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Labels für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick

Labels für energetische Sanierung und Modernisierung im Überblick

Ella, ManoMano-Redakteurin, Nürnberg

Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:

Ella, ManoMano-Redakteurin, Nürnberg

5 Min. Lesezeit
Im Bereich der energetischen Sanierung geben Label, Gütesiegel und Zertifizierungen Auskunft über Produktemissionen und Fachbetriebe, aber auch die Energieeffizienz und den ganzheitlich betrachteten ökologischer Fußabdruck des Gebäudes. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über Gütesiegel, Umweltzeichen und Labels für energetische Sanierungsprojekte.

Was bringen Labels, Gütesiegel und Zertifizierungen?

Das beste Produkt zu finden, ist manchmal nicht so leicht. Zertifizierungen, Labels und Gütesiegel helfen dem Verbraucher, sich im riesigen Angebot zurechtzufinden. Neben Produkten werden auch Fachbetriebe und fertige Gebäude ausgezeichnet.

Gütesiegel für Fachbetriebe

Ein Gütesiegel für Fachbetriebe hilft Ihnen richtigen Fachbetrieb für Ihr energetisches Sanierungsprojekt zu finden. Die Zertifikate werden meist von Verbänden vergeben. Voraussetzungen für eine solche Auszeichnung sind fachliche Kenntnisse sowie regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter.

Beispielhaft können folgende Gütesiegel genannt werden:

Label für Baustoffe und Produkte

EPD: Umweltproduktdeklaration 

EPD ist die Abkürzung für „Environmental Product Declaration“ (auf Deutsch: „Umweltproduktdeklaration“). Sie werden vom IBU Institut Bauen und Umwelt vergeben und liefern Daten zur Umweltwirkung einzelner Produkte. Dazu werden Informationen vom Herstellungsprozess bis zum Recycling des Produkts gesammelt. Es handelt sich also um eine Ökobilanz für Baustoffe, -komponenten und -produkte. Die Grundlagen der EPDs sind die Normen ISO 14025 und EN 15804. 

Wenn Sie ein Bau- oder Sanierungsprojekt planen, um Ihre Immobilie später als nachhaltiges Bauwerk zertifizieren zu lassen, helfen EPDs den Beitrag von Bauprodukten zur Energieeffizienz eines Gebäudes nachzuweisen. Die Kennzeichnung ist daher besonders interessant für Bauherren, Architekten, Ingenieure, usw.

Natureplus

Das natureplus-Siegel wurde vom Internationalen Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen ins Leben gerufen und richtet sich an Verbraucher und Bauprofis in ganz Europa. Klimaschutz, Wohngesundheit und Nachhaltigkeit werden hier großgeschrieben. Um ein Zertifikat zu erhalten, müssen Produkte bestimmten Kriterien entsprechen. Zum Beispiel gibt es Grenzwerte für die Emission von gesundheitsschädlichen, flüchtigen organischen Verbindungen (FOC) von Dämmstoffen. Seit Juni 2002 wurde das natureplus-Zertifikat an über 600 Bauprodukte  vergeben. 

Weitere Informationen finden Sie auf https://www.natureplus.org/

EU Energielabel

Das EU-Energielabel haben Sie bestimmt schon mal auf der Verpackung einer Glühbirne gesehen. Die leicht verständliche Farbskala reicht von Grün bis Dunkelrot und zeigt Ihnen, wie energieeffizient der jeweilige Artikel ist. Durch den technischen Fortschritt und die Bestrebungen vieler Hersteller ihre Produkte besonders energieeffizient zu gestalten, gibt es heute fast keine Artikel mehr, die in die unteren Kategorien fallen. Deshalb hat die EU beschlossen, das Label zu überarbeiten und viele Produkte ab März 2021 wieder über die gesamte Skala (neu von A bis G, alt A+++ bis D) zu verteilen, damit Verbraucher besser zwischen verschiedenen Artikeln wählen können. Bis 2030 sollen alle Produkte mit dem neuen Label versehen werden, das außerdem mit einem QR-Code, für weitere wichtige Produktinformationen, versehen ist.

