
Effiziente Biomasseheizung für die energetische Sanierung
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Welche Auswirkungen haben Biomasseheizungen auf die Umwelt?
Was versteht man unter Biomasse?
Die Biomasse wird als eine Energiequelle definiert, die aus organischem und nachwachsendem Material gewonnen wird. In Zusammenhang mit der energetischen Sanierung bezieht man sich bei Biomasseheizungen meist auf Energie aus Holzscheiten oder Pellets.
Abgesehen davon, dass diese einen umweltfreundlichen Brennstoff und keine fossile Energie nutzen, verursachen Biomasse-Heizanlagen nur geringe CO₂-Emissionen. Der Wirkungsgrad ist hoch und liegt je nachdem, ob es sich bei dem Gerät um einen einfachen Holzofen, einen Pelletofen oder einen Heizkessel handelt, bei 75 % (Holzofen) bzw. 95 % (Pelletofen).
Allerdings warnt das Umweltbundesamt vor gesundheitsschädlichem Feinstaub, der bei der Verbrennung von minderwertigem Holz in schlecht gewarteten oder alten Öfen entsteht. Achten Sie auf eine gute Holz- bzw. Pelletqualität und wählen Sie einen effizienten Ofen oder Kessel mit hohem Wirkungsgrad.
Für mehr Informationen lesen Sie die Broschüre des Umweltbundesamtes: Heizen mit Holz
Wie sieht es mit den CO₂-Emissionen aus?
Beim Heizen mit Holzscheiten werden pro abgegebener kWh 40 g CO₂ ausgestoßen. Mit 466 g CO₂ pro kWh liegt Heizöl deutlich darüber. Im Vergleich zu einer Tonne Erdöl vermeidet der Verbrauch von 4 Kubikmetern Holz den Ausstoß von 2,5 Tonnen CO₂ in die Atmosphäre.
Ein Biomasse-Heizkessel spart zwischen 20 und 30 % an Energiekosten.
Biomasseheizungen
Schätzen Sie Ihren Bedarf und die Beschaffenheit des Gebäudes richtig ein
Zunächst sollten Sie sich fragen, wie hoch der Energiebedarf Ihres Hauses ist, aber auch, welchen Komfort Sie sich von der Anlage erhoffen. Denn in Bezug auf die Bequemlichkeit gibt es große Unterschiede zwischen einem Pelletkessel, der über das Smartphone eingestellt werden kann, und einem Holzofen, der alle sechs Stunden nachgelegt werden muss. Selbiges gilt für die Funktion der Heizung: Die Kosten und der Installationsaufwand für einen einfachen Pelletofen mit Konvektion zum Heizen eines einzigen Raumes und einen verrohrten Ofen, der alle Räume der Wohnung beheizt, klaffen weit auseinander. Bei der Installation müssen Sie zudem bedenken, dass es auch Unterschiede bei Flächenbedarf und Standort gibt, je nachdem ob man einen Holzkessel oder einen Holzofen nutzt.
Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie sich für eine Biomasseheizung entscheiden:
Benötigen Sie eine Zusatzheizung oder eine Hauptheizung? Haben Sie eine zweite
Möglichkeit, um zu heizen? Falls Sie eine Zentralheizung planen: Wurden bei Ihnen schon Warmwasserheizkörper montiert? Oder eine Fußbodenheizung?
Bevorzugen Sie die Bequemlichkeit eines Pelletofens oder die authentische Atmosphäre eines Holzofens? Möchten Sie Ihre Heizung über das Smartphone bedienen? Sind Sie bereit, die Heizung laufend zu betreuen?
Wo werden Sie das Heizgerät einbauen? In einem Wohnraum, z. B. dem Wohnzimmer? Oder in einem eigenen Heizraum? In der Garage? Mit einem alten Kamin?
Möchten Sie auf dem Holzfeuer kochen? Möchten Sie Ihre Heizungsanlage mit der Warmwasserbereitung verbinden? Oder genügt Ihnen die Heizfunktion?
Verfügen Sie schon über einen Kamin? Entspricht er der Norm? Oder bevorzugen Sie
einen Pelletofen mit Belüftungsanlage?
Sie wissen sicher, dass es zwischen einem Pelletkessel, der in der Garage steht und das ganze Haus heizt, und einem freistehenden Kamin, der als Zusatzheizung Ihr Wohnzimmer ziert, einen Unterschied gibt. Es handelt sich um ganz und gar verschiedene Anforderungen an die Heizung.
