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Fruchtfolge: Alles, was Sie wissen müssen

Fruchtfolge: Alles, was Sie wissen müssen

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

5 Min. Lesezeit
Die Fruchtfolge bezeichnet den wechselnden Anbau von verschiedenen Gemüsesorten im selben Beet und stellt sicher, dass Ihre Pflanzen gut mit Nährstoffen versorgt sind. Außerdem durchbricht ein Fruchtwechsel den Entwicklungskreislauf von Schädlingen und Krankheiten. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Fruchtfolge im Gemüsegarten und ihren Vorteilen.

Wichtige Eigenschaften

  • Bodennährstoffe
  • Nährstoffversorgung der Pflanzen
  • Starkzehrer oder Schwachzehrer
  • Bekämpfung von Schädlingen

Welche Vorteile hat der Fruchtwechsel im Gemüsegarten?

Die Fruchtfolge, bzw. der Fruchtwechsel erfolgt aus zweierlei Gründen. Zum einen erhält diese Technik genügend Nährstoffen im Boden und zum anderen schützt sie Pflanzen vor Schädlingen.

Alle Pflanzen haben einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Wenn Sie nur eine einzige Sorte auf derselben Fläche über mehrere aufeinander folgende Jahre hinweg anbauen, entzieht diese dem Boden immer die gleichen Nährstoffe. Man spricht dann von Bodenverarmung.

Auch Schädlinge siedeln sich leichter an und entwickeln sich besser, wenn die Pflanzenarten unverändert bleiben. Ein Wechsel der Gemüsesorten von einem Jahr zum nächsten bremst die Ausbreitung der Gemüseschädlinge, wenn Sie ihnen die Wirtspflanzen und somit die Nahrungsquelle nehmen.

Fruchtfolge und Bodennährstoffe

Welche Nährstoffe benötigen die Pflanzen in Ihrem Gemüsegarten?

Je nach Bedarf und Art entziehen die Pflanzen dem Boden unterschiedliche Mineralien. Mit einem Wechsel der Gemüsesorten im selben Beet lässt sich die Verarmung des Bodens vermeiden. Die unterschiedlichen Sorten entziehen jeweils verschiedene Nährstoffe und Spurenelemente.

Dies gibt dem Boden Zeit, seine Reserven aufzufüllen. Einige Gemüsesorten haben einen hohen Nährstoffbedarf und erfordern eine ausgiebige Düngung, während andere weniger anspruchsvoll sind und ohne den Einsatz von Düngemitteln wachsen können.

Entsprechend ihrem Nährstoffbedarf unterscheidet man 3 Gemüsekategorien:

  • die Starkzehrer: Kürbis, Zucchini, Tomaten, Kohl, Auberginen und Paprika;

  • die Mittelzehrer: Möhren, Kopfsalat und Rüben;

  • die Schwachzehrer: Zwiebeln, Knoblauch und Radieschen.

Beim Fruchtwechsel nutzt man auch die Eigenschaft bestimmter Pflanzen, den Boden mit Mineralien anzureichern: die sogenannte Gründüngung. Das bekannteste Beispiel dafür sind Hülsenfrüchte oder Fabaceae (Erbsen, Bohnen, Klee, Senf...), die mithilfe von Bakterien, die auf ihren Wurzeln leben, Stickstoff aus der Luft binden. Nach der Ernte verrotten die Wurzeln dieser Pflanzen im Boden und der Stickstoff steht der nächsten Gemüsesorte zur Verfügung.

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In welcher Bodentiefe entnehmen die Gemüsepflanzen die Nährstoffe?

Je nach Beschaffenheit der Wurzeln werden die Mineralien in verschiedenen Bodentiefen entzogen. So haben einige Gemüsesorten wie Salat oder Bohnen flache Wurzeln, während andere Gemüse wie Spargel, Kürbis oder Wurzelgemüse (Möhren, Rüben, Kartoffeln usw.) ihre Nährstoffe in der Tiefe suchen.

Ein wirksames Mittel gegen Krankheiten und Schädlinge

Wenn man von einem Jahr zum nächsten nicht dieselbe Pflanzenart anbaut, wird der Lebenszyklus von Krankheitserregern unterbrochen, egal ob Pilze oder Insektenschädlinge. Tatsächlich überleben viele Pflanzenschädlinge im Boden und treten im Folgejahr wieder auf. Der Kartoffelkäfer zum Beispiel vergräbt sich zum Ende des Sommers mehr als 30 cm tief in der Erde und kommt im nächsten Frühjahr wieder heraus.

Gemüsesorten derselben botanischen Familie haben häufig dieselben Feinde. Den Erdfloh, der die Blätter von Radieschen zerfrisst, findet man auch auf Kohl. Deshalb ist es ratsam, etwas Zeit vergehen zu lassen, bevor Sie in Ihrem Beet Gemüse derselben botanischen Familie aussäen oder auspflanzen. Ein wirksamer Fruchtwechsel setzt also voraus, dass man weiß, zu welcher Pflanzenfamilie die Gemüsesorten gehören.

