
Alles über Beton und Mörtel
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Wichtige Eigenschaften
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten
- Zusammensetzung
- Verwendungszwecke
- Mischverhältnis
- Anmischen
Beton und Mörtel: Was ist der Unterschied?
Unerfahrene – und manchmal auch erfahrene – Heimwerker haben Probleme, Mörtel und Beton voneinander zu unterschieden. Beide Produkte sehen sich sehr ähnlich! Insbesondere, wenn man die Anzahl der im Handel erhältlichen gebrauchsfertigen Beton- und Mörtelmischungen betrachtet, die für verschiedene Anwendungen geeignet sind. Daher ist es wichtig, die Zusammensetzung der Produkte und ihre Eigenschaften zu kennen. Zusätzlich sollten Sie sich über die Anwendungsgebiete bei Maurerarbeiten informieren.
Vereinfacht gesagt, bestehen Mörtel und Beton aus Sand, Zement und Wasser. Beton besitzt allerdings im Gegensatz zu Mörtel zusätzlich Kies.
Maurerwerkzeug
So wird Mörtel hergestellt
Mörtel ist ein Gemisch aus einem oder mehreren Bindemitteln, Sand und Wasser. Andere Mittel können für bestimmte Sondereigenschaften hinzugefügt werden.
So wird Beton hergestellt
Der Baustoff Beton besitzt nur ein Bindemittel: Zement. Hierzu werden Kies und Sand gemischt. Schließlich wird Wasser hinzugefügt, mit dem die Zubereitung angerührt wird. Wie bei Mörtel gibt es Zusatzmittel, die dem Beton bestimmte Eigenschaften verleihen.
Beton, Mörtel und Zement
Die verschiedenen Arten von Mörtel und ihre Eigenschaften
Mörtel gibt es in verschiedenen Ausführungen, die alle spezifische Eigenschaften besitzen. Alles hängt von den verwendeten Bindemitteln und Inhaltsstoffen ab. Hierzu gehören:
Bindemittel für Mörtel
Mörtel auf Zementbasis
Mörtel auf Kalkbasis
Mörtel mit hydraulischem Kalk und Zement
Mörtel
Bindemittel für Mörtel
Die zwei am häufigsten benutzten Bindemittel für Mörtel sind:
Kalk
Kalk teilt sich in hydraulischen Kalk und Luftkalk auf. Hydraulischer Kalk härtet beim Kontakt mit Wasser aus, Luftkalk erhärtet an der Luft. Kalk ist ein weiches und atmungsaktives Material. Es lässt Luft und Dämpfe passieren.
Zement
Weißzement, Grauzement und Portlandzement werden in verschiedene Klassen eingestuft, die ihre Anwendungsmöglichkeiten festlegen (innen, außen, mehr oder weniger steif usw.). Im Gegensatz zu Kalk ist Zement weder weich noch porös. Er bietet jedoch eine hohe Druckfestigkeit.
Mörtel besteht aus Zement, Kalk oder beiden Bindemitteln.
Zement
Mörtel auf Zementbasis
Zementmörtel haben mehrere spezifische Eigenschaften:
Druckfestigkeit (wenn nur eine dünne Oberschicht aufgetragen wird),
Haftfähigkeit (zum Verbinden verschiedener Materialien),
Witterungsbeständigkeit (wenn wasserabweisende Zusatzstoffe oder ein spezieller Zement untergemischt werden),
Stabilität (um nach dem Trocknen lange Zeit fest und starr zu bleiben).
Diese Eigenschaften können durch Zusatzmittel noch verstärkt werden (Epoxidharz, Mineralpulver usw.). So werden weitere Eigenschaften erhalten. Zu den Zusatzstoffen zählen:
Pigmente – um den Mörtel einzufärben.
Kunstharz – um den Mörtel wasserfest zu machen, um seine Elastizität oder Haftfähigkeit zu erhöhen usw.
Fasern – Faserverstärkte Mörtel bestehen aus synthetischen oder natürlichen Fasern, die den mechanischen Widerstand erhöhen.
Mörtel auf Kalkbasis
Wie der Name schon sagt, ist Kalk das Bindemittel von Kalkmörtel. Je nachdem, ob es sich um hydraulischen oder Luftkalk handelt, werden zwei Sorten unterschieden:
Kalkmörtel mit hydraulischem Kalk trocknet bei Kontakt mit Wasser. Diese Mörtelart ist atmungsaktiv (luft- und dampfdurchlässig) und witterungsbeständig.
Mörtel mit Luftkalk trocknet an der Luft. Er ist atmungsaktiv, eignet sich jedoch nur für den Innenbereich in trocknen Räumen (er ist nicht witterungs- und feuchtigkeitsbeständig).
Kalk-Zement-Mörtel mit hydraulischem Kalk
Mörtel mit den Bindemitteln hydraulischer Kalk und Zement werden als Kalk-Zement-Mörtel bezeichnet. Sie weisen die Eigenschaften beider Bindemittel auf:
Eine gute mechanische Widerstandsfähigkeit und eine gute Witterungsbeständigkeit.