Pelletkessel
Die wichtigsten Biomasseheizungen
Biomasse-Heizanlagen können auch genutzt werden als:
Zentralheizung, die an eine Fußbodenheizung oder an Warmwasserheizkörper (Heizkessel, Kaminofen mit Wassertasche) angeschlossen wird;
Hauptheizung, die die Wärme über Rohre in alle Räume der Wohnung verteilt (Öfen, Kamine);
Zusatzheizung, die hauptsächlich den Raum, in dem sie aufgestellt ist, und die Nebenräume im selben Stockwerk beheizt (Holzofen, Pelletofen mit Konvektion).
Zu den wichtigsten Biomasseheizungen, die für Wohngebäude geeignet sind, gehören:
der Pelletkessel;
der Pelletofen;
der Holzkessel;
der Holzofen;
der Holzherd;
der Holzkamin.
Wasserführende Öfen können sowohl mit Pellets als auch mit Holzscheiten befeuert werden und sind zudem für die Warmwasserbereitung (WW) geeignet. Pelletöfen und -kessel lassen sich mit einer Belüftungsanlage einbauen und kommen daher auch für Gebäude ohne Kamin infrage.
Der Pelletkessel
Ein Pelletkessel wird wegen seiner hohen Energieeffizienz und seiner Autonomie geschätzt. Er wird als Zentralheizung genutzt und gibt seine Wärme über Warmwasserheizkörper oder eine Fußbodenheizung ab. Ein vollautomatisch geregelter Pelletkessel bietet besonders viel Komfort. Er kann mit einem Vorratssilo ausgestattet werden, das genügend Pellets für die gesamte Heizperiode enthält. Da er einen gewissen Platzbedarf aufweist, wird er im Keller, der Garage oder einem eigenen Heizraum eingebaut. Ein Pelletkessel lässt sich im Alltag präzise einstellen und über ein Smartphone bedienen. Zudem kann er ohne Schornsteinschacht und lediglich mit einer Belüftungsanlage betrieben werden.
Pelletkessel können gemischt, d. h. mit mehreren Brennstoffen, betrieben werden und sind selbstverständlich mit der Warmwasserbereitung kombinierbar.
Lesen Sie den Ratgeber „So finden Sie den richtigen Holz- oder Pelletkessel“
Der Pelletofen
Ein Pelletofen kann sowohl als Hauptheizung als auch als Zusatzheizung dienen: Ein Ofen mit Konvektion wird als Zusatzheizung, einer mit Verohrrung als Hauptheizung verwendet. Ähnlich wie der Pelletkessel weist auch der Pelletofen einen sehr hohen Wirkungsgrad auf. Und je nach Anlage, Eigenschaften, eingestellter Temperatur und Programmierung kann er zwischen einem und fünf Tage lang autonom heizen. Zudem weist er einige Vorteile auf, die Sie schon vom Pelletkessel kennen: Ein Pelletofen lässt sich im Alltag präzise einstellen und über ein Smartphone bedienen. Dieser benötigt ebenso nicht unbedingt einen Schornsteinschacht und kann lediglich mit einer Belüftungsanlage betrieben werden.
Wasserführende Öfen können zwar die Funktion einer Zentralheizung erfüllen, ihnen wird aber dennoch der Heizkessel vorgezogen. Mit ihnen kann auch Warmwasser (WW) erzeugt werden.
Pelletöfen
Der Holz- oder Scheitholzkessel
Wie sein mit Pellets beheizter Verwandter ist der Holzkessel eine zentrale Heizanlage. In Kombination mit einer Fußbodenheizung oder Warmwasserheizkörpern deckt er den Heizbedarf eines ganzen Zuhauses und kann zudem Warmwasser erzeugen. Anders als ein Pelletkessel muss er täglich nachgefüllt werden, wobei einige wenige Modelle über eine Nachfüllautomatik verfügen. Allerdings lässt sich ein Holzkessel nicht so präzise einstellen. Je nach Modell beträgt der Wirkungsgrad im Durchschnitt zwischen 60 und 90 %.
Ein Holzkessel ist in der Anschaffung wesentlich günstiger als ein Pelletkessel.
