlen lassen, wenn Sie die Ursache gefunden und behoben haben. Es ist dabei nicht nötig, alles zu erneuern. Der größte Vorteil von Mehrschichtparkett liegt darin, dass es repariert werden kann.
Leichtes Abschleifen
Liegt nur eine leichte Verformung vor, könnte ein leichtes Abschleifen des Bodens schon ausreichen. Bedenken Sie allerdings, dass Sie den Holzfußboden im Anschluss nachbehandeln müssen. Bei gebeiztem Parkett kann sich dies sehr schwierig gestalten.
Starkes Abschleifen
Ist das Parkett sehr verzogen, hilft oft nur noch starkes Abschleifen.
Wenn Sie ein Parkett mit Fase besitzen, wird diese beim starken Abschleifen leider verschwinden. Sie werden dabei nämlich etwa 1 bis 2 mm des Holzes abtragen, was der Tiefe einer Fase entspricht.
Sobald die Verformung beseitigt ist, können Sie den Holzfußboden erneut ölen oder lackieren, um ihn zu schützen. Sie können Ihr Parkett nun auch neu einfärben, wenn Sie dies wünschen.
Nicht genug Abstand zur Wand
Falls sich Ihr Parkett wegen eines zu geringen Abstands zur Wand wölbt, reicht es in der Regel, wenn Sie Dehnungsfugen an den Stellen einfügen, an denen die Dielen ein Hindernis berühren. Danach nimmt das Parkett sehr wahrscheinlich wieder seine ursprüngliche Form ein.
Sie müssen also nachträglich Dehnungsfugen in Ihren Fußboden schneiden, damit er mindestens 8 mm Abstand von der Wand besitzt.
Je schneller diese Dehnungsfugen eingeschnitten werden, desto weniger Schaden entsteht an Ihrem Parkett.
Vollständige Entfernung
Wenn die Schüsselung Ihres Parketts zu stark ist, wölben sich die Dielen dermaßen, dass sie brechen. In diesem Fall muss der Parkettboden leider vollständig erneuert werden.
Wichtige Hinweise
Die Verformung eines Parkettbodens kann durch einfache Maßnahmen verhindert werden. Möchten Sie einer Schüsselung zuvorkommen, sollten Sie Ihr Parkett nach allen Regeln der Kunst verlegen lassen. Die Prüfung des Untergrunds ist dabei unerlässlich. Wenn Sie Ihren Boden von einem Profi verlegen lassen, denken Sie daran, diesen vor Beginn der Arbeiten um einen Nachweis über einen Test der Bodenfeuchtigkeit zu bitten.
Persönliche Schutzausrüstung
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Katharina, Bodenlegerin, Dortmund
Von Laminat und Parkett über Linoleum und PVC bis zu Teppichböden und Fliesen - ich kenne alle Bodenbeläge in- und auswendig. Wie sie hergestellt werden, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften, wie man sie richtig verlegt und pflegt. Im Laufe der Zeit sind mir auf Baustellen viele Fehler aufgefallen, die entweder aus Mangel an Informationen oder fehlendem Verständnis für das Produkt entstanden sind. Bodenbeläge werden ständig weiterentwickelt, sodass selbst Profis ihre Schwierigkeiten haben können, auf dem Laufenden zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen an alle weitergeben. Die Hersteller sind in ihren Angaben oft sehr fachbezogen, nicht jeder versteht ihre Informationen. Verkäufer wiederum wollen oft einfach nur verkaufen und verhalten sich dementsprechend. Mir geht es vor allem darum, ein Produkt verständlich zu machen. Ich möchte es erklären, weil ich es gern tue, und zwar auf unkomplizierte, einfache Art.