Diffusionsoffene Eigenschaften, um Luft und Dämpfe durchzulassen.
Der Anteil an Zement oder Kalk kann variieren, sodass die Eigenschaften eines der Bestandteile verstärkt werden.
Wozu dient Mörtel?
Wie bereits erwähnt, hat Mörtel mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Für jedes Einsatzgebiet gibt es speziellen Mörtel mit verschiedenen Eigenschaften. Hierzu gehören:
Verputzen: Hierzu kann Zementmörtel oder Kalk-Zement-Mörtel verwendet werden, je nach Untergrund. Lesen Sie sich die Produkthinweise aufmerksam durch.
Estrich verlegen und Höhenausgleiche erreichen: Hierzu bietet sich Zementmörtel an. Je nach Bedarf muss er für den Innen -oder Außenbereich geeignet sein.
Mauern von Ziegeln und Porenbetonsteinen: Hierzu eignet sich Zementmörtel. Auch spezieller Mauermörtel kommt infrage.
Versiegelung von Bodenmaterialien: Hierzu eignen sich Zementmörtel der Gruppe 2 (MG II), die eine hohe Elastizität besitzen.
Kleben von Boden- oder Wandmaterialien: Hierzu werden Fliesenkleber benutzt, also Zementmörtel mit Zusatzstoffen für mehr Haftfähigkeit.
Fugen ziehen: Fugenmörtel werden zum Verfugen verwendet. Sie sind wasserabweisend und können daher im Außenbereich oder in einem Feuchtraum verwendet werden.
Beton richtig mischen
Wie bereits erwähnt, ist Beton ein Gemisch aus Zement, Sand, Kies und Wasser. Das Mischverhältnis sieht folgendermaßen aus:
3-2-1-0,5. Das bedeutet: 3 Teile Kies, 2 Teile Sand, 1 Teil Zement und ½ Teil Wasser.
Seien Sie sich jedoch darüber bewusst, dass diese Formel nur ein Richtwert ist. Die Proportionen können je nach Arbeit und Beschaffenheit der Baustelle variieren. Dasselbe gilt für Beistoffe, die hinzugefügt werden können, um bestimmte Eigenschaften zu verstärken oder zu erreichen.
Haupteigenschaften von Beton
Beton ist ein robustes Material, das eine hohe Druckfestigkeit aufweist. Es hat jedoch eine geringe Zug- und Schubfestigkeit.
Um diese Schwächen auszugleichen, wird der Beton auf eine Bewehrung gegossen, die aus Gittern, vertikalen und horizontalen Verankerungen oder auch aus Streifenfundamenten besteht. Es wird von bewehrtem Beton gesprochen.
Wozu dient bewehrter Beton?
Er dient als Strukturelement bei Rohbauarbeiten. Er wird auch für Zier- und Gartenmauerwerk verwendet. Bewehrter Beton dient für folgende Zwecke:
Fußböden,
Fundamente,
Pfeiler,
Mauern und Wände.
Er dient auch zur Herstellung vorgefertigter Bauteile wie Träger, Stürze, Stützen usw. Bei Maurerarbeiten im Garten wird er für Betonplatten, Pfeilerfundamente, Mauerfundamente usw. genutzt. Er kann als Beschichtung der Terrasse dienen und auf verschiedene Weisen verziert werden:
Bürsten, um ein feines Streifenmuster zu erreichen;
Feinschleifen für ein glattes Finish;
Bei Waschbeton wird die Gesteinskörnung freigelegt, indem die erste Schicht entfernt wird;
Beim Bossieren werden mit Formen vor dem Trocknen Motive in den Beton geprägt.
Einfärben durch Pigmente, die dem Beton den Farbton Ihrer Wahl verleihen.
Terrassenbeläge aus Stein, Beton und Fliesen
Beton und Mörtel richtig mischen
Mörtel und Beton werden durch die Mischung ihrer Inhaltsstoffe mit Wasser erhalten. Sie sind jedoch auch gebrauchsfertig im Handel erhältlich. Hier reicht es, die in der Anleitung angegebene Wassermenge hinzuzufügen und das Gemisch zu verrühren.
Kleine Mengen können in einer Wanne mit einer Maurerkelle gemischt werden. Auch ein Rührwerk oder eine Bohrmaschine mit Rührer können verwendet werden.
Der Vorteil von Fertigmörtel und -beton ist das vom Hersteller zusammengesetzte, präzise Mischungsverhältnis. Es ist garantiert bei jedem Sack des gleichen Produkts identisch.
Rührwerke
Wann kommt der Betonmischer zum Einsatz?
Ein Betonmischer bietet sich für Baustellen mittlerer Größe an. Geben Sie zuerst die richtige Menge Wasser in den Betonmischer und danach die anderen Bestandteile.
Bei großen Baustellen ist ein Betonmischfahrzeug die ideale Lösung. Er sorgt für ein schnelles Gießen des Betons und kann bei Estricharbeiten auch für Mörtel verwendet werden.
Betonmischer
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Ratgeber verfasst von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.