
Zimmer kühlen ohne Klimaanlage: 10 Tipps für Abkühlung
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Ella, ManoMano-Redakteurin, Nürnberg
Klimawandel: Steigende Temperaturen und Hitzewellen belasten die Gesundheit
Die Temperaturen steigen weltweit, Hitzewellen werden intensiver, treten häufiger auf und dauern länger an. Treiber für diese Entwicklung ist der Klimawandel. Laut einer aktuellen Studie, die im Juni 2022 im Fachmagazin „Environmental Research: Climate“ veröffentlicht wurde, werden die Auswirkungen des Klimawandels auf extreme Wetterphänomene, wie Hitzewellen, Dürren und schwere Regenfälle, immer noch unterschätzt.
Für den menschlichen Organismus ist große Hitze anstrengend: Man kann sich nicht so gut konzentrieren, ist erschöpft und schläft schlecht. Zudem birgt die Hitzebelastung vor allem für ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen Gesundheitsrisiken: Es kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und im schlimmsten Fall zu Problemen mit dem Herz-Kreislaufsystem kommen. Deshalb ist es wichtig, während Hitzeperioden Abkühlung zu suchen, damit sich der Körper erholen kann. Erfrischung finden Sie am besten im Pool oder in einem kühlen Zuhause.
6 Tipps für ein kühles Zuhause ohne Klimaanlage
Laut Bundesumweltamt werden in Deutschland lediglich 1 - 3 % der Wohnfläche gekühlt. Wenn Sie die nächste Hitzewelle also ohne Klimaanlage überstehen müssen, wissen Sie jetzt zumindest, dass Sie nicht allein sind und geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Um in der heißen Jahreszeit trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren, finden Sie im Folgenden einige Ratschläge, wie Sie Ihre Zimmer ohne Klimaanlage kühlen können.
1. Fenster verdunkeln
Schließen Sie Ihre Rollläden, Vorhänge oder Jalousien und sperren Sie so warmes Sonnenlicht aus. Dieser Trick lohnt sich besonders bei Fenstern, die nach Süden, Westen oder Südwesten zeigen. Im Erdgeschoss oder auf Balkonen können Sonnenschirme, Sonnensegel oder Pflanzen, die Schatten auf die Fenster werfen, helfen, Ihre Wohnung kühl zu halten.
2. Nasse Wäsche aufhängen
Lassen Sie an heißen Sommertagen Ihre frisch gewaschenen Kleider, Handtücher und Laken drinnen trocknen. Bei der Verdunstung des Wassers aus der Wäsche wird der Umgebungsluft Wärmeenergie entzogen, wodurch die Temperatur im Raum sinkt.
3. Richtiges Lüften
Tagsüber sollten Sie die Fenster geschlossen halten, um keine warme Luft in die Zimmer zu lassen. Lüften Sie am frühen Morgen oder in der Nacht, wenn die Temperaturen sinken. Besonders angenehm ist eine Brise, die durch Durchzug entsteht, wenn Sie mehrere Fenster gleichzeitig öffnen.
4. Sonnenschutzfolien
Fensterfolie mit Spiegeleffekt lässt sich leicht auf die Scheibe kleben und auch rückstandslos wieder entfernen. Die spiegelnde Folie reflektiert das Sonnenlicht, sodass deutlich weniger Wärme durch das Fenster dringt. Beachten Sie, dass durch die Folien auch weniger Helligkeit in den Raum gelangt.
5. Keine Elektrogeräte laufen lassen
Fernseher, Computer und Lampen erzeugen Wärme und sollten bei großer Hitze ausgeschaltet bleiben, um Ihre Räume kühl zu halten. Auch Elektrogeräte, die sich im Stand-by-Modus befinden, geben Wärme ab. Stecken Sie alle Geräte, die Sie nicht benutzen, aus oder legen Sie sich eine praktische Mehrfachsteckdose mit Schalter zu, mit der Sie gleich mehrere Geräte abschalten können.
6. Stromsparende Ventilatoren oder Luftkühler verwenden
Ein Ventilator mit einer guten Effizienzklasse verbraucht einen Bruchteil dessen, was eine Klimaanlage an Strom benötigt. Stellen Sie eine Schüssel mit Eiswürfeln oder Plastikflaschen mit gefrorenem Wasser vor den Ventilator und genießen Sie den kühlen Luftzug. Luftkühler funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die angesaugte Raumluft wird an einem Wassertank vorbeigeleitet und die dabei entstehende Verdunstung kühlt den Luftstrom, der wieder abgegeben wird. Bonuspunkt: Ventilatoren und Luftkühler sind günstiger als Klimageräte.