Wie lange dauert ein Zyklus beim Fruchtwechsel?

Eine Frage taucht dabei immer wieder auf: Wie lange muss man warten, bis man die gleiche Gemüsesorte wieder auf einer Fläche anbauen kann?  Die Antwort lautet: So lange wie möglich. In der Tat überleben einige Pflanzenschädlinge viele Jahre im Boden: Pilzsporen, Eier, Larven usw. sind besonders resistent. Eine bewährtes und natürliches Gegenmittel ist der Fruchtwechsel über drei oder vier Jahre.

Allerdings gibt es auch bestimmte Gemüsesorten, die über mehrere Jahre auf einer Fläche bleiben:

  • Erdbeeren;

  • Artischocken;

  • Spargel;

  • Rhabarber;

  • Mehrjähriges Gemüse: Kohl, Zwiebeln.

Sie werden meistens auf einer abgegrenzten Fläche des Gemüsegartens angebaut.

Wie beginnt man die Fruchtfolge im Gemüsegarten?

Der Fruchtwechsel mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, da viele Kriterien, wie Pflanzenfamilie, Gemüseart (Frucht, Wurzel, Blatt) und Nährstoffbedarf, beachtet werden müssen. Die folgende Tabelle hilft Ihnen, den Überblick zu behalten.

Pflanzenfamilie

Starkzehrer

Mittelzehrer

Schwachzehrer

Doldenblütler

Sellerie, Knollenfenchel

Möhre, Pastinake, Petersilie

Korbblütler

Artischocke, Cardy (Kardone)

Kopfsalat, Endivienarten, Schwarzwurzeln

Topinambur, Chicorée, Endivie

Kreuzblütler

Kopfkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Kohlrübe

Radieschen, Rüben, Rosenkohl

Gänsefußgewächse

Mangold, Rote Bete, Spinat

Kürbisgewächse

Kürbis, Zucchini, Gurken, Melonen

Hülsenfrüchtler (Leguminosen)

Bohnen, Erbsen

Saubohne

Liliengewächse

Lauch

Knoblauch, Zwiebel, Schalotte

Nachtschattengewächse

Auberginen, Paprika, Tomaten, Kartoffeln

Sonstige

Rhabarber, Mais

Feldsalat, Sauerampfer

Für Gemüsebauern, die nur drei oder vier Gemüsesorten auf großen Flächen anbauen und ein großes Interesse an einem Fruchtwechsel haben, ist dieser recht einfach umsetzbar. Aber der Wechsel kann schnell zu einer echten Herausforderung werden, wenn man viele Sorten auf kleinem Raum anbaut, wie es in Gemüsegärten, Gewächshäusern oder in Kleingärten der Fall ist.

Man braucht viel Organisationstalent und muss den Gemüseanbau für mehrere Jahre sowie für die einzelnen Bereiche des Gartens planen. Wenn sie außerdem darauf achten wollen, Ihr Gemüse in vorteilhafter Kombination mit anderen Sorten zu pflanzen, scheint der Plan- und Arbeitsaufwand enorm.

Der Einfachheit halber können Sie sich für den Anfang auf einen Fruchtwechsel für Kartoffeln und Kohl konzentrieren. Wenn Sie es schaffen, planen Sie auch einen Wechsel für Ihre Möhren und Liliengewächse (Knoblauch, Zwiebeln, Schalotten, Porree) ein.

Tipps für einen Fruchtwechsel über 4 Jahre

Unterteilen Sie Ihren Gemüsegarten in so viele Zonen, wie sie Jahre einplanen. Zum Beispiel wird für eine klassischen Fruchtfolge über vier Jahre der Garten in vier Beete unterteilt.

In unserem Beispiel beherbergt jede Teilfläche Gemüsesorten, die ähnliche Nährstoffbedarfe haben: Für Starkzehrer (Tomaten, Auberginen, Kürbis, Blumenkohl) benötigt die Anbaufläche einen kräftigen Dünger wie etwa Komposterde.

Im folgenden Jahr werden dann auf dieser Teilfläche weniger anspruchsvolle Sorten (Möhren, Rote Bete, Erbsen, Salat) angebaut. Im dritten Jahr folgen die Schwachzehrer (Knoblauch, Zwiebeln, Feldsalat, Rüben). Sie benötigen keine Komposterde.

Für das vierte Jahr empfiehlt es sich, die Erde ruhen zu lassen und einen Gründünger (z. B. Kleegras) zu säen.

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Wann wird ein Fruchtwechsel nicht empfohlen?

In sehr kleinen Gärten mit Gemüsebeeten, auf denen viele Sorten auf einer kleinen Fläche angebaut werden, macht ein Fruchtwechsel wenig Sinn. Der (nach einer Ernte) frei gewordene Platz wird durch neue Samen oder neue Setzlinge beansprucht. Durch die Vielfalt und die schnelle Fruchtfolge sind diese kleinen Gärten kaum von Krankheiten oder Schädlingen betroffen.

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Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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