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Lebensmittelmotten bekämpfen: So geht’s

Lebensmittelmotten bekämpfen: So geht’s

Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan

7 Min. Lesezeit
Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Man öffnet den Vorratsschrank und bemerkt kleine Motten, Gespinste oder Larven in seinen Lebensmitteln. Ob Müsli, Mehl, Tierfutter, Gries, Nüsse oder Gewürze: Die lästigen Insekten fressen so gut wie alles, was ihnen in die Quere kommt. Dabei kann ein Befall mit Lebensmittelmotten sogar schädlich für unsere Gesundheit sein. Doch keine Sorge – mit unserem Ratgeber werden Sie die kleinen Biester schnell wieder los.

Lebensmittelmotten unter der Lupe

Lebensmittelmotten sind auch als Speisemotten oder Küchenmotten bekannt. Zu ihnen zählen mehrere Arten der Familie der Zünsler (Pyralidae). Die in Europa am weitesten verbreitete Art ist die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Die ausgewachsene Motte ist 8 bis 10 mm groß und hat eine beige, bräunliche bis kupferrote Farbe. Die Larven sind weiß bis beige. Die Dörrobstmotte gilt weltweit als Vorratsschädling, denn ihre Larven fressen mit Vorliebe trockene Lebensmittel. Ihr Lebenszyklus sieht folgendermaßen aus:

  • Eine Motte legt bis zu 300 Eier in Ritzen und Fugen.

  • Die Larven schlüpfen nach drei bis vier Tagen.

  • Sie häuten sich mehrmals und werden bis zu 17 mm lang.

  • Sie verpuppen sich in fadenartigen Gespinsten. 

  • Nach bis zu 38 Tagen schlüpfen die Motten.

  • Sie sind direkt nach dem Schlüpfen geschlechtsreif.

  • Ihre Lebenserwartung beträgt zwei Wochen.

Für die effektive Bekämpfung des Befalls ist es daher wichtig, sowohl gegen die erwachsenen Motten als auch gegen ihre Larven und Eier vorzugehen.

Einen Lebensmittelmotten-Befall feststellen

Lebensmittelmotten werden oft über schon mit Eiern oder Larven befallene Lebensmittel eingeschleppt. Hierzu zählen:

  • Mehl,

  • Müsli,

  • Gewürze,

  • Tee,

  • Nüsse,

  • Reis,

  • Schokolade,

  • Trocken- und Dörrobst,

  • Tierfutter.

In seltenen Fällen kommen sie auch über geöffnete Fenster ins Haus. Ein Befall ist schnell erkannt: Kleine weiße Larven tummeln sich im Müsli, das Mehl ist verklumpt, Motten fliegen durch die Küche, Verpackungen haben Löcher und in Schrank- und Raumecken befinden sich die Gespinste der verpuppten Raupen. Ihre Eier sind jedoch nicht so leicht zu erkennen, da diese an schwer zugänglichen Orten abgelegt werden: Die Motten bevorzugen hier kleine Ritze, Fugen und Löcher. Sie legen die Eier auch gerne in den Zwischenräumen hinter Küchenschränken ab. 

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Lebensmittelmotten-Befall: ein Gesundheitsrisiko

Wer einen Lebensmittelmotten-Befall bei sich zu Hause feststellt, sollte schnell handeln. Die Insekten stellen nämlich ein Gesundheitsrisiko dar. Sie verunreinigen Nahrungsmittel mit Kot, Pilzen und Milben. Der Verzehr von befallenen Lebensmitteln kann zu Magen-Darm-Symptomen, allergischen Reaktionen oder Erkrankungen der Haut führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, zeitnah und wirksam zu handeln, sobald Sie die ersten Hinweise auf die Motten feststellen. Verunreinigte Lebensmittel und alle Lebensmittel, die befallen sein könnten, sind nicht mehr zum Verzehr geeignet und werden am besten in einem Müllsack entsorgt.

Verschiedene Mottenfallen gegen Lebensmittelmotten

Zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten werden unterschiedliche Produkte angeboten.

Chemische Bekämpfung

Um radikal gegen die Insekten vorzugehen, wird noch immer oft auf chemische Mittel zurückgegriffen. Diese Insektizide bestehen aus einem Nervengift, das die Tiere tötet. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, ist der Einsatz von Insektiziden nicht die beste Lösung, denn was für Insekten schädlich ist, ist auch für Menschen und Haustiere gefährlich. Zudem besteht besonders in der Küche die Gefahr, dass das Mittel bei unsachgemäßem Gebrauch mit Lebensmitteln in Kontakt kommt.

Repellents

Repellents werden oft in Form von Mottensprays angeboten. Es sind Mittel, die abstoßend auf Motten wirken und diese vergrämen. Sie bestehen beispielsweise aus Lavendelöl oder Pfefferminze. Diese Mittel alleine reichen jedoch nicht aus, um einen Befall zu stoppen. Zudem reagieren manche Menschen sensibel auf die starken Gerüche der verwendeten Öle. Auch Kontaktallergien können auftreten.

Pheromonfallen

Es handelt sich um Klebefallen, die mit einem Sexuallockstoff imprägniert sind, der männliche Motten anlockt. Diese bleiben dann auf der Falle kleben. So wird die Vermehrung der Motten eingeschränkt. Die Fallen werden in der Küche, im Vorratsraum oder in Schränken ausgelegt. Sie wirken bis zu sechs Wochen. Sie geben einen Hinweis auf die Stärke des Befalls, zur Bekämpfung reichen sie jedoch nicht aus.