Zu den zertifizierten Produkten zählen unter anderem:

Blauer Engel

Eines der bekanntesten Gütesiegel in Deutschland ist der Blaue Engel. Es kennzeichnet Produkte, die umweltfreundlicher als vergleichbare, konventionelle Güter sind. Für die über 120 Produktgruppen werden verschiedene Kriterien festgelegt. Diese werden zudem alle drei bis vier Jahre vom Umweltbundesamt überdacht und an die neuesten Standards angepasst. So wird die technische Entwicklung berücksichtigt und mit einbezogen. Seit 1978 steht der Blaue Engel für zuverlässige und einfache Orientierung bei der Produktwahl.

Das Gütesiegel wird an verschiedenste Produktgruppen vergeben, dazu zählen:

Mehr erfahren: https://www.blauer-engel.de

Eurovent-Zertifizierung

Die Eurovent-Zertifizierung garantiert, dass die Leistung von Geräten aus dem Bereich Lüftung, Klima- und Kühlprodukten mit den von den Herstellern angegebenen Werten übereinstimmt. Ein Verzeichnis mit ausgezeichneten Produkten finden Sie hier: https://www.eurovent-certification.com/de/

EHPA-Gütesiegel

Das Gütesiegel der EHPA (European Heatpump Association) steht für höchsten Verbraucher- und Umweltschutz. Die Wärmepumpen, die mit dem Siegel ausgezeichnet werden, müssen bestimmte technische Anforderungen, Serviceanforderungen und Mindesteffizienzwerte erfüllen. Das Siegel gilt für drei Jahre und muss danach erneuert werden.

Keymark

Ein weiterer Indikator für eine hohe Produktqualität ist die Keymark Zertifizierung, die europaweit Produkte testet und auszeichnet. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Solarkollektoren

  • Wärmepumpen

  • Thermische Solaranlagen

  • Solarspeicher/ Warmwasserspeicher

FSC

Der Forest Stewardship Council (FCS) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft einsetzt. Sie wird dabei von WWF und Greenpeace unterstützt. Das Siegel des FSC tragen 7 % aller Wälder weltweit, also etwa 117 Millionen Hektar Wald, und 18 000 Unternehmen. Produkte mit dem FSC-Siegel stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, bei denen der Erhalt der Biodiversität, der Schutz indigene Völker und der Arbeitsbedingungen von Waldarbeitern sowie die Kontrolle der Forstwirtschaft garantiert werden.

PEFC

Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC), auf Deutsch Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen, wurde 1999 gegründet und steht in mehreren Ländern für eine nachhaltige Forstwirtschaft, was sowohl ökologische, gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Aspekte betrifft. Während der gesamten Produktkette, von der Waldwirtschaft über den Herstellungsprozess bis hin zum Verkauf des fertigen Produkts, müssen bestimmte Standards für nachhaltige Bewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit eingehalten werden. Produkte, die eine Zertifizierung erhalten, dürfen das PEFC-Logo auf ihren Produkten nutzen und erhalten eine individuelle Identifikationsnummer.

In Deutschland sind mehr als acht Millionen Hektar Waldfläche PEFC-zertifiziert, also rund zwei Drittel der hiesigen Wälder. In den weltweit 40 Mitgliedsstaaten haben mehr als 318 Millionen Hektar Wald eine solche Zertifizierung.

 

Ratgeber verfasst von:

Ella, ManoMano-Redakteurin, Nürnberg

Schon von Kindesbeinen an habe ich gerne in der Werkstatt meines Vaters gesägt, geschraubt und gebastelt. Heute, in meiner (kleinen) Wohnung, habe ich immer noch Platz für Upcycling- und DIY-Projekte und züchte Tomaten auf meiner Fensterbank. Um so glücklicher bin ich, dass ich beruflich stets über neue Heimwerker-Themen schreiben und lernen kann.

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