Lesen Sie den Ratgeber „So finden Sie den richtigen Holz- oder Pelletkessel“
Holz-Brennwertkessel
Der Holz- oder Scheitholzofen
Wie ein Pelletofen kann auch ein Holzofen als Zusatzheizung oder als Hauptheizung dienen. In letzterem Fall muss es sich um einen Ofen mit doppelter Verbrennung (auch Dual-Fire-Technologie genannt) handeln, der mit einem Warmluftverteilungssystem ausgestattet ist. Ein Holzofen besitzt einen schlechteren Wirkungsgrad und ist weniger autonom im Vergleich zu einem Pelletofen. Sein größter Trumpf sind aber die gemütliche Stimmung, für die er in einem Wohnraum sorgt, und das Flackern der Flammen. Auch ein Holzofen lässt sich mit der Warmwasserbereitung koppeln.
Turbo-Holzöfen ermöglichen ein schnelles Aufheizen. Der Wirkungsgrad eines Ofens mit doppelter Verbrennung liegt bei etwa 80 %.
Lesen Sie unseren Ratgeber „So finden Sie den richtigen Holzofen“
Kaminöfen
Der Holzherd
Ein Holzherd erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig: Mit ihm kann sowohl geheizt als auch gekocht (Backofen und Herdplatte) werden. Nutzt man ihn als Zentralheizung, dann handelt es sich um ein sogenanntes wasserführendes Modell, das auch als Heizungsherd bezeichnet wird. Mit dieser Ausstattung muss er wie seine Pendants an Warmwasserheizkörper oder eine Fußbodenheizung angeschlossen werden. Wird der Herd als Zusatzheizung verwendet, heizt er durch Konvektion den Raum, in dem er aufgestellt ist, und erwärmt die Nebenräume im selben Stockwerk durch natürliche Wärmeabgabe. Kombinationsherde können auch mit Pellets beheizt werden und ermöglichen eine verbesserte Autonomie sowie eine clevere Programmierung.
Der Wirkungsgrad eines Holzherdes liegt zwischen 70 und 85 %. Dieser lässt sich ebenso für die Warmwasserbereitung nutzen.
Lesen Sie unseren Ratgeber „So finden Sie den richtigen Holzherd“
Holzherde
Der Kamin mit Heizkassette
Zu dieser Kategorie gehören zwei Heizgeräte, die tendenziell zusammenhängen, da sie sich ergänzen.
Die Heizkassette
Eine Heizkassette wird als Ergänzung in einen bestehenden Kamin eingebaut. Sie wird meist in alten Steinkaminen mit offenem Brennraum eingesetzt, um deren Energieeffizienz durch die Umgestaltung in einen geschlossenen Kamin zu erhöhen.
Der Holzkamin
Im Gegensatz zum Kamineinsatz integriert ein Holzkamin den Kamin von Anfang an. Ob in einer Ecke, freistehend oder an einer Wand, von traditionell bis hin zu modern – Kamine gibt es in den verschiedensten Formen und Designs.
Die Autonomie und der Wirkungsgrad von Kamineinsatz und Holzkamin hängen von ihren spezifischen Eigenschaften, wie Größe, Belüftungssystem, Doppelverbrennung etc. ab.
Kamineinsätze
Umweltsiegel und Heizen mit Holz
Die verschiedenen Siegel wie Blauer Engel, DIN plus, EN plus, FSC (Forest Stewardship Council) und Nordic Swan sollen Sie bei der Auswahl der richtigen Heizkessel und -öfen sowie der richtigen Brennmaterialien unterstützen. Mithilfe dieser Labels können Sie die Qualität und Umweltverträglichkeit der verfügbaren Heizoptionen besser einschätzen und so zu einer lebenswerten Zukunft für alle beitragen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des (BUMV): https://www.bmuv.de/heizen-mit-holz/umweltsiegel und in unseren Ratgeber „Die wichtigsten Labels für die energetische Sanierung“
Energetischen Sanierung: die Biomasseheizung
Wie die Warmwasserbereitung, die Wärmedämmung, die Belüftung und andere Heizsysteme ist auch die Biomasseheizung Teil des Programms zur energetischen Sanierung, mit dem der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen von Gebäuden gesenkt werden sollen. Allerdings müssen Biomasseanlagen gewissen Richtlinien gerecht werden, was den Ausstoß von Feinstaub und Kohlenmonoxid betrifft. Eine Liste der förderfähigen Biomasseanlagen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Stand: 29.04.2022): https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_biomasse_anlagenliste_innovationsfoerderung.html
Erfahren Sie mehr über Fördermittel für energetische Sanierungsprojekte: Förderungen für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick
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Ratgeber verfasst von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.