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Obstbäume vor Schädlingen und Krankheiten schützen: So geht‘s

Obstbäume vor Schädlingen und Krankheiten schützen: So geht‘s

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst am 14. Februar 2024 von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

4 Min. Lesezeit
Obstbäume werden oft von Parasiten, Schädlingen aller Arten (Obstwürmer, Blattläuse, Schildläuse etc.) und krankheitserregenden Pilzen befallen. Wer gute und schöne Früchte ernten möchte, kann die Gesundheit seiner Bäume durch bestimmte Praktiken und Behandlungen stärken.

Wichtige Eigenschaften

  • Jahreszeit
  • Reinigung
  • Fungizide und Insektizide

Obstbaumschutz

Der Winter ist die ideale Jahreszeit, um Obstbäume zu behandeln.

Die Bäume befinden sich dann in einer Ruhephase. Daher ist es möglich, Mittel anzuwenden, ohne dass die Bäume darunter leiden oder Tiere zu Schaden kommen, die wichtig für den Garten sind.

Bäume und Boden pflegen

Es empfiehlt sich, zunächst die Überwinterungsplätze und andere geschützte Stellen, an denen Parasiten den Winter verbringen, zu zerstören. Hierzu zählen Eier, Larven, Sporen auf Blättern sowie Stamm oder Boden. So können sich Schädlinge im kommenden Frühling nicht ausbreiten.

Beginnen Sie im Herbst damit, welke Blätter und herabgefallene Früchte vom Boden aufzusammeln. Entfernen Sie auch die noch am Baum hängenden Früchte. Das Fallobst kann kompostiert oder auf den Wertstoffhof gebracht werden.

Im Laufe des Winters sollten Sie den Stamm und die großen Äste abbürsten, damit Moos und Flechten entfernt werden. Denn diese stellen einen potenziellen Zufluchtsort für Parasiten dar. Hierfür eignet sich eine Waschbürste. Falls Sie eine Metallbürste benutzen, sollten Sie nicht zu stark bürsten, um den Stamm nicht zu beschädigen.

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Fungizide und Insektizide für Obstbäume

Fungizide bekämpfen Krankheiten und Insektizide Insekten und andere Schädlinge. Man unterscheidet zwischen präventiver Behandlung – die verhindert, dass Krankheiten sich ausbreiten oder Schädlinge sich einnisten – und kurativer Behandlung – die dazu dient, einen befallenen Baum zu heilen. Häufig werden für beide Behandlungsmethoden dieselben Produkte verwendet.

Chemische oder synthetische Produkte (Pestizide) werden im Garten immer weniger verwendet. Sie werden häufig durch Mittel ersetzt, die weniger schädlich auf die Umwelt wirken

Zu diesen Behandlungsmethoden gehören drei Produkttypen, die in der biologischen Landwirtschaft zulässig sind:

  • Weißöl (und Pflanzenöl);

  • Kalkanstrich;

  • Mineral-Fungizide.

Weißöl

Mineralöle oder Weißöle wie Paraffinöle sind biologisch abbaubar und werden gegen Milben, Gemeine Spinnmilben, Raupen, Schildläuse und Blattläuse eingesetzt. Die Öle ersticken die Eier der Larven, indem sie eine undurchlässige Schicht um sie bilden. Sie werden üblicherweise in Form von Konzentraten verkauft, die mit Wasser verdünnt und im Winter über den Stamm und die Äste versprüht werden.

Kalkanstrich oder Weißanstrich für Obstbäume

Kalkfarbe ist ein Produkt, das komplett natürlich ist und seit langer Zeit von Gärtnern verwendet wird.

Kalkfarbe befreit den Baumstamm von Moos, Flechten, mikroskopisch kleinen Pilzen sowie Insekten und ihren Larven, die den Winter geschützt unter und in den Zwischenräumen der Rinde des Stammes verbringen. Durch einen Kalkanstrich können andere nachträgliche Behandlungen gegen bestimmte Schädlinge entfallen: Schildläuse, Birnblattsauger, Larven des Apfelwicklers oder Krankheiten wie Kräuselkrankheit, Monilia oder Mehltau haben dank dieser Behandlung keine Chance.  Kalkfarbe wird im Winter aufgetragen, vor allem bei älteren Bäumen mit rissiger oder brüchiger Rinde.

Mit Hilfe eines langen und flachen Pinsels werden der Stamm des Baums und die tragenden Äste bestrichen. Bei Bedarf können Sie, bevor der erste Anstrich getrocknet ist, eine zweite Schicht auftragen, um einen besser deckenden Effekt zu erzielen.

Mineralische Fungizide

Kupfer und Sulfat sind zwei vollkommen natürliche Produkte, die seit Jahrhunderten gegen Pilzerkrankungen eingesetzt werden. Sie wirken präventiv und können somit bei Krankheitsbeginn eingesetzt werden. Vor jeder Behandlung sollten Sie sich versichern, dass es in den kommenden 48 Stunden nicht regnen wird, da die Behandlung sonst abgeschwächt werden könnte und erneut durchgeführt werden muss.

Bordeauxbrühe, Kupferkalk und andere Kupfersalze

Bordeaux-Brühe ist ein hochwertiges Produkt der biologischen Schädlingsbekämpfung. Die Mischung aus Schwefel, Kupfer und Kalk wirkt hauptsächlich gegen Falschen Mehltau, aber auch gegen Flecken bei Kernobst, gegen Monilia bei Pflaumen-, Quitten- und Birnbäumen, gegen Kräuselkrankheit bei Pfirsichbäumen und gegen Echten Mehltau bei Apfelbäumen. Die jeweiligen Behandlungen müssen im richtigen Moment angewandt werden: Die erste wird durchgeführt, wenn der Baum seine Blätter abwirft, die zweite im Laufe des Winters und die dritte beim Blattaustrieb.

Netzschwefel

Netzschwefel ist das beste Mittel (präventiv und zur Behandlung) gegen Mehltau, es wird aber auch gegen Schorfpilze und Braunfäule verwendet. Sprühen Sie den Schwefel in einer Dosierung von 6 Gramm pro Liter Wasser auf die Blätter, bevor die Blüten sich öffnen, um das Keimen von Sporen zu verhindern.

Tipps zum Schutz von Obstbäumen

Behandeln Sie nur Bäume, bei denen es notwendig ist. Bei gesunden Bäumen sind all diese Mittel nutzlos. Bei Frost sollten keine Behandlungen durchgeführt werden. Wählen Sie einen ruhigen, regen- und windfreien Tag, damit das Mittel nicht abgespült oder weggeweht wird.

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Weitere Tipps und Ratschläge

 

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.

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