Biologische Bekämpfung

Schlupfwespen (Trichogramma Evanescens) sind die natürlichen Feinde von Lebensmittelmotten und daher ideal für eine nachhaltige Bekämpfung der Plagegeister. Keine Sorge: Die Tiere haben nichts mit der Gemeinen Wespe zu tun. Sie sind winzig klein und stechen nicht. Sie legen ihre Eier in Motteneiern ab. Dadurch nimmt die Mottenpopulation nach und nach ab. Wenn keine Motteneier mehr vorhanden sind, verschwinden auch die Schlupfwespen wieder. Sie eignen sich daher ideal zur biologischen Bekämpfung von Speisemotten.

Hausmittel gegen Lebensmittelmotten

Es wird oft empfohlen, eine Schüssel mit einem Natron-Mehl-Gemisch an die befallenen Orte zu stellen. Die Motten legen daraufhin ihre Eier in das Gemisch ab. Die geschlüpften Larven können im Natron nicht überleben. Obwohl Natron ein wahrhafter Alleskönner im Haushalt ist, reicht diese Methode leider nicht aus, um den Befall in den Griff zu bekommen. 

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Schüssel

Lebensmittelmotten bekämpfen in vier Schritten

Um Lebensmittelmotten schnell und effektiv zu bekämpfen, sollten Sie in mehreren Schritten vorgehen. Hier erfahren Sie, wie’s geht.

Schritt 1: Lebensmittel überprüfen und entsorgen

Wenn Sie Hinweise auf einen Befall erkennen, sollten Sie in einem ersten Schritt alle Lebensmittel entsorgen, die sich nicht in einem luftdichten Behälter befinden.

  • Überprüfen Sie zudem alle verschlossenen Verpackungen sorgfältig auf Löcher, da sich die Larven durch dünnen Kunststoff fressen können.

  • Legen Sie den Müllsack mit den befallenen Lebensmitteln vor dem Entsorgen für einige Tage in den Gefrierschrank. Die Larven vertragen keine Extremtemperaturen. So stellen Sie sicher, dass keine Tiere aus dem Müllbeutel entkommen.

Schritt 2: Gründliche Reinigung

Dieser Schritt ist der wichtigste! Er ist zwar mühsam und zeitaufwendig, aber gleichzeitig die effektivste Methode, um die Mottenplage so schnell wie möglich und radikal loszuwerden. 

  • Räumen Sie die gesamte Küche oder den gesamten Vorratsraum vollständig aus.

  • Reinigen Sie den Raum von oben bis unten und bis in die hintersten Ecken. Hierzu verwenden Sie am besten heißes Wasser und einen Essigreiniger, da die Motten den stechenden Geruch nicht mögen.

  • Saugen Sie alle Ecken, Spalten, Ritze und Fugen sorgfältig ab. Denken Sie daran, den Staubsaugerbeutel nach der Verwendung sofort zu entsorgen oder, bei beutellosen Staubsaugern, den Behälter auszuspülen und den Filter zu reinigen.

  • Erhitzen Sie besonders schwierige Stellen einige Minuten mit einem Föhn, da die hohen Temperaturen fatal für Eier und Larven sind.

Schritt 3: Einsatz von Schlupfwespen

Nach einer Grundreinigung haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Großteil der Lebensmittelmotten entfernt. Um sicherzustellen, dass wirklich kein Mottenherd übersehen wurde und die Plage nicht wieder von vorne beginnt, übernimmt nun die Schlupfwespe die restliche Arbeit. Die Insekten leben auf kleinstem Raum und können nicht fliegen. Sie spüren die Eier der Motten auf und parasitieren diese.

  • Schlupfwespen können im Handel gekauft werden.

  • Sie befinden sich auf kleinen Kärtchen, die regelmäßig erneuert werden müssen.

  • Folgen Sie beim Auslegen der Kärtchen den Angaben des Anbieters.

  • Nach spätestens 12 Wochen ist der Spuk in der Regel vorbei.

Schritt 4: Lebensmittelmotten-Befall vorbeugen

Um in Zukunft von Lebensmittelmotten verschont zu bleiben, helfen ein paar einfache Tricks.

  • Überprüfen Sie beim Kauf alle Lebensmittelverpackungen aus dünnem Kunststoff auf Löcher oder Risse.

  • Füllen Sie alle Lebensmittel nach dem Kauf sofort in luftdicht verschließbare Gefäße aus Glas, Edelstahl oder hartem Kunststoff um.

  • Legen Sie Pheromonfallen aus, um einen erneuten Befall so früh wie möglich zu erkennen.

  • Räumen Sie Ihre Schränke regelmäßig aus und entfernen Sie alle Krümel.

  • Bringen Sie Fliegengitter an den Fenstern an.

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Schränke

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Weitere Tipps und Tricks rund um die Abwehr und Bekämpfung von ungebetenen Gästen im Haus oder Garten finden Sie in diesen Ratgebern:

 

Ratgeber verfasst von:

Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan

Vom Blumenbeet über das Kinderzimmer bis hin zum Aquarium: Ich liebe es, Dinge einzurichten und umzugestalten. Dabei lege ich großen Wert auf nachhaltige Methoden und Materialien, denn der Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Mein Motto: Warum etwas neu kaufen, wenn alten Gegenständen mit ein paar Handgriffen ein zweites Leben geschenkt werden kann? Ob es um die Erneuerung alter Küchenfronten geht oder das Anlegen eines Bio-Gemüsegartens – ich bin immer auf der Suche nach kreativen Projekten, ausgefallenen Ideen und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis!

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