Blauer Engel, FSC & Co: Was verbirgt sich hinter Gütesiegeln?

Blauer Engel, FSC & Co: Was verbirgt sich hinter Gütesiegeln?

Sylvia, Journalistin, Dekorateurin, Dresden

Ratgeber verfasst von:

Sylvia, Journalistin, Dekorateurin, Dresden

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Blauer Engel, FSC oder GOTS - Zertifizierungen sollen Verbrauchern die Orientierung zwischen verschiedenen Produkten erleichtern und geben Informationen über Herstellungsverfahren, den ökologischen Fußabdruck oder Schadstoffemissionen. Aber was genau steckt hinter den einzelnen Labels? Hier erfahren Sie mehr zu Gütesiegeln und deren Bedeutungen.

Wichtige Eigenschaften

  • Gütesiegel für den Verbraucherschutz
  • Zertifiziertes Holz für ein grünes Gewissen
  • Nachhaltiges Wohnen & Bauen
  • Textil-Siegel für eine schadstofffreie Umgebung
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Das beste Produkt zu finden ist manchmal nicht so leicht. Zertifizierungen helfen dem Ihnen, sich im riesigen Angebot zu orientieren. Bewussten Verbrauchern liegen Umweltschutz und Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Unterschiede bei Gütesiegeln gibt es vor allem in den unterschiedlichen Produktkategorien (Baustoffe, Wohnen, Forstwirtschaft, etc.), aber auch bei den Vorgaben, die das Siegel den Hersteller gibt. Dazu gehören die Produkt-Emissionen oder die Herstellungsbedingungen und -prozesse, aber auch die Energieeffizienz des Produkts oder sein gesamter ökologischer Fußabdruck werden in Betracht gezogen.

Während einige Siegel auf bestimmte Produktgruppen, wie z.B. Holz oder Textilien, spezialisiert sind, gibt es allgemeine Labels, die die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit diverser Produkte garantieren.

Blauer Engel

Eines der bekanntesten Gütesiegel in Deutschland ist der Blaue Engel. Es kennzeichnet Produkte, die umweltfreundlicher als vergleichbare, konventionelle Güter sind. Für die über 120 Produktgruppen werden verschiedene Kriterien festgelegt. Diese werden zudem alle drei bis vier Jahre vom Umweltbundesamt überdacht und an die neuesten Standards angepasst. So wird die technische Entwicklung berücksichtigt und mit einbezogen. Seit 1978 steht der Blaue Engel für zuverlässige und einfache Orientierung bei der Produktwahl.

EU Energielabel

Das EU-Energielabel haben Sie bestimmt schon mal auf der Verpackung einer Glühbirne gesehen. Die leicht verständliche Farbskala reicht von Grün (gut) bis Rot (schlecht) und zeigt Ihnen wie energieeffizient (und umweltfreundlich) der jeweilige Artikel ist. Durch den technischen Fortschritt und die Bestrebungen vieler Hersteller ihre Produkte besonders energieeffizient zu gestalten, gibt es heute fast keine Artikel mehr, die in die unteren Kategorien fallen. Deshalb hat die EU beschlossen, das Label zu überarbeiten und viele Produkte ab März 2021 wieder über die gesamte Skala von A+++ bis D zu verteilen, damit Verbraucher besser zwischen verschiedenen Artikeln wählen können.

EU Ecolabel

Das EU Ecolabel ist ein europäisches Umweltzeichen und wurde 1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Als ein offizielles europäisches Umweltgütesiegel ist es in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein vertreten. Es hilft Verbrauchern Produkte, die besonders umweltfreundlich sind, zu erkennen. Das EU Ecolabel findet man auf einer Vielzahl von Produkten, z.B. auf Reinigungsmittel, Textilien, Schmierstoffe, Farben und Lacken.

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Farben und Lacken

Ob Parkett, Möbel oder Terrassendielen - Holz ist ein fester Bestandteil unserer unmittelbaren Umgebung. Gleichzeitig werden  Wälder, die gerne auch als grüne Lunge der Erde bezeichnet werden, immer weiter abgeholzt. Das begünstigt den Klimawandel, führt zu Artensterben und bringt indigene Völker, die in tropischen Wäldern leben, in Gefahr. Um diesen Trend aufzuhalten, können Sie beim Kauf von  Holzprodukten auf nachhaltige Waldwirtschaft achten. Verzichten Sie außerdem auf tropische Hölzer, wie Brasilianisches Rosenholz oder Abachi.

FSC

Der Forest Stewardship Council (FCS) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft einsetzt. Sie wird dabei von WWF und Greenpeace unterstützt. Das Siegel des FSC tragen 7 % aller Wälder weltweit, also etwa 117 Millionen Hektar Wald, und 18 000 Unternehmen. Produkte mit dem FSC-Siegel stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, bei denen der Erhalt der Biodiversität, der Schutz indigene Völker und der Arbeitsbedingungen von Waldarbeitern sowie die Kontrolle der Forstwirtschaft garantiert werden. Jedes zertifizierte Holz erhält das FSC-Label und den Namen des Zertifizierers.

Naturland

Das Naturland-Siegel zertifiziert seit 1995 die naturverträgliche Waldbewirtschaftung. Es fordert die strengsten Auflagen in Deutschland. Die Standards wurden in Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden BUND, Greenpeace und Robin Wood entwickelt. Dazu zählen zum Beispiel der Schutz des Waldbodens und der Biodiversität, der Verzicht auf Dünger, Pestizide und Kahlschläge sowie die Wiederherstellung, bzw. der Erhalt natürlicher Wälder. Über 53.000 ha deutscher Waldfläche werden nach den Naturland-Richtlinien bewirtschaftet.