Luftkühler
Nachhaltig Wohnen: So schaffen Sie langfristig ein kühles Heim
Der Klimawandel wird auch in kommenden Sommern für hohe Temperaturen und Hitzewellen sorgen. Auf lange Sicht lohnt es sich, in Maßnahmen zu investieren, die eine nachhaltige Alternative zur Klimaanlage sind und die Ihren Wohnraum vor großer Hitze schützen.
Dämmung der Gebäudehülle
Ein gut isoliertes Gebäude hält Hitze aus den Wohnräumen fern. Besonders effektiv ist die Dämmung der obersten Geschossdecke beziehungsweise des Dachs.
Besonders nachhaltig sind natürliche Dämmstoffe. Dazu zählen zum Beispiel:
Holzfaser
Kork
Hanf
Stroh
Eine gute Wärmedämmung hält Ihre Wohnräume im Sommer kühl und im Winter warm, sodass Sie von mehr Wohnkomfort und geringeren Energiekosten profitieren.
Installation einer Wärmepumpe
Wärmepumpen arbeiten mit erneuerbaren Energiequellen. Sie entziehen der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Energie. Die Geräte können sowohl kühlen als auch heizen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nach der Installation so gut wie keine CO₂-Emissionen und Betriebskosten verursachen.
Installation von hochwertigen Außenrollläden
Gut gedämmte Rollläden halten Sonneneinstrahlung und Wärme ab. Achten Sie darauf, dass auch der Rollladenkasten isoliert ist. Wie bei der Fassadendämmung und der Wärmepumpe haben auch Rollläden den Vorteil im Sommer zu kühlen und in der kalten Jahreszeit Heizwärme im Haus zu halten.
Wählen Sie gedämmte Kunststoffrollläden in einer hellen Farbe, sie bieten den besten Schutz gegen sommerliche Hitze.
Begrünung der Außenwände und Bepflanzung vor den Fenstern
Begrünte Fassaden und Pflanzenwände sorgen für ein angenehmes Raumklima. Sie sind eine natürliche Isolationsschicht, die nicht nur vor hohen Temperaturen im Sommer, sondern im Winter auch vor Kälte schützt. Beliebte Pflanzen zur Fassadenbegrünung sind Wilder Wein, Efeu, Hopfen oder Blauregen.
Bäume, Büsche und Hecken spenden mit ihrem Schatten Kühle im Garten, schirmen aber auch Fenster vor warmer Sonnenstrahlung ab.
Förderungen für ein kühles Zuhause nutzen
Die energetische Effizienz von Gebäuden ist ein Schlüsselpunkt im Klimaschutzplan der deutschen Bundesregierung, denn der Bau und die Nutzung von Gebäuden ist für rund 30 % des CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Viele Modernisierungsmaßnahmen, die Ihre Wohnung oder Ihr Haus im Sommer kühl halten, tragen zur Energieeffizienz eines Gebäudes bei und werden von der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude unterstützt. Wenn Sie Ihr Zuhause im Zuge einer energetischen Sanierung oder Modernisierung mit einer Wärmepumpe, einer besseren Dämmung, Fenstern oder Rollläden mit Wärmeschutz ausstatten lassen, haben Sie möglicherweise Anspruch auf eine Förderung.
Lassen Sie sich von einem Energieberater helfen oder informieren Sie sich bei der KfW oder beim BAFA, ob Sie eine Einzelmaßnahme oder eine Komplettrenovierung fördern lassen können. Weitere Informationen zur energetischen Sanierung finden Sie auch bei ManoMano.
Rollläden
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Ella, ManoMano-Redakteurin, Nürnberg
Schon von Kindesbeinen an habe ich gerne in der Werkstatt meines Vaters gesägt, geschraubt und gebastelt. Heute, in meiner (kleinen) Wohnung, habe ich immer noch Platz für Upcycling- und DIY-Projekte und züchte Tomaten auf meiner Fensterbank. Um so glücklicher bin ich, dass ich beruflich stets über neue Heimwerker-Themen schreiben und lernen kann.