PEFC

Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC), auf Deutsch Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen, wurde 1999 gegründet und steht in mehreren Ländern für eine nachhaltige Forstwirtschaft, was sowohl ökologische, gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Aspekte betrifft. Während der gesamten Produktkette, von der Waldwirtschaft über den Herstellungsprozess bis hin zum Verkauf des fertigen Produkts, müssen bestimmte Standards für nachhaltige Bewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit eingehalten werden. Produkte, die eine Zertifizierung erhalten, dürfen das PEFC-Logo auf ihren Produkten nutzen und erhalten eine individuelle Identifikationsnummer.

In Deutschland sind mehr als acht Millionen Hektar Waldfläche PEFC-zertifiziert, also rund zwei Drittel der hiesigen Wälder. In den weltweit 40 Mitgliedsstaaten haben mehr als 318 Millionen Hektar Wald eine solche Zertifizierung.

Egal ob der Kissenbezug im Schlafzimmer, die Vorhänge im Wohnzimmer oder der Badteppich vor der Dusche - Heimtextilien sind überall in der Wohnung vertreten. In der herkömmlichen Produktion werden oft giftige Chemikalien verwendet, die im Wohnbereich schädliche VOC abgeben. Vor allem bei Produkten, die im  Schlafzimmer oder im Babyzimmer ihren Platz finden, sollten Sie daher auf ökologische Qualität achten und z.B. in Bio-Bettwäsche investieren. IVN und GOTS sind zwei Siegel, die Sie beim Einkauf berücksichtigen können.

GOTS

Die Abkürzung steht für Global Organic Textile Standard. Das Label wurde 2008 von vier Organisationen gegründet: dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN, Deutschland) der Soil Association (SA, England), der Organic Trade Association (OTA, USA) und der Japan Organic Cotton Association (JOCA, Japan). Das Ziel ist, einen weltweit einheitlichen Standard zu schaffen. Im Fokus stehen ökologische und soziale Aspekte, wie zum Beispiel die Arbeitsbedingungen, aber auch die Produktsicherheit für den Endverbraucher.

IVN

1999 wurde der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN) gegründet. Seit dem Jahr 2000 vergibt der Verband das Label Naturtextil Best für umweltfreundliche Textilien. Es bewertet dabei die gesamte Produktionskette sowie soziale Standards. 2001 folgte das Naturleder-IVN-Label, das die ökologische Herstellung und hohe Qualität von Lederprodukten bescheinigt.

Wer schon mal eine Wand gestrichen oder mit Bodenbeläge verklebt hat, erinnert sich sicher an die unangenehmen Gerüche der Produkte. Diese entstehen durch gesundheitsschädliche Lösemittel, die beim Verarbeiten, aber auch danach vergasen. Es gibt zahlreiche Gütesiegel, an denen Sie emissionsarme und umweltfreundliche Produkte erkennen können. Aber auch Bauherren und Planern nutzen sie, um nachhaltig und umweltbewusst zu bauen.

EPD 

EPD steht für „Environmental Product Declaration“, auf Deutsch  „Umwelt-Produkt-Deklaration“ und  liefern Daten zur Umweltwirkung einzelner Produkte. Es handelt sich also um eine Ökobilanz für Baustoffe, -komponenten und -produkte. Die Grundlagen der EPDs sind die Normen ISO 14025 und EN 15804. 

EPDs sind wichtig, wenn Sie ein Bauprojekt planen, das Sie später als nachhaltiges Bauwerk zertifizieren lassen möchten. Sie helfen zum Beispiel den Beitrag von Bauprodukten zur Energieeffizienz eines Gebäudes nachzuweisen. Besonders interessant ist die Kennzeichnung daher für Bauherren, Architekten, Ingenieure, usw.

EMICODE®-Siegel

EMICODE® ist ein Prüfzeichen für Umwelt- und Innenraumhygiene und wird seit 1997 durch die GEV (Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoff, Klebstoffe und Bauprodukte e. V.) verliehen. Lizenzierbare Produkte sind beispielsweise Klebstoffe, pulverförmige und flüssige Estrichzusatzmittel sowie Spachtelmassen auf Dispersions- oder Reaktionsharzbasis. 

Das Label unterscheidet zwischen drei Kategorien, die jeweils mit strengen bis zu sehr strengen Qualitätskontrollen einhergehen. E2 wird an emissionsarme Produkte vergeben, E1 an sehr emissionsarme und EC1PLUS für herausragend emissionsarme Produkte vergeben.

Natureplus

Das natureplus-Siegel wurde vom Internationalen Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen ins Leben gerufen und richtet sich an Verbraucher und Bauprofis in ganz Europa. Klimaschutz, Wohngesundheit und Nachhaltigkeit werden hier großgeschrieben. So ist es Trägern des Qualitätszeichens verboten, flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) zu enthalten, da diese gesundheitsschädlich sind. Seit Juni 2002 wurde das natureplus-Zertifikat an über 600 Bauprodukte  vergeben.

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Sylvia, Journalistin, Dekorateurin, Dresden, 93 Ratgeber

Sylvia, Journalistin, Dekorateurin, Dresden

Nach meiner Zeit bei mehreren Fernsehsendern entschied ich mich, meine Feder für mich sprechen zu lassen und als Journalistin und Herausgeberin zu arbeiten. Meine Interessen und auch meine Texte gehen in die verschiedensten Richtungen: Ich liebe das Dekorieren und das Heimwerken genauso sehr wie historische oder wissenschaftliche Themen und schreibe seit über zwanzig Jahren darüber. Auf der Habenseite stehen bei mir verschiedene Lehrwerke, Romane und Erzählungen, zahlreiche Artikel voller Tipps aus dem Bereich Deko und DIY, die ich in meinem alten Haus, das ich eigenhändig saniere, ausprobiert habe.

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